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Die Dritten der ARD

Aufgrund preiswerterer Rahmenbedingungen für technisches Equipment im Zuge der Digitalisierung hat neuerdings das regionale und lokale Fernsehen auch seitens privater Veranstalter, zumal mit potenzieller Hilfe seitens Verleger, wieder einen Reiz. Wie stark aber ist das föderale Angebot der ARD, das von ihren Dritten?

Die Dritten haben immerhin in der Summe 2007 die Marktführerschaft im Gesamtpublikum erreicht und Das Erste der ARD auf Rang 2 verwiesen. Überdies: Wie stark sind die einzelnen ARD-Sender schon regionalisiert, lokalisiert, digitalisiert und auf HD eingestellt? Um all dies herauszufinden, hat MEDIEN BULLETIN eine Umfrage unter allen neun ARD-Sendern durchgeführt. Die exklusiven Ergebnisse – von den Sendern speziell für diese Umfrage zusammengetragenen Daten und Fakten – werden hier im Teil 1 dokumentiert: von SWR/ SR, SWR (Südwestrundfunk), HR, rbb und Radio Bremen. Wie es sich bei den großen Sendern WDR, BR, MDR und NDR verhält, wird in der nächsten Ausgabe von MEDIEN BULLETIN dargestellt.
Bei einer Frage sind fast alle ARD-Sender ein bisschen ausgebüchst, nämlich bei der Frage, wie hoch der regionale Anteil an ihrem Gesamtprogramm ist. Das ist medienpolitisch etwas heikel. Obwohl es mittlerweile jeder weiß: Die Dritten agieren auch als Vollprogramme über ihr angestammtes Sendegebiet hinaus, mit Fernsehfilmen aus der ARD-Produktion und eingekaufter Lizenzware, über verschiedenste digitale Wege einschließlich Satellit. Gleichzeitig produzieren sie in der Tat jede Menge regionaler und lokalisierter Nachrichtensendungen sowie eine Vielzahl spezieller Highlight-Programme für die jeweilige Region. Dabei ist jeder Sender uniques.

SWR/SR-Fernsehen, Empfangsgebiet Saarland

1. Programmcharakter, regionaler Anteil, Programmhighlights und Quotenentwicklung, Etat aus Gebührengeldern
Der regionale Anteil des Saarländischen Rundfunks am Gesamtprogramm des SWR/SR-Fernsehens liegt bei rund 20 Prozent.
Quoten-Highlights im regionalen Programm im Empfangsgebiet Saarland waren 2007 die Fastnachtssendungen „Alleh hopp“ (120.000 Zuschauer, 32 Prozent Marktanteil) und „Saarparade“ (25 Prozent MA), das regionale Informationsmagazin „Aktueller Bericht“ (16 Prozent), die 18 Uhr-Nachrichtenausgabe „Aktuell“ (11 Prozent) und die Vorabendsendung „Flohmarkt“ (11 Prozent).
Regionale Sportübertragungen haben einen überaus hohen Stellenwert beim SR. Der regionale Sport ist ein fester Bestandteil der Hauptnachrichtensendung „Aktueller Bericht“ (mit eigenem Sport-Moderator). Neben den festen Sport-Sendungen „Sport Arena“ und „Arena am Samstag“ (mit ausschließlich regionalem Fußball) werden regelmäßig auch wichtige sportliche Ereignisse aus der Region (live) übertragen. Dazu zählten 2007 Veranstaltungen wie die „Bitburger Open“ im Badminton, das Finale der deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Ringen in Köllerbach sowie das Benefizspiel der deutschen Handball-Weltmeistermannschaft gegen eine Saar-Auswahl. Nicht-regionale Highlights waren 2007 die „Tagesschau“, die baden-württembergische Sketch-Sendung „Hannes und der Bürgermeister“ sowie Wiederholungen der Tier-Dokus aus dem Ersten.
Das SR-Fernsehen bietet Berichte über und Einblicke in das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben in der Region. Dabei berücksichtigt das Programm immer auch überregionale Ereignisse (unter besonderer Berücksichtigung der Großregion „Saar-Lor-Lux“), die Auswirkungen auf die Menschen im Saarland haben. Neben kompetenter Information bietet das SR-Fernsehen auch ein vielfältiges Angebot an hochwertigen Service- und Unterhaltungssendungen.
Regionaler Mitbewerber ist „Saar TV“ mit einem Marktanteil von 0,1 Prozent im Jahr 2007 (2006 und 2005 ebenso). Das SWR/SR-Fernsehen hatte 2007 einen Marktanteil von 6,9 Prozent und war damit nach der ARD, dem ZDF, RTL und Sat.1 die Nummer 5 im Saarland (2006: 7,0 Prozent, 2005: 6,6 Prozent).
Die Gebühreneinnahmen betrugen 2007 65 Millionen Euro. Für das regionale Fernsehprogramm sind 37 Millionen Euro geflossen.

2. Art der Verbreitung
Das SWR/SR-Fernsehen wird ausgestrahlt über digitale Antenne, Kabel (analog und digital) und Satellit (analog und digital). 2 Prozent der Saarländer empfangen (nur) terrestrisch, 44 Prozent sind Kabelhaushalte (davon 88 Prozent analog und 12 Prozent digital), 54 Prozent haben Satellitenempfang (davon jeweils 50 Prozent analog und digital).

3. Grad der Lokalisierung
Der Saarländische Rundfunk hat außer dem Funkhaus Saarbrücken keine weiteren Studios.

4. Digitalisierungsstatus und HD
Beim Saarländischen Rundfunk ist die Digitalisierung in vollem Gange. Zurzeit gibt es zwei digitale Schnittplätze, bis 2010 sollen alle Schnittplätze digital sein. Die erste digital produzierte Nachrichtensendung ist für Mitte des Jahres geplant. Erste Sendungen sind bereits in HD produziert worden. Wann der gesamte Sendebetrieb auf HD umgestellt wird, ist noch nicht absehbar.
Fürs Fernsehen aufgenommene Beiträge können beim SR problemlos in das digitale Hörfunk-System eingespeist werden. Einige Sendungen (zum Beispiel „Aktueller Bericht“) laufen dort auch automatisch ein. Im Internet-Angebot des SR sind sowohl Hörfunk- als auch Fernsehbeiträge abrufbar, zum Teil auch als Podcast. Außerdem verwendet der SR ein trimediales Redaktions-Planungssystem.

SWR Fernsehen, Empfangsgebiet Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
1. Programmcharakter, regionaler Anteil, Programmhighlights und Quotenentwicklung, Etat aus Gebührengelder
Das SWR Fernsehen (SWR Südwestfunk) ist verantwortlich für zwei regionale Programme für das Empfangsgebiet Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Das SWR-Mantelprogramm hingegen entsteht zusätzlich in Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk, SR (siehe SWR/ SR).
Montags bis samstags wird das SWR-Fernsehprogramm von 18 bis 20 Uhr für die beiden Landesprogramme aus Stuttgart und Mainz auseinandergeschaltet, die sich an Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz richten, sonntags von 18:45 Uhr bis 19:15 Uhr. Daneben werden auch die Landesnachrichten „Baden-Württemberg aktuell“ und „Rheinland-Pfalz aktuell“ um 16 Uhr, 17 Uhr, 18 Uhr, 19:45 Uhr und 21:45 Uhr jeweils für das entsprechende Bundesland ausgestrahlt. Nach Ländern getrennt sendet das SWR Fernsehen auch das landespolitische Magazin „Ländersache“ am Donnerstagabend um 20:15 Uhr sowie die regionale Sportsendung (BW: „Sport im Dritten“ / RP: „Flutlicht“) am Sonntagabend.
Zu den meist gesehenen regionalen Sendungen zählen die Serie „Die Fallers – eine Schwarzwaldfamilie“, die Talkshow „Nachtcafé“ mit Wieland Backes, die regionalen Unterhaltungssendungen am Freitagabend („Fröhlicher Alltag“, „Fröhlicher Feierabend“ und „Fröhlicher Weinberg“) sowie „Sag die Wahrheit“ und „Ich trage einen großen Namen“. Wichtig für den Nachmittag ist auch die starke Nutzung der werktäglich live aus Baden-Baden ausgestrahlten Service-Sendung „Kaffee oder Tee?“.
Im Landesprogramm zählen die Landesnachrichten „Rheinland-Pfalz aktuell“ und „Baden-Württemberg aktuell“, die „Landesschau“ und das landespolitische Magazin „Ländersache“ zu den meistgesehenen Sendungen.
Auch der Sport ist eine wichtige Programmsäule für das SWR Fernsehen. Neben der aktuellen Sport-Berichterstattung im Rahmen von „Baden-Württemberg aktuell“ und „Rheinland-Pfalz aktuell“ sowie in der „Landesschau“ (BW / RP) wird vertiefend in den regionalen Sportsendungen „Sport im Dritten“ (BW) und „Flutlicht“ (RP) auf das Sportgeschehen im Land Bezug genommen. Die Sendung „Sport am Samstag“ ist Plattform für unterschiedlichste Sportarten im Gesamt-Empfangsgebiet des SWR. Feste Größe in der Sendung ist die Fußball-Regionalliga Süd. Schwerpunkt ist in der Regel eine Veranstaltung, bei der der SWR direkt vor Ort ist. Über besondere Sporthöhepunkte wird in „Sport extra“ berichtet. Zu den herausragenden Sportereignissen des Empfangsgebiets zählen unter anderem der Gutenberg-Marathon in Mainz, die Reitturniere Donaueschingen und Hachenburg, die Welttanzgala in Baden-Baden oder Spiele des Deutschen Handball-Pokals.
Das SWR Fernsehen muss sich in einem immer härteren Wettbewerb – in Digitalhaushalten mit vielen hundert anderen empfangbaren Angeboten – behaupten. Wie gut dies gelingt, zeigt, dass der Marktanteil im Empfangsgebiet von 6,2 Prozent im Jahr 2005 auf 6,4 Prozent im Jahr 2007 gesteigert werden konnte. Die Gebührenerträge (Hörfunk- und Fernsehgebühren) für den SWR betrugen im Jahr 2007 960,8 Millionen Euro.

2. Art der Verbreitung
Beide Landesprogramme erreichen technisch über digitale Plattformen im Kabelnetz (im Rahmen der ARD Digital Bouquets) bundesweit 16,572 Millionen Haushalte. Analog im Kabel ist SWR FERNSEHEN BW in 3,352 Millionen Haushalten und SWR FERNSEHEN in 4,157 Millionen verbreitet. 42,5 Prozent der bundesdeutschen Haushalte können den SWR über Satellit analog und 18,2 Prozent digital empfangen. (Quellen: ARD Kabelhaushalte 06/2007 und Digitalisierungsbericht DLM 2007, Basis 36,981 Haushalte)
Zu DVB-T liegen für den SWR noch keine abschließenden Zahlen vor, da die Umstellung noch nicht abgeschlossen ist. In den technischen Versuchsnetzen zu IP-TV sind die Landesprogramme ebenfalls zu finden, da dort der Inhalt der digitalen ARD Satelliten-Bouquets eingespeist wird.

3. Grad der Lokalisierung
Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz: Im Bereich der SWR Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz gibt es fünf Regionalstudios in den Städten Kaiserslautern, Trier, Ludwigshafen, Koblenz und Mainz. Daneben decken weitere sieben Regionalbüros in allen Teilen des Landes (Betzdorf, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Traben-Trarbach, Idar-Oberstein, Landau, Worms, Gerolstein) die Berichtsräume in Rheinland-Pfalz ab. In allen Regionalstudios in Rheinland-Pfalz gibt es Fernseh-Korrespondenten.
Landessenderdirektion Baden-Württemberg: Der SWR unterhält in Baden-Württemberg sechs Studios (Mannheim-Ludwigshafen, Karlsruhe, Freiburg, Heilbronn, Tübingen, Ulm) sowie vier Regionalbüros (Friedrichshafen, Lörrach, Offenburg, Villingen-Schwenningen) und elf Korrespondentenbüros (Aalen, Albstadt-Ebingen, Biberach, Buchen, Konstanz, Mosbach, Pforzheim, Ravensburg, Schwäbisch Hall, Tauberbischofsheim, Waldshut-Tiengen).

4. Digitalisierungsstatus und HD
Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz: Die Studios im Bereich der Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz werden zurzeit bimedial aufgerüstet. Vier der fünf Studios sind voll digitalisiert. Im Studio Trier gibt es derzeit nur einen Überspielpunkt. Hier werden die Beiträge über eine aushäusige Firma bearbeitet und überspielt. Neben der technischen Ausstattung werden auch in einem Weiterbildungsprozess die Reporter in den Studios für den bimedialen Einsatz geschult. Die Studios sind derzeit nicht trimedial ausgestattet. Dennoch werden von dort, besonders im Bereich der Regionalnachrichten, Beiträge ins Internet eingestellt.
Die HD-Technik ist derzeit noch nicht für die Studios geplant. In einem nächsten Schritt ist die Einführung der HD-Technik in der Landessenderdirektion Rheinland-Pfalz bis Ende 2009 in einem Studio geplant.
Landessenderdirektion Baden-Württemberg: Die Studios in Baden-Württemberg sind voll digitalisiert und bimedial aufgestellt. Neben der Berichterstattung für Fernsehen und Hörfunk werden in den Studios ebenso bereits Beiträge für das Internet erstellt. Die trimediale Nutzung von Fernseh- und Hörfunk-Beiträgen im Internet wird in den kommenden Jahren ausgebaut. HD-Technologie wurde bisher nicht in den Studios eingeführt, soll aber im Rahmen der SWR-weiten Entwicklung auch dort zu einem späteren Zeitpunkt zum Einsatz kommen.

hr Fernsehen, Empfangsgebiet Hessen
1. Programmcharakter, regionaler Anteil, Programmhighlights und Quotenentwicklung, Etat aus Gebührengeldern
Das „hr Fernsehen“ versteht sich als ein regionales Vollprogramm, das seinen regionalen Schwerpunkt in Hessen hat und ausbaut – gemäß dem Slogan „Hier kommt Hessen“. In den vergangenen zwei Jahren weist das hr-fernsehen eine positive Entwicklung auf. 2005 und 2006 wurden mit 5,3 Prozent und 5,2 Prozent (jeweils Jahresmarktanteil für die Gesamtsendezeit in Hessen) nahezu konstante Werte erreicht. 2007 konnte mit 5,5 Prozent Marktanteil eine deutliche Steigerung erreicht werden. Derzeit liegt das HR Fernsehen bei 5,5 Prozent.
Zu den regionalen Sendungen im hr-fernsehen mit hoher Akzeptanz zählen „die Hessenschau“ (im Schnitt 2007 14,1 Prozent Marktanteil in Hessen), „Maintower“ (12,6 Prozent Marktanteil), „Hessenquiz“ mit 8,6 Prozent Marktanteil, „Dings vom Dach“ mit 8,4 Prozent und „Straßenstars“ mit einem Marktanteil von 9,3 Prozent. Nicht regionale Highlights sind vor allem Fernsehfilme und Krimis für das Erste.

2. Art der Verbreitung
Das hr fernsehen wird bereits digital ausgestrahlt, und zwar über den Astra-Satelliten 19,2 Ost horizontal, über digitale Kabelanbieter sowie über das digitale DVB-T, das in ganz Hessen verbreitet wird.

3. Grad der Lokalisierung
Der HR betreibt im Funkhaus am Dornbusch drei Studios sowie ein Nachrichtenstudio. Hinzu kommen ein Studio im Maintower und eines an der Börse sowie Außenstudios in Wiesbaden und Kassel. Hierbei ist das Studio in Kassel neben denen am Dornbusch das Größte. Darüber hinaus liefern die Regionalkorrespondenten in Bensheim, Erbach, Hanau, Korbach, Limburg, Marburg und Witzenhausen alles Wissenswerte aus den hessischen Regionen

4. Digitalisierungsstatus und HD
Zum Betrieb der Studios stehen derzeit in Frankfurt zwei Regien sowie eine eigene Newsregie zur Verfügung. Die derzeit laufende Erneuerung der Regiekomplexe sieht bis 2010 insgesamt drei Regien plus Newsregie vor.
Davon sind dann zwei HD-fähig, die anderen sind entsprechend aufrüstbar. Als erste HD-fähige Regie wird in der zweiten Hälfte dieses Jahres der Regiekomplex 1 fertig gestellt. Es folgt ein Austausch der Bildmischers in der Regie 3 und letztlich die Erneuerung unserer Regie 2 bis Anfang 2010. Des Weiteren wird auch das Studio Kassel erneuert und damit dann HD-fähig. Das Studio in Wiesbaden wurde dieses Jahr in SD-Technik erneuert.

rbb Fernsehen, Empfangsgebiet Berlin und Brandenburg
1. Programmcharakter, regionaler Anteil, Programmhighlights und Quotenentwicklung und Gebühreneinnahmen
Der regionale Anteil am Fernsehprogramm des rbb beträgt zwischen 18 und 20 Uhr 100 Prozent. Im Gesamtprogramm beträgt er zirka 65 Prozent (also eigene Programme ohne Übernahmen aus anderen Dritten und Spielfilme – falls Sie das meinen).
Programmhighlights im regionalen Programm sind zum einen im Raum Berlin die „Abendschau“ (22,5 Prozent Marktanteil 2007 und bislang 24 Prozent in 2008) und in Brandenburg „Brandenburg aktuell“ mit 17,1 Prozent Marktanteil 2007 und bislang 18,9 Prozent in 2008. Zirka zehn Prozent erreichen die Informationssendungen „zibb“ und „rbb um 6“ im gesamten Empfangsgebiet Berlin-Brandenburg.
Sportübertragung: Besondere regionale Highlights wie zum Beispiel Fußball-Derbys (SV Babelsberg gegen Union Berlin am 16. März) überträgt das rbb Fernsehen live. Weitere Schwerpunkte der Sportberichterstattung sind die Übertragung des Berlin-Marathons und des DFB-Pokalendspiels (auch bundesweit). Für die äußerst erfolgreiche Übertragung der Biathlon-Wettbewerbe im Ersten hat der rbb die Federführung für die ARD.
Zu weiteren Programm-Highlights gehören neben Verbrauchersendungen wie zum Beispiel „Die Jury hilft“ Unterhaltungsformate wie „Kurt Krömer“, „Thadeusz“, „Berliner Nachttaxe“ und „Popsplits“. Historisch-politische Dokumentationen zählen zu den Aushängeschildern des Programms. Jüngstes Beispiel ist der Programmschwerpunkt über die 68er. Grundsätzlich versteht sich das rbb Fernsehen als „ein regionales Vollprogramm mit Information, Unterhaltung, Kultur und Sport“.
Der generelle Marktanteil im Gesamtmarkt der Region mit zirka 50 zu empfangenen Fernsehsendern betrug 6,2 Prozent (2006), 6,0 Prozent (2007) und lag zwischen dem 1.1. bis 17.3. 2008 bei 6,4 Prozent. Sowohl in 2006 als auch 2007 nahm der rbb im Vergleich zu den Marktanteilen anderer ARD-Sendeanstalten in ihrer Region den Platz 6 ein.
Der rbb nahm 2007 342 Millionen Euro an Gebührengelder ein. Davon flossen rund 35 Millionen ins regionale Programm.

2. Art der Verbreitung
Der rbb wird terrestrisch, über Kabel und über Satellit übertragen. Höchste Reichweite in Berlin erzielt das rbb-Fernsehen über das analoge Kabel und in Brandenburg über den analogen und digitalen Satelliten.

3. Regionalisierungsgrad
Der rbb verfügt über Studios in Berlin, Potsdam, Frankfurt/Oder, Cottbus und Prenzlau. In Perleberg hat der rbb ein Büro.

4. Digitalisierungsstatus und HD
Die Zusammenlegung der beiden Programmdirektionen (Hörfunk und Fernsehen) in 2009 wird ein wesentlicher Schritt in Richtung Digitalisierung und Trimedialität sein. Bereits im Mai 2008 wird das neue Inforadiostudio eingeweiht, das bimedial angelegt ist.
Das Erste (ARD) wird zu den Olympischen Spielen in Vancouver im Jahr 2010 mit HD starten. In der Folge werden auch die Dritten Programme auf HD nach und nach umstellen.

Radio Bremen, Empfangsgebiet Raum Bremen
1. Programmcharakter, regionaler Anteil, Programmhighlights und Quotenentwicklung, Etat aus Gebührengeldern
Radio Bremen veranstaltet gemeinsam mit dem NDR das Dritte Programm „NDR Fernsehen in Zusammenarbeit mit Radio Bremen“. Montags bis Sonntags von 18:45 Uhr bis 19:30 Uhr „klinkt“ sich Radio Bremen aus diesem gemeinsamen Programm aus und sendet eigene regionale Formate. Von 18 Uhr bis 18:15 Uhr sowie von 19:30 Uhr bis 20 Uhr schalten sich werktags Radio Bremen und alle Landesfunkhäuser des NDR auseinander und liefern ihren Zuschauern in dieser Zeit lokale Informationen. Die von Radio Bremen produzierten Sendungen in der Sendestrecke „Vorabend“ besitzen zu 100 Prozent regionalen Charakter.
Die einschaltquotenstärksten Sendungen von Radio Bremen sind das Regionalmagazin „buten un binnen (montags bis sonntags von 19.30 Uhr bis 20 Uhr), die buten un binnen-Nachrichten-Sendung „buten un binnen um 6“ (montags bis freitags von 18 bis 18:10 Uhr) und die regionale Wettersendung „Wetter und mehr“ (montags bis freitags von 18:10 Uhr bis 18:15 Uhr und von 19:25 Uhr bis 19:30 Uhr) sowie der „Sportblitz“.
Für das Radio Bremen TV spielt der regionale Sport eine außerordentlich große Rolle. Kein anderer ARD-Sender „leistet sich“ eine eigene tägliche Sportsendung wie den „Sportblitz“. Dieser läuft an jedem Werktag um 19:15 Uhr im Radio Bremen TV. Die täglichen zehn Minuten Sport sorgen für eine umfassende Versorgung mit allen wichtigen Sportereignissen aus Bremen, Bremerhaven und dem Umland. Die Sportredaktion hat sich hiermit eine hohe Kompetenz und Akzeptanz im Empfangsgebiet erarbeitet. Die stetig gestiegenen Einschaltquoten beim Sportblitz als Sendung vor „buten un binnen“ beweisen dies (bis zu 20 Prozent Marktanteil!). Bei großen Sport-Events im Empfangsgebiet, wie den Euroclassics (Reitturnier) oder Formationstanzen, bringt Radio Bremen den Sport in das gemeinsam mit dem NDR veranstaltete Dritte Programm oder auch in Das Erste ein. Die Sportler und Sportveranstalter wissen um die wichtige Rolle Radio Bremens: Die Radio Bremen-Sportredaktion ist der erste Ansprechpartner – und das nicht nur bei Werder Bremen.
Radio Bremen bringt in das gemeinsam mit dem NDR veranstaltete Dritte Programm Reportagen und Features mit norddeutschen Inhalten ein. Die Radio Bremen-Talkshow „3 nach 9“ wird von anderen öffentlich-rechtlichen Programmveranstaltern (auch Dritten Programmen) übernommen. Ebenso zum Beispiel die „Musikschau der Nationen“, die jedes Jahr in der Bremer Stadthalle stattfindet.
Zu Sportsendungen: siehe oben.
Inhaltliche Schwerpunkte des Gesamtprogramms: Bitte beim NDR erfragen.
Die Zahl der technisch empfangbaren Programme anderer Fernsehsender in der Region geht – je nach Empfangsweg – in die Hunderte. Das von Radio Bremen ausgestrahlte Magazin „buten un binnen“ ist im Empfangsgebiet Radio Bremens absoluter Spitzenreiter. Darüber hinaus hat die Analyse der Einschaltquoten für das Jahr 2007 ergeben, dass die Dritten Programme die einschaltquotenstärksten sind.
Radio Bremen verfügt 2007 über Gebührenerträge in Höhe von 41.216.783 Euro.

2. Art der Verbreitung:
Die Übertragungswege von Radio Bremen sind: DVB-T (digital), Satellit (digital), Kabel (analog; ab voraussichtlich Mitte Mai 2008 auch digital). Die höchste Reichweite wird über das analoge Kabel erreicht.

3. Grad der Lokalisierung:
Radio Bremen verfügt über drei bimediale Studios in Bremen. Ein Studio wird für Radio Bremen TV genutzt, ein Studio steht für aktuelle Produktionen zur Verfügung und ein Studio wird für wechselnde Produktionen eingesetzt. Darüber hinaus verfügt das Studio Bremerhaven über ein bimediales Studio.

4. Digitalisierungsstatus und HD
Die Studios von Radio Bremen sind komplett digitalisiert. Trimedialitität ist besonders durch unser Redaktionssystem vorgesehen. Die Studios sind nicht HD-fähig. Die „Nachbearbeitung“ ist für HD-Produktionen vorbereitet.
Erika Butzek (04/08)



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