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Enorme Workflow-Vorteile

SeaChange hat mit seiner MediaLibrary/MediaClient-Plattform den Produktionsworkflow beim Schweizer Fernsehen Television Suisse Romande (TSR) in Schwung gebracht und die Kosten für den Zentralspeicher reduziert. Die SeaChange-Systeme arbeiten unter anderem eng mit XT[2]-Serversystemen von EVS zusammen. TSR setzt auf EVS sowohl beim neuen integrierten, bandlosen Produktionssystem in den Genfer Studios als auch bei seinen Ü-Wagen.

Der Schweizer TV-Sender Television Suisse Romande (TSR) in Genf hat seinen Produktions- und Postproduktions-Workflow mit der MediaLibrary und dem MediaClient von SeaChange International umgebaut. Mit dem offenen, skalierbaren NAS-System (Network-Attached-Storage) und der Single-Copy-Speicherung verfügt TSR nun über ein universelles Shared-Storage-System, das mit allen Systemen und File-Typen innerhalb der Aufzeichnungs-, Schnitt- und Playout-Workflows des Rundfunkbetriebs nahtlos arbeiten kann.

Für seine umfassenden Produktionsanforderungen hat TSR, wichtigste Multichannel-Broadcaster in der Französisch sprechenden Schweiz, drei SeaChange Broadcast MediaLibrary (BML) 24000ex Systeme integriert, die über einen Online-Speicher mit über 2.400 Stunden IMX50-MXF Kapazität verfügen. Angeschlossen sind drei EVS XT[2] Server für Live-Programm-Aufzeichnung, nonlineare Schnittsysteme vom Typ Avid NewsCutter XP für die Postproduktion und fünf SeaChange MediaClient Codecs.
Ein Fünf-Knoten BML 24000ex Cluster bietet heute über 800 Stunden Speicherkapazität in IMX50 Format und unterstützt Hunderte von IP-Geräte innerhalb eines Rundfunkbetriebs. Die einzelnen auf den BLMs gespeicherten Files können gleichzeitig eine beliebige Zahl Journalisten und Produzenten im Sender nutzen. Die BML unterstützt auch die parallele Ausstrahlung von SD- und HD-Streams eines Programms. Das Geschäft mit dem TSR wickelte SeaChange über seinen italienischen Vertriebspartner Marcello Dellepiane ab.

„Die MediaLibrary/ MediaClient Architektur ist das Kernelement unserer neuen bandlosen Produktionsumgebung und bietet enorme Workflow-Vorteile, insbesondere durch die Verbesserung der Interoperabilität zwischen den Rundfunk-Applikationen“, erklärt TSR-Produktionsdirektor Claude Mex. „Wir haben geschafft, dass die außergewöhnliche Leistung der Speicherserver zu einer Gesamtlösung erweitert werden konnte, durch die auch bandbreitenintensive Übertragungen zwischen den BMLs und den EVS-Servern möglich ist. Neben der Effizienzsteigerung profitieren wir auch davon, dass wir mit dem neuen System eine komplette HD-ready-Infrastruktur bekommen haben“, sagt er.
„Die Produktion, insbesondere im Sportbereich, gehört zu den größten Herausforderungen von Rundfunksendern. Der dort eingesetzte Workflow bestimmt, wie gut die Sendungen beim Zuschauer ankommen“, meint Chris West, Vizepräsident Broadcast-Vertrieb von SeaChange. „Durch die Nutzung einer offenen Architektur, die die Workflows von der Akquisition über die Produktion bis hin zur Ausstrahlung verbindet, erlangt TSR hohe Effizienz. Wir glauben, dass TSR einen bahnbrechenden Workflow eingeführt hat, der auch von anderen Sendern übernommen wird.“ Tatsächlich verzeichnet TSR seit Inbetriebnahme des neuen Systems zahlreiche Besuche von Vertretern europäischer Rundfunksender, die sich über die innovativen TSR Arbeitsprozesse informieren wollen. Das berichtete auch Sherry Zhu, Produktmarketing-Direktor Speicher und Server von SeaChange, auf der NAB 2007.

Für viele interessant sei, dass bei der hochskalierbaren SeaChange NAS Architektur keine proprietäre Software auf Client-Workstations nötig ist. Zudem lasse sich die Integration der MediaLibrary zeit- und kostengünstig realisieren. Zhu: „Die integrierten softwarebasierten MediaClient Codecs ermöglichen Echtzeit-Encoding- oder -Decoding-Vorgänge. Die MediaClients unterstützen eine große Bandbreite an Kompressionsformaten und Filewrappers, die bei Übertragung, Editing und Produktion verwandt werden, einschließlich MPEG-2 long GOP-Format in SD und HD, frame-basierte Formate wie IMX, DVCPro, DVCam; ebenso wie MXF und QuickTime.“

EVS XT-Server
Insgesamt fünf XT[2]-Server sind an einem technischen Knoten im TSR-Sendezentrum in Genf installiert, weitere XT[2]-Server werden in Ü-Wagen eingesetzt. Alle Kanäle auf den Servern werden über den IP Director, der Management-Software von EVS für Video-Produktion, via Netzwerk gesteuert. Sowohl Ingest als auch die gemeinsame Nutzung des gesamten Audio- und Video-Materials läuft über ein XNet[2] Media Sharing Network. Der Ingest im IMX50-Format wird von den XT[2] nativ unterstützt. Die Postproduktion kann deshalb ohne Transkodierung direkt auf die Inhalte zugreifen.
Die Interoperabilität zwischen EVS-Servern und der MediaLibrary wird von einem Media-Asset-Management-System gesteuert, das XML (eXtensible-Markup-Language) auf einem Gigabit-Netzwerk nutzt.

„Entsprechend unserer Projekt-Spezifikationen mussten wir das Problem lösen, mit unterschiedlichen File-Formaten umgehen zu können. Der Einsatz von IMX50 bei Ingest, Transfer, Zentralspeicher und Postproduktion hat uns dabei zunächst sehr geholfen“, sagt TSR-Produktionsleiter Mex. „Nach genauer Studie von potenziellen Lösungen und Anbietern haben wir dann festgestellt, dass die Instant Tapeless Technology von EVS ideal für unseren Umstieg auf ein integriertes bandloses Produktionssystem ist.“ Sehr vorteilhaft sei auch, dass die XT[2] Server SD- und HD- kompatibel seien und einen reibungslosen, kostengünstigen Weg zur Abwicklung von künftigen HD-Produktionen erlauben würden.
Eckhard Eckstein (MB 07/07)


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