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NITRO-Chef Oliver Schablitzki

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NITRO baut Fußball-TV-Angebot weiter aus

Der zur RTL-Gruppe gehörende Sender NITRO will sein Profil als Männersender weiter schärfen. Fußballsendungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Neben UEFA Europa League-Liveübertragungen sind neue Experimental-Dokumentationen geplant. Mit der 6-teiligen Doku-Reportage „FC Arbeitslos – Zurück ins Große Spiel“ blickt man hinter die Kulissen des Profi-Fußballs.

Zur Erinnerung: Schon seit 2017 gibt es auf dem Free-TV-Sender NITRO internationale Spitzen-Fußballspiele live zu sehen. Das waren zunächst Qualifikationsspiele zur Fußball-WM 2018, für die sich der Mutterkonzern die Rechte besorgt hatte. Während RTL „nur“ die Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft zeigte, brachte NITRO alle anderen auf den Schirm und hatte mit dem Spiel, als Schweden Italien aus der WM herauskickte, das große Los hinsichtlich der Quote gezogen: Am 13. November 2017, so erinnert sich NITRO-Chef Oliver Schablitzki schmunzelnd, sei man immerhin „für zehn Minuten Marktführer“ im deutschen Fernsehen gewesen. Ansonsten liege der Marktanteil von NITRO im Schnitt bei 2,1 Prozent, womit man im Ranking zu den Top 10 der TV-Sender in Deutschland gehöre. König Fußball war und ist ein Zuschauermagnet, insbesondere, aber nicht nur bei Männern, die bei NITRO im Alter von 30 bis 49 Jahren allerdings zu 56 Prozent die Kernzielgruppe ausmachen.

So zeigt NITRO seit Juli 2017 Montagsabend mit dem Format „100 % Bundesliga“ auch die Highlights der Bundesliga, Zusammenfassungen aller Spiele der 1. und 2. Bundesliga sowie umfangreiche Analysen und aktuelle Berichte. Ein entsprechender Rechte-Vertrag mit der DFL läuft bis 2021. Mehr noch: Fußballfans können aktuell dank NITRO ausgewählte Spiele der UEFA Europa League kostenlos live erleben, für die sich NITRO zusammen mit RTL die Ausstrahlungsrechte für 15 Live-Spiele pro Saison mit Laufzeit bis zum Mai 2021 gesichert hat. Die Vorrundenspiele werden allein von NITRO gezeigt, danach kommt auch RTL zum Zuge. Anknüpfend und parallel dazu verfolgt NITRO unter dem Titel „Countdown für Europa - Eintracht Frankfurt“ seit September dieses Jahres dokumentarisch den Weg, den nun Eintracht Frankfurt geht, um sich in der Europa League möglichst an der Spitze zu behaupten. Es sei das erste Mal, dass eine deutsche Profifußballmannschaft die Kameras „ganz nah“ an sich heranlasse, betont Schablitzki. Man will das Innenleben, die Emotionen des Vereins von Spiel zu Spiel portraitieren. Und hofft damit, noch mehr Honig aus den teuren Live-Berichterstattungs-Rechten zu saugen.

Während sich diese Doku-Reihe noch an einem belgischen Vorbild orientiert, will das NITRO-Team in Zukunft in Sachen Dokumentation „Experimentelles“ ausprobieren. Man wolle „einen neuen Weg einschlagen, auch wenn er aufwändig ist“, um sich als Männersender im Wettbewerb mit DMAX und ProSieben MAXX hervorzuheben, erklärt Schablitzki. Im Mittelpunkt dieses Ziels steht aktuell die Doku-Serie „FC Arbeitslos“, die ab dem 29. Oktober startet. Es geht ausnahmsweise nicht um die Stars im Fußball-Profi-Sport, sondern um die, die davon träumen einmal Star zu werden und dann ganz viel Geld zu verdienen, die aber genauso gut in der Arbeitslosigkeit landen können. Die Idee für das Doku-Format, die vom Produktionsunternehmen Nordisch TV realisiert wird, stammt von Marco Bodo, der auch Koproduzent ist. Bode, einst selbst Star unter den deutschen Spitzen-Fußballspieler und heute Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder Bremen, hatte früh und ohne jede Not – er war topfit und international angefragt – erkannt, dass Fußball-Träume nicht allein das Leben ausmachen können. Genau das wird auch in der neuen Doku-Serie thematisiert. Im Zentrum der Serie steht das Profi-Camp der Spielergewerkschaft VDF (Vereinigung der Vertragsfußballspieler). Es wird gezeigt, wie arbeitslose junge Fußballspieler von einem Expertengremium, das unter anderem aus dem prominenten Trainer Peter Neururer (u.a. VFL Bochum, MSV Duisburg) besteht, trainiert werden, und welche Hoffnungen, Irrungen aber auch Chancen es gibt, einen Profifußballvertrag zu ergattern. Man wolle mit dem Doku-Format „einen kritischen, ehrlichen, aber unterhaltsamen Blick auf Profi-Fußballer werfen“, erklärt Bode.

Aber Schablitzki will nicht nur mit „FC Arbeitslos“ ein Exempel für eine besondere Doku-Farbe in Form von Experimenten für NITRO statuieren. Vielmehr seien etliche neue Doku-Ideen im Köcher, die in diesem und im nächsten Jahr ausgestrahlt werden sollen. Dabei geht es um andere Themen, die hauptsächlich Männersache sind, wie zum Beispiel fischen und angeln. „Die Abenteuer des Herrn Lukas“ heißt ein schon abgedrehtes Docutainment-Format (Erstausstrahlung: 30.9. 17:35 Uhr, dann in der RTL-Mediathek „TV Now“), mit dem es NITRO gelang, den preisgekrönten Schauspieler Florian Lukas („Weissensee“) als Hauptdarsteller für ein Hochsee-Abenteuer zu gewinnen. Das Format verbindet im Narrativen Fiction und Dokumentation und lässt Lukas authentisch durch seine aktive Mitarbeit an Bord den Beruf des Hochseefischers hautnah erleben. Was Lukas auch als Bereicherung seiner Schauspielkunst wahrnahm, als eine Art „Schauspieltraining“ und „Improvisationstheater“. Wobei er NITRO für die lockere Herangehensweise an das Format lobte, etwas, was er bei den öffentlich-rechtlichen Sendern eher vermisse. Noch in diesem Jahr soll auch die Doku-Serie „Die Kobras kommen – 4 Kerle“ ausgestrahlt werden. Hier wird der 2004 gegründete Mofa-Club vom Niederrhein zehn Folgen lang begleitet, wie seine Rocker-Mitglieder durch Kroatien oder die Sonne Mallorcas knattern. Man bringe „das Lebensgefühl der Easiest Rider Deutschlands auf den Schirm - mit voller Zweitakt-Power“. Erika Butzek

Foto: NITRO-Chef Oliver Schablitzki 

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