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IBC 2008: Intelligente Investitionen

Auf der IBC 2008 in Amsterdam standen nicht so sehr die großen technischen Innovationen im Vordergrund, sondern vielmehr zahlreiche Lösungen zur Kostenoptimierung von Workflows bei TV-Sendern und -Produktionsunternehmen auf ihrem Weg in die digitale Welt. Auch die Frage, wie vorhandene Inhalte (Assets) möglichst optimal vermarktet werden können, wurde intensiv diskutiert. „Effizienzsteigerung“ lautete das wohl am häufigsten gebrauchte Schlagwort. Ein besonderer Fokus lag zudem auf den Themen 3D, HDTV, 3 Gb/s, Mobile-TV, IPTV und Digital-Signage.

Wie kann man mit reduzierten Kosten mehr Output erzielen, war eine Frage, die auf der diesjägrigen IBC in Amsterdam sehr viele bewegte. „Wir registrieren gegenwärtig einen klaren Wechsel hin zu deutlich intelligenteren Investitionen“, betonte auch Bjarne Berg, Geschäftsführer der Norwegischen Firma VIZRT. „Kosten von Playout, Distribution und Speicherung sind dramatisch gefallen. Heute kann man mit theoretisch den gleichen finanziellen Resourcen, die früher für einen TV-Kanal nötig waren, drei TV-Kanäle betreiben.“ Die Gewinner auf dem Markt seien die Rundfunkanstalten, die ihre Mittel nun für eine kreative plattformübergreifende Produktion nutzen könnten.
Von der soliden Basis des TV-Geschäfts aus könnten sie nun ihre Aktivitäten durch Online-, On-Demand- und Live-IPTV-Angebote ausbauen. „Das Wachstum in den neuen Märkten ist besonders stark in den osteuropäischen Ländern wie Polen, Ukraine, Russland und Rumänien“, berichtete Berg. „Wir sehen aber auch wichtige Investitionen der großen Player in den Wachstumsmärkten von Indien, Thailand, China und Brasilien.“ Sein Unternehmen profitiere besonders von dieser Entwicklung. Der Wettbewerb auf den Märkten bewirke schließlich, dass viele TV-Stationen in Sachen Off- und On-Screen-Branding deutlich mehr machen müssten.

Berg betonte: „Als ehemaliger Leiter von Nachrichtenredaktionen im Print- und TV-Bereich weiß ich, dass Veränderungen sich oft nur sehr schwer durchsetzen lassen. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem gegenwärtigen evolutionären Prozess zu folgen. Die jüngere Generation ist viel visueller ausgerichtet als wir. Sie sieht wenig Unterschied bei den digitalen Plattformen. Nachrichten sind für sie Nachrichten, egal, wo sie stattfinden.
Das heißt, die crossmediale Adressierung ist für alle im Mediengeschäft der einzige profitversprechende Weg in die Zukunft.“
Neue Ideen dafür seien nicht das Problem. Die große Herausforderung liege vielmehr darin, althergebrachte Prozesse erst einmal los zu werden. Sie seien oft in den Tagen entstanden, wo sich alles nur um ein paar wenige Hauptmeldungen am Tage drehte und die Produktion noch bandbasiert ablief. Diese Zeiten seien längst vorbei. Das habe auch die Verleger-Welt längst feststellen und den dramatischen Wechsel hin zum Online-Konsum von Nachrichten adaptiert. VIZRT hat vor diesem Hintergrund unlängst Escenic erworben. Diese Firma entwickelt und vertreibt Content-Management- und -Publishing-Systeme für digitale Medien.

Auf Basis der Escenic-Content-Engine arbeiten bereits über 500 Websiten in 14 Ländern. „Escenic ist einer der Vorreiter im Online-Publishing. Da alle wichtigen Webseiten Schritt für Schritt den Einsatz von Videos und Grafiken ausbauen, erwarten wir, dass wir gemeinschaftlich einen größeren Markt erreichen können, als in der Summe der beiden einzelnen Unternehmen“, meinte Berg. Bereits vor zwei Jahren hatte VIZRT auch Ardendo übernommen, ein Unternehmen, das im Bereich Content – und Playout-Management aktiv ist. Auf der IBC zeigte VIZRT nun Produkte, die Werkzeuge für Grafik, Content-Management und Publishing integrieren.
„Ich glaube TV-Newsrooms haben einen Vorsprung im Wettbewerb mit den Verlegern, schließlich haben sie Video und dynamische Grafik. Aber sie müssen einfach noch mehr integrierten Nutzen aus ihren Assets ziehen und zwar sowohl online als auch On-Air. Wenn man analysiert, wie Content heute entsteht, gibt es da noch viel zu viele unnötige Doppelanstrengungen“, erklärte Berg. „Hier auf der IBC greifen wir diese Themen auf und machen klar, an welcher Stelle TV-Produktionsunternehmen in nächster Zeit investieren sollten. Wir sind überzeugt davon, dass es im künftigen Broadcast-Geschäft immer mehr darum gehen wird, die Produktionsumgebungen zu rationalisieren.“

Durch das Entstehen der Digitalen Dividende seien Themen wie HDTV, Mobile-TV, IPTV und Neue Medien auch für Broadcaster zunehmend relevant. Berg: „Hier geht es nicht darum, zwischen dem einen oder dem anderen zu wählen. Alles zählt gleichermaßen. Und darauf müssen Broadacster eingestellt sein. Der Erfolg von morgen hängt deshalb von den intelligenten Investitionen von heute ab.“

Workflow-Lösungen
Bergs Aussagen trafen ziemlich genau den Nerv der IBC. Das Interesse an effizienzsteigernden, kostensparenden, crossmedialen, plattformübergreifende Workflow-Lösungen war in Amsterdam groß. Viele Anbieter legten einen Schwerpunkt ihrer Präsentationen darauf.
Das betraf nicht nur die großen IT- und Software-orientierten Aussteller wie IBM und Hewlett Packard, sondern auch zahlreiche andere Aussteller, die mit innovativen broadcastspezifischen Software-Lösungen avancierten.
Dazu gehörte unter anderem auch die 1998 gegründete britische Firma Pilat Media. Das Unternehmen präsentierte auf der IBC unter anderem IBMS, ein skalierbares Software-System zum unternehmensweiten Management aller für Rundfunksender relevanter Workflows, vom Content-Management über Werbespot-Verkauf bis hin zu kaufmännischen Aktivitäten. Pilat Media hat in Europa, Amerika und Asien zwar schon zahlreiche große Kunden, jedoch noch keine in Deutschland. Ein Pilotprojekt mit dem ZDF vor einigen Jahren führte zu keinem Abschluss.

„Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern können wir unseren Kunden echte End-to-End-Lösungen anbieten, von der Content-Akquisition über das Media-Management, die Planung, das Rechtemanagement, den Spot-Verkauf bis hin zur abschließenden Distribution“, berichtete Bob Lamp, Chief Technology Officer (CTO) von Pilat. „Das ist eine Art SAP für Broadcaster“, meinte er. IBMS lässt sich laut Lamp recht problemlos an die unterschiedlichsten Business-Modelle der Broadcaster weltweit anpassen. „Das ist ein Punkt, der uns sicher von den Wettbewerbern abhebt“, meinte er.
In Amsterdam legte Pilat einen besonderen Fokus auf Software-Tools zur besseren Vermarktung von „nonlinearen Assets“, beziehungsweise von On-Demand-Inhalten und interaktiven Applikationen. „Broadcaster müssen heute vor allem ihrer Zielgruppen-Ansprache und damit auch ihre Back-Office-Aktivitäten intelligenter gestalten. Das ist von zentraler Bedeutung für die Vermarktung ihrer Inhalte“, betonte Lamb. „Sie müssen sicherstellen, dass ihre Programme und Werbebotschaften auch bei den richtigen Leuten ankommen.“ Die Pilat Media-Softwaretools könnten dies insbesondere vor dem Hintergrund der stark entwickelnden Multi-/Cross-Plattform-Aktivitäten der Broadcaster sicherstellen.

Vor Konkurrenz von großen IT-Riesen wie IBM fürchtet man sich dabei nicht. „Die haben zwar viel Know-how und gute Leute, aber kein echtes Produkt wie wir“, meinte Lamb. Pilat Media selbst verfüge über 240 eigene Software-Entwickler in Großbritannien und Israel.

Interessante softwarebasierte Lösungen präsentierte auf der IBC auch die Dimetis GmbH aus Dietzenbach bei Frankfurt. Das Software- und Systemhaus für Broadcast und IT stellte die neuen Produkt-Releases der Dimetis BOSS Plattform vor. Diese neuen Produkte und Integrationsmöglichkeiten vereinheitlichen das Management von Broadcast- und Telekommunikationsnetzwerken und ermöglichen es Providern dynamische, qualitätsgesicherte Videoservices anzubieten.
Die BOSS Plattform ist eine Familie von Software-Modulen, die die verschiedenen Managementstandards, Gerätetypen und Managementsysteme von Broadcast- und Telekomunikationsumgebungen verbinden, um eine hochwertige Ende-zu-Ende-Übertragung von Video in Broadcastqualität über beliebige WAN-Technologien zu ermöglichen.
Dimetis BOSS unterstützt die Übertragung von allen Videotypen und -formaten, einschließlich IPTV, HD, SD und Mobile-TV sowohl in Point-to-Point- als auch in Point-to-Multipoint-Konfigurationen. Zu den unterstützten Funktionen zählen unter anderem Geräte und Bandbreitenmanagement, non-linearer File-Transfer, Planung, Netzwerk-Überwachung, Wiederherstellung des Services nach einem Ausfall und einer Root-Cause-Analysis.
Dimetis hat über 25 Jahre Erfahrung in der System-Integration. Die Projekte reichen von herkömmlichen Broadcast-Studios und großen Playout/Multiplex Centern bis zu landesweiten Next-Generation IP/MPLS-Netzwerken für Medien.

Highlights am Dimetis-Stand waren der Boss Link Manager und der Stream Viewer. Der Link Manager wurde jetzt von MEDIA BROADCAST erworben, um Video-, Audio-, Daten- und Telekommunikationsverbindungen über das neue Broadcast NGN (Next Generation Network) zu verwalten. Das Broacast NGN wurde als umfangreiches IP/MPLS-basiertes optisches Netzwerk implementiert. Der Dimetis BOSS LINK Manager plant und verwaltet die Verbindungen. Er kontrolliert den Signalfluss über Codecs, Router und Switche des Netzwerks vom Ausgangspunkt zum Zielort.
Der Dimetis Stream Viewer ist ein rein softwarebasiertes Multiviewer-System. „Unser Multiviewer braucht die Hardwaredecodierung nicht mehr, weil wir per Software decodieren. Das heißt, der Broadcast-Kunde spart sich alle Hardwaredecoder. Daraus resultieren neben einer Kostenersparnis von 50 Prozent auch viele Vorteile bei Logistik, Support, Strom, Klima und Rack-Platz“, betonte Willibald Striegl, Senior Vice President Sales und Marketing bei der Dimetis GmbH.
Der größte Unterschied zu herkömmlichen Multiviewern sei, das der Dimetis Stream Viewer mehr Features darstellen könne. Striegl: „Wenn man ein DVB-Stream decodiert, dann schmeißt man alle Daten weg bis auf Video und Audio. Wir versuchen aber, möglichst viele der vorhandenen Metadaten zu behalten und die darin enthaltenen Informationen für zusätzliche Signalisierungen zu nutzen“, betonte er.
Die würden jetzt in einer neuen DVB-Kabelkopfstation der ARD Sternpunkte eingesetzt. Von dort aus wird die ARD Kabelnetzbetreiber mit drei verschiedenen Bouquets mit 75 Video- und 120 Audio-Kanälen bedienen. „Und nach der IBC werden wir die Stream-Viewer-Lösung bei einem großen IPTV-Provider in Deutschland innerhalb eines Pilotprojekt präsentieren“, sagte Striegl.

Einige Neuigkeiten hatte auch das Kölner System- und Beratungshaus S4M – Solutions for Media auf der IBC zu bieten. So hat es sein System zur Medienanalyse weiter ausgebaut: EasyMedia PRO ermöglicht jetzt eine noch genauere Darstellung der Zielgruppen-Entwicklung einzelner Sender. Auf der IBC 2008 stellte S4M erstmals Neuerungen beim Video-Modul „SyncView“ vor.
EasyMedia PRO ist S4Ms-Softwarelösung zur Medienanalyse im TV-Bereich und wird von verschiedenen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Deutschland und Nordamerika genutzt. Das System erlaubt eine einfach zu handhabende und zeitnahe Analyse von Zuschauerquoten. Die Daten lassen sich grafisch aufbereitet und gefiltert nach den persönlichen Anforderungen des einzelnen Nutzers über einen Standard-Webbrowser abrufen. SyncView ist das Video-Modul von EasyMedia PRO und verknüpft Quotenzahlen mit Videobildern: Grafisch dargestellte Zuschauerzahlen werden mit mehreren synchron dazu ablaufenden TV-Programmen auf dem PC-Bildschirm kombiniert. Auf einen Blick ist ersichtlich, was zu welcher Zeit auf welchem Programm läuft und wie sich dabei die Quoten entwickeln.
S4M präsentierte auf der IBC 2008 auch das jüngste Release von Dynamics Media. Das All-in-One Broadcast-Management-System basiert auf der Business-Management-Software Dynamics AX von Microsoft und wurde jetzt umgestellt auf die neue Version Dynamics AX 2009. Damit können Anwender des S4M-Systems noch mehr Applikationen nutzen. Dynamics Media bietet die vollständige Integration mit anderen Microsoft-Technologien wie Microsoft Sharepoint, Microsoft Business Intelligence oder Microsoft SQL Server 2008. In diesem Jahr hat S4M die Dynamics-Familie um das neue Air-Time-Sales-Modul Dynamics AdSales ergänzt. Seitdem besteht Dynamics Media aus zwei Modulen, die jetzt beide auf der neuen Plattform MS Dynamics AX 2009 laufen: Während Dynamics Broadcast das Lizenz-, Material- und Asset-Management sowie die Programmplanung unterstützt, konzentriert sich AdSales auf Air Time Sales und Traffic Management.

Mit der Umstellung auf Microsoft Dynamics AX 2009 wurde die Ergonomie der Benutzeroberfläche von Dynamics Media optimiert, so dass laut S4M nun ein noch effektiveres Arbeiten möglich ist. Zudem lassen sich Geschäftsabläufe flexibel definieren und automatisieren.
Auf dem IBC-Stand von S4M präsentierte sich auch das „Büro für neues Fernsehen“ des Beratenden Ingenieurs Mark Polderman. Es konzipiert, plant und realisiert Systeme zur Produktion, zum Betrieb, zur Übertragung sowie zur Nutzung von Rundfunk- und Telemediendiensten. Das Ingenieurbüro ist dabei auf die Realisierung von Systemen der neuen digitalen Fernsehtechnologien wie beispielsweise DVB, HDTV und IPTV spezialisiert.

Ascent Media Group, weltweit tätiger Komplettanbieter von Dienstleistungen rund um Beratung, Post-Production, Media-Management, Content-Delivery und Systemintegration für die Broadcast- und Entertainment-Branche, stellte sich auf der IBC 2008 mit neuer Markt-Positionierung vor. „Unsere vielfältigen Aktivitäten geschahen bislang mehr oder weniger losgelöst voneinander. Es gab wenig Kontakte zwischen den einzelnen Geschäftseinheiten. Das bedeutete Effizienzverlust“, erklärte Alain Polgard, als Vice President EMEA von Ascent Media verantwortlich für Geschäftsentwicklung und Vertrieb. Deshalb habe man in den vergangenen Monaten die Konsolidierung des Unternehmens betrieben, Kompetenzen gebündelt, Geschäftseinheiten zusammengefasst, Standorte und Marken reduziert. Dieser Prozess sei nun weitgehend abgeschlossen. Ascent Media sei nun dabei, die einzelnen Konzern-Hubs zu einem echten globalen Netzwerk zu verbinden. „Hier auf der IBC kommunizieren wir, welche Vorteile das für unsere Kunden bedeutet“, sagte Polgar. „Durch die Vernetzung der einzelnen Unternehmenseinheit und der dort gebündelten Expertise sind wir in der Lage, unseren Kunden globale Services zur Produktion, Verwaltung und Distribution digitaler Inhalte aus einer Hand anbieten zu können“, betonte er.

Ascent verzeichne auf der IBC einen enormen Beratungsbedarf. „Alle wollen von uns wissen, wie sie ihr Materialarchiv am besten eindigitalisieren, vor dem Verfall schützen, oder multimedial besser vermarkten können“, meinte der Ascent-Manager. Die Mehrfachverwertung von Inhalten sei ein großes Thema auf der IBC. Im Gegensatz zu früher würden heute jedoch nicht gleich mit der Klärung von technologie-Fragen begonnen, sondern mit der Diskussion von Geschäftsmodellen und den darauf aufsetzenden Workflows. „Es ist sehr vernünftig. Man muss sich erst einmal darüber im Klaren sein, was man eigentlich will, bevor man über technische Lösungen spricht“, betonte Polgar. Als Technologie unabhängiges Unternehmen sei Ascent zudem offen für alle Lösungen.

Ascent Media zeigte auf der IBC erstmals seine Mehrdiensteplattform VIIA zum Digitalisieren, Archivieren, Neukonfektionieren und Distribuieren in verschiedenen Formaten und Sprachen. Die neue Suite für filebasierte Medienservices soll Ascent-Kunden helfen, „vorhandene Inhalte zu monetarisieren“, indem sie über neue Vertriebsplattformen und Multi-Kanal-Strategien vermarktet werden. Zu den VIIA-Kunden gehören mittlerweile so renommierte Unternehmen wie BBC Worldwide, Sony Pictures Entertainment und Paramount Pictures.

Media-Asset-Management
Das Thema Media-Asset-Management (MAM) spielt vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs auf den Medienmärkten eine zunehmend wichtige Rolle. Das war auch auf der IBC deutlich spürbar. Zahlreiche Anbieter zeigten hier mit sehr unterschiedlichen Lösungen Flagge.
Dalet Digital Media Systems präsentierte auf der IBC zum Beispiel seine Media-Asset-Management-Suite Dalet Enterprise Edition für integrierte unternehmensweite Workflows. Dalets MAM-Lösungen zielen darauf ab, interne Arbeitsabläufe zu optimieren sowie Multi-Format-Produktion und -Distribution in einer Multi-Kanal-Umgebung, auch bei verteilten Standorten, zu realisieren. Gezeigt wurden auch kleinere Package-Lösungen wie die Dalet News Suite, die Dalet Media Library und Dalet Radio Suite.

„Kleinere und mittelgroße Privatsender suchen jetzt verstärkt nach Komplettlösungen. Ihnen können wir aus Dalet plus heraus unsere paketorientierten Lösungsmodelle anbieten“, berichtete Christian Plitt, Dalet Sales Manager für den deutschsprachigen Raum (DACH). Gerade bei den kleineren Sendern zeichne sich für Dalet ein positiver Geschäftsansatz ab. „Die meisten Sender neigen dazu, die Integration eines kompletten Arbeitsablaufs in einer Softwarearchitektur abzubilden. Sie wollen eine durchgehend stringente und konsistente Datenführung haben“, sagt er. Ausnahme seien die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland, bei denen immer noch viele Insellösungen zu finden seien. Laut Plitt hat sich der MAM-Anbieter-Markt in den letzten Jahren konsolidiert. Er sieht jedoch eine wachsende Zahl an Herstellern, die selbst keinen starken Background im MAM-Bereich haben, aber dennoch eigene MAM-Tools entwickelt oder dazukaufen, um das Leistungsportfolio ihrer Technik-Plattformen zu erweitern. Plitt: „Das gilt insbesondere für die Automationsbranche ebenso wie für NLE- und Grafiksystem-Hersteller.“
Dies seien jedoch eher produktionsorientierte MAM-Systeme, die nur in einem bestimmten Arbeitsbereich des gesamten Produktions-Zyklus ihre Einsatzmöglichkeiten hätten, beispielsweise zur Unterstützung der Produktionsabläufe durch metadatenverschlagwortetes Material. Am Ende Ende ist der Kunde aber immer genötigt, ein MAM-System zu wählen, das ihm durchgehende Arbeitsabläufe vom Ingest über die Archivierung bis hin zur Distribution ermöglicht. Da müssen Dinge wie die Bearbeitung im Redaktionsbereich und die Steuerung von Playout- und Ingest-Systeme mit Übernahme aller Metadaten möglichst eng und tief integriert sein. Die Metadaten müssen in den einzelnen Bearbeitungszyklen weitergeführt und immer weiter angereichert werden. Je reicher die Metadaten sind, umso größer ist der Mehrwert, den man am Ende aus dem System schöpfen kann“, erklärte Plitt.

NorCom Information Technology zeigte auf der IBC sein Multimedia-Content-Produktionssystem NCPower Pro. Hierbei handelt es sich um ein Redaktionssystem, das sämtliche multimediale Inhalte verarbeitet und als Media-Asset-Management-System eine umfangreiche Archivfunktion zur Verfügung stellt. Darüber hinaus dient NCPower als übergreifendes Recherchesystem für alle in einer Redaktion benötigten Daten.
Erstmals stellte NorCom zusammen mit der kanadischen Firma BUG.tv auf der IBC 2008 in Amsterdam aus. BUG.tv wurde von einer Gruppe von Fachleuten aus dem Fernseh-und IT-Bereichen. Entwicklungsbemühungen konzentrieren sich auf Innovation und Workflow-Automatisierung. Von Ingest bis zu Playout-Automatisierungen. BUG.tv baut innovative Lösungen für Ingest, Management, Grafiken und Playout von SD und HD-Broadcast-Inhalten. Ihre Produkte sind leicht zu verwalten, kostengünstig, flexibel, leistungsfähig und professionell.

Middleware- und Conditional Acess-Systeme
Wenn es um das Thema Geld verdienen geht, sind Inhalteanbieter auf Middleware- und Conditional Access-Lösungen angewiesen. Auch hierzu gab es auf der IBC ein reichhaltiges Angebot. Interessant war unter anderem der IBC-Auftritt des US-amerikanischen Verschlüsselungsspezialisten für digitales Pay-TV NDS.

Das zur News Corporation von Rupert Murdoch gehörende Unternehmen stellte neue Technologien und Lösungsangebote vor. Der Fokus lag dabei auf Konvergenzlösungen, die Zuschauern Entertainment auf einer Vielzahl von Geräten cross-medial bereitstellen. „NDS beschreitet damit die nächste Stufe der Medienkonvergenz. Betreiber können so ein nahtloses Entertainment-Erlebnis beispielweise zwischen Fernseher, PCs, portablen Mediaplayern und Handys umsetzen“, berichtete Yves Padrines, Director Business Development der NDS Group und seit Mai auch Geschäftsführer der neuen NDS-Niederlassung in München.
Zur IBC präsentierte NDS erstmals NDS Dynamic, ein Lösungsportfolio für TV-Werbung der nächsten Generation. NDS Dynamic umfasst dabei verschiedene Komponenten, angefangen von einer exakten Analyse des Zuschauerverhaltens über zielgerichtete Werbeplatzierung und interaktive Werbeformen. „Pay-TV-Betreiber können so neue Premium-Erlösquellen erschließen. Der Werbeindustrie bieten sich wiederum Chancen, auf Basis genauer Informationen, über das Zuschauerverhalten hochrelevante und treffsichere Kampagnen für unterschiedliche Segmente zu entwickeln“, sagte Padrines.

Vorgestellt wurde auch die neueste Version von VideoGuard Key – die Plug-in Hardwarelösung von NDS für den PC, um Betreiberangebote direkt auf dem Computer zu schützen und zwar völlig unabhängig vom jeweils beim Zuschauer eingesetzten Tuner. Mit VideoGuard Key, Teil des NDS-Lösungsportfolios VideoGuard PC kann ein identisches Entertainment-Erlebnis am PC dargestellt werden, so wie ein Betreiberangebot auch per Set-Top-Box oder Festplattenrekorder für Abonnenten angeboten wird. VideoGuard Key gestattet dabei auch den einfachen Transfer von Inhalten, beispielsweise zwischen dem Computer und einem Digitalrekorder, so dass Inhalte auch orts- und zeit-unabhängig nutzbar werden.

Weiteres Highlight auf dem Messestand waren verschiedene Projektumsetzungen bei NDS-Kunden, die neue Angebote eingeführt haben und ihre bestehenden Plattformen entsprechend erweitert haben. „Wir wollen damit unsere Expertise zeigen, neue Technologien im laufenden Betrieb größerer und komplexer Systeme nahtlos integrieren zu können“, sagte Padrines.
NDS zeigte ferner eine Vielzahl von Set-Top-Boxen und Anwendungen auf Basis der NDS-Middleware MediaHighway. Die Set-Top-Box-Betriebssoftware ist bereits auf mehr als 92,5 Millionen Geräten weltweit im Einsatz. Zu den fortschrittlichen Anwendungen zählen insbesondere zukunftsweisende Funktionen für Digitalrekorder und Hybrid-Lösungen über IP.
Interessant am NDS-Stand waren zudem die Electronic-Program-Guides. Ein Flash-basierter Programmführer in hoch auflösender Qualität demonstrierte den letzten Stand für eine fortschrittliche Programmnavigation mit gleichbleibendem Erscheinungsbild auf unterschiedlichen Nutzungsgeräten. Mit dem Entwicklungstool NDS EPG Desinger zeigte NDS, wie Programmführer kundenspezifisch angepasst werden können.
Mit dem Lösungsangebot VideoGuard PC verwandelt NDS den PC in ein vollständiges Entertainment-System. Auf der IBC stellte NDS zwei Versionen vor: NDS PC Show mit einer Web-basierten Zulieferung von Inhalten und NDS PC Plex für Live-TV in Standard- wie hoch auflösender Qualität, ergänzt durch vollständige EPG-und DVR-Funktionen direkt auf dem PC.
In der Future Zone zeigte NDS die Mediennutzung im vernetzten Haushalt der Zukunft. Die Simulation stellt vor, wie TV- und Medieninhalte schneller und einfacher zu finden und zu übertragen sind. Kern dieser vernetzten Medienwelt ist das NDS Unified Headend als zentrale Steuerungstechnologie, um Inhalte über unterschiedliche Netzwerke auf verschiedenste Geräte zu liefern. „Das Thema Konvergenz ist komplex. NDS zeigt auf der IBC wie Medienkonvergenz dennoch einfach umsetzbar ist“, meinte Padrines.

Cinea, eine Tochtergesellschaft von Dolby Laboratories, Harmonic und NDS haben auf der IBC die Entwicklung einer integrierten Video-on-Demand-Lösung bekannt gegeben, welche die Cinea Running Marks Wasserzeichen-Technologie, Harmonics VOD-Plattform und NDS VideoGuard, die weltweit führende Conditional Access Lösung, miteinander verbindet. Der Aufbau der integrierten Lösung ermöglicht Betreibern die einfache Verbreitung von VOD mit Conditional-Access und VOD-Session-basiertem Schutz durch Wasserzeichen, ohne dass die bestehenden Set-Top-Boxen dazu aufgerüstet werden müssen.
Die VOD-Lösungen von Harmonic, darunter die StreamLiner Video Server und die Armada Intelligent Content Distribution Network-Software, versorgen Betreiber mit einer vollständigen, anpassungsfähigen und flexiblen Plattform zur Übertragung von Videoinhalten jeglicher Art auf eine Vielzahl von Endgeräten.

Broadcast goes IT
Der weiter wachsende Einfluss der Informationstechnologie auf die Produkte und Lösungen von Unternehmen war auf der IBC fast an jedem Stand zu beobachten.
Auch Sony rückte in Amsterdam IT-basierte Arbeitsprozesse deutlich stärker als bislang in den Vordergrund. Das betraf insbesondere die Workflow-Lösungen SONAPS und HDXchange. Gezeigt wurden auch die jüngsten hybriden Aufnahmegeräte, XDCAM-Geräte mit Metadatenverwaltung und High-End HDCAM SR-Produkte mit IT-Schnittstellen.
Sony machte auf der IBC deutlich, wie SONAPS den Produktionsprozess für Nachrichten- und Sportsendungen bei Planung, Akquisition, Schnitt, Wiedergabe, Verteilung und Archivierung optimiert. SONAPS verfügt bereits in ganz Europa über einen Kundenstamm. In Deutschland zählt n24 dazu. Das SONAPS-System ermöglicht laut Sony eine unkomplizierte Migration zu HD sowie die Integration von Drittanbietersystemen und ist für zukünftige Erweiterungen uneingeschränkt skalierbar.

Für kleinere Sendeanstalten und Produktionshäuser stellte Sony eine neue Version von HDXchange vor, die 200.000 Clips unterstützt und sich einfach in den XDCAM EX-Workflow integrieren lässt. Heute sind in Europa, im Nahen Osten und in Afrika bereits über 70 HDXchange-Systeme im Einsatz, und die Nachfrage steigt laut Sony weiter an. Zu den jüngsten Neukunden zählen unter anderem Fofic in den Niederlanden, Pro-Video in Serbien, AVC-Video in Kroatien und GS Design in Griechenland. „HDXchange ist ein wichtiger Bestandteil der XDCAM-Erfolgsgeschichte und zeichnet sich durch besonders einfache Installation, Bedienung und Wartung aus“, erklärte Jörg Pieper, Senior Manager Solutions Management von Sony Professional Europe.
Neben Neuerungen bei SONAPS und HDXchange präsentierte Sony im Bereich Live-Produktion auch die neuesten Entwicklungen im Metadaten-Workflow, mit denen der file-basierte Transfer noch effizienter gestaltet werden kann.
Aufbau und Integration komplexer Broadcast-Infrastrukturen zählt laut Pieper längst zu den Kernkompetenzen von Sony. Der Geschäftsbereich Systemintegration sei in den letzten fünf Jahren kontinuierlich gewachsen und habe in den vergangenen zwölf Monaten noch einmal kräftig zugelegt. „In diesem Zeitraum ist das Auftragsvolumen um über 40 Prozent gestiegen. Vor dem Hintergrund ist auch klar, dass unsere Workflow-Lösungen zunehmend Einsatz finden“, sagte er.
Mit vielen Kunden pflegt Sony eine langjährige Zusammenarbeit. Einer dieser Kunden, der Sender BSkyB, hat sich unlängst für Sony als leitenden Systemintegrator beim Aufbau seines neuen Medienzentrums in Großbritannien entschieden.

Ähnlich wie VIZRT zeigte auch Pixel Power eine erweiterte Produktpalette, die integrierte Workflow-Lösungen erlaubt. Das sind bei diesem Unternehmen HD-fähige Broadcast-Grafik-Lösungen für den automatisierten Mastercontrol- und Branding-Einsatz bei Nachrichten-, Sport- und Live-Produktionen. „Wir sind uns sehr bewusst, dass TV-Sender heute gute Grafik-Lösungen brauchen, um einen möglichst hohen Production Value, stärkeres Branding und schnellere On-Air-Möglichkeit realisieren zu können. Wichtig sind dabei moderne Features, 3D-Fähigkeit, Multi-Channel-Fähigkeit, dynamische Daten-Integration und einfache Bedienbarkeit“, betonte James Gilber von Pixel Power.

Sein Unternehmen präsentierte in Amsterdam Highlights in drei zentralen Applikationsbereichen: Sport- und Live-Produktion, Master-Control und Branding sowie automatisierte Grafiken für den Newsbereich. Pixel Power zeigte unter anderem Clarity-Schriftgeneratoren, integriert in Newsroom-Lösungen von Partnerunternehmen wie Octopus und Dalet.
Neu ist Clarity 3D als Option für Clarity 3000 und Clarity 5000-Grafiksysteme. Die hier gebotene 3D-Grafikmöglichkeit können von Schriftgeneratoren bei jeglicher Produktion in Echtzeit genutzt werden. „Renderzeiten gehören jetzt der Vergangenheit an“, sagte Gilbert. Außerdem sei die Bedienoberfläche von Clarity 3D CG sehr einfach und logisch aufgebaut. Selbst Last-Minute-Änderungen ließen sich so problemlos realisieren.
„Die Pixel Power-Hardware-Plattform ist speziell für den mobilen Einsatz entwickelt worden. Moderne Echtzeit 3D-Grafik kann dadurch überall, auch außerhalb der Studios, zum Einsatz kommen“, betonte er. Im Master Control- und Branding-Bereich konnte Pixel Power unlängst ein Großprojekt mit Sky Networks in Großbritannien realisieren. Echtzeit 3D-Grafik von Pixel Power setzt Sky bei 30 Kanälen ein. Auch das neue Ascent Media-Playoutcenter in London setzt beim automatisierten Branding auf Pixel Power Systeme.

Nicolas Bourdon präsentiert hier die XT2web Lösung auf der IBC 2008.
EVS erhielt auf der IBC viel Anerkennung für die gelungene Verbindung von Web- und Broadcast-Technologien. Für die neue XT[2]web Lösung wurde EVS von der Redaktion des Fachblatts TV Technology mit dem Star 2008 ausgezeichnett. XT[2]web ermöglicht Zugang zu Videoclips und Metadaten auf dem XT[2] Produktionsserver über ein intuitives Web-Interface mit Optionen für Clippings, Playlist-Erstellung und Downloads. „XT[2]web erweitert die Produktionsmöglichkeiten der Live- und Near-live Produktionssysteme von EVS erheblich“, betonte EVS-Marketing-Manager Nicolas Bourdon.
Weiteres Highlights von EVS waren neben vielen in Amsterdam vorgestellten Innovationen das Echtzeit-Schnittsystem IPEdit als neues Modul der IPDirector Suite und die neue Möglichkeit des XT[2]-Servers, gleichzeitig zwei HD-Signale (2 × 100 Frames) von Thomsons LDK 8000 SportElite HD 2fach Slomotion-Kamera aufzeichnen zu können.

Erstmals in Amsterdam präsent war das Wiener Unternehmen ToolsOnAir Broadcast Engineering. In Kooperation mit Step2e aus Passau stellte es das Konzept vor, wie ein Fernsehsender ausschließlich auf der Apple-Plattform betrieben werden kann. Dabei handelt sich um eine Komplettlösung, die sowohl den administrativen Teil für die Akquisition und Verwaltung eines TV Senders beinhaltet, als auch die technische Abwicklung des gesamten Fernsehprogramms. So steht Redakteuren ein Redaktionssystem inklusive Sendeplanung und metagesteuertem Archivsystem zur Verfügung. Ebenso können Redakteure alle sendungsrelevanten Workflows wie Sprechertexte, Inserttexte oder Bauchbinden verwalten. Mit dem integrierten Disposystem werden automatisch oder manuell die gebuchten Werbespots abhängig vom Kundenbudget über eine bestimmten Zeitraum eingebucht, bestätigt und dem ebenfalls integrierten Rechnungswesen übergeben. Basierend auf der Programmplanung, dem Scheduling von Step2e, wird der exakte Ablaufplan an die Play-out-Lösung von ToolsOnAir übergeben. Dabei werden nicht nur die zu spielenden Beiträge übergeben, sondern auch die für die Inserts benötigten Grafiktexte gleich mit übertragen.

Die Realtime-Grafik-Lösung CompositionSuite von ToolsOnAir bietet Fernsehsendern erstmals die Möglichkeit, Echtzeitinformationen über den Tag verteilt ihren Kunden zu Verfügung zu stellen. Newsticker, Wetter-, Verkehrsinformation, Börsencharts beziehen in Echtzeit ihre Daten aus dem Internet und zeigen diese am Bildschirm an. Diese kosteneffiziente Lösung bietet Fernsehstationen die Möglichkeiten, diesen Infolayer als eine ergänzende Werbeplattform ihren Kunden anbieten zu können. Für Gilbert Leb von ToolsOnAir ist nun erstmalig eine vollständige Lösung für den Betrieb einer Fernsehstation verfügbar, welche komplett auf der Standard-Hardware von Apple aufbaut. „Dies verringert einerseits die Investitionskosten beim Startup eines TV-Senders, als auch die Wartungskosten beim laufenden Betrieb ganz erheblich“, erklärte er.

Omneon präsentierte in Amsterdam erstmals die Version 6.1 der leistungsstarken Content-Distribution-Plattform ProCast CDN. Sie erlaubt schnelle Filetransfers über IP-Netzwerke. Die neue Version bietet eine erweiterte Übertragungs-Effizienz und eine bessere Integration in die Speichersysteme von Omneon. Die Version 6.1 ist zudem mit einem „Transfer & Delete“-Modus ausgestattet. Inhalte, die erfolgreich übertragen wurden, lassen sich damit automatisch vom Speicher des Sendesystems löschen.

Omneon wies auf der IBC darauf hin, dass jetzt auch Plazamedia das Omneon-Speichersystem MediaGrid als zentralen Speicher des neuen Playout Centers „eCenter“ einsetzt. Daran angeschlossen sind Omneon Spectrum-Medienserver als Ingest- und Playout-Server. Die automatisierte Transcodierung innerhalb des MediaGrid und Omneon ProBrowse für eine übergreifende LowRes-Generierung erfolgt mit Hilfe von Omneon ProXChange.
Zusammen mit IBIS und Sony präsentierte Omneon in Amsterdam einen kosteneffektiven Workflow. Gezeigt wurden dabei, wie mit Hilfe von Sonys HDXchange und MOS-Schnittstelle die Integration von Omneons MediaDeck mit IBIS iMove und ServerPlay funktioniert.
Omneon MediaDeck Server, MediaGrid-Speichersysteme und ProCast CDN Content-Distribution-Plattform wurden von NBC zur Berichterstattung über die Olympischen Spiele 2008 in Peking eingesetzt. 20 MediaDeck Server im IBC in Peking wurden für das Ingest von SD- und HD-Feeds eingesetzt. Jedes MediaDeck beinhaltete High-Resolution- und Low-Resolution-Codecs, um gleichzeitig hoch auflösende IMX- oder XDCAM-HD-Files und niedrig auflösende Proxyfiles von allen Aufnahmen generieren zu können. Die Files wurden während ihrer Aufzeichnung schon zum MediaGrid übertragen. „Mit ProCast CDN wurden die Proxies über 6.000 Meilen vom MediaGrid in Peking zu einem zweiten MediaGrid in den USA übertragen“, erklärte Jörg Nonnenmacher, Vice President und General Manager Content Delivery Networks von Omneon. Dort konnten dann die Produzenten mit Hilfe von BlueOrders MediaArchive DAM im Low-res-Material suchen, browsen und editieren. „Die dabei generierten Schnittlisten wurden anschließend genutzt, um sich nur das benötigte High-res-Material aus Peking schicken zu lassen. Dadurch konnte NBC natürlich viel Bandbreite sparen und seinen Workflow effizienter gestalten“, betonte Nonnenmacher. Bei der nächsten Olympiade in Vancouver soll ein ähnliches System wieder zum Einsatz kommen.

DataDirect Networks zeigte auf der IBC Storage Appliance S2A9900. Damit sind erstmals über 30 Echtzeitzugriffe zur parallelen Bearbeitung unkomprimierter HD-Streams mit Apple Final Cut Pro möglich. Die Silicon Storage Architecture (S2A) setzt so in punkto Bandbreite und Geschwindigkeit neue Maßstäbe bei der Bearbeitung von High-Definition-Inhalten. Im Cluster werden mit S2A9900-Systemen Datendurchsatzraten von über 100 Gigabyte pro Sekunde erzielt.
„Nur die Lösung von DataDirect Networks ermöglicht parallele Final Cut Pro-Sessions bei derart geringen Latenzzeiten. Auch wenn eine Vielzahl von Usern zugreifen, Inhalte bearbeiten und bei der Speicherung die hohe Bandbreite in Anspruch nehmen, erfolgt die Wiedergabe der High-Definition-Inhalte in einer hervorragenden Bildqualität ohne jedes Bildschirmflackern“, erklärte Dave Fellinger, Chief Technology Officer bei DataDirect Networks.
Das aktuelle Flaggschiffprodukt, die S2A9900, ist die achte Generation der S2A-Plattform und zeichnet sich durch noch höhere Performanz und Skalierfähigkeit aus. Die S2A9900 bietet 1,2 Petabyte in zwei Racks und eine konstante Lese- und Schreibgeschwindigkeit von bis zu 6 GB/s. Im Clusterverbund mehrerer Systeme können mit der S2A-Plattform Datendurchsatzraten von über 100 GB/s für den Einsatz im High-Performance-Umfeld realisiert werden.

Darüber hinaus ist die S2A9900 die einzige Storage-Plattform, die Daten in gleicher Geschwindigkeit schreibt und liest. Dadurch wird die Performance insbesondere bei großen, unstrukturierten Daten und konkurrierenden Datenströmen, wie sie in den Bereichen Broadcast, Postproduktion und Video-on-Demand vorkommen, exakt prognostizierbar.
Zu den Kunden von DataDirect Networks zählen unter anderem das Xbox Live-Portal, der Facebook-Applikationsanbieter slide, die Foto-Datenbank shutterfly, AOL, Chinas größte TV-Station CCTV, die Postproduktionsfirmen imagica und Pacific Title & Art Studio, die Formel 1-Abteilung von Ferrari, die NASA, das Ontario Institute for Cancer Research, MTV, Technicolor, CNN, Universal Pictures, Boeing, FedEx und Ford.

3 Gb/s-Diskussion
Ein wichtiges Thema auf der IBC 2008 war die Einführung von 3 Gb/s-fähiger Infrastruktur bei TV-Sendern und Produktionshäusern. Zu den Herstellern, die sich dem Thema schon sehr früh verschrieben haben, gehört zweifelsohne Harris. Auf der IBC 2008 war das Unternehmen dann auch mit einem sehr umfangreichen 3 Gb/s-Portfolio präsent. „Wir wollen den Broadcastern damit die Migration von SD auf HD und 1080p erleichtern“, betonte auf der Harris-Pressekonferenz in Amsterdam Tim Thorsteinson, Präsident von Harris Broadcast Communications. „Mit 3 Gb/s-ready Produkten von Harris ist jeder Sender in Sachen Investition auf der sicheren Seite. Wenn sie später einmal auf die 1080p-Produktion umsteigen wollen, lassen sich unsere Produkte durch einfache Software-Upgrades 3 Gb/s-tauglich machen“, sagte er. Zu den 3 Gb/s- Produkten von Harris zählen Signalprocessoren, Multiviewer, Test- und Meßtechnik-Systeme, Kreuzschienen und Server.
Harris präsentierte auf der IBC auch das NEXIO AMP-SSystem mit 1080p I/O-Schnittstellen. Er ist damit der erste 3 Gb/s-ready Broadcast Server auf dem Markt.

„Zentrales Thema bei uns ist auf dieser IBC ganz klar die 3 Gb/s-Technik“, betonte auch Winfried Schulz, EMEA Video Marketing Manager von Tektronix. „Weltweit gibt es eine ganze Reihe von Rundfunkanstalten, gerade auch in Europa, die ihre zentralen Router-Systeme durch neue ersetzen müssen. Die fragen sich alle, ob sie besser auf 1,5 Gb/s für 720p- oder 1080i-Produktionen oder gleich auf 3 Gb/s für 1080p-Produktionen setzen sollen“, meinte er. „Bei uns am Stand gab es dazu reichlich Diskussionsbedarf. Egal, wie die Broadcaster sich letztlich entscheiden, an der Test-Messtechnik kommen sie nicht vorbei.“

Schulz sieht indes noch eine eher verhaltene Entwicklung in Sachen 3 Gb/s. „Das Geschäft in diesem Umfeld ist noch sehr übersichtlich“, meinte er. Routerhersteller seien derzeit bemüht, 3 Gb/s-Referenzkunden zu gewinnen. Schulz: „Wir glauben dennoch, dass die 3 Gb/s-Technik kommen wird. Der Akquisitionsbereich steuert unaufhaltsam auf 1080p hin. Der Hunger nach Bandbreite kennt keine Grenzen. Wir gehen davon aus, das man bei 720p nicht stehen bleiben wird.“ Und 1080i sei keine Alternative. Das hoch auflösende progressive Bildformat 1080p sei auch für Kompressionen besser geeignet. Interlaced-Kompression führe deutlich schneller zu Artefakten. „Da man 1080p stärker komprimieren kann als 1080i, kommt man mittlerweile bei gleicher Bildqualität in ähnliche Bandbreiten-Bereiche.“
Als eines der Hauptthemen der IBC 2008 bezeichnete Schulz das Bemühen der Broadcaster durch Automatisierung den Kostendruck in Produktion und Distribution bei gleichzeitig wachsenden Qualitätsansprüchen in den Griff zu bekommen.

IPTV-Schwerpunkt
Wie schon in den letzten Jahren spielte auf der IBC 2008 auch das IPTV eine wichtige Rolle. Ein ganzer Kongress-Tag widmete sich dem Thema. Zudem gab es mit der IPTV-Zone, wie schon in den vergangenen Jahren einen eigenen IPTV-Ausstellungsbereich mit über 50 Ausstellern. Aber auch viele andere Aussteller, die in anderen IBC-Hallen zu finden waren, hatten sich das Thema IPTV auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehörte auch Motorola. Das Unternehmen präsentierte auf der diesjährigen IBC Live-Demonstrationen seiner aktuellen Lösungen für die Bereitstellung vielfältiger Multimedia-Anwendungen.

„Der Videokonsum wächst stark, und die Erstellung von Videoinhalten boomt. Die Grenzen zwischen Fernseher, Computer und Mobiltelefon verwischen immer mehr, und die Anwender möchten an jedem Ort und über jedes Endgerät Zugriff auf Videos erhalten“, sagte Steve Farmer, zuständig für Strategie- und Geschäftsentwicklung im Bereich Video-Distribution von Motorola. „Dadurch, dass Menschen heute ständig online sind und sich ihre Zeit frei einteilen möchten, wird die traditionelle Programmgestaltung völlig neu definiert. Motorola ist ein weltweit führender Anbieter von digitalen Set-Top-Boxen und verfügt über langjährige Erfahrung in der Videokodierung sowie in der Bereitstellung mobiler Inhalte. Die Lösungen ermöglichen Anwendern einen persönlichen Zugang zu Medieninhalten und bieten Netzbetreibern damit zusätzliche Einnahmequellen.“
Zum ersten Mal in Europa zu sehen war Motorolas Transcoder MCU3E. Das kleine, leistungsstarke Gerät wird über den USB-Anschluss mit einer Set-Top-Box verbunden und versieht Live- oder aufgezeichnete Videoinhalte mit dem richtigen Format, der richtigen Bitrate und der richtigen Bildschirmauflösung. So können diese Formate auf eine Vielzahl tragbarer Mediaplayer übertragen werden.

Außerdem zeigt Motorola auf der IBC On-Demand-Lösungen, die auf dem Speicher-Konzept sowie der Delivery Engine des Motorola B-1 Video Server aufbauen und den veränderten Sehgewohnheiten von Nutzern nach dem Prinzip „From Primetime to My Time“ entsprechen. Vorgestellt wurde auch eine Videoinfrastruktur-Lösungen inklusive der neuen APEX1000 (Edge QAM), der aktuellsten Ergänzung von Motorolas durchgängigen Kabellösungen. Es gab am Stand Live-IPTV-Demonstrationen sowie aktuelle IPTV-Set-Top-Boxen von Motorola zu sehen.
Eckhard Eckstein (MB 10/08)

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