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3D beflügelt Kino-Geschäft

Ausgehend von den verfügbaren provisorischen Zahlen, schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, dass das Kino Bruttoeinspielergebnis in der Europäischen Union 2010 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist und mit ca. 6,45 Mrd. Euro eine Rekordhöhe erreicht hat. Das Ergebnis ist vor allem auf den Einsatz von 3D-Filmen zurück zu führen.

Angesichts eines Rückganges der Anzahl der verkauften Kinokarten um 1,6 Protzent auf ca. 966 Mio. geht das Wachstum im Gegensatz zu 2009 ausschließlich auf den Anstieg des durchschnittlichen Kinoticketpreises zurück.

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle führt das auf den Einfluß von 3D-Filmen in ihrem zweiten Jahr am Markt zurück. Während davon ausgegangen werden kann, dass der innovative Charakter der 3D-Technik 2009 einen maßgeblichen Anteil am deutlichen Anstieg der Besucherzahlen hatte, konnten 3D-Filme 2010 keine erneute Zunahme der Besucherzahlen generieren, heißt es in einer Mitteilung.
Die 3D-Filme trugen aber wesentlich dazu bei, die Besucherzahlen auf dem zweithöchsten Stand seit 2004 zu halten und den durchschnittlichen Ticketpreis um geschätzte 6,8 Prozent wachsen zu lassen.

Darüber hinaus hat die deutlich gestiegene Anzahl der 3D-Leinwände dazu beigetragen, dass immer mehr stereoskopische Blockbuster ihr Marktpotenzial ausschöpfen konnten. So sind die Marktanteile von 3D-Filmen in den großen Märkten wie Frankreich und Deutschland auf 16 Prozent bzw. 17 Prozent der Besucherzahlen und im Vereinigten Königreich und Russland sogar auf 24 Prozent bzw. 20 Prozent des Bruttoeinspielergebnisses an den Kinokassen angestiegen.

Was die Zahlen auf nationaler Ebene betrifft, so war 2010 ein Jahr mit gemischten Ergebnissen und mitunter deutlich unterschiedlichen Trends in den einzelnen europäischen Ländern. Die Zahl der Kinobesucher ist in 14 Märkten zurückgegangen und in 13 Märkten gestiegen, während das Bruttoeinspielergebnis in 18 Märkten gestiegen und in acht Märkten zurückgegangen ist, für die vorläufige Zahlen vorliegen. Zu den Kinomärkten, die sich 2010 besonders gut entwickelt haben, gehören Italien (+11% Besucherzahlen) und Frankreich (+5,6% Bruttoeinspielergebnis).

Umfangreichere Informationen zu den einzelnen europäischen sowie internationalen Kinomärkten sind im FOCUS 2011 - World Film Market Trends verfügbar, der von der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle für den Cannes Film Markt erarbeitet wurde und ab Mitte Mai unter folgender Seite www.obs.coe.int/oea_publ/market/focus.html erhältlich ist.

Marktanteil der europäischen Filme rückläufig

Der dramatische Anstieg der Marktanteile der überwiegend US-amerikanischen 3D-Blockbuster in den vergangenen zwei Jahren hat offensichtlich dazu beigetragen, dass der Marktanteil europäischer Filme auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren zurückgegangen ist. Nach einer Phase des stetigen Anstiegs (auf 28,3% 2008) ist der Marktanteil europäischer Filme in der EU 2009 auf 26,8 Prozent und 2010 nach vorläufigen Schätzungen der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle auf 25,3 Prozentzurückgegangen. Der Marktanteil US-amerikanischener Filme ist dagegen von 66,9 Prozent auf geschätzte 68,0 Prozent gestiegen und lag in den Jahren 2006 und 2008 sogar nur zwischen 63 Prozent und 65 Prozent.

Dank des großen Erfolgs von Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1 und Robin Hood ist der Marktanteil der in Europa produzierten Filme mit überwiegend US-amerikanischer Beteiligung von 4,0 Prozent auf 5,4 Prozent gestiegen. Die höchsten Besucherzahlen für europäische Produktionen erzielten wieder französische Filme, angeführt von Les petits mouchoirs. Dahinter folgen, vor allem auf Grund guter Ergebnisse auf dem nationalen Markt, italienische Produktionen mit 4,1 Prozent und deutsche Produktionen, auf die unter anderem dank Resident Evil: Afterlife 3,1 Prozent der Kinobesucherzahlen in der EU insgesamt entfallen.

Europäische Filmproduktion wächst weiter

Die Zahl der Kinofilmproduktionen in der EU ist – wenn auch langsamer als in den vergangenen Jahren – erneut gestiegen und hat 2010 einen neuen Rekordstand erreicht. Ausgehend von den vorliegenden provisorischen Zahlen, schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle die Gesamtzahl der 2010 in den EU-Mitgliedstaaten produzierten Kinofilme (einschließlich Kinodokumentarfilme) auf 1.203, 19 mehr als 2009.

Der Anstieg wäre höher ausgefallen, wenn die Anzahl der Spielfilmproduktionen in Deutschland nicht von 129 auf 84 zurückgegangen wäre. So geht das Produktionswachstum in der EU insgesamt auf einen Anstieg der Kinodokumentarfilme (+32) zurück, während die Zahl der Spielfilme insgesamt zurückgegangen ist (-19). Dementsprechend ist der Anteil der Dokumentarfilme am Produktionsvolumen 2010 auf 28 Prozent angestiegen und der von Fiktionsfilmen auf 72 Prozent zurückgegangen. Mit 203 Kinofilmen hat Frankreich einen historischen Höchststand und wieder den europäischen Spitzenplatz beim Produktionsvolumen erreicht. Dahinter folgt Spanien mit 186 Produktionen.

„Avatar“ an der Spitze der europäischen Charts 2010

Mit ca. 43 Mio. verkauften Kinokarten stand der 3D-Blockbuster Avatar an der Spitze der europäischen Charts 2010, und dies nachdem er 2009 bereits 22 Mio. Besucher angezogen hatte. Auf Platz 2 liegt mit einem ebenfalls starken Ergebnis (31,2 Mio. Besucher) Harry Potter and the Deathly Hallows Part 1. Dahinter folgen die 3D-Blockbuster Toy Story 3 und Alice in Wonderland. Die europäischen Charts werden erneut von US-amerikanischen 3D-Filmen dominiert, die zehnmal in den Top-20 vertreten sind. Vom jüngsten Harry Potter-Film und Robin Hood abgesehen, beides von einem amerikanischen Studio finanzierte britische Produktionen, hat es kein einziger europäischer Film in die Top-20 geschafft. Erfolgreichster europäischer Film ohne US-amerikanische Beteiligung war die französische Komödie Les petits mouchoirs mit europaweit über 5,4 Mio. Besuchern, gefolgt vom deutschen 3D-Horror-Actionfilm Resident Evil: Afterlife mit 5,3 Mio. verkauften Kinokarten. (5/11)

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