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Kurze Wege

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Kurze Wege

München. Bei klarem Wetter kann man von dort aus die Alpen sehen. Dahinter ist gleich Italien. Zwei im wahrsten Sinne des Wortes unverrückbare Argumente für den Standort München. Im Film- und Fernsehbereich hat sich die bayerische Landeshauptstadt jedoch als der Technikstandort Deutschlands einen Namen gemacht. Hier haben fast alle relevanten Technikbetriebe des Landes ihren Ursprung oder einen Sitz. Ihre Produkte sind weltweit begehrt. Die Entwicklung profitiert von der in und um München herum stark vertretenen nationalen Film- und TV-Produktionsszene, von den zahlreichen TV-Sendern und -Dienstleistern am Ort ebenso wie von der engagierten Unterstützung durch den Freistaat Bayern.

Die bekannteste Münchener Firma dürfte der 1917 gegründete Kamera- und Filmtechnik-Hersteller Arnold & Richter, besser bekannt als ARRI, sein. Die Firma ist eine der international führenden Hersteller für analoge Filmkameras, hat aber den Sprung in die Digitalisierung, die sie selber aktiv vorangetrieben hat, mit Bravour gemeistert. „Wir haben immer eine Vorreiterrolle bei Kamera-, Licht- und Postproduktionstechnik gehabt“, sagt Harald Schernthaner, Leiter der Postproduktion bei ARRI Film & TV Services (Head of Digital Filmworks). Belohnt wurde das im Laufe der Jahre mit insgesamt 18 Academy Awards – zuletzt im Februar 2012. Für das Design und die Entwicklung des ARRILASERs ausgezeichnet wurden da Franz Kraus und Johannes Steurer von ARRI zusammen mit Wolfgang Riedel vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. Vor zwei Jahren hatte ARRI schon für den digitalen Filmscanner ARRISCAN einen Technik-Oskar entgegen nehmen können. Mit der Entwicklung der beiden Produkte ARRILaser und ARRIScan prägte ARRI die digitale Filmbearbeitung entscheidend mit und konnte die mit diesen Geräten und der Kamera D20/21 gemachten Erfahrungen in die Entwicklung der digitalen Filmkamera Alexa einbringen, die mittlerweile 3.000 mal verkauft worden ist. Auch mit diesem ARRI-Produkt hat die digitale Cinematografie einen neuen Push erlebt, wie Dominik Trimborn, Leiter der Visual Effects-Abteilung, erklärt: „Durch die Alexa hat sich die Umstellung, die mit der Red zögerlich begann, beschleunigt.“

ARRI beschäftigt weltweit 1.200 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. In München befindet sich die gesamte Technische Forschung und Entwicklungsabteilung, die Kamera-, Scanner und Laserfertigung, die Postproduktion von ARRI Film und TV Services, ARRI Rental und das alles unter einem Dach in Schwabing. Die Fabrikationshallen für Lichttechnik befinden sich in Stephanskirchen bei Rosenheim. ARRI profitiert stark vom engen Zusammenspiel zwischen Produkt-Entwicklung und -Fertigung und den daraus resultierenden Synergien. Und auch der kontinuierliche Gedankenaustausch der ARRI-Entwickler mit Anwendern wie Coloristen, Kameramännern und Regisseuren ist für das Unternehmen von unschätzbarem Wert.

Die Nähe der Entwickler zu Anwendern und Kreativen und die damit verbundene Möglichkeit der raschen, persönlichen und unkomplizierten Kommunikation stellen die meisten Technikbetriebe in München als einen großen Vorteil ihres Standorts heraus.

Auch Chrosziel-Geschäftsführer Jürgen Nussbaum weist darauf hin. „In München haben wir viele Kunden vor Ort. Diese können durch die persönliche Rückkopplung auf kurzem Weg auch die Entwicklung der Produkte beeinflussen“, erklärt er. Gerade Chrosziel als Spezialist für Kamera- und Optik-Zubehör profitiert davon ungemein, geht es doch darum, praktische Produkte anzubieten, die die Arbeit erleichtern und bestimmte visuelle Visionen In-Kamera umzusetzen. Chrosziel ist etwa der Entwickler des Fluid-Zoomantriebs, mit dem Zoom-Fahrten mit der Hand möglich wurden. Gegründet wurde Chrosziel von einem ehemaligen ARRI-Mitarbeiter. Die Verbindung zu ARRI spielt noch heute eine elementare Rolle. „Wo ARRI ist, sind wir auch“, sagt Nussbaum. „Das hält die Qualität hoch, denn auch wenn wir Mitbewerber sind, Wettbewerb gibt es auch aus China und Indien. Aber den können wir nur mit Qualität und Zuverlässigkeit gewinnen.“ Synergien gibt es nicht nur zwischen den Herstellern am Ort und durch die von ARRI oder Chrosziel geschaffenen Strukturen. Auch andere Zulieferer und Spezialisten etwa in den Bereichen Spritzguss oder Lackierung stützen die Branche. Nussbaum spricht von einem „Hersteller-Cluster“, zu dem unter anderem auch BMW und deren Zulieferindustrie gehört, von der die Filmtechnik-Hersteller ebenfalls profitieren.

Hierzu gehören zudem noch Firmen wie der Dolly- und Kamerakran-Spezialist Panther oder P+S Technik, welche ebenfalls die Gründung eines ehemaligen ARRI-Mitarbeiters ist. P+S hat unter anderem die digitale Hochgeschwindigkeitskamera Weisscam entwickelt und hat sich mit dem Freestyle-Rig um den 3D-Film verdient gemacht.

FilmFernsehFond Bayern

Auch Anja Metzger, Film Commissioner des lokalen Förderers FilmFernsehFond Bayern, sieht München und Umgebung als den deutschen Filmtechnikstandort Nummer eins mit einer stimmigen Infrastruktur und kurzen Wegen. Das hat München nicht zuletzt der deutschen Teilung zu verdanken, die es dem Standort ermöglichte sich als der bundesdeutsche Filmstandort schlechthin zu entwickeln. „Natürlich zehren wir noch heute davon“, räumt Anja Metzger ein, betont jedoch: „Es braucht Jahrzehnte, um einen solch homogenen Standort zu entwickeln und es braucht vor Allem eine intensive Standortpflege, um ihn zu erhalten.“ Dazu gehören nicht nur zielgerichtete Filmförderung und ein gutes Produktionsumfeld, das die entsprechenden Dienstleister benötigen, sondern auch eine starke, allgemeine Wirtschaftsförderung wie sie der Freistaat anbietet sowie Investitionen in die Infrastruktur. Die sollte aber nicht nur aus Glasfaserverbindungen, das Rückgrat und die Autobahnen der digitalen Welt bestehen, sondern auch aus Investitionen in die Lebensqualität.

Was darunter zu verstehen ist, weiß der Münchener Michael Coldewey, Geschäftsführer und Inhaber des Visual Effects- und Animations-Studios Trixter, der in Berlin aufgewachsen ist, seine berufliche Karriere in seiner Heimatstadt gemacht hat und der eine Filiale in Berlin betreibt, wo die Serie „Hexe Lili“ hergestellt wird: „Mitarbeiter, die Kinder haben oder viel Sport machen, bevorzugen München. Wer mehr an Clubs interessiert ist, zieht Berlin vor. Aber wir haben auch Pendler, die beide Vorteile nutzen wollen. Letztendlich ist kein Standort besser – sie sind einfach nur anders.“ Auch Schernthaner hebt den hohen Lebensstandard hervor, den München und Umgebung mit den Seen und den Alpen hat. Aber für ihn spielt auch der Zugriff auf gutes Personal eine Rolle. Ein Nachteil der Münchener Region sind hingegen die deutlich höheren Lebenshaltungskosten, insbesondere die Mietkosten und dass es einen Preiskampf weiter in Richtung Osten gibt, ist in dieser Konstellation nicht hilfreich. Auch zieht es immer mehr Kreative in die Hauptstadt. „München verliert aufgrund der hohen Preisstruktur und Lebenshaltungskosten zunehmend Marktanteile“, sagt Martin Ludwig, Geschäftsführer von Ludwig Kameraverleih. „Die Stärken Münchens liegen natürlich in der Attraktivität der Stadt und des Umlands sowie der Flexibilität an Drehorten. Die Entstehung kleiner, kreativer neuer Produktionen findet allerdings inzwischen mehr in Berlin statt.“

Postproduktion und Visual Effects

Doch nicht nur bei der Lebensqualität und in den Bereichen Herstellung und Entwicklung ist der Standort stark, sondern auch wenn es darum geht Produktionen im benachbarten Ausland mit Technik auszurüsten oder deren Aufnahmen in München nachzubearbeiten. „Die Postproduktion am Standort hat einen guten Ruf und einen hohen Standard“, hält Anja Metzger fest. „Es passiert viel hier – obwohl es nicht gefördert wird!“ Gerade im Visual Effects-Bereich kann dies ein Problem werden, da etwa in Kanada die VFX-Förderung viele Produktionen dorthin zieht. Dennoch, so Metzger, „funktionieren diese Bereiche allein aufgrund der Qualität der Dienstleister“. Aussagen, die erneut von Trixter untermauert werden. Einerseits relativiert Coldewey die VFX-Förderung Kanadas, zum anderen ist er Visual Effects-Dienstleister zahlreicher Hollywood-Großproduktionen, für die Trixter die Effekte nicht in Kalifornien sondern in der Maxvorstadt Münchens herstellt. Trixter hat sich unter anderem über die Animation des kleinen Drachen in dem Kinderfilm-Franchise „Hexe Lili“ einen Namen gemacht. Für den 3D-Blockbuster-Hit „The Avengers“ hat Trixter 250 Einstellungen gemacht, für „Cloud Atlas“ von Tom Tykwer und den Warchowski-Geschwistern rund 100 und für die BBC-Serie „Wolfblood“, die in die zweite Staffel geht, animiert Trixter die Wölfe. „Marvel, Fox und Warner schieben uns voran und helfen uns in München einen hohen Standard aufrecht zu erhalten, von dem auch unsere deutschen Kunden profitieren“, sagt Coldewey. Zur VFX-Förderung Kanadas hat er eine dezidierte Meinung: „Bei Visual Effects geht es für den Kunden darum zu einem kostengünstigen aber auch psychologisch gutem Ergebnis zu kommen. Rechnet man das alles gegen, steht Deutschland nicht so schlecht da. Letztendlich spielt es auch eine Rolle wie man seinen Standort verkauft und welches Image er dadurch erhält.“ Dabei ist der Standort im Bereich Visual Effects sehr stark aufgestellt. Scanline VFX hat eine Software entwickelt mit der sich die Bewegungen von Gasen und Wasser automatisieren lassen, was dazu führt, dass die Firma weltweit als Wasserspezialist gilt und dadurch ebenfalls für Hollywood tätig ist, wie etwa für Wassersequenzen von Action-Filmen wie „300“ oder „2012“ aber auch für „The Avengers“. Als Spezialist in der fotorealistischen Visualisierung etwa für große Prestige-Produktionen für RTL und ProSieben tritt Fish Blowing Bubbles auf, die gerade nicht nur einen spektakulären Auftrag für den Audi Q 5 umgesetzt haben, bei der der Wagen komplett am Rechner entstand. Wie Trixter auch, das „Die 7 Zwerge“ mit Otto als Animationsfilm auf die Leinwand bringt, ist FBB als Animations-Studio tätig, aktuell mit der seriellen Eigenentwicklung „KREECHAZ – The Nature Rangers“, der gerade mit Erfolg beim europäischen Finanzierungsmarkt für Animationsserien Cartoon Forum im südfranzösischen Toulouse vorgestellt wurde.

Der Postproduktionsbereich wird im Wesentlichen von der CinePostproduction sowie von ARRI abgedeckt. Die CinePostproduction ist mit Standorten in ganz Deutschland als Full-Service Anbieter vertreten. Das Angebot reicht von On-Set Services für digitale Drehs, über Digital Intermediate, TV-Post, bis hin zur analogen und digitalen Distribution. „Zusätzlich bieten wir unseren Kunden hier in München, direkt auf dem Gelände der Bavaria Studios, die komplette Tonbearbeitung auf höchstem Niveau in zwei Kino- und zwei TV-Mischtonstudios“, erzählt Sebastian Gassner, Leiter der Münchner Niederlassung. In München wurzeln zudem auch die 3D-Kompetenzen der CinePostproduction. Eines der Highlights ist ein rollendes Stereo-3D Kino in Form eines Anhängers, der mit einem Christie 2K Projektor und einer 3,70 Meter breiten Leinwand ausgerüstet ist. Am Drehort können so gleich die Muster bearbeitet, geprüft und auf den COPRA-Server der CinePostproduction hochgeladen werden. Mittels der eigens entwickelten App können die Muster dann direkt auf ein Mobilgerät wie zum Beispiel einem iPad gestreamt werden. „Sie sehen, wir sind sehr schlagkräftig, wenn es darum geht Workflow-Pipelines für unsere Kunden zu entwickeln“, sagt CinePostproduction-Geschäftsführer Stefan Müller.

Verleih-Geschäft

Ohne Ausrüstungsverleiher jedoch kann kein Filmstandort existieren. Zwar verleiht ARRI seine Kamera- und Lichttechnik auch direkt, doch ist dies nur ein Teil der Ausrüstung.

Ein großer Player im Münchner Rental-Business ist die 2005 von der Bavaria übernommene Cine-Mobil GmbH. „Im Süden von München betreiben wir mit 3.500 qm unser größtes Licht-, Kamera- und Bühnenlager. Hier schätzen unsere Kunden die unmittelbare Anbindung an das Studiogelände der Bavaria Film. Wir statten insgesamt bundesweit parallel bis zu 45 Kino- und TV-Produktionen aus, einen Großteil davon aus München“, sagt Cine-Mobil-Geschäftsführer Jörg Baumgart. In diesem Jahr habe sein Unternehmen Equipment hinzugekauft und viel in HD-Technik investiert, speziell in die HD-Kameratechnik von ARRI. Auch räumlich sei in München der Kamerabereich aufgewertet worden. „So haben wir dort drei neue großräumige komfortable Kamera-Testsuiten eingerichtet, mit indirekt beleuchteten, dimmbaren Testcharts, Beamer, Teeküche, seperaten Kundeneingang mit 24-Stunden-Code und überdachten Rücklieferboxen. Wir freuen uns, dass dieser Service von den Kameraleuten gut angenommen wird und sind durchaus stolz, hier internationalen Standard bieten zu können,“ betont Baumgart. Cine-Mobil hat weitere Niederlassungen in Köln, Berlin und Hamburg. Wie die meisten Verleiher in München ist auch Cinegate in weiteren Städten Deutschlands vertreten. Die Standort-Diversifizierung ist nicht nur aufgrund der Vorgaben der Förderer für Filmproduktionen wichtig. „Es geht auch einerseits um den Support vor Ort und die Möglichkeit für den Kameramann oder seinen Assistenten Material bei sich in der Nähe zu erhalten oder abzugeben, selbst wenn ganz woanders gedreht wird“, sagt Moritz Müller, Projektleiter der Münchener Niederlassung. Cinegate ist serviceorientiert und in der Lage, alle Technik aus einer Hand zu liefern. Ausgestattet werden Kino- und Fernsehproduktionen wie die Serie „Hubert & Staller“ und die bayerischen Tatorte und Polizeirufe, aber auch Werbefilm- sowie Studentenproduktionen, wie Fotografen, die ein besonderes Lichtequipment brauchen. Zudem hat Cinegate am Standort München noch ein Studio für Werbung, das mit einer Hohlkehle ausgestattet ist. Cinegate ist eine Tochterfirma der PRG, dem weltgrößten Verleih von Showequipment.

Ein weiterer Münchener Komplett-Verleih ist FGV Schmidle. Der Verleih, der auf die fiktionale Film- und Fernsehproduktion spezialisiert ist, hat komplett auf die digitale Technik umgestellt. „Die Digitalisierung hat zu einem höheren Investitionsbedarf auf Seiten der Verleiher, die nun mehr Peripherie anschaffen müssen, sowie zu mehr Konkurrenz geführt“, sagt Geschäftsführer Oliver Schmidle. „Während uns außerdem die kurzen Produktzyklen der Kameras zu schaffen machen, kosten bestimmte Modelle so wenig, dass sich ein Kameramann eine Kamera kaufen und sich mit ihr zusammen vermieten kann.“ Unterm Strich, so Schmidle, ist der Standort München auf dem Verleih-Markt hart umkämpft.

Zu den wichtigen Playern im Verleih-Markt gehört auch Ludwig Kameraverleih, dessen zentraler Firmensitz in der bayerischen Landeshauptstadt ist. Der Verleih konnte sich über die Jahre als Spezialist in Sachen digitaler Cinematographie etablieren. „Auch wenn inzwischen die analoge Welt ihrem Ende entgegensieht, und damit auch die anderen Vermieter sich digital entwickelt haben, ist das Portfolio von Ludwig Kameraverleih nach wie vor einzigartig“, so Firmeninhaber Martin Ludwig. Neben den digitalen Kameras wie RED One, RED Epic, ARRI Alexa und vielen anderen, stehen bei Ludwig Kameraverleih auch Systeme für Mehrkameraproduktionen, also klassische Regie-Systeme zur Verfügung.

Ein Filmtechnik-Experte mit internationalem Ruf ist Dedo Weigert. Der Kameramann hat sich zum Lichtspezialisten gemausert. Er verleiht aber auch Kamera- und Filmequipmet und ist der größte Zulieferer für High Speed-Aufnahmen in Europa. Für Dedo Weigert Film ist der Standort geradezu ideal. „München ist finanziell attraktiv“, sagt Roman Hoffmann von Dedo Weigert Film. „Außerdem gibt es hier viele Hersteller und Vertriebe so wie kurze Wege und schnelle Kommunikation.“ Dedo Weigert ist international gut verknüpft und bietet Geräte, wie etwa eine 100 KW-Lampe, an, die nicht jeder hat. Zudem sind Fotografen wichtige Kunden für die Lichtsparte von Dedo Weigert. „In München gibt es eine starke kreative Szene. Gerade die Fotoszene mit verschieden großen Studios ist stark, was auch internationale Kunden nach München lockt“, so Hoffmann.

Guter Ruf auf internationalem Parkett

Auch viele andere in und um München herum angesiedelte Unternehmen profitieren auf internationalem Parkett von ihrem guten Ruf. Dazu gehört mit Sicherheit auch die sono Studiotechnik GmbH von Gottfried Düren. Das Unternehmen steht für hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Es ist im November 2011 in größere Räumlichkeiten in Feldkirchen, am östlichen Standrand Münchens gelegen, umgezogen. Sono ist Spezialist für Systemplanung und Integration sowie die technische Ausgestaltung und Ausstattung von Ü-Wagen, Sendestudios oder Live-Events, egal ob fest installiert oder mobil. Hinzu kommt die Vermietung von individuell, nach einem Bausatzsystem gestalteten Bildregien mit oder ohne Personal. Sono orientiert sich mittlerweile über Europa hinaus, wo es gute Kontakte zu Medienunternehmen in Österreich, Irland, Schweiz und Italien pflegt. Heute kommen Sono-Kunden auch schon aus Süd-Korea, China, Süd-Amerika, Doha und Katar.

Im TV-Bereich spielen auch Dienstleister wie die zu Constantin Medien AG gehörenden Plazamedia TV & Filmproduktion eine wichtige Rolle. Das Unternehmen mit Sitz in Ismaning bei München ist Full-Service-Dienstleister für TV und Neue Medien und einer der führenden Sport-TV-Produzenten im deutschsprachigen Raum. Es bietet Dienstleistungen für Studioproduktion, Sendeabwicklung, Postproduktion, Neue Medien (Content-Produktion und -Aufbereitung für Internet und mobile Endgeräte, Live-Streaming und Encoding für IPTV, WebTV und MobileTV etc.), Content Management (Verwaltung, Mitschnitt, Archivierung und Distribution multimedialer Inhalte). Im Außenbereich stellt es Übertragungstechnik und Kamera-Spezial-Systeme. Ein Vorteil des Standorts München ist für Plaza-media die starke Konzentration von Medienunternehmen und Dienstleistern. Viele TV-Sender haben hier ihren Sitz, die Wege sind entsprechend kurz. Zudem ist aus Sicht von Plazamedia auch die Nähe zu Österreich und der Schweiz von Vorteil, wo der Dienstleister Tochterfirmen unterhält.

Und nicht zu vergessen ist am Ende auch die SES Platform Services GmbH, ein Unternehmen der Luxemburger SES S.A. Sie betreibt in Unterföhring bei München eines der modernsten Sendezentren Europas. SES Platform Services versteht sich als technischer Dienstleister für Broadcaster und Produktionshäuser und bietet ein umfassendes Spektrum an Dienstleistungen rund um die Aufbereitung und Übertragung von Inhalten für Fernseh- und Radiokanäle an. Dazu gehören neben der digitalen Archivierung die Sendeabwicklung sowie die Aufbereitung und Übertragung der Inhalte über Satellit, Internet und auf mobile Endgeräte. Heute verbreitet SES Platform Services rund 300 digitale TV- und Radioprogramme, interaktive Dienste sowie Datendienste. Zu den Kunden gehören namenhafte Broadcaster aus dem öffentlich-rechtlichen und privaten Bereich, Pay-TV-Anbieter, Rechteinhaber, Kabelnetzbetreiber sowie Großunternehmen. Viele davon sind gleich vor Ort zu finden. Dazu zählen insbesondere die ProSiebenSat.1 Gruppe und Sky Deutschland in Unterföhring aber auch Sport1, HSE24, Tele5 und das Vierte.

SES Platform Services macht derzeit rund 70 Prozent seines Umsatzes in Deutschland, will aber laut Geschäftsführer Wolfgang Elsäßer (siehe Interview MB 4/2012) international weiter expandieren. Das Playout München soll dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
Thomas Steiger
(MB 10/12)

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