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Brückenbau für IP-Struktur

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Brückenbau für IP-Struktur

Das Thema IP-basierte Workflows stand auf der IBC 2017 ganz oben auf der Tagesordnung. Großen Stellenwert im Kongress- und Aussteller-Programm hatten außerdem die Themen Cloud, 4k/UHD, HDR, OTT, künstliche Intelligenz, Virtual- und Augmented Reality. Die IBC feierte in diesem Jahr übrigens 50. Geburtstag und konnte zum Jubiläum die Besucherzahl auf 57.669 steigern.

Über dem Haupteingang der RAI-Messehallen in Amsterdam fiel allen IBC-Besuchern eine große rote Werbetafel ins Auge. Darauf stand ein einziges Wort: „BRIPGE“. Ein Schreibfehler? Nochmal hinschauen und überlegen, was das soll. Und schon hatte Riedel Communications, vom dem die Botschaft stammte, sein Aufmerksamkeitsziel erreicht. Gratulation. Die merkwürdige Buchstabenvermengung von IP Bridge (IP Brücke) stand genau für das zentrale Thema der IBC 2017. Im Kongress- und Messeteil des Events war es in vielfältiger Weise präsent. Riedel gehört zwar nicht unbedingt zu den bekanntesten Treibern IP-basierter Workflows, hat aber mit seinem dezentralen Netzwerksystem MediorNet schon sehr früh ein System entwickelt und erfolgreich im Markt etabliert, das ähnliche Vorteile wie IP-Netzwerke bietet. Nun hat man auch begonnen, Schnittstellen zwischen MediorNet und IP-Infrastrukturen zu schaffen. Der Brückenschlag erfolgt dabei mit der neuen MicroN IP App, die auf der IBC erstmals vorgestellt wurde. Zur NAB 2017 hatte Riedel bereits sein App-Konzept mit der MultiViewer App auf Basis der MicroN-Hardware gezeigt. 

MicroN IP kann laut Riedel komplett in jede vorhandene MediorNet-Installation integriert werden und bietet dessen Nutzern einen eleganten IP-Migrationspfad. Die Anwendungsmöglichkeiten dabei sind vielfältig und reichen vom eigenständigen SDI-to-IP-Konverter bis hin zum vollständig vernetzten System mit zahlreichen IP-Gateways sowie Basisband-Ein- und Ausgängen. Riedels MicroN IP App unterstützt bis zu vier MediorNet High-Speed-Verbindungen, bis zu je vier SMPTE 2110-20 Ein- und Ausgänge, vier Basisband 3G-SDI-Eingänge und acht 3G-SDI-Ausgänge, von denen vier für das Monitoring der SMPTE ST 2110-20-Streams vorgesehen sind. Ebenso unterstützt werden bis zu 128 AES67-Audiokanäle, zwei optische MADI-Ports und Sync I/O. Im Zusammenspiel mit integrierten Processing-Features wie Embedding/De-Embedding, Signal-Routing, Frame Store, Frame Sync, Audio/Video Delay und Sample Rate Conversion verwandelt die App MediorNet MicroN in ein multifunktionales IP-Schnittstellen-Modul. „Wir werden zukünftig vermehrt IP-basierte Broadcast-Workflows sehen – die MicroN IP App ist unsere Antwort darauf und der nächste konsequente Schritt für das MediorNet-Ökosystem“, sagte Dr. Lars Höhmann, Produktmanager MediorNet bei Riedel Communications. Mit mehreren I/O-Optionen und maximaler Flexibilität im Systemdesign schaffe MicroN IP an jedem Punkt einer skalierbaren Infrastruktur IP-Schnittstellen. „So sieht heute eine wahrhaftig hybride Signaltransport- und Processing-Umgebung aus“, sagte er.

Riedel ist seit Juli 2016 Mitglied der Allianz für IP Media Solutions (AIMS). Die im Dezember 2015 gestartete IP-Initaitive setzt sich dafür ein, dass alle vermarkteten IP-Lösungen vollständige Interoperabilität bieten und auf offenen Standards basieren. Unterstützt wird sie heute bereits von 76 der wichtigsten Unternehmen im Broadcast-Markt. 

 

Imagine, Grass Valley, SAM, Ross und EVS

Gründungsmitglieder waren hier Imagine Communications, Grass Valley , SAM (Snell Advanced Media), Lawo und Nevion. Auch diese Unternehmen waren in Amsterdam mit zahlreichen IP-Lösungen am Start, auch für komplette Live-Produktionen. Sie kooperieren mittlerweile alle mit Cisco und unterstützen den neue Standardfamilie SMPTE ST 2110, die sich zur IBC noch in einer finalen Entwicklungsphase befand. 

Grass Valley präsentierte dazu die integrierte Playout Plattform iTX mit IP/SDI Formatflexibilität und zukunftsorientierter Skalierbarkeit. Zur IBC wurde iTX auch mit Cloud-Option vorgestellt. Auch der neue Kaleido Multiviewer von Grass Valley kann neben SDI nun auch IP-Signale in mehreren Formaten darstellen. Neben dem Engagement beim IP Showcase präsentierte Grass Valley auch gemeinsam mit Net Insight und Calrec eine Plug-and-Play, WAN-basierte IP-Remote-Produktion. Dabei kam Grass Valleys „Direct IP Live“-Konzept in Kombination mit einer LDX 86 Kamera zum Einsatz, die mit SMPTE 2022-6 in J2K-komprimierte IP Signale zu einer Grass Valley XCU (eXchangeable Control Unit) schickte. 

Bei Imagine Communications (siehe auch Interview mit Dr. Glodina Connan-Lostanlen) standen Hybrid-Technologien mit IP, Cloud und Software Designed Services (SDS) im Vordergrund. Imagine CEO Charlie Vogt berichtete über 18 neue, zukunftsweisende IP- und Cloud-Installationen des Unternehmens. Dazu gehöre der von SonoVTS gebaute neue IP-Ü-Wagen von TPC und Projekte für Médias du Sud/VIA, France Télévision , Gearhouse USA, BT Media & Broadcast, QVC Japan und VICE (siehe auch Interview mit VICE IT VP Ariel Rubio). Präsentiert wurde in Amsterdam auch die neue Microservice-Plattform Zenium. Entwickelt wurde sie laut Imagine, um Innovationen zu fördern. Durch Offenlegung des Quellcodes der Zenium Microservices Library verspricht sich Imagine mehr Transparenz und eine stärkere Kollaboration mit Kunden und anderen Lösungsanbietern.

Zur IBC stellte Imagine eine Kooperation mit Huawei vor. Besonderer Fokus lag dabei auf Imagines IP, Cloud und Microservice basierter Playout-Lösung Versio. Huawei zeigte an seinem Stand in Halle 13 entsprechende IP-Workflows. Involviert waren hier auch Imagines Media Convergence Platform (MCP) Selenio mit UCIP-Modulen (uncompressed over IP) zur Unterstützung von Ein- und Ausgangssignalen basierend auf SMPTE ST 2022-6 Standard in einer hybriden SDI-IP-Umgebung. 

Um IP-Infrastrukturen, Cloud basiertes Playout und Remote Produktion drehte sich auch Vieles am SAM-Stand. Ein Highlight dort war der neue Timeline Television UHD2 IP, 4K & HDR Ü-Wagen, ausgelegt für den Betrieb mit 32 Kameras, bei dessen Bau SAM-Technik eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Mit einer Reihe schlüsselfertiger IP Routing-Lösungen mit SMPTE 2110 Support wollte SAM zur IBC seine führende Rolle in Sachen IP-Produktion unterstreichen. Zu SAMs nativen IP-Produkten zählen Multiviewer, Processing Systeme sowie Produktions- und Master Control Switcher mit 25, 50 und 100GbE Interfaces. Erfolgreich eingesetzt wird diese Technik unter anderem bei BCE in Luxemburg (siehe Beitrag in dieser Ausgabe). Auch in Sachen Remote Produktion via IP kann SAM einige interessante Anwendungen vorweisen, so zum Beispiel beim UEFA Europameisterschaftsfinale der U21 in Polen, bei dem die weltweit erste UHD Remote Produktion mit unkomprimierten Signalen realisiert wurde.

Auch andere Hersteller wie Ross Video und EVS beeilen sich, um beim Thema IP-Workflows nicht den Anschluss zu verlieren. Ross unterstützt mittlerweile die IP-Initiativen wie AIMS, AMWA, Aspen und NewTeks NDI. Auf der IBC zeigte das Unternehmen mit Raptor Edge ein AIMS kompatibles, modulares IP/SDI Media Gateway, das Broadcastern beim schrittweisen Ausbau ihrer IP-Infrastrukturen helfen soll. Am Stand wurde zudem IP-Workflows im Zusammenspiel von Raptor Edge mit dem Ross-Grafiksystem Xpression und dem Videomixer Acuity präsentiert. „Viele sagen, Ross Video hat bei IP nichts zu bieten. Das stimmt nicht“, betonte Ross Video-Chef David Ross auf der IBC-Pressekonferenz des Unternehmens.

EVS präsentierte mit S-Core Master ein neues Software Defined Services (SDS) IP-Broadcast-Kontrollsystem für Netzwerke. „Damit lassen sich Live-IP-Signalströme orchestrieren und die Realisierung von IP-Produktionen vereinfachen“, erklärte Christophe Messa, Produkt Manager IP Solutions bei EVS. Das neue System biete Ingenieuren eine bessere Sichtbarkeit und Überwachungsmöglichkeit aller Schnittstellen in einem IP-Netzwerk und sorgt für die nötige Bandbreitenverfügbarkeit in der gesamten Infrastruktur. Dabei ist S-Core Master auch mit Produkten von Drittherstellern kompatibel. In Sachen IP-Infrastruktur kooperiert EVS mittlerweile ebenfalls mit Cisco. S-CORE Master ist unter anderem schon im Live-Produktionsworkflow von Cisco TV, dem professionellen TV-Studio- und Produktions-Service des Unternehmens, implementiert.

Messa sagte: „Die Flexibilität und Vorteile von IP-Infrastrukturen erlauben den Operatoren, sich stärker auf bessere Inhalte-Entwicklung zu fokussieren anstatt über Infrastruktur-Management nachzudenken. Auch die Einführung von S-CORE Master hilft dabei und markiert den nächsten Schritt hin zur Adaption neuer Technik-Infrastrukturen.“ Künftige Live-Produktions-Infrastrukturen würden stark davon profitieren, dass man heute IT-basierte, effizientere Lösungen dazu anbieten könne.

EVS unterstütze bereits im neunten Jahr wieder das IBC TV, diesmal auch mit IP-Infrastruktur und S-Core Master, um die Komplexität bei der Verbindung der IBC TV-Mitarbeiter und Produktionsstätten zu verringern. Erstmals war die IBC TV-Infrastruktur komplett IP basiert und auf einen Remote-Produktionsworkflow ausgelegt. IBC TV liefert zur Broadcast-Kongressmesse Live-News und Interviews, die über diverse Plattformen (IBC Website, Facebook, Periscope, YouTube etc.) und auch auf Monitoren im RAI-Ausstellungsgelände gezeigt werden. Via IP-Netzwerk miteinander verbunden waren beim IBC TV das Data Center am EVS-Stand in Halle 8, der Master-Kontrollraum in Halle 13, ein Live-Studio, ein Live-Konferenz-Raum und ein Web Content-Produktionsraum. Das Data Center wurde auf Basis der sogenannten Leaf-Spine-Netzwerkarchitektur mit Arista und Cisco Switches unter Berücksichtigung von AIMS- und SMPTE-Standards realisiert. Die Inhalte wurden über EVS XT4k Live-Produktionsserver ausgetauscht und alle Feeds als zentralisierte Files im skalierbaren Zentralspeichersystem EVS XStore abgelegt.

 

Live IP bei Sony

Mit optimierter Interoperabilität von IP-Live-Produkten versuchte Sony, das Besucherinteresse an seinem Messestand auf sich zu ziehen. Der japanische Elektronikkonzern will dazu künftig auch die Industriestandards SMPTE ST 2110 zum Medientransport über IP und NMOS der AMWA zur Geräteerkennung und -registrierung unterstützen. Die ersten kompatiblen Produkte, die Teil des kompletten IP Live-Produktionssystems von Sony sind, wurden auf der IBC 2017 vorgestellt und sollen ab April 2018 verfügbar sein. Auf der IBC 2017 wurde erstmalig die Audio-Intercom-Lösung für eine brandneue Kamerabasisstation (Camera Control Unit, CCU) vorgestellt, die sich aktuell noch in der Entwicklung befindet. Bei dieser Vorstellung kommt der Standard SMPTE ST 2110 in HD bei einer Videoübertragung über IP zum Einsatz. Die neue CCU ist mit den Kameras HSC-100RF und HSC-300RF kompatibel. Die Kamerabasisstation unterstützt eine breite Palette an Formaten, einschließlich 1080p, und viele verschiedene ältere Ein- und Ausgangstypen, einschließlich 3G-SDI und 1,5G-SDI. Die kompakte CCU eignet sich laut Sony ideal für kleinere Produktionsbereiche. 

Die 4k-/IP-fähigen Videomischer XVS-8000, XVS-7000 und XVS-6000 von Sony bilden das Herzstück bei IP-Live-Produktionen. Ab Firmware-Version 2.6 unterstützen sie zukünftig SMPTE ST 2110 in HD. Die Mischer der XVS-Serie bieten dank des Mixes aus SDI und IP viel Flexibilität. Sony präsentierte zur IBC 2017 auch sein Angebot an End-to-End-IP-Produktionslösungen. Mit der Remote-Integration (REMI) zeigte Nicolas Moreau, Product Marketing Manager Europe IP Live Production & Workflows bei Sony, wie IP Live eine effizientere Nutzung von Ressourcen und eine schnellere Bereitstellung bei Produktionen ermöglicht. Bei der Vorführung wurde eine Produktionseinheit (Kameraset und Produktionsgalerie) am Sony-Stand in Amsterdam mit dem Level3 Data Centre in London verbunden, wo sich die Verarbeitungsressourcen befanden, darunter alle Mischer und Server. Gemeinsam mit Suitecase.tv zeigte Sony eine Lösung für die TV-Produktion unter Verwendung des IP-Live-Produktionssystems über eine 1-GbE-Netzwerkverbindung. Darüber hinaus war Sony auch am IP-Showcase der IBC 2017 beteiligt, der gemeinsam von AES, AIMS, AMWA, EBU, IABM, MNA, SMPTE und VSF ausgerichtet wurde. Bei dieser Veranstaltung kooperierten über 40 Anbieter, um die IP-Interoperabilität auf Grundlage des aktuellen Entwicklungsstands des Standards SMPTE-ST 2110 und der Spezifikation NMOS IS-O4 der AMWA unter realen Bedingungen zu demonstrieren. 

Der IP Showcase war laut Veranstalter ein Riesenerfolg. Sehr viele Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich über bereits bewährte, umfassende IP-Workflows für Produktion und Playout zu informieren.

 

Nachrichten aus der Cloud

Wie Imagine so war auch Sony in Amsterdam Kooperationspartner von Huawei. Gemeinsam zeigte man das Zusammenspiel von IP-Workflows mit Cloud-basierten Systemen für mehr Effizienz in der TV-Produktion und -Distribution. Sonys Nachrichtenproduktionssystem Media Backbone Hive wurde dazu in eine komplett cloudbasierte Umgebung implementiert. Das Hosting übernahm dabei die Open Telekom Cloud. Dieser Service wird gemeinsam von Huawei und der Deutschen Telekom-Tochter T-Systems betrieben. Mit der Kombination aus einer skalierbaren Plattform wie Hive mit der Flexibilität der Cloud wollte Sony zeigen, dass die agile Zukunft der Nachrichtenproduktion über mehrere Standorte hinweg für Sendeanstalten und Filmemacher von Inhalten jeder Größe schon jetzt möglich ist. Dieser Ansatz sei das Gegenteil zum heutigen hardwarebasierten Nachrichtenbetrieb im Studio, erklärte Sony. Auf der IBC erfassten mobile Journalisten (MoJos) und angehende Medienprofis Full HD-Inhalte mit Handkameras und Smartphones. Weiteres Material wurde von Videojournalisten (VJs) zur Verfügung gestellt, die Inhalte von ihren Laptops über FTP oder als direkten Upload auf Hive zur Verfügung stellten. Auch der cloudbasierte Workflow-Service XDCAM air von Sony wurde in das Set-up integriert, sodass Kameras, die im Außeneinsatz verwendet wurden, mit der Infrastruktur verknüpft werden konnten. Mit Hilfe von XDCAM Air stehen übermittelte Mediendateien und Metadaten sofort für die Clip-Protokollierung und Bearbeitung zur Verfügung. Die Bearbeitung des cloudbasierten Materials erfolgte zur IBC über verschiedene Tools: über die in Hive integrierten Schnittwerkzeuge, über virtuelle Bearbeitungsstationen und über webbasierte Desktop-Clients. Die im Laufe der Messe zusammengestellten Geschichten wurden anschließend direkt über Hive auf Facebook, Twitter, YouTube und anderen Plattformen veröffentlicht. Auch Huawei griff auf seinem IBC-Messestand auf die in der Cloud gehosteten Inhalte zu, um sie auf Thin-Client-Geräten zu durchsuchen und zu bearbeiten. 

Hive verbindet sich mit dem auf Microsoft Azure ausgeführten MXF Analyser Cloud Service. Dabei handelt es sich um eine cloudfähige Version des MXF Analysers. Dieses Tool zur Dateianalyse wurde im Laufe der vergangenen Jahre vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) entwickelt. Das IRT beschäftigt sich im Rahmen seiner Forschungen zu Cloud-Produktionskonzepten und -Anwendungen mit Hive. Dabei steht insbesondere die Frage im Vordergrund, wie cloudbasierte Lösungen wie Hive in bestehende Medieninfrastrukturen integriert werden können. 

Auch Harmonic war am Huawei-Cloud-Projekt zur IBC beteiligt. Gezeigt wurde wie Harmonics cloud-basierte Lösung VOS zum Transkodieren, Verpacken und Ausspielen von Videos in die verschiedensten Kanäle eingesetzt werden kann. Der Broadcast-Branche liefere man nun eine Technologie, die das schnelllebige Nachrichtengeschäft von teurer Hardware entkoppeln würde und stattdessen die Kostenvorteile eines Cloud-Betriebsmodells ausschöpfe, erklärten die Partnerunternehmen auf der IBC. „Sendeanstalten und Nachrichtenanbieter stehen vor großen Herausforderungen. Dazu zählen fragmentierte, schwer erreichbare Zielgruppen, unterschiedliche Plattformen und steigende Kosten“, meinte Stuart Almond, Head of Marketing and Communications, AV and Media Solutions. „Wir wollen unseren Kunden zeigen, dass Inhalte mithilfe linearer Abläufe schneller bereitgestellt werden können und außerdem ein neues Publikum erreicht wird, das sich größtenteils im Internet aufhält. Und zwar ohne zusätzliche Kosten. Das alles ist möglich, wenn die Nachrichtenproduktion in die Cloud verlagert und mehr Remoteproduktion und Zusammenarbeit gefördert wird. Die Welt der Nachrichten ist unberechenbar. Nachrichten passieren zu jeder Zeit und an jedem Ort. Die wahre Konkurrenz der Sender heutzutage sind die Benutzer sozialer Netzwerke“, meinte Almond. „Mit Media Backbone Hive tun sich neue schnellere, flexiblere Herangehensweisen für die Produktion auf. Hinzu kommt, dass das Hosten von Inhalten und Anwendungen bedeutet, dass keine umfangreichen Investitionen in eine hardwarebasierte Studioinfrastruktur mehr nötig sind. Stattdessen liegt der Fokus auf einem Betriebskostenmodell.“ 

„T-Systems ist der Cloud-Pionier in Europa – wir waren deshalb häufig dabei, wenn Umstellungen auf die Cloud erfolgten“, berichtete Dr. Maximilian Ahrens, VP Strategy & CTO Cloud der Digital Division bei T-Systems. „Dabei haben wir gelernt, dass der Erfolg der Digitalisierung maßgeblich davon abhängt, ob für die Cloud entwickelte Produkte zur Verfügung stehen. Bei Sony und Harmonic ist das der Fall. Die ausgezeichneten Ergebnisse bei unserem Praxistest in der Open Telekom Cloud mit der Unterstützung von Huawei sprechen für sich.“ 

„Cloudbasierte Dienste werden innerhalb der Medien- und Unterhaltungsbranche immer häufiger genutzt. Sendeanstalten suchen aktiv neue Wege, um ein größeres Publikum zu erreichen und zu begeistern und gleichzeitig nach Optionen, um die Zusammenarbeit und Remoteproduktionen ohne Kostenexplosion zu fördern“, meinte Dr. Rainer Schäfer, Geschäftsfeldleiter Mediendienste und Plattformen beim IRT. „Dieser spannende Machbarkeitsbeweis, der auch ein hybrides Cloud-Modell einschließt, zeigt, dass in der Medienbranche ein Umdenken in puncto Produktionsmodelle stattfindet.“              

Eckhard Eckstein

MB 4/2017

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