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Mehr Effizienz und Kreativität

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Mehr Effizienz und Kreativität

Sky Deutschland hat im Juni 2016 mit dem Bau eines eigenen Sport-Sendezentrums in unmittelbarer Nähe zur Firmenzentrale in Unterföhring bei München begonnen. Das Projekt Sky Sport Headquarter wird im ersten Schritt zwei Studios (600 qm und 250 qm) sowie zusätzlich eine neue Fläche von 250 qm für die Sky-Bundesliga-Konferenz umfassen. Über die Neubau-Strategie und die geplanten Eigenproduktionen sprach MEDIEN BULLETIN mit Alessandro Reitano, Vice President Sports Production bei Sky Deutschland.

› Ursprünglich wurde das neue Sky-Sendezentrum „The Cube“ genannt. Warum?

Bei allen unseren Projekten haben wir gerne griffige Arbeitstitel. Die Bezeichnung „The Cube“ hat sich schlicht aus der Würfelform des Gebäudes ergeben. Auch die dort bereits vorhandenen Studios, die zuletzt vom ZDF genutzt wurden, wirken auf Grund ihrer enormen Deckenhöhe wie Würfel. „The Cube“ 

wurde mittlerweile in Sky Sport HQ umbenannt.

 

Wie sieht der zeitliche Ablauf beim Bau des Sendezentrums aus?

Von Juni bis Oktober 2016 fand zunächst die Kernsanierung statt, einschließlich der Raumgestaltung für die Technikräume. Im November waren die Räume staubfrei und unser Systemintegrator Qvest Media konnte mit dem Einbau der ersten Racks im Zentralen Geräteraum (ZGR) im dritten Stock beginnen. Von dort aus arbeiten wir uns dann mit den technischen Installationen langsam nach unten zu den Studios. Der Technikeinbau zieht sich bis März hin. Im März/April finden die Abnahmen statt. Im Mai, Anfang Juni, werden wir dann mit den Proben beginnen. Danach gehen wir einen Monat in den Parallelbetrieb zur jetzigen PLAZAMEDIA-Struktur, so dass wir dann mit dem Start der Wimbledon Produktion 2017/2018 Anfang Juli den Sendebetrieb aus dem neuen Sky Sport HQ eröffnen können.

 

Wie sieht denn die Raumplanung im Sky Sport HQ aus?

Das neue Sendezentrum bietet uns eine Nutzfläche von rund 1.700 Quadratmetern. Die Technik ist hauptsächlich im dritten Stock des vierstöckigen Gebäudes untergebracht. Dort befinden sich die Playouts, der Hauptschaltraum und der ZGR.

Im zweiten Stock befindet sich der Audiobereich mit Kommentatoren-Einheiten, Schnittplätzen, Redaktions- und Produktionsräumen. Im ersten Stock sind dann Umkleiden, VIP-, Gäste- und Moderatoren-Räume und im Erdgeschoss schließlich zwei Regien, zwei  Studios mit 600 und 250 Quadratmetern Fläche, ein weiterer 250 Quadratmeter großer Bereich für die Sky Bundesliga Konferenz sowie angrenzende Technik-Räume.

 

Das Bestandsgebäude, in das das Sky Sport HQ integriert 

wird, mietet Sky von MIT. Lassen sich ihre Baupläne dort 

problemlos umsetzen?

Sehr gut sogar. Das Schöne an den alten Studios dort ist, dass sie eine Deckenhöhe von bis zu zehn Metern haben. Das findet man heute bei Studioneubauten nirgendwo. Mehrwert bietet auch die gute Bausubstanz. Die Akustik ist in den alten 

Gemäuern oft besser als in neuen. Das sind Dinge, mit denen wir natürlich spielen wollen. Außerdem befindet sich in dem Gebäude auch noch ein altes Kino aus der Leo Kirch-Zeit. 

Alles hat einen gewissen Retro-Charme, den wir gerne 

erhalten wollen.

 

Bei Studioneubauten kommt man heute nicht am Thema 

IP-basierte Infrastrukturen vorbei. Wie geht Sky mit dem 

Thema um?

Im ersten Schritt werden wir nicht voll auf IP setzen. Die technologische Entwicklung ist unserer Meinung nach noch nicht so weit. Es sind noch nicht alle Systeme zu 100 Prozent IP-tauglich. IP-basierte Workflows werden von uns deshalb nur sukzessive, zugeschnitten auf die jeweiligen Marktanforderungen, genutzt. Das Routing ist natürlich IP-basiert, die Filetransfers auch. Es gibt aber durchaus Komponenten, die noch klassisch SDI Broadcast basiert arbeiten. Durchgängige IP-Workflows, wo wir nur noch über IP-Konfiguration sprechen, bewerten wir als noch nicht sicher genug. Deshalb wählen wir diesen Weg aktuell noch nicht. Aber unsere Systeme sind alle skalierbar. Wir sind IP-ready und bauen zu gegebener Zeit dann entsprechend aus.

 

Was bedeutet das neue Produktionszentrum insgesamt für 

den Sender?

Waren wir bislang eher eine umfassende, innovative Plattform, die Content ausgespielt hat, so werden wir jetzt auch Produktionshaus. Das erfordert neue Mitarbeiter für das ganze Playout, Ingenieure, Grafiker, Audioexperten et cetera, insgesamt über 40 Festangestellte und darüber hinaus weitere 50 bis 80 Freelance-Positionen. Wir schaffen viele neue Arbeitsplätze und neue Bereiche, die es bislang so noch nicht gab. Dazu setzen wir erst einmal eine entsprechende Struktur auf. Mit unserem neuen Produktionszentrum bauen wir etwas Einzigartiges auf.

 

Haben sie das nötige IT-Know how dafür schon im Haus?

Teilweise. Broadcast & IT ist ein Bereich, den wir noch weiter aufbauen müssen. Mit Blick auf die neuen Workflows, unter anderem auch bei den Live-Produktionen, brauchen wir die richtigen Leute dafür. „The Cube“ bietet uns jetzt die Chance, die Dinge anders zu machen und uns weiter zu entwickeln.

 

Inwieweit sind denn existierende Mitarbeiter davon betroffen?

Wir werden unsere Herangehensweise den Gegebenheiten anpassen. Alle müssen jetzt noch stärker eigenverantwortlich agieren.

 

Ihr eigenes Tätigkeitsfeld wird auch ausgebaut?

Im Moment verantworte ich die vier Bereiche Live-Sport, Sky Sport News, Grafik und Innenproduktion. Da wir zukünftig wesentlich mehr Content archivieren müssen und entsprechende Workflows für unser Media Asset Management aufsetzen werden, haben wir des weiteren die beiden Bereiche Archiv 

& Ingest und Media Management in den Bereich Sports 

Production integriert. Der Start von Sky Sport HQ dient uns also auch, um die Workflows, die wir jetzt haben, zu ändern und anzupassen. Dabei geht es nicht um Einsparungen, sondern um mehr Effizienz im positivem Sinne. Ein Redakteur muss sich ganzheitlich um seine Sendung kümmern und mit Hilfe des neuen MAM künftig auch Elemente wie z.B. Grafiken selber realisieren können. Wir wollen den Redaktionen mehr Verantwortung übertragen. Denn Workflows aus einer Hand minimieren Fehlerquellen sehr deutlich.

 

Mit welchem MAM-System werden Sie arbeiten?

Wir setzen im MAM-Bereich nicht auf Avid- sondern auf 

Viz One-Systeme von VIZRT. Es ist für uns keine einfache Aufgabe, das MAM-System zu konfigurieren, vor allem weil es ganz neu aufgesetzt wird. Aber wir haben schon viele Eindrücke von anderen Sendern sammeln können, die Viz One im Einsatz haben. Wir haben geschaut, wie die Kollegen da arbeiten, welche Prozesse eingebunden sind, was den Redakteuren übertragen werden kann und was zentral gesteuert werden muss.

 

Warum Viz One?

Wir sind ein VIZRT-Haus mit Blick auf die vielen Grafikmaschinen, die wir von dem Unternehmen schon nutzen, und wir sehen eine große Workflow-Erleichterung, wenn wir darauf aufsetzen. Die Arbeitsschritte sind dann passender und für uns einfacher umzusetzen als bei einem anderen MAM-System. Außerdem haben wir auch in den anderen Ländern bei Sky UK und Sky Italia mit Viz One gute Erfahrungen gemacht.

 

Bedeutet das, dass man die technologische Harmonisierung 

der Sky-Schwestern sucht?

Nein. Bei allen Sendern gibt es schließlich unterschiedliche Arbeitsweisen. Wir nutzen zum Beispiel eine Mosart-Automation, Sky UK setzt auf eine Ross Video-Automation. Die technischen Vernetzungsmöglichkeiten mit den anderen Sky-Sendern werden am Ende durch die unterschiedlichen Rechtesituationen in den einzelnen Ländern eingeschränkt. Wir bauen deshalb etwas auf, von dem wir glauben, dass es für unsere Workflows am wichtigsten ist. Natürlich immer mit Schnittstellen nach Italien und England. Aber Hauptaugenmerk ist unsere eigene Prozesskette. Das Thema Synergie zwischen den Sendern spielt nicht die Rolle, die oft unterstellt wird. Es geht um die Workflows. Wir wollen einerseits die Effizienz steigern und andererseits den Redakteuren mehr Verantwortung und damit auch mehr Möglichkeiten geben, noch kreativer zu werden. Wachsende Kreativität ist ein zentraler Anspruch, den wir immer haben.

 

Wurde der vom Dienstleister PLAZAMEDIA nicht ausreichend erfüllt?

Natürlich sind auch die Kollegen bei PLAZAMEDIA kreativ. Aber die Möglichkeiten, die wir dann in dieser Hinsicht haben, sind deutlich besser. Es gibt mehr Spielraum für Innovationen. Wir werden dafür ein eigenes Testlabor aufbauen. Wenn jemand eine gute Idee hat, dann er dort gleich prüfen, ob sie funktioniert. Er kann selber ins Studio gehen und muss nicht erst einen anderen fragen, ob er es für uns mal aufsperren kann. Das wichtigste am ganzen Prozess aber ist: Wir sind Herr des Verfahrens. Wir können Technik, Inhalte und Arbeitsweise bestimmen. Und wir können Dinge ausprobieren. Dann entsteht auch Kreativität. Wir treiben Innovationen gerne mal voran, sind immer First Mover. Doch Dinge im Livebetrieb zu testen, ist nicht immer möglich. Jetzt können wir das mit mehr Ruhe und Gelassenheit machen und erst, wenn alles passt, damit on air gehen. Auch die Skalierbarkeit ist ein wichtiges Thema, ebenso wie die Automation. Wir prüfen ständig, wie wir den Output 

verbessern, Innovationsführer bleiben und im Markt neue Maßstäbe setzen können.

 

Welche Strategie verfolgt Sky mit der Eigenproduktion?

Die Strategie von Sky ist, möglichst immer unabhängig in der Produktion und in der Wertschöpfungskette Herr des Verfahrens zu sein. Wir wollen nicht abhängig sein von Dritten. Für uns war es nur eine Frage der Zeit, die Eigenproduktion zu 

stärken. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt da. Die Rechtesituation mit der Bundesliga ist geklärt, das Studiogebäude ist vorhanden und wir sind auf Wachstumskurs.

 

Ziel ist nicht, günstiger zu produzieren, weil die Rechtekosten bei der Fußballbundesliga und anderen Top-Events rasant steigen?

Nein. Der Faktor Kosteneinsparung spielt hier kaum eine Rolle. Das Gegenteil ist eher der Fall. Wir müssen investieren, um Produktionsmöglichkeiten zu schaffen, die diversen Ansprüchen genügen, komplette Souveränität bieten und eine extreme Produktqualität ermöglichen. Im Abo-Geschäft sind wir schließlich mit einer sehr hohen Erwartungshaltung unserer Kunden konfrontiert. Denen müssen wir immer die beste Qualität liefern. Das tun wir, und das werden wir auch zukünftig tun. Dazu kommt der Vorteil, dass wir nun auch den direkten Kontakt zu Technik-Herstellern haben. Bislang war immer ein anderer 

Player zwischen uns geschaltet.

 

Aber Ihr Sky Sport HQ-Integrationspartner Qvest Media steht 

doch jetzt auch zwischen Sky und den Herstellern?

Nein. Qvest schraubt uns nur die Technik rein. Wir geben vor, was wir haben wollen und schauen in die Roadmap der Hersteller. Wir wollen Innovationsführer sein und den nächsten Schritt gehen und den können wir nur zusammen mit den Herstellern gehen. Mit einem eigenen Produktionszentrum können wir wesentlich leichter mitgestalten als das vorher der Fall war.

Warum wurde Qvest als Integrationspartner gewählt?

Wir sind sehr zufrieden mit Qvest und hatten bereits eine sehr gute partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Integration bei Sky Sport News. Wenn man die uns zur Verfügung stehende Zeitachse von zehn Monaten für den Aufbau des neuen Produktionszentrums betrachtet, wird klar, dass damit eine große Herausforderung verbunden ist. Dabei braucht man schon einen Partner, der mitzieht. In Europa gibt es nicht viele, die das können. Wir haben deshalb kein Shoot-out-Verfahren gemacht, sondern uns gleich entschieden, Qvest wieder ins Boot zu holen. Andere Sender nehmen sich für ein solches Projekt 24 Monate Zeit. Wir machen das in zehn!

 

Was ist technologisch besonders an dem Projekt?

Für die Firma Riedel ist es sicher einmalig, dass ihr MediorNet-System, was sie ja nun auch in unsere SNGs verbaut haben, jetzt auf die ganz große Bühne eines Produktionszentrums heben. 

Riedels MediorNet spielt hier die zentrale Rolle bei der 

Vernetzung, in Sachen IP- im Verbund mit einer klassischen Broadcast-Umgebung. Wir präferieren Systeme, die hoch 

skalierbar sind und mit denen wir möglichst flexibel auf 

Innovationen reagieren können, zum Beispiel auch mit Blick 

auf Remote Produktionen. 

Die Möglichkeit dazu ist für uns jetzt viel leichter geworden, weil wir für Sky Sport HQ die richtigen Komponenten ausgewählt haben. Das heißt, eine Riedel-Einheit im Produktionszentrum lässt sich natürlich blendend mit denen in den SNGs verbinden, ein Lawo-Mischpult passt natürlich perfekt zu den Audio-Pulten dort. Wir haben nur solche Technik ausgewählt, die absolut zukunftsfähig ist.

 

Welche Rolle wird die Remote-Produktion bei Sky denn 

künftig spielen?

Der Einsatz von Remote-Produktionen macht nicht überall Sinn. Für Remote brauche ich einen wirklich guten Business Case. Wir sind bei vielen Produktionen eben nicht der Hostbroadcaster, sondern der Abnehmer. Remote zu machen, nur weil jeder gerade Remote schreit und meint, alles lässt sich aus der Zentrale regeln, ist nicht schlüssig. Wir haben deshalb die Technik so ausgewählt, dass es jederzeit möglich ist Remote-Produktionen zu machen und prüfen jeden Einzelfall, ob es da Sinn macht. Mit unserer eigenen neuen SNG-Flotte haben wir es da natürlich einfacher.

Skys neue SNG-Flotte ist seit November 2016 startklar. Mit 

welchen Einheiten?

Das sind insgesamt elf Fahrzeuge, darunter sieben baugleiche SNGs, zwei Support-Fahrzeuge und vier live-fähige mobile 

EB-Einheiten. Das sind Landrover mit einer kleinen Schüssel auf dem Dach. Das sind eine spürbare Verbesserung unserer Produktionsbedingungen und ein sehr gutes Investment. Bislang agierten wir mit EB-Teams mit live-fähigen Sende-Rucksäcken. Es ist wichtig für uns, dass wir jetzt noch schneller werden und mehr Live Content generieren können. Die Autos sind deutschlandweit auf sechs Standorte verteilt. Dafür haben wir 35 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. 

Die SNGs sind so ausgelegt, dass sie nicht nur für Sky Sport News HD im Einsatz sind, sondern auch für den Live Sport. Auch bei diesen Fahrzeugen haben wir dran gedacht, dass Technik eingebaut ist, die auch skalierbar ist. Wir denken jetzt einfach mal zwei, drei Jahre voraus und wählen die dafür entsprechenden Elemente. Deshalb ist das direkte Verhältnis zu den Herstellern für uns auch so wichtig.

 

Das gilt sicher auch für Skys UHD-Pläne. Sie haben dazu schon einige Testsendungen gemacht. Waren Sie mit den Ergebnissen zufrieden?

Absolut. Die Bilder bei unseren Champions League UHD-

Produktionen waren überzeugend. Aber man erlebt bei jeder Produktion auch wieder neue Dinge, die man so nicht auf 

dem Schirm hatte. 

Fußballstadien bietet beleuchtungstechnisch rund 1.400 Lux Helligkeit an. Das passt für HD. Bei UHD aber haben wir gemerkt, dass man die Kamera in einem anderen Modus fahren muss und man vielmehr mit der Blende spielen muss, um das Rauschen Richtung 0 zu minimieren. Deswegen machen wir aber auch diese Tests. Manche Bilder sehen vielleicht auf einem 30 Zoll Klasse 1 Monitor im Ü-Wagen wirklich toll aus. Nach der Ausstrahlung und der Darstellung auf einem 84 Zoll Monitor sieht man auf einmal im Bild oben links ein leichtes Rauschen. Woher kommt das? 

Man muss also die Lichtverhältnisse, die Kamera, die Aussteuerung der Kamera, eigentlich auch die komplette Distributionskette noch einmal prüfen. Aber wir sind sehr zufrieden damit, dass wir eine Hybridproduktion umsetzen können, also aus einem Ü-Wagen heraus ein UHD- und ein HD-Signal 

generieren können. Das erleichtert einiges. Wir versuchen 

permanent, die Qualität der Bilder weiter zu optimieren. Und das wird uns gelingen.

 

Wird Sky Deutschland auch die Formel 1 in UHD senden wie das Sky UK bereits macht?

Ausgewählte Spiele der Fußballbundesliga und der UEFA Champions League zeigen wir bereits in UHD, bei der Formel 1 jedoch ist UHD bisher noch nicht Bestandteil des weltweiten Signals, was den Sendern angeboten wird. Um dies zu ändern, befinden wir uns in Gesprächen mit dem Rechtegeber.“

 Das Sky-Playout wurde Mitte 2016 von SES Platform Services (SPS), heute MX1, abgezogen. Wie funktioniert das heute und was ist da weiter geplant?

Im Moment haben wir das Playout beim MIT Teleport München aufgebaut. Dazu musste nur die Leitungsführung von SPS zu MIT geändert werden. Von dort aus werden die Signale jetzt über einen zentralen Glasfaserbackbone zur weiteren Verteilung via Satellit zum Teleport von Sky Italia geschickt. Mitte Mai bis Mitte Juni 2017 wollen wir im sogenannten Lift-and-Shift-Verfahren mit dem ganze Playout von MIT in das Sky Sport HQ umziehen. Dann haben wir eine direkte Verbindung von unserem Operations Playout im Sky Sport HQ zum Sky-Teleport in Italien. Bei Live-Übertragung gehen alle Signale aber erst einmal nach Unterföhrig. Sky Sport HQ ist der zentrale Hub, wo unter anderem auch die Grafiken zugesetzt werden. So haben wir die Signalkontrolle. Sie ist das Wichtigste in Zeiten von Bandbreiten, Komprimierung, Kontribution, Distribution. Wir müssen das Signal überall checken können, um bestmöglichste Qualität abliefern zu können. Mit MX1 haben wir zudem im Januar 2017 einen Business Continuity Vertrag geschlossen. Er garantiert im Fall einer Störung des Sky-Sendesignals, dass unsere Programme weiterhin übertragen werden.

 

Beim Playout ging der Trend bislang eher Richtung Outsourcing.  Warum nicht mehr bei Sky?

Wer so viele eigene Assets hat wie Sky, für den ist am Ende die Reduzierung von Outsourcing-Betrieb die bessere Wahl. Man kann sich immer die Frage stellen, ob etwas günstiger ist. Es geht aber eigentlich viel mehr darum, wie man die eigenen Assets möglichst effizient nutzen kann. Und Insourcing bedeutet immer auch die Zunahme von Know-how. Know-how ist gerade heute in Zeiten, wo sich die Broadcast-Welt so unfassbar schnell ändert und man immer wieder neu erfinden muss, immer wichtiger. Das darf man nicht unterschätzen. Bei uns geht der Trend deshalb eher in Richtung Insourcing.

 

Gilt das auch für Cloud-basierte Lösungen zum Beispiel für 

OTT-Services?

Am Ende gilt es immer zu entscheiden: wie weit habe ich 

Kontrolle über meine Wertschöpfungskette, und was gebe ich an Dienstleister. Wir werden keine Cloud-Farm aufbauen und auch keine Amazon Cloud nutzen. Vielleicht nutzen wir einzelne Services. Aber unsere Abonnenten erwarten zu Recht höchste Produktqualität. Diesem Anspruch können wir nur dann gerecht werden, wenn wir die Produktionskette komplett unter unserer eigenen Kontrolle haben. 

 

Was sind die wichtigsten Broadcast-Hersteller, die mit ihren 

Produkten und Lösungen bei Sky Sport HQ vertreten sind?

Das sind die üblichen Verdächtigen wie Riedel, VIZRT, EVS, Imagine, Lawo, Sony.... Um die Verlässlichkeit des Betriebs zu gewährleisten, arbeiten wir ganz klar mit den Lösungen der Key Player.                                                                    

Eckhard Eckstein

MB 1/2017

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