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Robert Trebus, Manager DACH, Broadcast und ProAV, von Panasonic ©empress

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Panasonic-Strategie für 2019

Panasonic fährt im Broadcast-Geschäft eine spezielle Strategie. Video-over-IP, IT-Infrastrukturen, Remote-Technik und verstärkte Kooperationen spielen dabei eine wichtige Rolle. Auf der Hamburg Open 2019 erklärte Robert Trebus, Manager DACH, Broadcast und ProAV, von Panasonic, wohin der Weg führt.

Welche Strategie verfolgt Panasonic 2019?

2019 werden wir die Entwicklung von 2018 fortsetzen. Das heißt, wir werden mehr mit anderen Herstellern kooperieren und Integrationslösungen unsere Produkte mit deren Produkte suchen. Über Studio- und Slomo-Kameras hinaus reicht das bis in den Bereich von Robotik-Lösungen hinein, gerade auch vor dem Hintergrund der Integration virtueller Umgebungen und der Verknüpfung von Schwenk-/Neige-Kameras mit Studiokameras, Video-over-IP und Remote Produktion. 2019 gibt es da weitere Entwicklungen und Produkte. Den Bedarf dafür nehmen wir am Markt wahr. Gerade bei der Remote-Produktion ist viel Dynamik erkennbar. Wir wollen hier mit dabei sein, mit neuen Produkten und Schnittstellen für Fremdprodukte anderer Hersteller. Diese Produkte wollen wir dann auch in unsere Distribution mit aufnehmen und in unserem Händlerkanal anbieten, um dann die tiefe Integration in unserem Projektgeschäft sicherstellen zu können. Das ist ein neuer Markt. Der wächst relativ kräftig und bietet uns eine gute Perspektive.

Wichtig für uns ist, dass unsere Produkte alle eine 12G SDI- und eine Video-over-IP-Schnitttstelle haben. Wir versuchen auch, immer mehr Power-over-Ethernet anzubieten und Produkte über Netzwerk mit Spannung zu versorgen. Der Einfluß von IT-Lösungen auf Broadcast-Produkte wird weiter wachsen.

Was veranlaßt Sie diesen Weg zu gehen?

Wir sehen eine Veränderung speziell bei den klassischen Sendeanstalten, wie dort gearbeitet und investiert wird. Auch da wird die IT-Infrastruktur immer wichtiger, auch mit Blick auf die Studiokameras und die Bildmischer. Wir müssen mit unseren Produkten Teil dieser Veränderung sein. Wir wollen sie innovativ begleiten, z.B. durch die Implementierung neuer Schnittstellen. Das ist wichtig, wenn wir uns auf dem Markt als einer der Key-Anbieter behaupten wollen. Die Investitionsbereitschaft ist hier vorhanden. Der Markt ist da. Bei den klassischen SD/HD-Kameras gibt es nur noch Ersatzbeschaffung für defekte Geräte. Aber Produkte, die die neuen IT-Schnittstellen unterstützen, sind gefragt.

Ich bin fest davon Überzeugt, dass die Nachrichten-Erstellung und -Verbreitung niemals ihre Relevanz verlieren wird. Nur die technischen Formate und Workflows ändern sich dabei. Es gab schon immer Zyklen, wo technische Infrastrukturen Einfluss auf die Nachrichtenerstellung hatten. Wir als Panasonic wollen auch weiterhin Teil dieses innovativen Nachrichtenproduktionssegments sein.

Welchen Vorteil hat Panasonic im sich wandelnden Markt?

Eine Schwenk-/Neige-Kamera wie unsere UE150 hatte vor zehn Jahren noch das Image eines semiprofessionellen Produkts. Schwenk-/Neige-Technik wurde deshalb hauptsächlich im Event-Bereich eingesetzt, nur sehr zaghaft in TV-Studios. Das ändert sich gerade. Im direkten Vergleich mit Studiokameras bietet die UE150 eine ebenbürtige Bildqualität. Und ihr Einsatzbereich deutlich breiter als das Broadcastsegment. Wirtschaftlich betrachtet ist das für uns eine sehr interessante Entwicklung. Die Produkte sind günstiger und kleiner. Unsere neuen preisgünstigeren Produkte profitieren von dem Know-how, dass wir über Jahrzehnte in Forschung und Entwickelt erworben haben. Das ist ein wichtiger Vorteil, den wir als forschendes Industrieunternehmen natürlich haben. (2/19)

In der kommenden Ausgabe von mebulive (erscheint am 25. März 2019) finden Sie weitere Meinungen und Kommentare zur Entwicklung der Broadcast-Branche in der sich schnell verändernden Medienwelt.

Foto: Robert Trebus, Manager DACH, Broadcast und ProAV, von Panasonic ©empress

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