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T-Mobile US attackiert Kabel- und Satelliten-TV-Anbieter

T-Mobile US-Chef John Legere möchte mit Kabel- und Satelliten-TV-Anbietern konkurrieren. Das Unternehmen gab bekannt, mit dem Start eines neuen Online-TV Services, seine mobile Videostrategie ausbauen zu wollen. Im Zuge dessen, wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des Technologieunternehmens Layer3 TV bekannt.

In einer Stellungnahme sagte T-Mobile, es gebe eine endgültige Vereinbarung, das TV-Technologieunternehmen für einen nicht offen gelegten Betrag übernehmen zu wollen. Die Übernahme soll in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. T-Mobile US möchte das Layer3-Team in die eigenen Strukturen integrieren, um 2018 einen eigenen TV-Dienst entwickeln und starten zu können.

Layer3 ist derzeit in fünf US-Staaten aktiv und nutzt seine Plattform zur Integration von TV, Online-Videos und Social-Media-Inhalten. Layer3 ist online und auf mobilen Geräten verfügbar und bietet mehr als 275 Kanäle und 25.000 On-Demand-Titel.

In einem YouTube-Beitrag sagte Legere, dass T-Mobile bereits dabei sei, die "am zweithäufigsten gehasste Branche in Amerika" (Mobilfunk) zu verändern. Jetzt sei man auch bereit, "die meist gehasste Branche, die großen Kabel- und Satellitenfernsehbetreiber" maßgeblich zu verändern. In seinem Beitrag bezeichnete Legere die großen Player Comcast, Charter und Time Warner als "die absolut Schlimmsten" und spielte auf eine enorme Transformation an, in der das Internet zum mobilen Internet werde.

"Die Leute lieben ihren Fernseher, aber sie hassen ihre TV-Anbieter. Und schlimmer noch, sie haben keine andere Wahl, als den beschissenen Kundendienst, die klobige Technologie und unverschämten Rechnungen einfach zu akzeptieren", so Legere.

Während der Deal als direkter Angriff auf die etablierten Kabel- und Satellitennetzanbieter zu werten ist, wird T-Mobile im Online-TV-Segment auch mit den eher traditionellen Konkurrenten AT & T und Verizon konfrontiert sein.

AT & T betreibt den Online-TV-Dienst DirecTV, während Verizon in dieser Woche eine Partnerschaft mit der NFL ausbaute, um American Football per Handy zu streamen. Verizon plant zudem, trotz einiger Verzögerungen, in 2018 einen eigenen Online-TV-Dienst zu starten, während AT & T derzeit bemüht ist Time Warner zu erwerben.

In seinem Video sprach Legere von den großen Verlusten, die Kabel- und Satellitennetzbetreiber derzeit in den USA hinnehmen müssen. 1,6 Millionen Abonnenten seien nur in der ersten Jahreshälfte 2017 verloren gegangen. Dies würde jedoch nicht ein abnehmendes Interesse an TV widerspiegeln. "Mehr Menschen als je zuvor zahlen heute für Fernsehinhalte. Neue Dienste wie Netflix boomen. Netflix allein konnte im letzten Jahr weltweit 22,5 Millionen neue Abonnenten gewinnen, und amerikanische Erwachsene verbringen fünf Stunden am Tag mit Fernsehen", so Legere.

T-Mobile möchte mit seinem eigenen Service die Marktvielfalt erhöhen und Verbraucher vor langfristigen Verträgen, hohen Rechnungen, großen Paketangeboten und geschlossenen Systemen bewahren. "Wir machen dem ein Ende. Wir werden dieser Branche ein für allemal eine echte Wahl geben", meint Legere und fügt an: "Das ist das mobile Zeitalter. Wir werden Fernsehen für Leute, die Fernsehen lieben, bauen. Fernsehen, das Sie auf jedem angeschlossenen Gerät sehen können."

Das gesamte Video von John Legere können Sie sich hier ansehen (12/17)

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