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UK ist größter AV-Markt in Europa

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UK ist größter AV-Markt in Europa

Das Vereinigte Königreich ist erneut größter audiovisueller Markt im Großraum Europa. Das konstatiert die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle in der neuen Studie „Audiovisuelle Mediendienste in Europa: Markteinblicke“. Sie präsentiert und analysiert entsprechende Informationen aus der Datenbank MAVISE für das Jahr 2018.

Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle als Teil des Europarates in Straßburg hat gerade eine brandneue Publikation mit dem Titel „Audiovisuelle Mediendienste in Europa: Markteinblicke“ (Autorin: Agnes Schneeberger) veröffentlicht. Basierend auf Analysen von Daten von 2018 aus der MAVISE-Datenbank gibt diese Publikation einen Überblick über die europäische audiovisuelle Medienlandschaft aus drei verschiedenen Perspektiven. Die erste hebt auf das Angebot audiovisueller Mediendienste in Europa ab und legt Zahlen für Fernseh- und Abrufdienste vor, die auf den europäischen Märkten verfügbar sind und dort ihren Sitz haben. Die zweite Perspektive befasst sich mit dem Zugang und der Verbreitung audiovisueller Dienste in Europa und stellt fest, dass kostenpflichtige Geschäftsmodelle in diesem Sektor dominieren. Die dritte Perspektive beleuchtet die wachsende Präsenz zielgerichteter audiovisueller Mediendienste in Europa, die ausländische Märkte bedienen. 

Das Vereinigte Königreich war 2018 mit 1.230 Fernsehsendern und 201 kostenpflichtigen Abrufdiensten mit Sitz im Land, von denen viele auf andere europäische audiovisuelle Märkte ausgerichtet waren, insgesamt noch immer der bedeutendste audiovisuelle Markt im Großraum Europa. Dazu zählen die 28 EU-Länder (EU28) plus Albanien, Armenien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Island, Liechtenstein, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, die Russische Föderation, die Schweiz, die Türkei und Marokko.

Das Vereinigte Königreich erbrachte darüber hinaus den größten Anteil am gesamten Angebot an audiovisuellen Diensten in der EU28. Rund ein Viertel aller Fernsehsender (28 %) und kostenpflichtigen Abrufdienste (24 %) hatte dort seinen Sitz.

Ende 2018 waren 11.123 Fernsehsender in Europa verfügbar, wovon 5.039 lokale Fernsehsender waren. Darüber hinaus standen in Europa 2.917 Abrufdienste zurVerfügung, einschließlich Dienste mit Sitz außerhalb Europas, die auf die europäischen Märkte ausgerichtet sind; darunter waren 1.624 Catch-up-TV Dienst, 1.081 kostenpflichtige und 212 kostenlose Abrufdienste.

Ende 2018 gab es 5.880 Fernsehsender mit Sitz in Europa (ohne lokale Sender), davon 4.470 in der EU28. Die europäischen Regulierungsbehörden erteilten 4.838 Fernsehlizenzen (ohne lokale Lizenzen), davon 3.555 in der EU28. Von den Fernsehsendern mit Sitz in Europa befanden sich 8 % in öffentlichem Eigentum, während 91 % einem privaten Unternehmen gehörten und 1 % in Mischeigentum war (ähnliche Zahlen gelten für die EU28). Rund 28 % der Fernsehsender waren im HD-Format verfügbar, und derselbe Prozentsatz hatte einen Catch-up-TV Dienst im Angebot. Etwa 4 % der Fernsehsender boten eine zeitversetzte Version (identische Werte gelten für die EU28).

Von den 968 kostenpflichtigen Abrufdiensten mit Sitz in Europa waren 853 in der EU28 ansässig. Von diesen waren lediglich 2 % im Eigentum öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten und 1 % in Mischeigentum.

Kostenpflichtige Geschäftsmodelle dominieren

Jeder fünfte Fernsehdienst mit Sitz in Europa 2018 war über digitales terrestrisches Fernsehen (20 %) zugänglich, der Rest konnte über Kabel, Satellit oder Internet-Protokoll-Fernsehen (IPTV) empfangen werden. 

Die meisten Fernsehsender waren kostenpflichtige oder Premium-Dienste, während 41 % der Sender mit Sitz in Europa frei empfangbar waren. Die Ergebnisse für die EU28 waren ähnlich.

Das vorherrschende Geschäftsmodell für kostenpflichtige Abrufdienste waren Video-on-Demand-Abonnements (SVoD) (59 %), sie lagen damit vor transaktionalem Video-on-Demand (TVoD) (41 %).

Wachsende Präsenz auf andere Märkte ausgerichteter audiovisueller Mediendienste

Beim Fernsehen war das Vereinigte Königreich 2018 mit Abstand das wichtigste Zentrum für kostenpflichtige Abrufdienste, die sich an ausländische Märkte richten; insgesamt 130 Dienste zielten auf andere europäische Märkte ab, wobei 99 davon allein auf die EU28 gerichtet waren.

Mehr als ein Fünftel aller Fernsehsender und über ein Drittel der kostenpflichtigen Abrufdienste mit Sitz in der EU28 richteten sich speziell an andere EU28-Märkte. In Europa bedienten 19 % der Fernsehsender und 43 % der kostenpflichtigen Abrufdienste ausländische Märkte. Sie befanden sich überwiegend im Eigentum großer Rundfunk- und Unterhaltungsunternehmen, von denen die meisten amerikanischer Herkunft sind.

Auf das Vereinigte Königreich, die Tschechische Republik und Luxemburg entfielen 69 % aller Fernsehsender, die sich an andere EU28-Märkte richten; 75 % der entsprechenden kostenpflichtigen Abrufdienste hatten ihren Sitz im Vereinigten Königreich, Irland und den Niederlanden. (10/19)

Grafik: Die wichtigsten audiovisuellen Medienzentren, die sich in erster Linie an andere EU28-Märkte richten, nach Ländern | 2018 - nach Anzahl der Dienste, Quelle: MAVISE Datenbank 2018


 

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