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Vielfältiges Angebot

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Vielfältiges Angebot

Zur IBC 2014 präsentierten fast alle Hersteller von Aufnahme-Equipment neue Systeme oder Systemerweiterungen. Das Thema 4k/UHD-Produktion stand dabei im Vordergrund. Viel wurde darüber diskutiert welche Rahmenparameter für das ultrahochauflösende Fernsehen am besten geeignet sind, ob 2/3-Zoll- oder Vollformat-Bildsensoren in der TV-Produktion ein- gesetzt werden sollen, welche Frameraten, Farbräume, Dynamik- und Kontrastumfänge sinnvoll sind.

Fast jeder Hersteller professioneller Videokameras ist dabei, sich für Film- und Fernsehzukunft mit ultrahochauflösenden Bildern für ganz neue Seherlebnisse zu positionieren. Die Produktstrategien, die bei den Aufnahmesystemen für 4k und Ultra High Definition (UHD) verfolgt werden, sind indes sehr uneinheitlich. Bislang fehlende Spezifikationen und Standards werden gerne als Grund dafür genannt. Unsicherheit gibt es auch bei den Marktanforderungen, da niemand das Tempo der 4k-Entwicklung vorhersagen kann. So wurde auf der IBC weiter über Bildwiederholraten, Farbräume, Auflösung, Dynamik- und Kontrastumfänge für UHD, 4k oder 8k diskutiert und ein immer vielfältiger werdendes UHD/4k-Kamera-Angebot präsentiert. Und jeder Hersteller betonte, wie zeitgemäß und zugleich zukunftssicher seine Systeme sind.

ARRI zum Beispiel stellte auf der IBC sein neues Aufnahmeformat ProRes 3.2k für die ARRI ALEXA-Kamera vor. Das entsprechende Software-Upgrade soll Anfang 2015 auf den Markt kommen. Laut Unternehmen lässt sich das Upsampling in der Postproduktion für UHD damit ebenso einfach bewerkstelligen wie bei ARRIRAW Open Gate auf 4k. Diese Formate in Kombination mit ALEXAs unübertroffenem Dynamikumfang, so ARRI, würden dafür sorgen, dass die Kamera für jede Produktionsart mit allen Distributionsanforderungen geeignet sei. Die Mehrzahl der Film- und TV-Produktionen würden weiterhin bei Aufzeichnung, Postproduktion und Distribution in HD oder 2k realisiert. Dafür biete die ALEXA beste Voraussetzungen. Bei wachsender Adaption von UHD/4k Postproduktionsworkflows und zunehmender Verfügbarkeit von UHD-Displays in den Haushalten in ein bis zwei Jahren könne sie auch diesen Markt bedienen. Das gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte darüber, dass HDR-Displays (High Dynamic Range) für das Seherlebnis wichtiger seien als höhere Pixelzahlen bei der Bildauflösung. ALEXA Product Manager Marc Shipman-Mueller meinte dazu: „Von Beginn an wurde die ALEXA so entwickelt, dass sie adaptierbar und zukunftssicher ist. Sie kann leicht Produktionen erledigen, die einem UHD- oder 4k-Workflow folgen. Die herausragende Bildqualität der Kamera in Verbindung mit ProRes 3.2k oder ARRIRAW Open Gate bietet einfaches UHD- oder 4k-Upsampling in einer Qualität, die mindestens so gut ist wie die der Systeme von Mitbewerbern.“

ARRI präsentierte zur IBC 2014 mit SUP 1.1 das erste Software Update Packet für Dokumentarfilm-Style-Kamera AMIRA. Seit Oktober ist es nun verfügbar. Angekündigt wurde für Ende des Jahres ein weiteres Software-Upgrade für ProRes UHD-Aufnahmen. Auch damit sollen die 4k-Anforderungen bei einigen Produktionen besser adressiert werden.

Bei Blackmagic Design wurden die Blackmagic Production Camera 4k und die Blackmagic Cinema Camera mit PL-Mounts ausgestattet, um sie künftig auch mit Profi-Kinoobjektiven von Herstellern wie Panavision, ARRI oder Zeiss nutzen zu können. Die Mounts sind im Gegensatz zu den auf dem Markt verfügbaren Adaptern nicht aus Aluminium sondern aus Stahl. Das macht laut Blackmagic insbesondere den Einsatz von schweren Filmobjektiven sicherer und einfacher im Handling. Nach wie vor gibt es die Kameras auch mit EF- oder MFT-Objektivanschlüssen. Die Blackmagic Production Camera 4k-Modelle sind mit einem Super35mm-Sensor ausgestattet. Der zwölf Blenden breite Dynamikumfang erlaubt die Aufzeichnung brillanter Ultra-HD-Bilder in filmischer Qualität. Ein weiteres Modell ist mit einem 2.5k-Sensor bestückt, der mit 13 Blenden arbeitet.

Auf der IBC stand zudem die von Blackmagic Design erstmals auf der NAB 2014 vorgestellte und seit kurzem lieferbare URSA-Kamera im Mittelpunkt. Sie ist unter anderem mit einem ausklappbaren10-Zoll-Display und 4k Super35mm CMOS-Sensor mit Global Shutter ausgestattet.

Sony präsentierte mit der PXW-FS7 auf der IBC 2014 eine ultraportable 4k-XDCAM-Kamera mit Super35-CMOS-Sensor. Sie ermöglicht Aufnahmen in 4k Quad Full HD (QFHD) und Super-Slow-Motion in Full HD. Der Super35-„Exmor“-CMOS-Sensor der PXW-FS7 mit 11,6 Millionen Pixeln bietet laut Sony eine hohe Empfindlichkeit, geringe Tiefenschärfe, einen hohen Signalrauschabstand und guten Leistungen bei schwierigen Lichtverhältnissen. Die Kamera zeichnet QFHD mit 4:2:2/10-Bit-Abtastung und bis zu 600 Mbit/s auf. Sie unterstützt eine Vielzahl von Aufnahmeformaten einschließlich XAVC Intra, Long GOP, MPEG HD422 und Apple ProRes 422 (Anfang 2015 per Firmware-Update verfügbar). Die neue Kamera wurde laut Sony speziell entwickelt, um eine Vielzahl kreativer Aufnahmeoptionen zu bieten und dabei einen bequemen Sitz auf der Schulter zu gewährleisten – selbst bei stundenlangem Einsatz. Der im Lieferumfang enthaltene Griff, der leicht verstellbare Sucher und das vollständig abgedichtete Gehäuse aus Magnesiumdruckguss gewährleisten eine robuste Funktion in staubigen oder feuchten Umgebungen sowie den „Run and Gun“-Betrieb. „Filmemacher in aller Welt haben sich von uns ein Paket gewünscht, das hochwertige Codecs, unbegrenzte Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen sowie flexiblen Objektivwechsel miteinander kombiniert, ohne dass dafür ein zusätzliches Rig notwendig wird“, erklärte Produktmanager Sebastian Leske. „Die PXW-FS7 haben wir entwickelt, um Kunden eine größtmögliche Flexibilität für verschiedenste Produktionsanforderungen zu geben, und zwar in einer Form, die es Anwendern ermöglicht, all das auf ihrer Schulter zu erledigen.“ Die Kamera ist, wie auch die Sony FS700, mit E-Mount ausgerüstet. Dazu gibt es einen Sony-Adapter für A-Mount-Objektive. „E-Mount bietet den Vorteil, dass es dafür weitere Adapter von Drittherstellern gibt, so dass es sehr einfach ist, auch leichte und günstigere Objektive nutzbar zu machen“, betonte Leske. Die FS7 mit Sony-Optik kommt Ende des Jahres auf den Markt. In der reinen Body-Variante ist sie seit Ende Oktober erhältlich.

JVC stellte auf der IBC den 4k/UHD-Camcorder GY-LS300 vor, der Anfang 2015 auf den Markt kommen soll. Ausgestattet ist der Camcorder mit einem Super 35-mm-4k-CMOS-Sensor (13,6MP) von AltaSens. Dieses Unternehmen wurde vor gut zwei Jahren in die JVC-Kenwood-Gruppe eingegliedert. Der GY-LS300 verfügt über einen Micro-Four-Thirds-Mount (MFT). Ferner sind Konverter für PL-Mount- und andere Objektive erhältlich. Der erste Prototyp auf der IBC hatte ein hochmodernes Codec- und Aufnahmesystem an Bord, das die 4k-Bilder auf SDHC/SDXC UHS-I U3-Standard-Speicherkarten aufzeichnet. Darüber hinaus ermöglicht das Dual-Codec-System die gleichzeitige Aufnahme und das Streamen von HD/SD und HD/proxy-Dateien. Die Kamera markiert laut JVC den Start einer neuen Kameraserie mit Single-Vollformat-Sensoren. Dazu gab es am JVC-Stand bereits einige Technologiestudien beziehungsweise Prototypen zu sehen. Gezeigt wurde das zweiteilige Mini-Kamerasystem GW-SP100 für 4k-Video mit Auflösungen von 4.096x2.160 oder 3.840x2.160 bei bis zu 50/60p mit lokaler Aufzeichnungsmöglichkeit auf SDXC UHS-I U3 Speicherkarten und MFT-Mount. Präsentiert wurde die 4k-Mini-Kamera auch als PTZ-Lösung integriert in einer Gimbal-Aufhängung (MT-GB001), geeignet unter anderem auch für Luftaufnahmen. Vorgestellt wurde mit der GY-LSX1 auch die Studie einer 4k-Schulterkamera mit dem gleichen 13.6 MP 4k-CMOS-Sensor und PL-Mount wie beim GY-LS300. 2015 könnte dazu möglicherweise ein fertiges Produkt auf den Markt kommen, heißt es.

Bei AJA am Stand wurde die bereits auf der NAB 2014 vorgestellte Cion in den Vordergrund gerückt, eine leichte und ergonomische Kamera für 4k/UHD- und 2k/HD-Produktionen. Sie erlaubt Aufnahmen in Apple ProRes 4444 mit bis zu 4k 30 fps, ProRes 422 mit bis zu 4k 60 fps oder AJA Raw-Ausgang mit bis zu 4k 120 fps. Durch die Offenlegung des AJA RAW Formates können nun Disk Recorder für den Uncompressed Betrieb der CION entwickelt werden. Adobe unterstützt das Format mit Premiere CC. AJA präsentierte zur IBC einen Demo-Film, der die hohe Bildqualität der Kamera deutlich machte. „Die CION wurde so konstruiert, dass sie in jeder beliebigen Aufnahmeumgebung komfortabel, bequem und flexibel eingesetzt werden kann“, betonte Andy Bellamy, AJA Field Sales Engineer EMEA von AJA in Amsterdam. Bei der Entwicklung und Gestaltung der CION sei zudem ein offener Ansatz gewählt worden, damit die Kamera mit möglichst vielen unterschiedlichen Zubehörteilen auf dem Markt ausgestattet werden könne. Die CION verfügt standardmäßig über einen PL-Mount. Aber auch andere Objektivaufnahmen lassen sich einsetzen. Auf der IBC wurden Objektiv-Mounts von Drittanbietern für EF, Canon, Nikon und B4 Linsen vorgestellt, die die Einsatzmöglichkeiten der Kamera erweitern sollen. Der 4k APS-C CMOS-Sensor der CION arbeitet mit einem elektronischen Global Shutter und einem Dynamikbereich von zwölf Blendenstufen. 2k- und HD-Aufnahmen werden von der Hardware vom vollen 4k-Sensorbild herunter skaliert, wodurch laut Bellamy fantastische Oversampling-Bilder entstehen, bei denen die Brennweite des Objektivs bei jeder gewünschten Auflösung beibehalten wird.

Auch Grass Valley stellte am IBC-Stand in Amsterdam den Prototypen einer 4k/UHD-Kamera mit drei 2/3-Zoll-Sensoren vor, die auch mit Standard 2/3-Zoll-Objektiven bestückt werden kann. Sie soll bereits Anfang 2015 auf den Markt kommen und die LDX-Kamera-Serien von Grass Valley nach oben ergänzen. Laut Klaus Weber, Senior Produktmarketing Manager Kamera bei Grass Valley, wurde sie speziell für die Anforderungen in der Live-Produktion entwickelt. Ähnlich wie bei Hitachi ziele man darauf ab, mit der Kamera nicht nur die UltraHD/4k-Produktion zu ermöglichen, sondern auch die aktuellen HD-Produktionsformate. Mike Cronk, Senior Vice President Marketing bei Grass Valley, betonte: „Als erste 4k/UHD-Systemkamera-Lösung mit nativer B4-Optik ist dieses Produkt bestens geeignet, den Markt für 4k/UHD-Sportproduktionen mit besserem Zoom, Lichtempfindlichkeit und Tiefenschärfe zu knacken. Wir bieten eine kostengünstige Lösung an, das die heutigen Produktionsformate bedient, gleichzeitig aber so konfiguriert werden kann, dass auch die Anforderungen beim Übergang zu 4k/UHD-Produktionen erfüllt werden.“

Panasonic zeigte auf der IBC wie schon auf der NAB 2014 die dritte Varicam-Generation. Sie wird in zwei Versionen verfügbar sein: Die Varicam 35 bietet Super 35mm und 4k, die Varicam HS ist ideal für High-Speed-Aufnahmen in HD und verfügt über einen 2/3-Typ Kamerakopf. „Ausgehend von der ersten Varicam haben wir die Varicam 35 mit einem neuen V-Log Gamma ausgestattet und decken damit eine große Belichtungsbreite mit mehr als 14 Stopps ab“, berichtete Andre Meterian, Director von Panasonic’s Professional Camera Division. „Außerdem kann die neue Varicam 35 gleichzeitig zwei verschiedene Formate aufzeichnen, was zusammen mit den integrierten Farbkorrekturfunktionen etwa ermöglicht, 4k sowie HD gleichzeitig aufzunehmen und schon mit der Farbkorrektur zu beginnen. Dadurch können Produktionsfirmen ihre Arbeitsabläufe deutlich effizienter gestalten. Die neue Varicam HS bietet jetzt dank der Aufnahme von 240 fps geschmeidige Slow-Motion-Effekte – und das ohne einen Cache-Speicher.“ Die neue Varicam 35 und die neue Varicam HS sind seit Oktober 2014 verfügbar. Panasonic präsentierte auf der IBC auch den zur IFA angekündigten 4k-Camcorder HC-1000 und die Technologiestudie einer 4k-Box-Type-Kamera.

Auch am Stand von Ikegami stand die super-hochauflösende Bildqualität im Vordergrund der Präsentationen. Das japanische Unternehmen bot den Besuchern dabei Einblicke in die neuesten Entwicklungen in Sachen Super Hi Vision (8k). Ein weiteres Highlight war die Vorstellung der auf der NAB 2013 erstmals gezeigten und mit dem Super 35mm CMOS Sensor von Arri ausgestatteten Kamera HDK-97ARRI, eine Broadcast-Style-Produktionskamera mit Digital Cinema-Charakteristik.

Neben Ikegamis Unicam HD-Kameras wie die HDF-97A wurden auch neue Modelle wie die superlichtempfindlichen HDK-5500 und HDL-4500 (POV-Kamera) gezeigt, die auch noch bei einer Minimalbeleuchtung mit 0,02 lux und weniger Bilder mit 60 fps machen können. Mit der HC-HD300 wurde zudem eine günstige, kompakte 1/3-Zoll-3CMOS-HD-Kamera erstmals vorgestellt, die für einen sehr breiten Anwendungsbereich konzipiert wurde und im Dezember 2014 auf den Markt kommen soll.

Besonders großes Besucherinteresse verzeichnete man am Stand von Hitachi. Grund war die neue SK-UHD4000, eine speziell für den Broadcast-Bereich entwickelte 4k-UltraHD-Kamera, die mit 2/3-Zoll B4 Mount Objektiven auch als konventionelle HDTV-Kamera genutzt werden kann. Die SK-UHD4000 ist mit vier neu entwickelten 2/3-Zoll MOS Sensoren ausgestattet. „Unsere Produktstrategie geht klar in Richtung vier MOS-Sensoren. Damit lassen sich alle Pixel generieren, die wir brauchen, um exzellente Videobilder in ultrahochauflösender Qualität zu generieren“, betonte Paddy Roache, Director and General Manager bei Hitachi Kokusai Electric Europe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass binnen eines Jahres alle traditionellen Kamerahersteller eine Vier-Sensor-Lösung wie Hitachi anbieten werden. „Broadcaster wollen funktionierende Optionen für 4k-Produktionen haben, die ihren finanziellen Möglichkeiten und ihren unterschiedlichen Einsatzgebieten entspricht. Und diese Art Kameras machen enormen wirtschaftlichen und technischen Sinn“, betonte er. Dabei verwies er zugleich auch darauf, dass Gearhouse die ersten 50 Kameras der SK-UHD4000 geordert habe und wohl auch nur deshalb, weil die Kunden das britische Rental-Hauses dazu gedrängt hätten. „Alle großen Sportsender waren hier bei uns am Stand und haben sich die neue Kamera angeschaut. Seit 17 Jahren bin ich nun bei Hitachi, aber ein so großes Interesse an einem Produkt wie an diesem habe ich noch nie erlebt“, begeisterte sich Roache. Die SK-UHD4000 soll ab März 2015 ausgeliefert werden. Entstanden ist ihr Konzept in der Zusammenarbeit mit NHK bei der Entwicklung der 8k-Kameras für die Produktion der Olympischen Spiele 2020 in Japan. Am NHK-Stand in Amsterdam war dann auch eine Hitachi 8k-Kamera zu sehen. „Dank der intensiven Vorarbeit von Sony ist ein gewisser Bedarf an 4k-Kameras entstanden, der sich allerdings nur schwer quantifizieren lässt“, sagte er. Bei entsprechenden Marktanalysen sei man zunächst nur von 150 bis 200 Kameras in 2014/2015 ausgegangen. In den Geprächen mit den Produktionsfirmen und Sendern habe man aber klar erkannt, dass Cinema-Typ-Lösungen mit Ein-Zoll-Single-Chips nicht ideal für die TV-Industrie seien. Bei Hitachis 4k-Feldversuchen bei Live-Sportevents im Juli und August habe man feststellen können, dass die neue 4k-Kamera auch sehr gut bei HD-Aufzeichnungen abschneide. „Die SK-UHD4000 kann ja parallel 2k- und 4k-Signale generieren. Wir haben also auch eine HD-Kamera am Start, die besser als jede andere performt. Plötzlich waren auch Dienstleister ernsthaft unserer Kamera interessiert, die ihre HD-Upgrades bislang zurück gehalten haben. Sie haben schnell erkannt, dass sie mit unserer Kamera ihr Brot- und Butter-Business mit hochqualitativem HD weiter betreiben können, gleichzeitig aber die Option für 4k-Produktionen mit Standard CCUs haben, ohne dabei ihre Trucks umbauen zu müssen“, berichtete Roache. Er sieht nun vor allem aber auch die Chance darin, deutlich mehr 4k-Kameras zu verkaufen, wenn sie auch als HD-Kameras eingesetzt werden können. Die Vorteile für den gesamten Markt seien vielfältig. „Bei höheren Produktionszahlen können wir die Kameras günstiger anbieten. Mehr Kunden können Erfahrungen mit der 4k-Technik machen und der Output an 4k-Material wächst und das ohne großes Risiko durch den Umbau von Infrastrukturen“, meinte er. Die Stimmung für 4k/UltraHD sei auf der IBC deutlich ins Positive geschlagen. „In Europa gibt es genügend Top-Sportevents die für 4k angemessene Produktionsbudgets zur Verfügung stellen können. Die Verkaufszahlen für UltraHD-Fernsehgeräte entwickeln sich ebenfalls sehr positiv. Produktionsunternehmen können deshalb sehr zuversichtlich sein, dass sich ihre Investitionen in 4k-Kameras rechnen werden. Sie können gleichzeitig mit diesen Kameras die Qualität für HD-Programme steigern“, meinte er.

Die Nachfrage nach der neuen 4k-Kamera von Hitachi, so Roache, sei mittlerweile so groß, dass das Unternehmen seine Produktionsziele deutlich nach oben korrigieren müsse. „Je mehr wir bauen können, desto mehr können wir auch verkaufen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Aber bei den 4k-Kameras sind wir nun ganz vorne mit dabei. Unsere Kamera wird von vielen Kunden, die sich auch die Kameras der Mitbewerber angesehen haben, als die einzige wirklich voll einsetzbare und gut entwickelte bewertet. Wir erhalten durch diese Kamera einen gewaltigen Pusch für unser ganzes Geschäft. Auf eine solche Situation habe ich schon lange gewartet. Wir haben die Chance wieder an die Spitze der Kamerahersteller zurück zu kehren,“ erklärte der Hitachi-Manager.

Bei Sony will man die Hitachi-Strategie bei der 4k-Kameraentwicklung für Live-Produktionen im Broadcast-Bereich nicht teilen. Angesprochen auf die richtige Sensorgröße und -anzahl erklärt Claus Pfeifer, Strategic Marketing Manager, Live Production Sony Europe: „Die Entscheidung für den großen Single-Chip in der F55 ist zum jetzigem Zeitpunkt genau richtig. Als das Produkt entwickelt wurde war 4k Live noch nicht so relevant. Im szenischen Bereich, wo ja auch viel mit Systemkameras gearbeitet wird, ist das Produkt wunderbar. Man kann den szenischen Look mit einem Großformat-Sensor besser herstellen. Abgesehen davon, ist er auch viel lichtempfindlicher als ein kleiner 2/3 Zoll Sensor. Deswegen glauben wir, dass diese Lösung auch eine sehr variable ist. Man kann sie an einem Wochenende für Sport einsetzen, dann wieder für High Frame Rate (HFR), also für Hochgeschwindigkeitsproduktionen, dann wieder für szenische Produktion von einem Trailer. Wir merken aber auch, dass im Sportbereich was anderes gefordert ist. Bei Sony geht es in der Sensorentwicklung natürlich weiter – Sony ist ja weltweit einer der größten Sensorhersteller – und ich will nicht ausschließen, dass es auch mal eine andere Kamera geben wird.“

Eckhard Eckstein

MB 7/2014

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