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Vincent Grivet

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Warum Hybrid-TV wichtig und relevant ist

Am 14. und 15. November 2018 veranstaltet die HbbTV Association ihr 7. HbbTV Symposium and Awards in der ESMT in Berlin. MEDIEN BULLETIN sprach kürzlich mit Vincent Grivet, dem neuen Vorsitzenden des Verbands, über seine Funktion, das Symposium und warum das hybride Fernsehen wichtiger Teil der neuen Mediennutzung ist.

Sie wurden im Juni 2018 zum Vorsitzenden von HbbTV ernannt. Welche Aufgaben sind mit dieser Rolle verbunden?

Die HbbTV Association bringt Rundfunkveranstalter, Content-Provider, Hersteller, Betreiber und Anbieter zusammen, um gemeinsame Standards für hybrides Fernsehen zu schaffen. Das tun wir seit über zwölf Jahren erfolgreich: HbbTV ist heute in 35 Ländern im Einsatz und in über 44 Millionen Fernsehern und Set-Top-Boxen integriert. Jedes Jahr kommen voraussichtlich 15 bis 20 Millionen Geräte dazu. Dieser Erfolg beruht darauf, dass ein grundlegendes Bedürfnis der Verbraucher und der Industrie befriedigt wird und dass alle Beteiligten des Ökosystems in den Prozess einbezogen werden. Meine Aufgabe als Vorsitzender besteht darin, dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Ansichten angehört und eingebunden werden und dass alle auf unser gemeinsames Ziel hinarbeiten: das Fernsehvergnügen der Zuschauer zu verbessern und den Geschäftswert für alle Beteiligten am Ökosystem zu erhöhen.

Warum ist Hybrid-TV wichtig und relevant?

Fernsehen war und ist für die meisten Menschen auf der Erde die eindrucksvollste und attraktivste Form der Unterhaltung. Es wird ständig durch verbesserte Bild- und Tonqualität, die Größe und den Bedienungskomfort von Fernsehbildschirmen und die große Menge und Qualität der verfügbaren Inhalte bereichert. Allerdings muss man erkennen, dass sich die Fernsehgewohnheiten ändern, zum Beispiel nimmt die Bedeutung des On-Demand-Konsums von TV-Inhalten zu. Die Rundfunkveranstalter, die klassischen Fernsehsender, sind bestrebt, sich diesen Veränderungen anzupassen, um ihre Bedeutung und ihr Überleben in der sich schnell entwickelnden Landschaft sicherzustellen. Das hybride Fernsehen, das HbbTV ermöglicht, ist ein entscheidender Bestandteil dieses Veränderungsprozesses.

Was war das Wichtigste im vergangenen Jahr innerhalb der HbbTV Association?

Wir hatten ein sehr arbeitsreiches Jahr im Verband mit vielen neuen und aktualisierten Spezifikationen, die veröffentlicht wurden. Die größte Aktivität, die im vergangenen Jahr zum Tragen kam, war die Arbeit an der Operator Application-Spezifikation oder OpApp. Im Laufe der Jahre wurde deutlich, dass die Anbieter von den hybriden/interaktiven Erfahrungen, die durch HbbTV gemacht wurden, besser profitieren würden, wenn HbbTV nicht auf einzelne Sender begrenzt wäre, sondern auf alle Sender einer Plattform ausgedehnt würde. Zu diesem Zweck wurde die OpApp-Spezifikation erstellt. Die Spezifikation ist für klassische Fernseh- und Telekommunikationsanbeter wichtig, weil sie es ihnen ermöglicht, ihre Markeninhalte direkt auf Fernsehgeräte zu übertragen, ohne dass Set-Top-Boxen benötigt werden. Sie ist auch für die neuen Allianzen von Rundfunkanstalten von Bedeutung, die in vielen Märkten entstehen.
Die OpApp und andere aufwändige Arbeiten zur Schaffung von Spezifikationen führen zu fortwährenden Aktualisierungen der HbbTV-Testsuiten. Eine Besonderheit von HbbTV ist, dass wir über unsere Testsuiten allen Beteiligten die Möglichkeit geben, ihre Produkte zu testen und zu bewerten, bevor sie auf den Markt kommen

Das jährliche Symposium findet im November 2018 in Berlin statt. Was erwartet uns?

Das HbbTV-Symposium ist ein einzigartiges TV-Branchenereignis, das mir sehr gut gefällt. Es gilt als nützliches und anerkanntes Treffen der HbbTV-"Familie", zu dem alle kommen und ihre Errungenschaften und Erfahrungen mit HbbTV aus dem Live-Betrieb und Forschungsprojekten auf der ganzen Welt vorstellen. Aber es geht noch weiter, denn alle Teilhaber des Ökosystems des Fernsehens sind vor Ort und konzentrieren sich auf das gemeinsame Ziel, ein besseres Fernsehvergnügen für die Verbraucher zu schaffen. Das HbbTV-Symposium ist eine einzigartige Veranstaltung, um die wichtigsten Trends des Markts zu ergründen, zu diskutieren und in weitem Maße zu gestalten.
Ein großer Teil des Symposiums sind die Networking-Gelegenheiten, die es den Teilnehmern ermöglichen, direkt mit anderen Teilnehmern mit ähnlichen Herausforderungen zu sprechen und sich über Lösungen auszuschauen. Zu den Networking-Events gehört auch unsere Preisverleihung, die zum zweiten Mal stattfindet und bei der wir herausragende Leistungen und Innovation in der Branche feiern.
Das Symposium hat eine sehr volle Agenda mit Keynotes, Podiumsvorträgen und Diskussionsrunden. Die Themen reichen von der Gestaltung von Benutzeroberflächen bis zu Geschäftsmodellen für Advanced Advertising. Wir halten die Präsentationen kurz, damit wir möglichst viele Ansichten und Aktivitäten aus aller Welt vorstellen können.

Klingt interessant. Welcher Punkt der Agenda ist für Sie am spannendsten?

Wir haben eine große Auswahl an Panels und Keynotes auf dem diesjährigen Symposium. Aber die Session, auf die ich mich am meisten freue, ist eine Diskussionsrunde über die Art und Weise, wie Rundfunkveranstalter auf die Bedrohung durch internationale Video-on-Demand-Anbieter wie Netflix und Amazon reagieren.
In vielen Ländern arbeiten die Rundfunkanstalten zusammen, um nationale Plattformen zu schaffen, auf denen sie ihre Inhalte bündeln, die über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zugänglich sind. Beispiele sind Freeview Play in Großbritannien, LOVEStv in Spanien, tivùon! in Italien und bald Salto in Frankreich. Jeden Monat entstehen neue Partnerschaften. Es ist keine Überraschung, dass diese Rundfunkveranstalter HbbTV nutzen, um diese reichhaltigeren Benutzererlebnisse zu schaffen, denn dafür wurde es entwickelt!
Dieses Panel auf dem Symposium wird Führungskräfte von Rundfunkanstalten aus ganz Europa zusammenbringen, um über die Herausforderungen zu sprechen, denen sie gegenüberstehen - und wie HbbTV Teil der Lösung ist.

Wie geht's weiter mit der HbbTV Association?

Die Branche entwickelt sich ständig weiter, was bedeutet, dass immer Arbeit ansteht. Der Bereich, in dem wir die derzeit meisten Aktivitäten sehen und in dem ich persönlich involviert bin, ist adressierbare Werbung. Dies ermöglicht es den Sendern, Werbespots im linearen Fernsehen durch Werbespots zu ersetzen, die auf die einzelnen Haushalte zugeschnitten sind, die ihr Programm verfolgen. Auf diese Weise können die Sender die Reichweite und Wirkungskraft des Fernsehens mit der Personalisierung und Effizienz der digitalen Werbung verbinden und sicherstellen, dass sie mit den digitalen Großkonzernen auf Augenhöhe konkurrieren können.
HbbTV wird bereits erfolgreich eingesetzt, um adressierbare Werbung auszutrahlen, wobei Deutschland das aktivste Land ist. Es besteht jedoch Verbesserungsbedarf, daher überarbeitet HbbTV in Zusammenarbeit mit DVB die Anforderungen und geht der Frage nach, wie sich die Standards weiterentwickeln müssen, um diese Anforderungen am besten zu erfüllen.

Details über das HbbTV Symposium and Awards befinden sich auf der HbbTV-Website.

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