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ZDF-Gebäude am Mainzer Lerchenberg ©ZDF/Hans-Jürgen Burkhard


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ZDF-Aktionen zur Coronavirus-Eindämmung

Besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist die Live-Produktion von TV-Sendern. Alle haben sich mittlerweile auf einen Notfall-Modus eingerichtet, so auch das ZDF, bei dem es auch schon erste Corona-Infizierte wie den Moderator Johannes B. Kerner gibt. Sendungen wie die am 25. April 2020 geplante Show "Willkommen bei Carmen Nebel" entfallen.

Laut ZDF hat die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hohe Priorität. Als öffentlich-rechtlicher Sender sieht man sich aber auch in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung. Intendant Thomas Bellut: "Wir müssen gemeinsam alles tun, um die Sendesicherheit, das Programm und die notwendigen Infrastrukturen aufrechtzuerhalten. In Zeiten wie diesen ist unser Programmauftrag wichtiger denn je."

Die ZDF-Geschäftsleitung hat weitere Maßnahmen für die Sicherheit der Belegschaft beschlossen:

  • Wo immer das möglich und vertretbar ist, soll Arbeit im Homeoffice umgesetzt werden. Die Regelung gilt zunächst bis zum Ende der Osterferien.
  • Sitzungen und unmittelbare Kontakte finden nur noch statt, soweit dies für den Betrieb unabdingbar ist. Für den Austausch sollen Telefonate bzw. Schaltkonferenzen den Regelfall darstellen.
  • Nach Möglichkeit soll nur noch ein Arbeitsplatz pro Raum besetzt werden.
  • Bis auf Weiteres werden alle Workshops, Seminare und ähnliche Veranstaltungen abgesagt. Kantinen werden für externe Gäste geschlossen.
  • Die Führungskräfte sind aufgefordert, allen Mitarbeiter/innen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, eine besondere Fürsorge angedeihen zu lassen.

In den aktuellen Nachrichtenredaktionen wurden bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um deren Sendesicherheit zu gewährleisten. Dort wird in verkleinerten, rotierenden und räumlich getrennten Teams gearbeitet. Im Online-Bereich arbeiten viele Mitarbeiter/innen im Homeoffice. Sitzungen und unmittelbare Kontakte werden so weit wie möglich reduziert und durch Telefonate und Schaltkonferenzen ersetzt. Die unterschiedlichen Produktionsstandorte des ZDF (Mainz, Berlin, Düsseldorf, München und Landesstudios) leisten bereits gegenseitige Unterstützung und können bei Bedarf Aufgaben wechselseitig übernehmen.

Bei den aktuell produzierten ZDF-Talksendungen reduzieren wir die Anzahl der Gesprächsgäste so, dass der empfohlene Mindestabstand eingehalten werden kann. Der Studiobetrieb während der Aufzeichnung ist bei allen Produktionen personell auf das notwendige Minimum heruntergefahren. Ansonsten gelten die derzeit allgemein empfohlenen, erhöhten Hygienevorschriften sowohl im Studio als auch in den angrenzenden Bereichen.

Das ZDF hat aufgrund der dynamischen Entwicklung in der Corona-Krise seine Besucherführungen im ZDF-Sendezentrum in Mainz und im ZDF-Hauptstadtstudio eingestellt. Ebenso werden dort Sendungen mit Publikum bis auf Weiteres ohne Zuschauer vor Ort produziert.

Erstmals wurde am Donnerstag, 12. März 2020, "maybrit illner" ohne Zuschauer im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin gesendet. Auch das "ZDF-Morgenmagazin" und "aspekte" in Berlin sowie "das aktuelle sportstudio" in Mainz werden bis auf Weiteres ohne Publikum produziert.

Auch die Kabarett-Sendungen des ZDF ("heute-show", "Die Anstalt" und "Mann, Sieber!") finden bis auf Weiteres ohne Publikum statt, ebenso wie die Talkshow "Markus Lanz" und die ZDFneo-Sendung "Laura Karasek – Zart am Limit".
Das Finale des Songwriter-Wettbewerbs "Dein Song" (ZDF für KiKA) findet am 20. März 2020 in Leipzig live ohne Publikum statt.

Die für den 24. bis 26. März 2020 geplanten drei Aufzeichnungen der ZDF-Show "Fernsehgarten on tour" auf der Kanareninsel Fuerteventura werden mit Blick auf die momentanen Einschränkungen durch das Corona-Virus und die dadurch entstehenden logistischen Schwierigkeiten bei der Realisierung einer solchen Auslandsproduktion abgesagt.

Die für den 21. März 2020 geplante Goldene Kamera wird wegen einer möglichen Gefährdung durch das Corona-Virus verschoben. Das ZDF strahlt an diesem Tag eine bereits aufgezeichnete Ausgabe von "Der Quiz-Champion" aus.

Auch wenn das Risiko einer Infektion an Bord des "Traumschiffs" laut ZDF momentan gering ist, wurde aufgrund der aktuellen Lage entschieden, den Drehplan anzupassen. Der Film "Das Traumschiff: Kapstadt" ist inzwischen abgedreht.  Es ist geplant, den Dreh der Schiffsszenen für die Folge "Das Traumschiff: Seychellen" zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Schauspieler und Crewmitglieder befinden sich derzeit an Bord der MS Amadea auf der Rückfahrt nach Bremerhaven.

Das ZDF unterstützt die Kreativwirtschaft in Form von freiwilligen Leistungen

Das ZDF nimmt als größter Einzelauftraggeber der deutschen TV-Produktionswirtschaft auch in der Corona-Krise seine Verantwortung wahr und unterstützt die Kreativwirtschaft in Form von freiwilligen Leistungen. Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 verändert die Produktionsbedingungen der Herstellung von Auftragsproduktionen des ZDF. In vielen Fällen macht dies eine Realisierung der Produktionen in geplanter Form oder im vereinbarten Zeitrahmen unmöglich.
"Das ZDF verspricht schnelle Lösungen bei der Abwicklung der Unterstützung. Wir werden die Hälfte der Mehrkosten tragen, die uns Produzentinnen und Produzenten nachweisen", so Programmdirektor Dr. Norbert Himmler.
"Wir danken den vielen Film- und Fernsehschaffenden in unserem Land für ihren großen Einsatz bei der Realisierung unserer Produktionen – auch unter widrigen Bedingungen", so ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut, "dies ist gerade in der aktuellen Krise für die Erfüllung unseres Programmauftrags von entscheidender Bedeutung".

Die neuen Sonderregelungen zu Covid-19, die zunächst für Produktionen mit geplantem Drehbeginn bis 30. April 2020 gelten sollen, ergänzen die bereits bestehenden Rahmenbedingungen des ZDF mit den Fernsehproduzenten sowie den Verbänden der Kreativwirtschaft, mit denen sich das ZDF in ständigem Austausch befindet. (3/20)

Foto: ZDF-Gebäude am Mainzer Lerchenberg ©ZDF/Hans-Jürgen Burkhard



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