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ZDF rechnet 2010 mit Überschuss

Das ZDF schreibt auch im Sportjahr 2010 schwarze Zahlen. Intendant Schächter sieht Aufbau des Kulturkanals und HDTV-Start als wichtigste Digitalprojekte der nahen Zukunft.

Der Haushaltsplan des ZDF schließt für das Jahr 2010 mit einem Überschuss von 37,8 Millionen Euro; in dieser Höhe ist eine Zuführung zur Rücklage vorgesehen. Dies ist angesichts der höheren Aufwendungen im Zusammenhang mit den herausragenden
Sportgroßereignissen des Jahres, allen voran die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, ein sehr zufriedenstellendes Resultat, betonte ZDF-Intendant Markus Schächter anlässlich der
Genehmigung des Zahlenwerks durch den Fernsehrat in Mainz. 2009 sei ein schwieriges Jahr gewesen, sagte Schächter und fügte hinzu: "Wir haben nicht gejammert, sondern gearbeitet. Nun sind wir in der Schlusskurve eines Jahres, in dem wir wichtige große neue Projekte auf die Strecke gebracht haben: das neue digitale Nachrichtenstudio, den Digitalkanal ZDFneo für jüngere Zuschauer und den Transformationsprozess ZDF 2012, der uns in eine vollständig digitalisierte Medienumgebung führt."

Der Haushaltsplan 2010 sieht für das kommende Jahr im Betriebshaushalt Erträge in Höhe von 2.045,8 Millionen Euro vor, die damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen und denen Aufwendungen in Höhe von 2.040,8 Millionen Euro gegenüberstehen. Im Investitionshaushalt 2010 erzielt der Sender ein positives Finanzierungsergebnis in Höhe von 32,8 Millionen Euro. Schon für das laufende Jahr 2009 kalkulierte Europas größter TV-Sender mit einem positiven Gesamtergebnis von 16,1 Millionen Euro. Mit dem Zahlenwerk des Haushaltsplans 2010 bleibt das ZDF laut Schächter weiterhin auf seinem angestrebten Kurs, die aktuelle Gebührenperiode 2009 bis 2012 finanziell ausgeglichen abzuschließen.

Neben den internationalen Sport-Großereignissen im Programm steht die strategische Weiterentwicklung des Digitalkonzepts auf der Agendades nächsten Jahres. Dazu gehört der Start des HDTV-Regelprogramms mit Beginn der Olympischen Winterspiele von Vancouver im Februar und die nächste Ausbaustufe der Digitalkanäle des Senders. Im Rahmen der
Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrags wird das Angebot des ZDFtheaterkanals neu positioniert und zu einem Kulturkanal mit breitem inhaltlichen Spektrum auch für jüngere Zuschauer erweitert. Dazu seien weitere Verbesserungen in der Zusammenarbeit von 3sat und Theaterkanal notwendig, um durch Neustrukturierung und Umverteilung die Herausforderungen der digitalen Zukunft ohne zusätzliche Gebührenmittel bestehen zu können. Ebenso wichtig sei für die nahe Zukunft die Abschaltung der analogen Verbreitung im Kabel und über Satellit. Dann könne auch "endlich die teure Doppelausstrahlung aller
Programme - analog, digital - beendet werden", sagte Schächter in seiner Haushaltsrede. "Das ist im Interesse der Zuschauer, weil die Verwirrung durch unterschiedliche Standards entfällt. Wir brauchen eine Digitalisierungs-Roadmap für Deutschland, wenn wir uns in diesem Feld nicht völlig von unseren europäischen Nachbarn abkoppeln wollen."

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