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Robert Amlung ©ZDF/Rico Rossival

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ZDF will VoD-Angebot ausbauen

Vor dem ZDF-Fernsehrat in Mainz hat Intendant Dr. Thomas Bellut am 15. März 2019 die Idee einer Vernetzung von Mediatheken-Inhalten vorgestellt. Im Interview mit MEDIEN BULLETIN (neue Sonderedition mebulive, Ausgabe 1/2019) erläutert Robert Amlung, ZDF-Beauftragter für digitale Strategien, die damit verbundenen Überlegungen.

"Eine intelligente Vernetzung von attraktiven Inhalten ist die zeitgemäße und umsetzbare Antwort auf das Nutzungsverhalten im Netz. Es geht nicht darum, aufwendige Mediatheken zu bauen, sondern die Nutzer bei der Suche nach Inhalten bestmöglich zu unterstützen", betonte Thomas Bellut vor dem ZDF-Fernsehrat.

Mit Hinweis auf das neue Kulturangebot in der ZDFmediathek erklärte der ZDF-Intendant, das ZDF sei grundsätzlich offen für Partnerschaften mit anderen öffentlich-rechtlichen Sendern, aber auch mit anderen nichtkommerziellen Einrichtungen, die interessante Inhalte anbieten. Bellut: "Inhaltlich sind partnerschaftliche Kooperationen mit Dritten denkbar, etwa mit Museen, Stiftungen, Bildungseinrichtungen. Unter den Sendern kann es zu ausgewählten Genres Link-Vernetzungen geben."

Ein wichtiger Aspekt sei die Machbarkeit. "Es ist eben kein eigenes, neu zu schaffendes Angebot, sondern eine enge Verknüpfung des Vorhandenen. Das spart viel Geld, ist zukunftsoffen und wäre relativ zügig machbar, wenn sich alle aufeinander zubewegen", sagte der ZDF-Intendant.

Schließlich folge die Idee der Vernetzung auch den Vorgaben des neuen Telemedien-Staatsvertrages. Dort finde sich der Appell an die öffentlich-rechtlichen Sender, diejenigen Telemedien, die aus journalistisch-redaktionellen Gründen dafür geeignet sind, miteinander zu vernetzen. 

Im Interview mit MEDIEN BULLETIN, die neue Ausgabe erscheint am 25. März (Sonderedition mebulive 1/2019), konstatiert Robert Amlung (Foto), ZDF-Beauftragter für digitale Strategien, eine allmähliche Verlagerung vom linearen zum non-linearen Fernsehen, zu VoD. Durch Anbieter wie Amazon Prime und Netflix verschärfe sich für das ZDF die Konkurrenzsituation im TV-Markt. Wenn der Sender seine Integrationsaufgabe nicht mehr durch das lineare Fernsehen erfüllen könne, sei "die Addition von unterschiedlichen, kleinen Publika" gefragt.

Amlung erklärt: "Dieses sehr vielfältige Angebot so zu konfektionieren, dass jeder Zuschauer und jede Zuschauerin ihr optimales Programm erhalten, ist die Herausforderung für jeden, der in der digitalen Welt etwas anbietet." Er betont: "Wir setzen auf drei Pfeiler. Auf unsere Programmfamilie mit ZDF, ZDFneo und ZDFinfo, auf unsere Mediathek und auf den Grundsatz Online First." (3/19)

Foto: Robert Amlung ©ZDF/Rico Rossival

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