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Kampf der Giganten

Ohne, dass die Grenzen offiziell aufgehoben worden wären, wildern Kabelnetzbetreiber und Telekom neuerdings vice versa in Geschäftsfeldern nach neuen Kunden, die ursprünglich gar nicht für sie vorgesehen waren. Jüngst hat die Telekom das Kartellamt aufgefordert, die Wilderei zu unterbinden. Dabei wird der Kampf der beiden Giganten im Mediengeschäft nun auch von der Abschaltung der digitalen Satellitenfernsehübertragung von Astra geschürt, die am 30. April im nächsten Jahr stattfinden soll. Worum geht es? Hier ein Hintergrundbericht.

In der Zeit zwischen 1982 und 1992 als Christian Schwarz-Schilling Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen beziehungsweise für Post und Telekommunikation war, konnte niemand ahnen, dass man in ferner Zukunft auch via Internet einmal Fernsehen übertragen werden kann. Auch das so genannte „Triple Play“ oder sogar „Quadruple-Play“, mit dem der Verbraucher TV-Anschluss, Internet, Telefon als Festnetzanschluss und sogar Mobilfunk aus einer Hand mit „Flatrate“ erhält, war damals noch nicht als Geschäftmodell erfunden. Genauso wenig übrigens wie der „Hyperlink“, der erst noch erfunden werde musste, um das verbraucherfreundliche World Wide Web auf Basis des Computernetzes Internet möglich zu machen. Selbst das via Astra direkt in die Haushalte abgestrahlte Satellitenfernsehen kam erst später auf.

Heute hingegen ist die digitale Welt bekanntlich von Konvergenz geprägt. Die schlägt nun mit voller Wucht in den Markt der ehemaligen Datentransportunternehmen ein, die heute Geschäfte als Multimedia-Anbieter machen. Digitale Daten, egal, ob sie TV, Internet und andere geschäftliche Computerleistungen oder Telekommunikation erlauben, sie können über alle verfügbaren Transportwege übertragen werden, so dass die Abschottung der Geschäftsfelder für einzelne Datentransportdienstleister ohne Regulierung nicht mehr möglich ist. Die schwierige Frage zu beantworten, inwieweit Regulierung notwendig ist, wird wohl das Kartellamt beantworten müssen. Ein paar Rahmeneckpfeiler für den State-of-the-Art aber lassen sich mit Blick auf die Entwicklungsgeschichte benennen.

Größtes Kabelnetz in Europa

Als Schwarz-Schilling in der Ära unter Bundeskanzler Helmut Kohl in Deutschland das Kabelnetz breitflächig verbuddeln ließ verfolgte er damit nur ein einziges Ziel: Er wollte privates Fernsehen möglich machen, für das es damals wegen Antennenfrequenz-Mangel ansonsten keine ausreichende Verbreitungsmöglichkeit gegeben hätte. ARD und ZDF hatten schon alle wichtigen Frequenzen besetzt. Finanziert wurde die teure Kabelverbuddelung in der damals reichen Bundesrepublik mit Steuergeldern.

Doch hatte Schwarz-Schilling für die Refinanzierung der Angelegenheit – rückblickend betrachtet – gleichzeitig ein durchaus cleveres weitsichtiges Wirtschaftsmodell aufgestellt. Das sah unter anderem vor, die mittelständische Wirtschaft in Deutschland zu beleben.
Die Deutsche Bundespost, die mit dem flächendeckenden stationären Telefonnetz damals bereits über ein Monopol verfügte, sollte, wie Schwarz-Schilling, obwohl er ihr Chef war, beschlossen hatte, kein zweites Monopol bilden dürfen. Deswegen durfte die Deutsche Post die Kabel nur in der Fläche (Netzebene 4) verbuddeln. Die lokalen und regionalen Anschlüsse bis ins Haus (Netzebene 3) wurden von Handwerksbetrieben installiert, die diese dann an die lokale Wohnungswirtschaft vermieteten, um ihre Investitionen wieder rein zu kriegen. Das war durchaus ein lukratives Geschäft, an dem mehrere Hundert Handwerksbetriebe teilnahmen, die im Gegenzug sichere Einnahmen über langfristige Verträge mit der Wohnungswirtschaft erhielten. Davon profitieren Kabelnetz-Besitzer bis heute noch, wobei es sich mittlerweile um internationale Investorengruppen handelt.
Von ihren Einnahmen mussten und müssen die Netzebene 3-Anbieter aber auch immer die Netzebene 4 für die Zulieferung der Fernsehprogramme bezahlen. So flossen bei der Deutschen Bundespost, aus der später die Telekom hervorging, Gelder für die teure Investition zurück.

Auf diese Weise ist in Deutschland das mit weitem Abstand breitflächigste Kupferkabelnetz – das auch schon einige Glasfaserstrecken enthält – entstanden. Nach aktuellen Zahlen des Kabelverbands Anga umfasst es 19,3 Millionen Fernsehhaushalte und besetzt im Wettbewerb mit Satellit, IPTV und DVB-T einen Marktanteil von 51,4 Prozent. Möglicherweise handelt es sich sogar um das größte Kabelnetz der Welt, in dem nun gerne John Malones mit seiner Liberty Media zusammen mit den Investoren von Kabel Deutschland eine Art Duopol bilden möchte. Dazu später mehr.

Wie viele es von den Hunderten der damaligen Handwerksbetriebe heute noch wirklich gibt und wie viele bereits in der Netzebene 4 der großen Kabelnetzbetreiber aufgesogen sind, ist unbekannt. Nach Anga-Angaben versorgen ihre 150 Mitgliedsunternehmen heute 18 Millionen der 19,3 Millionen Kabelhaushalte. Zum besseren Verständnis der Wettbewerbssituation noch ein weiterer Blick in die Geschichte.

Monopol verhindern

Als die Telekom mit ihrem Gang zur Börse am 18. November 1996 weitgehend privatisiert wurde, ahnte sie noch nicht, dass sie das Kabelnetz schon bald verkaufen muss. Man hatte eine Menge Geld in die Erforschung des Kabelnetzes rein gesteckt, um herauszufinden, welche neuen Geschäfte damit im Multimediazeitalter möglich werden können. Die Forschung wurde in Berlin von Jürgen Kanzow im Projekt BERKOM anwendungsorientiert vorangetrieben, der nicht weniger vorhatte, als Visionen für die nächsten hundert Jahre zu entwickeln, was ihm auch mehr oder weniger gelang.

Die einzelnen Visionen, die dabei entstanden waren, wurden damals von der Telekom in vielen Werbespots visualisiert, mit der Telekom für ihre Aktien warb. Da ging es um „Telemedizin“, um „Telearbeit“, um „lebenslanges Lernen“ mit Hilfe der Telekommunikation und um „Schulen ans Netz“. Es ging darum, die Arbeitsplatz- und persönlichen Computer über die verschiedenen Netze der Telekom flächendeckend via Datenautobahnen – Data Superhighways - zu verbinden. Al Gore, Vize von US-Präsident Bill Clinton hatte ja schon 1993 die Parole ausgegeben: „Jeder soll von jedem Ort aus zu jeder beliebigen Zeit jede Information erhalten und weiterleiten können“.

Das hatte weltweit die Regierenden auf Trab gebracht, die es als ihre vornehmste wirtschaftliche Aufgabe ansahen, eine „Informationsgesellschaft“ in Ablösung der „Industriegesellschaft“ zu bilden. Die Multimedia-Euphorie war global. Allein die Welt des TV-Entertainment hatte die Telekom zunächst als staatliches Unternehmen nicht besonders erforscht. Das Geschäft lief ja via Kabelnetz wie von selbst.

Doch 1997 wurde Telekom von der Monopolkommission aufgefordert, ihr Kabelnetz zu verkaufen. Wie bei Wikipedia nachzulesen ist, lehnte die Bundesregierung die Forderung zunächst ab. Wikipedia rafft die weitere Entwicklung kurz zusammen: „Nach der Untersagung der bundesweiten gemeinsamen digitalen Kabelfernseh-Medienplattform von Deutsche Telekom, Bertelsmann und der Kirch-Gruppe aus kartellrechtlichen Gründen durch die EU-Kommission 1998 und aufgrund weiteren Drucks der EU- und nationalen Wettbewerbsbehörden verkaufte die Telekom ihr Kabelnetz ab 2000 schrittweise bis 2003 in Form von regionalen Teilnetzen (Kabel BW, Unitymedia, Kabel Deutschland), was den Weg für den rückkanalfähigen Ausbau und das Angebot von Kabeltelefonie und Kabel-Internet (Triple Play) über das deutsche Kabelnetz freimachte.

Kabel Deutschland erhielt bei Abkauf der Kabelnetze in Schleswig-Holstein alle Unterlagen zum Kabelfernsehen. Anfang 2004 stand Kabel Deutschland vor der Übernahme anderer großer Mitbewerber, was erneut zu einer Monopolstellung geführt hätte; das Bundeskartellamt hat die Übernahme daher fürs Erste untersagt.“
Immerhin: Telekom konnte mit dem Verkauf vom Kabelnetz viel Geld verdienen. Aber der Versuch der einschlägigen Kabelnetzbetreiber die Teilsysteme des Netzes wieder monopolartig zusammenzufügen, geht bis heute weiter.

Telekom contra Liberty Media

Aktuell wurmt die Telekom, dass John Malones Liberty Media, Besitzer von Unitymedia (4,5 Millionen Kunden), dem zweitgrößten Kabelnetz in Deutschland, nun auch das drittgrößte Netz, nämlich Kabel BW (2,4 Millionen Kunden) schlucken will und somit an das größte Kabelnetz (Kabel Deutschland mit 8,8 Millionen Kunden) zu einem Duopol aufschließen könnte.

Den stolzen Kaufpreis für Kabel BW in Höhe von rund 3,2 Milliarden Euro hat Liberty bereits auf den Tisch gelegt. Sollte der Kauf tatsächlich genehmigt werden, fürchtet die Deutsche Telekom herbe Verluste sowohl in ihrem Internetgeschäft mit DSL als auch bei den Festnetzanschlüssen für Telefone. Denn die Kabelnetzbetreiber, die Telekom in jüngerer Vergangenheit laut Financial Times Deutschland noch als „TV-Kabeldosenvermieter“ belächelt hatte, haben längst den Internet- und Telefonfestanschluss für sich als neues Geschäftsfeld entdeckt.
Während laut FAZ die Zahl der DSL-Neukunden für Internet/Telefonie bei Telekom „seit 2009 rückläufig ist“, und „der Gesamtmarkt für Festnetzanschlüsse schrumpft“, freut sich der Kabelverband ANGA über das starke Wachstum bei Breitbandinternet und Telefonie. Danach nutzen aktuell bereits drei Millionen der Kabelhaushalte das Kabel auch für Internet und Telefonie, haben sich also für Triple-Play bei Kabelgesellschaften entschlossen.

Dabei ist die Technik, die sie neuerdings verwenden, dem Leistungsumfang von DSL in der Datenrate, die die Telekom verwendet, um einiges überlegen, zumal wenn es um den Empfang von Videos aus dem Internet geht. Die Technik heißt Data Over Cable Service Interface Specification, DOCSIS, und bietet in ihrer Spezifikation 3.0 Datenraten bis zu 200 Mbit/s. Und das Wachstum mit Triple-Play werde weiter gehen, frohlockt ANGA-Präsident Thomas Braun „Die Breitband- und TV-Branche boomt“. Wobei die Kabelbranche nicht nur auf HDTV, sondern auch auf Hybrid-TV setzt, was mit ihren hohen Datenübertragungsraten von DOCSIS spielend zu bewerkstelligen ist. Um aufzuholen müsste Telekom noch Millionen über Millionen Euro in den Ausbau von Glasfaser stecken, ohne zu wissen, ob es sich refinanzieren lässt.

Hingegen haben die Kabelnetzbetreiber als großen Trumpf die langfristigen Verträge für den Kabelanschluss mit der Wohnungswirtschaft in der Hand. Und dieser Markt werde von ihnen, so schimpft die Telekom in die Ohren von Politik und Kartellamt, abgeschottet – zudem auch noch mit niedrigen Preisen. „Es kann nicht sein, dass die Kabelnetzbetreiber ihre monopolartige Stellung im TV-Geschäft nutzen, ihre Macht auch auf das Breitband zu übertragen und dabei überhaupt nicht reguliert werden“, zitiert die FAZ Telekom-Chef René Obermannn aus seiner Rede bei der Hauptversammlung des Konzerns Mitte Mai.

Gleichzeitig ist Telekom allerdings auch schon auf Kundenfang im Geschäftsfeld der Kabelnetzbetreiber mit dem Triple-Play-Angebot Entertain gegangen, wobei das offensichtlich schwierig ist, weil sie als Grundlage nicht über Kenntnisse zu den Verträgen mit den Wohnungsgesellschaften verfügt. Natürlich weist die ANGA die Forderung der Telekom zurück. Man habe „erheblich ins Kabelnetz investiert“. Den Wettbewerb solle sich die Telekom stellen. Mit einem Marktanteil von elf Prozent bei Breitbandinternetanschlüssen seien die Kabelnetzbetreiber „noch weit von einer marktbeherrschenden Stellung entfernt“, erklärte Braun auf der ANGA Cable 2011.

Analoger Switch Off bei Astra

Um nun ihrerseits das Geschäft mit dem digitalen TV-Anschluss voran zu treiben, hat sich Telekom nun einen Partner mit ins Boot geholt, der einst der ärgste Konkurrent der Kabelnetzbetreiber war: das Satellitenunternehmen Astra. So soll Telekoms TV-Entertainment-Angebot (bislang 1,3 Millionen Kunden) besser im Vertrieb aufgestellt werden. Bislang ist es nur in Haushalten zu empfangen, die nahe an einem VDSL- also Glasfaseranschluss liegen. Durch diese Kooperation soll Entertain laut Telekom „ab Sommer 2011 nahezu bundesweit verfügbar“ sein, nämlich „von mehr als 75 Prozent aller deutschen Haushalte nutzbar werden“, durch die Kombination der Satelliten- mit der DSL-Technik.
Hierdurch wird vor allem auch das breite HDTV-Angebot von Astra in Haushalten ohne Glasfaseranschluss möglich gemacht. Dabei soll auch die HD+ Pay-TV-Plattform von Astra möglich werden, auf der sich zurzeit die Sender von RTL und ProSiebenSat.1 in HD-Qualität tummeln. (Kürzlich hat allerdings das Kartellamt neue Ermittlungen in Bezug auf Pay-TV via Satellit seitens der zwei großen privaten Sendergruppen aufgenommen.)

Auch der Satellitenbetreiber Astra, der 13,7 Millionen der insgesamt 37,7 Millionen deutschen TV-Haushalte digital und 2,9 Millionen analog bedient, profitiert natürlich von der neuen Kooperation. Denn ansonsten – ohne DSL-Kombination, was über die Kooperation mit Telekom möglich wird - wäre die Sättigungsgrenze für Astra in Deutschland als bislang wichtigster Wachstumsmarkt für Satellitenfernsehen wohl bald erreicht. Nicht an allen deutschen Wohnorten können die eher hässlichen Satellitenschüsseln wie Pilze aus dem Boden schießen. Ihre Installation wird in der Regel von der Wohnungswirtschaft verboten, insbesondere wenn sie Verträge mit Kabelnetzbetreibern unterhält. Außerdem will Astra im digitalen Zeitalter natürlich auch am Internet-Geschäft und Hybrid-TV beteiligt sein.

Am 30. April 2012 soll nun ein weiterer wichtiger Schritt in die Vollendung der Digitalisierung des elektronischen Medienmarktes in Deutschland stattfinden. Da soll die analoge Satellitenausstrahlung von Fernsehen abgeschaltet werden. Die öffentlich-rechtlichen wie die privaten Fernsehveranstalter in Deutschland haben sich für die analoge Abschaltung entschieden, weil sie so eine Menge Geld einsparen, das sie bislang an Astra dafür zahlen. Die avisierte Abschaltung geht, wie schon weiland beim Umstieg des analogen Antennenfernsehens auf DVB-T, auf die Initiative der Landesmedienanstalten zurück.

Sie wollen Druck auf die Kabelnetzbetreiber machen, ihre Netze voll zu digitalisieren. Tatsächlich sind aber „alle Kabelnetze schon heute voll digitalisiert“, wie zum Beispiel der Telecolumbus-Chef Dietmar Schickel, der über das viertgrößte Kabelnetz in Deutschland (2,3 Millionen Haushalte) auf der Netzebene 3 mit direktem Draht zu Wohnungsgesellschaften regiert, schon seit längerem betont. Es ist nur so, dass die drei größten Kabelnetzbetreiber in Deutschland den digitalen Fernsehanschluss nur dann auch konkret realisieren wollen, wenn dafür noch viel mehr Cash als die sechs bis acht Euro monatlich pro Haushalt in ihre Kasse fließt. So haben die drei Großen der Netzebene 4 eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, wonach es in den von ihnen betreuten Haushalten „keine Zwangsdigitalisierung“ geben wird.

Analoges Kabelangebot bleibt bestehen

Eigens zu diesem Zweck werden die großen Kabelnetzbetreiber die Signale, die ihre Kabelkopfstationen von Astra dann nur noch digital empfangen, re-analogisieren, um sie so in die Kabelhaushalte weiterzuleiten. Damit wollen sie sicherstellen, dass ihnen ihre bisherigen regelmäßigen Einnahmen aus der Goldnische für analoges Fernsehen konkurrenzlos erhalten bleiben und sie das Digitalisierungstempo nach eigenem Gusto bestimmen. Unter Umständen können auch die am Kabel angeschlossenen Haushalte davon profitieren, was ein Wettbewerbsvorteil für die Kabelnetzbetreiber sein könnte. Dadurch, dass die analoge TV-Übertragung in den Haushalten erhalten bleibt, könnte man, auch wenn man sich für einen digitalen Anschluss mit neuem für HDTV geeigneten Empfangsgerät entscheidet, in anderen Zimmern weiterhin die alten analogen Fernsehgeräte benutzen, die ja auch bis 30 Fernsehprogramme in guter Qualität bieten.

So halten die Kabelnetzbetreiber den Spatz mit analogem TV in der Hand, während sie es gleichzeitig auf die Taube abgesehen haben, das Neugeschäft mit Internet und Telefonie. Das wollen sie den Telekommunikationsanbietern abjagen. Mitunter haben sie dabei sogar den Mobilfunk mit im Flatrate-Angebot.

Diversifikation im Wettbewerb

Ob Kabel-, Satelliten- oder Telekommunikationsunternehmen: Sie alle haben im Zuge der Digitalisierung ihr originäres Dienstleistungs- und Produktportfolio diversifiziert. Aus den ehemaligen rein technischen Distributoren für entweder Rundfunk- oder Telefonsignale sind im Zuge der Digitalisierung längst Medienunternehmen geworden, die Inhalte, Kommunikations- und Dienstleistungsangebote auf variantenreiche Weise mixen und so auf mehr Geld aus dem Portemonnaie der Verbraucher hoffen. Was auch schon längst gelingt. Und weil im Wettbewerb auch die Bundesliga ein gutes Argument ist, um einen digitalen Kabelanschluss für viel monatliches Geld zu realisieren, bieten die meisten Kabelnetzbetreiber nun auch das entsprechende Sky-Angebot an. Wohingegen die Telekom mit „Liga Total“ ihr eigenes Bundesliga-Angebot hat.
Würde man mal einen statistischen Vergleich aufstellen, wer im digitalen Medienmarkt die größten Umsätze und Gewinne macht, würden wohl ganz klar Kabel-, Telekommunikations- und Satellitenunternehmen die Spitzenstellung einnehmen. Wie viel die privaten TV-Veranstalter insgesamt für ihren Content erhalten, der über die digitalen Netze vertrieben wird, ist bislang unbekannt. Und an dieser Stelle setzt ein weiteres komplexes Thema an: Das Urheberrecht. Erika Butzek
(MB 06/11)

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