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Klares Bekenntnis zum Digitalradio

Die Automobilindustrie hat sich auf dem Presseforum "Digitalradio: 100 Tage DAB+“ am 8. November beim Bayerischen Rundfunk klar zum neuen Digitalradio bekannt. 100 Tage nach der Einführung des neuen Digitalradios, DAB+, seien die Erwartungen an das Medium nicht nur erfüllt sondern vielmehr übertroffen worden betonten dort unisono Vertreter der Programmveranstalter und KFZ-Hersteller.

„So, wie sich Digitalradio derzeit entwickelt, bin ich sicher, dass bald in Deutschland Digitalradio als Serienausstattung in den Fahrzeugen verfügbar sein wird,“erklärte Dr. Bertram Hock, Leiter Entwicklung Broadcast Receiver, von BMW. Einen Zeitpunkt, wann DAB+ in der Serienausstattung zu finden ist, wollte er noch nicht nennen. Alle großen in Deutschland ansässigen Automobilhersteller bieten heute schon in den meisten ihrer Fahrzeugreihen DAB+ als Sonderausstattung an. „Man merkt“, so Hock weiter, „wie viel Spaß es auch den privaten und öffentlich-rechtlichen Programmanbietern macht, Digitalradio zu veranstalten. 100 Tage Digitalradio bietet einen guten Vorgeschmack darauf, was noch in Deutschland kommt."

Auch Dr. Ralf Hinz, Teamleiter Vorentwicklung Radio & TV, Daimler, und Dr.-Ing. Peter Jocher, Leiter Entwicklung Radio, TV, Medien, RSE bei AUDI zeigten sich mit Blick auf eine erfolgreiche DAB+ Einführung sehr zuversichtlich.

Befürwortet wird die Einführung von Digitalradio auch vom größten Automobilclub in Europa und vom Interessenvertreter der Autofahrer, dem ADAC. Peter Mikolaschek, Leiter Aktuelle Verkehrsinformation beim ADAC, betont „dass der ADAC über viele Mobilitätsinformationen und Verkehrsinformationen verfügt, die bisher nicht mit TMC transportiert werden können. Digitalradio mit dem neuen Dienst TPEG (visuelle Darstellung digitaler Reise- und Verkehrsinformationen in Verknüpfung mit Navigationssystemen) bietet.

Genauso ist Herbert Tillmann (Foto), Direktor Produktion und Technik des Bayerischen Rundfunks (BR), davon überzeugt, dass sich Radio und Mobilität gegenseitig ergänzen: „Der digitale terrestrische Hörfunk bietet als einziges System die Möglichkeit, massenattraktive Radioinhalte und neue digitale Zusatzdienste flächendeckend in hoher Qualität zu übertragen. Der Bayerische Rundfunk überträgt daher seit Oktober im Rahmen eines Pilotprojekts auch die Daten des Verkehrsinformationsdienstes TPEG über seine DAB/DAB+ Netze.“ Die zentrale Rolle des Bayerischen Rundfunks bei der Einführung von Digitalradio betonte auch Dr. Johannes Grotzky, Hörfunkdirektor des BR. „Der BR ist beim Ausbau vom Digitalradio bereits sehr weit. Insbesondere inhaltlich hat der Bayerische Rundfunk sehr viel für Digitalradio getan. Denn wir bieten nicht nur via Digitalradio das vollständige Hörfunk-Programmangebot des BR an. Zusätzlich haben wir digitale Programme wie Bayern plus und on3-radio über Digitalradio in der Luft. Jedes dieser digitalen Programme hat ein „analoges Mutterschiff“. So bewerben die analogen Programme die digitalen Programme.“

Laut Dr. Chris Weck, HA Rundfunk- und Informationstechnik, Deutschlandradio bietet das neue Digitalradio „Deutschlandradio die technischen Voraussetzungen seinen bundesweiten Versorgungsauftrag zu erfüllen und digitale Zusatzdienste nicht nur im Internet, sondern über die neuen digitalen Verbreitungswege anzubieten. Schon jetzt ist Digitalradio angekommen. Dank des sehr guten Programmangebots im bundesweiten Multiplex und im landesweiten Multiplex.“

„Nach hundert Tagen können wir sagen: der Zug ist ins Rollen gekommen und kann nicht mehr aufgehalten werden“, meinte Helmut G. Bauer, Mitglied der Lenkungsgruppe Digitalradio, Geschäftsführer DRD GmbH. „Trotz aller Widerstände ist am 1. August 2011 das neue Digitalradio erfolgreich gestartet. Vor allem durch die Zusammenarbeit zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Veranstaltern wurde Digitalradio zum Erfolg. Die Veranstalter auf dem bundesweiten Multiplex erweitern ständig ihre digitalen Angebote und werden im nächsten Jahr auch das Sendernetz weiter ausbauen.“

Willi Schreiner, Geschäftsführer von Absolut Radio setzte sich sogar dafür ein, dass „wie im TV-Bereich die rechtliche Verpflichtung bestehen sollte, dass alle zukünftigen Radiogeräte mit einem digitalen Empfangsteil ausgestattet sein müssen. Damit wird sichergestellt, dass alle neuen und "alten" Programme auch im Auto gehört werden können. Dennoch so Schreiner seien wir uns „dieses Mal sicher, dass die Maschine läuft. Denn bei diesem Start sind wir nicht technikgetrieben sondern programmgetrieben.“

Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Olaf Korte, Gruppenleiter Broadcast Applications, Fraunhofer IIS den „maßgeblichen Anteil“ seiner Forschungseinrichtung am erfolgreichen Start von DAB+ in Deutschland auf Sende- und Empfangsseite. Erstmals werden eine Vielzahl der neuen Möglichkeiten von Digitalradio umfassend genutzt, wie dynamische Rekonfiguration beispielsweise bei den 90elf Bundesligaspielen oder dem Nachrichtendienst „Journaline“. Nicht zuletzt wird mit Digitalradio „durch die Übertragung von TPEG insbesondere der mobilen und automobilen Nutzung besonders effektiv Rechnung getragen.“

Das Presseforum entstand auf Initiative der Bayern Digital Radio GmbH und des Projektbüros Digitalradio. (11/11)

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