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Leistungsstarke Infrastruktur

Die Deutsche Telekom will die Voraussetzungen für IPTV verbessern. Bis Ende des Jahres soll das neue VDSL Highspeed-Netz mit zunächst bis zu 25 Mbit/s rund 8,2 Millionen Haushalten in Deutschland zur Verfügung stehen. Und mit ADSL2+ sollen insgesamt über 17 Millionen Haushalte zumindest 16 Mbit/s nutzen können. Davon profitiert jetzt auch die IPTV-Plattform T-Home.

Die Deutsche Telekom verfügt über eine der leistungsstärksten Infrastrukturen weltweit. Ihr Weitverkehrsnetz basiert komplett auf Glasfasertechnologie. Die optischen Leitungen bieten Übertragungskapazitäten von bis zu 800 Gigabit pro Sekunde. Dieses Backbone-Netz erweitert die Deutsche Telekom seit Oktober 2005 um ein Breitbandnetzwerk im so genannten Anschlussbereich. Darüber hinaus hat die Deutsche Telekom eine Medienplattform aufgebaut, die den Empfang von Video-on-Demand und Fernsehen via Internet (IPTV) ermöglicht.

Bis zum Jahresende will der Telekommunikationskonzern in 27 Städten super-schnelle Internetverbindungen auf der Basis der VDSL-Technik, einer Weiterentwicklung der heute verwendeten ADSL-Technologie, zur Verfügung stellen. VDSL ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Die Technologie bietet damit auch beste Voraussetzungen für IPTV-Programme in hoch auflösender HD-Qualität (High-Definition).

Die erste Ausbaustufe für das Hochgeschwindigkeitsnetz ist in zwölf Städten bereits abgeschlossen, bis Ende 2007 werden weitere 14 Städte an das Turbo-Netzwerk angebunden: Bochum, Bonn, Bremen, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Duisburg, Essen, Karlsruhe, Ludwigshafen, Mainz, Mannheim, Wiesbaden und Wuppertal sowie in der T-City Friedrichshafen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Telekom das VDSL-Netz in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg/Erlangen, Fürth, Offenbach und Stuttgart aufgebaut und geschaltet. Durch den Ausbau erreicht das VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz bis Ende 2007 rund 8,2 Millionen Haushalte. Ab 2008 ist der schrittweise Ausbau auf insgesamt 50 Städte geplant.

Über den Aufbau des VDSL-Netzes hinaus plant die Deutsche Telekom bis Ende 2007 auch die Ausstattung von über 750 Städten mit hochmoderner ADSL2+ Technik. Hiermit lassen sich Bandbreiten von bis zu 16 Mbit/s realisieren.
Durch die Modernisierung der Netztechnik und die Anbindung der ADSL2+ Anschlüsse an eine hoch leistungsfähige Medienplattform sollen bis zum Jahresende insgesamt über 17 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik das internetbasierte Fernsehen in hervorragender Qualität nutzen können. Nach eigenen Angaben wird die Deutsche Telekom damit die Vermarktungsbasis für ihre neuen Multimedia-Services innerhalb nur eines Jahres verdreifachen.

Nötig dafür ist eine enorme Aufbauleistung. Die neue DSL-Technik muss schließlich so nahe wie möglich zu den Nutzern gebracht werden, denn die hohen Datenraten bei der Highspeed-Übertragung lassen sich nur über eine vergleichsweise kurze Entfernung realisieren. Das bedeutet in der Praxis unter anderem, dass die technischen Komponenten für die schnellen Datenverbindungen in die Kabelverzweiger (KVz) eingebaut werden müssen. Dabei handelt es sich um die grauen Kästen, die an vielen Straßenecken stehen. In den KVz werden die Telekommunikationsverbindungen der Nutzer gebündelt und an die Vermittlungsstellen weitergereicht. Bislang ist dafür in den KVz passive Netzwerktechnik untergebracht. Mit dem Breitbandausbau wird in den Kabelverzweigern nun auch aktive Technik installiert. Sie steuert die breitbandigen Datenverbindungen. Damit sich diese Technik in den KVz unterbringen lässt, muss die Deutsche Telekom viele der Verzweigerkästen erweitern. In den vierzehn Städten der zweiten Ausbauphase für das Breitbandnetz müssen die Techniker laut Telekom mehr als 10.000 KVz mit der VDSL-Technik ausrüsten.

Die Techniktrupps der Deutschen Telekom arbeiten auch noch an anderer Stelle. Die Kabelverzweiger sind bislang über Kupferleitungen an die Vermittlungsstellen angebunden. Für die Hochgeschwindigkeits-Zugänge reicht das nicht aus. Die KVz werden deshalb im Zuge des Netzaufbaus über Glasfaserleitungen an die Vermittlungsknoten angeschlossen. Fibre to the curb (FTTC, Glasfaser bis zum Bordstein) heißt diese Ausbauvariante. In den ersten 26 VDSL-Städten haben die Techniker der Deutschen Telekom nach eigenen Angaben dafür insgesamt rund 18.500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Allein im Ortsnetz Berlin, dem größten Ortsnetz in der Bundesrepublik, verlegt das Telekommunikationsunternehmen bis Ende 2007 insgesamt rund 3.800 Kilometer Glasfaserkabel, um die Kabelverzweiger in das Hochgeschwindigkeitsnetz zu integrieren.

Medienplattform der Deutschen Telekom
Für den Empfang von Videofilmen und Fernsehprogrammen über den Internetanschluss ist die Anbindung des Hochgeschwindigkeitsnetzes an die Medienplattform der Deutschen Telekom eine entscheidende Voraussetzung. Das Herzstück der Medienplattform bilden hochmoderne Speichersysteme. Über das leistungsfähige Speicher- und Verteilsystem gelangen aktuelle Sendungen, Aufzeichnungen oder Videoclips zu den Zuschauern.
Sie können die datenintensiven Breitbandinhalte in Highspeed-Qualität und ohne Wartezeiten über das Internet empfangen. Neben zentralen Steuereinheiten verfügt die Medienplattform über dezentrale Komponenten: leistungsstarke Rechner für die Übertragung der Fernsehprogramme an bundesweit 85 Knotenpunkten im IP-Kernnetz der Deutschen Telekom. An drei Knotenpunkten befinden sich Rechner für die Übertragung von Videoclips per Video-on-Demand. In ihnen werden die Breitband-Inhalte der Fernsehsender oder Videoclips zwischengespeichert. Die Zwischenspeicherung ermöglicht es, einer großen Anzahl von Zuschauern gleichzeitig die gewünschten Programme zu liefern.

Für die Verteilung und Übermittlung der Programme stehen zwei Verfahren zur Verfügung: „Caching“ für Videoclips und „Livestreaming“ für die Fernsehprogramme. Beim so genannten „Caching“ werden mit der ersten Kundenanfrage die entsprechenden Inhalte vom Server des Content-Providers in die Cache-Systeme der Medienplattform übermittelt. Alle weiteren Kundenanfragen bedienen sich dann direkt aus diesem Zwischenspeicher. Als weitere Betriebsart bietet die Medienplattform das „Livestreaming“. Dabei splittet das System den Livestream der Fernsehsender entsprechend der Anzahl der Abrufe selbstständig auf.

Startprobleme bei T-Home
Das IPTV-Angebot von T-Home umfasst derzeit 145 Free- und Pay-TV-Sender sowie 2.000 Titel in der Online-Videothek. Bislang kam es bei den Konsumenten aber nicht so richtig an. Anfang des Jahres hatte die Deutsche Telekom erst geschätzte 25.000 Abonnenten. Das Internetfernsehen wurde in der Presse als „Riesenflopp“ bezeichnet.
Ein Strategiewechsel bei der Vermarktung war nötig. Statt nur über VDSL-Anschlüsse wird T-Home heute deshalb auch über die schnellen DSL-Anschlüsse, ADSL2+, vermarktet.

Das scheint Früchte zu tragen. Konkrete Kundenzahlen werden trotzdem nicht genannt. Laut Konzernchef Rene Obermann sollen sie sich bis Ende des Jahres im sechsstelligen Bereich bewegen. Andere T-Com-Prognosen gehen davon aus, dass bis Ende 2007 gar eine Million Abonnenten für T-Home gewonnen werden können. Marktbeobachter zweifeln daran, auch wenn die Preise mittlerweile deutlich günstiger geworden sind. Das VDSL-Basis-Paket T-Home Entertainment Comfort kostet inklusive VDSL25-Anschluss, Internet- und Telefon-Flatrate sowie alle so genannten Basis-TV-Sender (öffentlich-rechtliche und Private), HDTV-Inhalte, Nutzung des TV-Archivs, EPG, Timeshift-Funktion und Video-on-Demand-Zugang monatlich nur noch 69,65 Euro. Für zehn Euro weniger bekommt man gar das gleiche Paket mit 16 Mbit/s-Anschluss via ADSL2+. Hierbei hat man dann jedoch keine HDTV-Option. Wer zusätzlich Premium-TV-Sender will, Bundesliga-Live-Fußball (powerd by Premiere), Fremdsprachen-Pakete, MTV Tune-Inn und Premiere-Pay-TV haben möchte, zahlt jedoch schnell über 100 Euro im Monat.
Eckhard Eckstein (MB 11/07)



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