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Positive Energie im Markt

Was waren die Highlights auf der NAB 2007? Was die wichtigsten Trends? MEDIEN BULLETIN befragte Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Die Antworten waren vielfältig und zeichnen ein buntes Bild von einem Markt, der mit rasanten technologischen Veränderungen konfrontiert ist. Die erfolgreiche HDTV-Einführung wird von vielen bereits als erledigt dargestellt, darüber diskutiert wird indes weiterhin sehr lebhaft. Als neues Trendthema scheint sich IPTV nun zu etablieren.

Claus Pfeiffer, Produktmanager Broadcast Solutions, Broadcast & Professional Sony Europe
Wichtiges Thema auf der NAB 2007 ist das 1080/50p-Format für die volle progressive HD-Auflösung. Das berichten auch viele Kunden, mit denen ich hier gesprochen habe. Interessant ist auch die Codec-Diskussion um MPEG 2 und AVC, die auch für Sony von zentraler Bedeutung ist. Sie mag für manche zwar nur ein Randthema sein, bewegt aber letztlich viele unserer Key-Kunden. Sie wollen wissen, welche Zukunftsstrategie richtig ist, ob sie auf MPEG 2 oder auf AVC setzen sollen. Da bilden sich zwei Fraktionen durch die ganze Industrie hindurch. Welchen Codec man einsetzt, wird zur Philosophiefrage, insbesondere mit Blick auf komplette Systemlösungen und Netzwerke. MPEG 2 ist ein bewährter Standard. AVC-Lösungen hingegen müssen erst noch weiter entwickelt werden. Der Codec wurde ja von Sony mitentwickelt und wird auch bereits in einzelnen Sony-Produkten wie den Blu-ray-Rekordern eingesetzt.

Auf der letzten NAB wurde noch die Frage 1080i oder 720p diskutiert. Das ist heute kein Thema mehr. Die meisten Systeme können beides.
Der größte Knaller bei uns am Stand war der unser neuer XDCAM EX Camcorder. Den hatte natürlich auch niemand erwartet. Sehr hohe Resonanz fanden auch unser neuer LCD-Monitor der Klasse 1 und die Vorstellung der neuen XDCAM-Geräte-Generation.
Im September werden wir Dual-Layer-Medien mit 50 GB für XDCAM HD auf den Markt bringen. Geplant ist auch ein neuer Camcorder mit 2/3“ und selben CCD-Chip wie die HD-Studiokameras, um mit 50 Mbit/s, 4:2:2 Abtastung und verbesserter Farbauflösung aufzeichnen zu können. Dieser Camcorder wird die volle HD-Auflösung mit 1.920 × 1.080 Bildpunkten liefern. Das ist der erste Non-Tape-Camcorder, der das kann. Darauf warten in Deutschland viele TV-Sender. Der neue XDCAM HD 422-Camcorder soll frühestens 2008 verfügbar sein. Auf der IBC will Sony erste funktionsfähige Muster zeigen. Hier auf der NAB hatten wir zehn Neuvorstellungen, soviel wie auf keiner NAB zuvor.

Uwe Rohr, Panasonic Broadcast
Eines der Hauptthemen auf der NAB in diesem Jahr war wieder der Umstieg von SD auf HD zu vertretbaren Kosten, und zwar sowohl im Bereich der Akquisition als auch in der Produktion; und dann war natürlich auch die Einführung neuer Kompressionsformate ein wichtiges Thema. Wir haben ja hier auf der NAB wieder den H.264-Standard kultiviert und ihn in eine professionelle Produkt-Variante gepackt. Wir erreichen damit Qualitäten, die annähernd an transparentes HD reicht. Wichtig für Panasonic ist natürlich auch die Fortsetzung des Line-ups von P2. Wir haben mittlerweile weltweit 42.000 P2-Geräte verkauft. Im P2-Geschäft waren wir also bislang sehr erfolgreich und das wollen wir konsequent fortsetzen. Zudem haben wir hier die 16 GB P2-Karte gestartet und die Einführung der 32 GB-Karte bekannt gegeben. Das sind die NAB-Hauptbotschaften von Panasonic.
Generell kann ich sagen, dass wir sehr zufrieden mit dem Besuch waren. Unser Stand war sehr voll, speziell in den ersten beiden Tagen. Die Resonanz war ausgesprochen gut. Auch deutsche Besucher waren reichlich vertreten.

Wir waren mit deren Betreuung voll beschäftigt und überlegen, nächstes Jahr noch mal personell aufzustocken. Aus Europa waren wir mit 14 Panasonic-Mitarbeitern vertreten, davon zehn aus Deutschland.
Größtes Interesse der Besucher bei uns am Stand fand eindeutig der neue HD/SD Camcorder HPX 500 und dann auch der neue P2-Camcorder HPX3000 mit 2/3“, 3-CCD und 2,2 Millionen Pixel. Letzterer ist insbesondere bei Verleihern auf sehr gute Resonanz gestoßen ist. Denen werden wir sicher einige davon verkaufen können.
Auch unsere Monitore sind gut angekommen. Wir haben das Line-up ergänzt durch einen 8-Zoll-Monitor. Klasse 1 LCD-Monitore planen wir zumindest in den kommenden zwölf Monaten jedoch nicht.

Frank Herrmann, Geschäftsführer Netorium
Ein Trend auf der NAB 2007 ist der Versuch, HD verstärkt zu puschen. Außerdem: Viele große Hersteller versuchen, sich durch Kooperationen, Schnittstellentwicklungen und Produktintegration dem Markt zu öffnen. IPTV ist auf der NAB 2007 definitiv ein wichtiges Thema, aber auch viele andere Dinge wie Transcoding oder webbasierte Applikationen. Allgemein kann man sagen, auch mit Blick auf Omneon: Die Produkte werden immer besser, es gibt viele Ergänzungen und Upgrades. Das ist mehr ein evolutionärer Prozess. Eine technische Revolution findet auf dieser NAB nicht statt. Vieles dreht sich heute um filebasierte Workflows. Aber im Grunde ist das alles ja schon Tagesgeschäft.

Ingo Hahn, Produktmanager Video der D.A.V.I.D. GmbH
Ich erwarte von der NAB 2007 vor allem Informationen darüber, was die großen Anbieter in Sachen Integration verschiedener Architekturen und Systeme vorhaben. Außerdem ist das Thema Mehrfachverwertung von Content für uns von großem Interesse. Da gibt es neue Trends, auch in Richtung Mobile-TV und IPTV. Wir wollen wissen, was passiert da und welche Formate kristallisieren sich heraus. Ein interessantes Produkt, das ich mir hier gerne noch mal genauer ansehen würde, ist Avids Media Factory.
Die Besucher-Resonanz bei uns am Stand war sehr gut. Es gab viele Anfragen zu den einzelnen Systemen und deren Integrationsmöglichkeiten in Workflows.

Niall Feldman, SSL
Im Zentrum unseres Auftritts auf der NAB 2007 steht die Darstellung der Integration von Audio und Video. Das Ganze steht vor dem Hintergrund der HDTV-Produktionen mit 5.1 Surround-Sound. Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um unsere Produkte darauf auszurichten.
Wichtig für uns ist zudem die Vorstellung eines Broadcast Content-Management-Systems mit integriertem Media-Rechte-System sowie mit Streaming-Audio, Encoding und Decoding. Die Geschichte, die wir hier am Stand erzählen, ist, was durch die Integration verschiedener Technologie, über die wir verfügen, möglich ist.
Im Bereich HD-Audio-Processing gibt es noch viele Herausforderungen, egal ob bei der Produktion, dem Signal-Management oder der -Verbreitung. Es geht dabei immer um die Gewährleistung eines möglichst hohen Qualitätsstandards.

Unsere Stand-Besucher sind sehr daran interessiert, wie Video und Audio am besten zusammenpasst. Ich glaube, Audio wird in der digitalen Welt immer wichtiger. Wenn die Menschen tolle Sportproduktionen mit Surround-Sound im Fernsehen verfolgen, erleben sie auch ein eindrucksvolles neues Audiobild. Sie gewinnen dabei ein ganz anderes Qualitätsbewusstsein und werden es nicht mehr akzeptieren wollen, wenn dann das Programm zu einem Werbespots wechselt, die Signal-Höhe steigt oder das Audio-Signal in Stereo fast kollabiert. Die ganze Hörumgebung ändert sich. Den Menschen wird bewusster, wie wichtig Audio für Video ist. Man kann beides nicht isoliert betrachten, sondern nur als Ganzes.

Peter McAvock, Executive Director DVB Project Office
Wichtigstes Thema auf der NAB 2007 ist die Mobile-TV-Infrastruktur. Wir sehen ein überwältigendes Interesse an mobilem Fernsehen. Es ist nur schade, dass die Markteinführung hier in den USA auf einem sehr fragmentierten Markt mit vielen unterschiedlichen Standards passieren muss. Dennoch glauben viele an den Mobile-TV-Markt, und deshalb sind hier auch so viele Produkte zum Thema zu sehen.

Timo von Lepel, Mitglied der Geschäftsleitung Media&Broadcast und Leiter der Business Units von T-Systems
Die NAB sehen wir als Kommunikationsplattform zu unseren internationalen aber auch nationalen Kunden. Die Messe ermöglicht es uns, alle strategisch wichtigen Partner in wenigen Tagen zu besuchen und anstehende Gemeinsamkeiten und Anforderungen zu besprechen. Mit Partnern haben wir neue Ansätze bei IPTV und Mobile-TV diskutiert, aber auch die Themen zur Entwicklung bei Digital-Cinema und HDTV verfolgt. Unsere Teilnahmen am „Digital Cinema Summit“ und an der Veranstaltung „Land der Ideen“ der Bundesregierung, wurden von großem Interesse der Gäste begleitet. Neben diesen Aktivitäten konnte eine Vereinbarung mit der kanadischen CBC für ein hochbitratiges Anbinden an das IBC zu den olympischen Spielen Peking 2008 fixiert werden.

James Gilbert, Pixel Power General Manager
Auf dieser NAB spielt HD eine so wichtige Rolle wie noch nie. Kunden fragen fast nur noch nach HD- und kaum mehr nach SD-Produkten. Im Vergleich zu den Vorjahren hat hier ein starker Wandel eingesetzt.
Auch interessant an dieser Show ist, dass viele Hersteller enger zusammenarbeiten und versuchen, ihre Produkte mit denen anderer Hersteller kompatibel zu machen. So sind auch wir neue Kooperationen eingegangen – mit Nvision und Echolab. Und wir reden mittlerweile auch mit weiteren Anbieter über Integrationsmöglichkeiten für unsere Produkte. Ich glaube, die Idee der Hersteller, ihre Produkte für leistungsstarke Lösungen zusammenzubringen, macht es den Kunden deutlich einfacher, Investitionsentscheidungen zu treffen und die Systeme zu betreiben. Das ist wichtig, weil die meisten Rundfunksender für Integrationsarbeiten heute weniger Ingenieur-Ressourcen im eigenen Haus haben als früher. Deshalb gehen sie lieber zu einem Anbieter, der mit anderen zusammen integrierte Lösungen anbieten kann. Das ist ein wichtiger Trend.

Peter Thomas, Chefingenieur von Blue Order
Haupttrend, zumindest was den Markt in den USA betrifft, ist in jeder Hinsicht High-Definition (HD). Daneben sehen wir von unserer Seite aus, dass Rundfunkanstalten verstärkt dazu übergehen, eine bereichübergreifende Geschäftsmodell-Modellierung beziehungsweise -Unterstützung vorzunehmen. Sie wollen also nicht nur Media- oder Assett-Management im Nachrichten- oder Sport-Bereich machen, sondern suchen Möglichkeiten, das gesamte Unternehmen von vorne bis hinten über alle Bereiche hinweg abzubilden. Das ist eine echte Herausforderung. Derzeit existieren dafür viele Einzeltechnologieelemente, die es erlauben, in Kombination so etwas auch zu realisieren.

Was man sich hier auf der NAB anschauen sollte sind so Dinge wie der SDI Video-Encoder und -Zuspieler-Pipeline von Telestream, mit dem man versucht, von Videoservern als integrierte Gesamtlösung wegzukommen und im Ingest-Bereich mit einfachen, kompakten Geräten von SDI direkt auf Fileebene rüberzukopieren und das Material direkt auf ein TStorage zu schieben. Das ist ein Versuch, schon zu Beginn einer Prozesskette von komplexen, teuren Broadcast-Geräten wegzukommen und kostengünstig direkt in die IT-Welt umzusteigen. Das ist für mich ein ziemlich interessanter Trend.

Karl-Heinz Wenisch, Vorstand und CTO der Teracue AG
Wichtig für unsere Kunden ist der Trend, dass verschiedene Produkte in einer Systemlösung integriert werden. Das passiert jetzt auch bei Harris. Unter dem Dach dieses Unternehmens sind durch Akquisitionen mehr als 30 Firmen miteinander verschmolzen worden. Davon ist Leitch die größte Einzelfirma. Harris ist dadurch zum Hersteller mit dem breitesten Produktangebot für Broadcaster geworden. Das umfassende Produktspektrum für professionelle Video- und Studiotechnik bildet fast den gesamten Workflow einer Fernsehanstalt ab.
Im Rahmen der One-Initiative ist Harris nun dabei, nicht nur Produkte für durchgehende Lösungen zusammenzufassen, sondern auch einen Ansprechpartner und eine Servicestelle dafür bereitzustellen. Für die Kunden bedeutet dies: Ein Hersteller und ein Verantwortlicher für das optimale Zusammenspiel der einzelnen Geräte und der Schnittstellen. Auf der NAB 2007 wurden von Harris über 20 neue Produkte vorgestellt, und viele davon vereinen die Technologien der ehemaligen Einzelfirmen wie Leitch, Videotek, Inscriber, DPS und Louth.

Guy Elliot, Sales-Manager von Harris
Hier auf der NAB wird deutlich, dass sich HD endgültig auf dem Markt durchgesetzt hat. Die meisten der europäischen Rundfunkanstalten befassen sich mit HD-Projekten. Einige davon brauchen indes noch ein bis zwei Jahre, bis sie sichtbar werden und Früchte tragen.
Außerdem interessieren sich unsere Kunden für neue Technologien in den Bereichen IPTV und Mobile-TV sowie für Erfolg versprechende Geschäftsmodelle dafür. Für öffentlich-rechtliche Sender ist es ein Problem, dass sie mit IPTV-Angeboten keine Zusatzeinnahmen generieren können, gleichwohl aber gezwungen sind, solche Angebote zu machen, um gegenüber den kommerziellen Sendern konkurrenzfähig zu bleiben.
Unsere Kunden suchen nicht nur Rat bei einzelnen Produkten, sondern bei kompletten Workflow-Lösungen. Sie wollen wissen, wie diese in ihre Geschäftsprozesse passen. Wir helfen ihnen gerne dabei.

Hagai Gefen, Präsident und CEO von Gefen
Starkes Interesse auf der NAB 2007 zielt auf die HDTV-Neuheiten. An fast jedem Stand findet man etwas zu diesem Thema. In den USA wollen wir ja bis 2009 auf die HDTV-Übertragung wechseln. Alles dreht sich deshalb um die Steigerung der Programm- und Bild-Qualität. Wir versuchen mit unseren Produkten deshalb, diesem Trend zu entsprechen.

Florian Göbel, Geschäftsführer der Gefen Deutschland GmbH
Die Resonanz auf die Produkte, die wir hier auf der NAB 2007 zeigen, ist sehr hoch. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieses Jahr nicht so viele deutsche Kunden an unserem NAB-Stand waren als in den Jahren zuvor.

Patrick Harshman, Präsident und CEO von Harmonic
Durch die Marketing-Brille gesehen ist sicherlich IPTV ein dominierendes Thema auf der NAB 2007. Die Industrie hat realisiert, dass sich hier ein sehr interessanter neuer Markt auftut.
Vom technologischen Gesichtspunkt her gewinnen IP-Netzwerke an Bedeutung. Firmen wie die unsere versuchen, die IP-Netzwerk-Fähigkeit direkt in verschiedene Systeme zu integrieren. Früher waren eine Menge Encoder, Switcher und besondere Schnittstellenprodukte nötig, um über Telekom-Netzwerken zu kommunizieren. Nun aber spricht fast jedes einzelne Gerät von Haus aus IP. Aus jedem unsere Geräte kommt ein Ethernet-Kabel, das direkt in ein Cisco-Switch gesteckt werden kann. Es findet also eine Integration von Netzwerk-Interfaces direkt in den Geräten statt. Und das schlägt natürlich gleich die Brücke zu IPTV.
Immer mehr Produkte passen nahtlos in eine IP-Infrastruktur. All die nativen IP-Geräte bei Voice-over-IP, Video-over-IP oder Breitband-Internet sorgen für eine durchgehende Konvergenz in Sachen Netzwerk-Betrieb.
Ansonsten sehe ich hier auf der NAB kein einzelnes großes technisches Thema, das heraussticht. HDTV ist sicher wichtig, aber es gibt hier keine Überraschungen mehr. HDTV ist heute Normalität geworden.


Sherry Zhu, Dierktor Produktmarketing, Storage und Server von SeaChange
Es gibt hier sehr viele neue, interessante Produkte. Man spürt auch sehr viel positive Energie im Markt.
Ich bin das erste Mal hier, aber habe den Eindruck, dass sich in der Industrie derzeit viel bewegt, gerade in Hinsicht auf HDTV. Viele Kunden planen nicht nur filebasierte Systeme, sondern sind bereits in der Umsetzung.

Nick Smith Director Marketing PPS von Grass Valley
In meinem Bereich setzt sich das Wachstum von Digital-Intermedia (DI) sehr zügig fort. Natürlich wird im Postproduktion-Prozess immer noch sehr viel in einer linearen Hardware-Umgebung gearbeitet. Aber DI-Workflows finden zunehmend Einsatz. DI ist Mainstream. Der Wechsel findet statt. In Sachen Auflösung hat sich 2k durchgesetzt. Aber auch 4k-Workflows sind jetzt am Kommen.

Jan Eveleens, Produktmanager Kameras und Postproduction Solutions bei Grass Valley
Ich sehe hier im Wesentlichen zwei Trends: Einer ist, dass die Kunden nach Wegen suchen, Inhalte möglichst effizient zu produzieren und zu verwerten. Der Fokus wird deshalb stärker auf Workflows gerichtet als jemals zuvor.
Dann gibt es auch noch sehr viel Diskussion um das Thema 3 Giga-Interfacing als neuer Verbindungs-Standard für HDSDI herum. HDTV ist zu einer gewöhnlichen Sache geworden. Da gibt es keinen großen Hype mehr.
IPTV ist auch noch interessant. Das wird die Zukunft die Broadcast-Welt dramatisch verändern. Nutzer werden sich ihre Inhalte über IP-Netzwerke abholen. Alles wird sich Richtung IP verändern.
Für Kamerahersteller wie Grass Valley bedeutet das, dass wir am Ende auch zu IP konvertieren müssen. Auf der Schnittstellenseite haben wir schon Pläne dafür. Mit Infinity haben wir heute schon einen Camcorder, der für Streaming-Video und Echtzeit-Video-over-IP ausgelegt ist. Das ist das erste Produkt, das wir mit Blick auf die sich ändernde Fernsehwelt bewusst so konzipiert haben.
Kernelement unserer technischen Planung ist, dass wir IP-basierte Breitbandverbindungen zwischen Kameras und anderen Systemen im Studio realisieren werden. IP wird überall sein.

Leon Hitchings, Marketing Executive von MSA Focus International, Cardiff, UK
Die NAB 2007 ist aus unserer Sicht eine sehr gute Show. Wir zeigen hier Planungs- und Digital-Rights-Management-Software sowie Traffic- und Anzeigen-Management-Systeme. Das kommt hier heute, insbesondere bei den US-Besuchern, deutlich besser als noch vor zwei oder drei Jahren an. Für die meisten Broadcaster wird es schließlich immer wichtiger, ihre Effizienz zu steigern und ihre Einnahmequellen zu optimieren. In den vergangenen Jahren hat man sich über die softwarebasierten Möglichkeiten dafür mehr oder weniger nur informiert. Jetzt wird aber tatsächlich investiert. Insbesondere durch die nun verstärkt angebotenen On-Demand-Services und die neuen Vertriebswege wie IPTV und Mobile-TV wird es wichtig, Inhalte- und Rechte-Management zu optimieren. Damit kann man noch sehr viel Geld rausholen.


Allan Linden, Senior Director Marketing Communications von Kasenna
Die Zukunft ist „on Demand“. IPTV eröffnet da wunderbare Möglichkeiten. Mit unserer Produktsuite PortalTV und der IPTV-Middleware Livingroom sind wir dafür bestens aufgestellt.
Gemeinsam mit Hewlett Packard und Intel haben wir im September 2006 einen Benchmark-Test in Grenoble durchgeführt. Dabei haben wir es geschafft, 120.000 aktive IPTV-Nuzer gleichzeitig von einem Standard-Server aus zu bedienen. Das ist phänomenal und war für uns ein besonderes Schlüsselergebnis. Es beweist, dass sich IPTV durchsetzen wird.
Über das Tochterunternehmen ViewNow bietet Kasenna in den USA zudem eine betriebsbereite IPTV-Lösung an, zu deren Umfang eine skalierbare IP-Video-Infrastruktur, Teilnehmer-Applikationen und VOD-Programme gehören. Bei der Content-Entwicklung arbeitet ViewNow mit den großen Majorstudios zusammen. Rund 60 Prozent der IPTV-Anbieter in den USA sind ViewNow-Kunden. Geplant ist die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten nach Asien und Europa. Europa-Start wird Ende des Jahres sein.

Dipl. Ing Michael Hofmann, Chef-Ingenieur von Präzisionsentwicklung Denz
Unser neuer digitaler Transmitter DW1 überträgt MPEG 2 komprimierte SD-Videosignale im DVB-T-Standard. Die Signale können dann über unseren Receiver mit Antennen-Diversity empfangen werden. Vorteil ist, dass der Transmitter schnell bewegt werden kann – bis zu 250 km/h. Störungen werden vom Doppler-Effekt her reduziert.
Als Kunden für das digitale Drahtlossystem sehen wir hauptsächlich Filmverleihfirmen. Deshalb wurde das System auch sehr robust gebaut. Der Sender ist noch in Entwicklungsphase. Ende des Jahres wollen wir aber damit auf den Markt kommen.

Nicolas Bourdon, Marketing-Manager EVS
Wir haben mit unseren Kunden viel über HD gesprochen. Aber was wir hier eigentlich festgestellt haben, ist, dass vorrangig nach kompletten digitalen, kostengünstige Lösungen gesucht wird und nach Technologien, die gut miteinander kommunizieren können. Wenn man im Studiobereich aktiv sein will, muss man in der Lage sein, auch funktionierende Schnittstellen zu anderen Systemen wie Automation, Assett-Management etc zu bieten.
Das ist auch genau das, woran EVS seit einigen Monaten intensiv arbeitet. Unsere Technologien gehören zu den offensten am Markt. Unseren XT2-Server und die Applikationen darum herum können die Kunden deshalb leicht in ihre Infrastruktur integrieren. Wir sind in einer guten Position, weil alle Major-Player in der Broadcastindustrie EVS in ihrem Workflows berücksichtigen. So setzt zum Beispiel auch Avid bei Ingest und Content-Transport zu den Edit-Suiten auf EVS XT2-Server. EVS ist heute ein Schlüsselunternehmen für Live-Produktionen im Broadcast-Markt.

Michael Dalock-Schmidt, Avid Marketing-Manager Central Europe
Ein großes Thema auf der NAB 2007 ist sicherlich IPTV. Interessant sind aber auch viele Multimedia- oder Mobile-Media-Anwendungen. Hier werden Antworten auf ein sich veränderndes Zuschauerverhalten gesucht. Auf die Verwerfungen im Medienmarkt wird jetzt reagiert. Etabliert hat sich deshalb auch das zentrale Content-Management. Bei HDTV ist der Hype vorbei. Das ist jetzt ein gesetzter Standard.
Viele Kunden kommen zu uns, um über neue Technologien zu diskutieren und Rat einzuholen, wie sie ihre Produktionsweisen optimieren können. Diese Gespräche drehen sich oft mehr um konzeptionelle Grundsatzfragen als um einzelne Produkte. Das finde ich sehr spannend.
(MB 05/07)

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