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SES plant Sat-IP-Einführung

Vom 12. – 14. Juni 2012 öffnet die ANGA Cable ihre Pforten in Köln. Ein wichtiges Thema auf Europas führender Fachmesse für Kabel, Breitband und Satellit ist wachsende Bedeutung IP-basierter Distributionslösungen. Auch Satelliten-Betreiber SES will mit einem neuen Sat-IP-Standard seine Marktposition festigen.

„Content-Distribution: IP ersetzt die Satellitenverbindungen?!“ lautet der provokante Titel eines Panels auf der ANGA Cable 2012 in Köln (12. Juni, um 16:45 Uhr) mit den Diskussionsteilnehmern Dr.-Ing. Klaus Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik (IRT), Klaus Pilz, Senior Project and Business Development Manager IPTV, Swisscom Broadcast, und Doug Pepper, IP Chief Engineer, HUAWEI.

Das Thema hat einige Brisanz. Im Zeitalter der digitalen Medien gelangen immer mehr Internet Protokoll (IP)-basierte Dienste wie Google TV, Netflix, Amazon Video oder Apple TV auf die heimischen Bildschirme. Über IP-Netz-Infrastrukturen werden neben den TV-Geräten insbesondere auch mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Laptops adressiert. Als Transportmittel für diese Signale bleibt der Satellit bislang außen vor. SES, Europas wichtigster Betreiber von direktstrahlenden Satelliten, will vor diesem Hintergrund seine Marktposition zumindest im Bereich des linearen Fernsehens absichern.

„Bei vielen Livestyle-Devices ist der Empfang per Satellit heute nicht mehr vorgesehen. Die meisten neuen Geschäftsmodelle – gerade im nichtlinearen Bereich – lassen sich nur auf dem IP-Weg realisieren. Wir haben deshalb frühzeitig Initiativen auf den Weg gebracht, damit der Satellit zukunftssicher bleibt“, erklärt Wilfried Urner (Foto), Vorsitzender der Geschäftsführung der SES Platform Services, gegenüber MEDIEN BULLETIN. Und man habe konstatiert, dass zumindest der lineare Teil der Angebote in den IP-Netzen besser via Satellit abbilden könne.

Gemeinsam mit Industriepartnern wie Canal+ und BSkyB hat SES deshalb einen offenen Sat-IP-Standard entwickelt, der Herstellern unterschiedlichster Endgeräte zur Nutzung angeboten werden soll und der bereits dem europäischen Standardisierungsgremium CENELEC vorgelegt wurde.

Ziel ist es, DVB-Signale vom Satelliten mit Sat-IP-Geräten in IP-Signale zu wandeln, um sie dann auf allen IP-basierten Endgeräten in allen Räumen eines Haushalts nutzen zu können (Smartphones, Tablets, PCs, Spielkonsolen etc.).

SES will zur ANGA 2012 Interessierten den Prototypen einer IP-Konverter-Box mit vier Tunern vorstellen, allerdings nicht am Stand sondern in einem eigenen Konferenzraum.

Zur IFA 2012 wird erwartet, dass bereits einige Hersteller Sat-IP-Lösungen ankündigen beziehungsweise zeigen werden. Die ersten Sat-IP-Systeme werden laut SES im Herbst auf den Markt kommen – zunächst als Stand-alone-Boxen und später dann auch integriert in Fernsehgeräten, Set-top-Boxen oder WLAN-Router.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie in der Juni-Ausgabe von MEDIEN BULLETIN (MB 6/2012).
(5/12)

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