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Update Fernsehmarkt - News

Werbemarkt: Laut neusten Analysen des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft, ZAW, verdienen die Medien wieder mehr an Werbung. Allerdings lägen die Werbeinvestitionen des Jahres 2006 erst auf dem Niveau des Jahres 1998. Das Internet schadet laut ZAW den traditionellen Medien nicht, aber Werbeausgaben für das Internet seien noch zu niedrig. Besonders erfolgreich sei im Werbegeschäft des Jahres 2006 das Fernsehen mit 4,11 Mrd € und damit +4,7 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor gewesen. Verholfen hatten zu diesem Ergebnis vor allem Großereignisse des Sports wie die Fußball-Weltmeisterschaft.

Zwar habe sich das Instrumentarium der kommerziellen Kommunikation durch das Internet erweitert. „Die von den traditionellen Medien spürbar stärkere Wachstumsdynamik“ signalisiere aber „nicht das Ende der Werbung in klassischen Medien, sondern den professionellen Umgang mit einem ergänzenden Element, das sich effizient und effektiv mit der Massenkommunikation verknüpfen lässt“, analysiert der ZAW. Online-Werbung habe allerdings bislang nicht einmal 3 Prozent Marktanteil erreicht. Insgesamt sehe die Werbewirtschaft durch die Erweiterung des Werbeträgersystems um Internet und mobile Kommunikationstechniken „mehr Chancen als Probleme“. Aus einer Frühjahrsumfrage des ZAW bei seinen 42 Verbänden geht hervor:

61 Prozent der Mitglieder gehen davon aus, dass die digitalen Kanäle den Spielraum für Werbung erweitern und die Konsumenten zu aktiven Mitgestaltern von Werbung machen. ZAW-Fazit: „Entgegen mancher öffentlich vorgetragenen Analyse haben die traditionellen Medien ihre Positionen im deutschen Werbemarkt überwiegend nicht nur gehalten, sondern trotz schwieriger Wettbewerbsverhältnisse punktuell sogar ausgeweitet“.

ProSiebenSat.1-Gruppe: Obwohl die Marktanteile der ProSiebenSat.1-Sender, insbesondere bei Sat.1 gesunken sind, steigerte der Konzernumsatz im ersten Quartal 2007 kräftig um 7,7 Prozent auf 501,2 Mio Euro und konnte seinen Konzernüberschuss um 32,2 Prozent auf 40,6 Mio Euro steigern. Das profitable Wachstum der ProSiebenSat.1-Gruppe wurde nach eigenen Angaben größtenteils durch höhere Werbeeinnahmen im Kerngeschäft Free-TV getragen. Der Geschäftsbereich Diversifikation wuchs vor allem in den Bereichen Online, Pay-TV und Video-on-Demand.

Online: Laut ARD/ZDF-Online-Studie 2007 sind mittlerweile mehr als 40 Millionen Deutsche im Netz. Dabei ist der Anteil der Über-60-Jährigen als der der Unter-20-Jährigen. Es sei ein zunehmendes Interesse an Videos und Audiodateien zu registrieren: 16 Prozent der Onliner schauen sich via Internet mindestens einmal wöchentlich bewegte Bilder online an. Dies sind laut ARD/ZDF-Online-Studie fast doppelt so viele wie 2006. Triebfeder dieser Entwicklung seinen die Videoportale, die fast jeder dritte Onliner bereits genutzt habe.

Mobile-TV: Mittlerweile wird auch Das Erste auf der Mobile-TV-Plattform von MFD Mobiles Fernsehen Deutschland im Rahmen des Bouquets „watcha" verbreitet, das derzeit nur über DMB ausgestrahlt wird. Dagegen hat das Bundeskartellamt mittlerweile Bedenken gegen das von den Mobilfunk-Netzbetreibern Vodafone, T-Mobile und O2 geplante gemeinsame Handy-TV-Angebot über DVB-H angemeldet. Ursprünglich wollten die großen deutschen Handyfirmen im Frühjahr 2008 gemeinsam ein bundesweites TV-Angebot starten.

Spartenkanäle und Lokalfernsehen: KarstadtQuelle hat mittlerweile den Shoppingkanal HSE 24 übernommen und plant einen europaweiten Ausbau. Sony hat in Deutschland einen Manga-Kanal gegründet. Laut Branchenmeldungen soll der neue Sender Animax heißen und ausschließlich japanische Zeichentrickfilme zeigen. Der Sender solle zunächst im Programm von Unity Media zu sehen sein, Verhandlungen mit weiteren Kabelkonzernen seien im Gange. RTL zeigt BBC-Programme auf seinen digitalen Spartenkanälen RTL Crime und Passion und hat dazu eine „umfassende Vereinbarung mit der BBC“getroffen. Center.tv-Gründer Andre Zalbertus will mit seinem Heimatfernsehen international expandieren. Zu diesem Zweck hat er die centerstone AG ins Leben gerufen. Des Berliner Sender FAB hat den Ex-Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens und von Sat.1 Heinz Klaus Mertes zum neuen Programmdirektor berufen. In Berlin soll es mit Neukölln.TV ein neues Bezirksfernsehen geben, der „den Stadtteil in seiner Vielfalt darstellen“ soll.

Produzentenmarkt: Die ZDF-Enterprises und die ARD-Produktionstochter Bavaria Film planen eine gemeinsame Fernsehproduktionsfirma. Es gebe "konkrete Gespräche aufgrund strategischer und wirtschaftlicher Interessen, aber noch keine konkreten Entscheidungen", sagte der Geschäftsführer der ZDF-Tochterfirma, Alexander Coridaß, der "FAZ". Silvio Berlusconis Mediaset hat den Bieterkampf um Endemol für sich entschieden. Laut „Handelsblatt“ zahlt der Konzern zusammen mit Partnern 2,63 Mrd. Euro für den 75%-Anteil der Telefónica. Zu dem Konsortium gehöre auch wieder Endemol-Mitbegründer John de Mol über seine Investmentfirma Cyrte neben der Mediaset-Tochter Gestevisión Telecinco und Goldman Sachs. Nach der Übernahme der MME Moviement AG durch All3Media adaptiert MME die britische Erfolgsserie "Skins" für den deutschen Markt. Umgekehrt will das Unternehmen seinen "History Test" ins englische Fernsehen bringen.

TV-Formate: Die privaten TV-Sender üben sich offensichtlich wieder in Geduld. Trotz schwacher bis schlechter Quotenerfolge sollen einige jüngst eingeführte TV-Serien in die zweite Staffel gehen, etwa GSG 9 und R.I.S - Die Sprache der Toten bei Sat.1, Dr. Psycho bei ProSieben und Post Mortem bei RTL. „Die Durchsetzung von Serien erfordert Geduld“, begründet Sat.1-Geschäftsführer Matthias Alberti. RTL will in Zukunft den Erfolg der Coaching-Formate in der Prime-Time auch auf das Nachmittagsprogramm portieren. Den Erfolg der Coaching-Formate begründet RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger mit seiner Überzeugung, dass „die besten Themen aus der Gesellschaft kommen“. Fernsehmacher müssten wieder lernen, ein „Spiegelbild“ der Gesellschaft zu sein.

Erika Butzek (MB 06/07)



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