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ANGA Cable baut führende Rolle aus

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ANGA Cable baut führende Rolle aus

Mit 440 Ausstellern, 16.000 Fachbesuchern und 1.600 Kongressteilnehmern hat die ANGA Cable in diesem Jahr ihre Rolle als führende Kongressmesse für Kabel, Satellit und Broadband in Europa weiter ausbauen können. Der Anteil der ausländischen Besucher ist von 43 Prozent 2011 auf nunmehr 50 Prozent angestiegen. Mit Mittelpunkt des Interesse stand unter anderem das Thema Smart TV.

„Die Top-Themen Smart TV, hybride Netze, Video on Demand und Connected Home haben die Qualität und Internationalität der Besucher beflügelt. Gerade der rasant gestiegene Anteil internationaler Besucher hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Zugleich hat die ANGA Cable in den vergangenen drei Tagen wichtige Impulse für neue Technologien und Geschäftsfelder gesetzt. Wir haben unsere Ankündigung wahr gemacht: Die ANGA Cable ist und bleibt Europas führende Business-Plattform für Breitbandnetzbetreiber und Inhalteanbieter aller Kategorien“, betonte Thomas Braun, Präsident des gastgebenden Verbandes Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA), zum Abschluss der Kölner Kongressmesse.

Auch Herbert Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Satellit & Kabel im ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) zeigte sich mit dem Messeverlauf höchst zufrieden: „Wir sind begeistert von der Internationalität und der Investitionsbereitschaft, die die ANGA Cable vermittelt. Die ANGA Cable bleibt für unsere Hersteller und Systemlieferanten der Höhepunkt des Jahres – auch im internationalen Wettbewerb“.

Top-Thema Smart TV

Besonderes Augenmerk fand auf der ANGA Cable der Themenbereich HbbTV und Smart TV. „Die Markteinführung von HbbTV ist auf gutem Wege, erfordert aber eine konzertierte Aktion aller Marktteilnehmer“, lautete das Fazit des Kooperationspanels der Deutschen TV-Plattform und des Kabelverbandes ANGA am 2. Kongresstag in Köln. Millionen hybride Endgeräte stehen bereits in den deutschen TV-Haushalten und die Anzahl der TV-Apps steigt ständig. Neben dem Trend zu „Smart TV“, konstatierte der Vorsitzende der TV-Plattform, Gerhard Schaas (LOEWE AG), in seiner Keynote die wachsende Trend zum Second Screen als Konkurrent zum TV-Bildschirm. Schaas bedauerte, dass HbbTV-Angebote die anderen Bildschirme heute noch nicht erreichen. Er appellierte an die Branche, sich gemeinsam für den Durchbruch von HbbTV zu engagieren. Die Deutsche TV-Plattform sei dafür das geeignete Forum und mit HbbTV gebe es einen anerkannten Standard, der kontinuierlich weiterentwickelt werde.

Dieser Vorschlag wurde von der Podiumsdiskussion unter Moderation von Jürgen Sewczyk (JS Consult, Vorstandsmitglied und Leiter der AG Smart TV der TV-Plattform), mehrfach aufgegriffen und unterstützt. Einigkeit herrschte darüber, dass die Chancen durch Smart TV und HbbTV für die Branche überwiegen. Dennoch zeichnete sich ab, dass es keine leichte Aufgabe ist, die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer zusammen zu bringen - nahezu alle Bereiche der Wertschöpfungskette entwickeln derzeit Angebote, die Broadcast und Broadband miteinander verknüpfen.

So bietet der Kabelnetzbetreiber Primacom eine hybride Empfangsbox mit HbbTV an, die Astra-Tochterfirma HD Plus betreibt ein eigenes Smart TV Portal, und auch der terrestrische Sendenetzbetreiber Media Broadcast integriert einen Barker-Kanal über HbbTV. Henrik Rinnert von Media Broadcast stellte heraus, dass HbbTV ein weltweit anerkannter Standard ist, der unter anderem auch in Asien beim digitalen Antennenfernsehen eingeführt wird.

Michael Albrecht von der ARD bekräftigte, dass die öffentlich-rechtlichen Sender HbbTV-Angebote weiter ausbauen werden. Dabei soll der einfache Zugang zum kontextbezogenen Content über den „Red Button“ der TV-Fernbedienung im Mittelpunkt stehen. Dr. Marcus Dimpfel (Mediengruppe RTL Deutschland) betonte, das werbefinanzierte Geschäftsmodell müsse in der vernetzten TV-Welt geschützt werden. Dafür sei der HbbTV-Standard eine gute Basis, brauche aber aus RTL-Sicht Ergänzungen. Die Teilnehmer der Podiumsdebatte sprachen sich dafür aus, die HbbTV-Angebote für die Kunden leichter nutzbar zu machen und eine diskriminierungsfreie Darstellung der Angebote in den Portalen zu gewährleisten. Auch eine bessere Aufklärung der Verbraucher wurde für den Markterfolg von HbbTV gefordert. Die Entwicklung von Smart TV begleitet die Deutsche TV-Plattform bereits seit den ersten Schritten des „Hybridfernsehens“ in 2009. Die AG Smart TV befasst sich mit Fragen der Nutzerakzeptanz und Handhabbarkeit von HbbTV „Red Button“-Angeboten. Auf der ANGA Cable präsentierte die Deutschen TV-Plattform am eigenen Messestand verschiedene HbbTV-Dienste.

NDS und ServusTV führten auf der ANGA Cable in Köln die Integration von neuen Content-Streaming-Diensten auf interaktiven Set-Top-Boxen von Tele Columbus vor. Die Dienste von ServusTV umfassen einen Streaming-Kanal mit Video-Inhalten. Und Tele Columbus testet derzeit ein interaktives TV-Portal, auf dem ergänzende Inhalte und Dienste abgerufen und auf einem IP-fähigen Hybrid-HDTV-Receiver von Tele Columbus ausgespielt werden können. Die technische Basis liefert NDS. Vice President Yves Padrines erklärte in Köln, dass Tele Columbus eine Komplettlösung von NDS einsetze. Die bestehe aus der MediaHighway-Set-Top-Box-Software, dem VideoGuard-Verschlüsselungssystem sowie der NDS XTV-Digitalrekorder-Technologie. Zur ANGA Cable veröffentlichte der gastgebende Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (ANGA) aktuelle vom Marktforschungsinstitut Ipsos erhobene Branchendaten („Das deutsche Breitbandkabel – Fakten und Perspektiven 2012“). Demnach waren im Januar 2012 mehr als 18 Millionen an Kabelnetze angeschlossen. 100 Prozent der Kabelnetze sind digitalisiert und immer mehr Kunden nutzen das digitale Angebot – in 2011 über 42 Prozent. Sie können je nach Anbieter bis zu 120 Free-TV- und 75 Pay-TV-Kanäle empfangen. Bis zu 40 Kanäle werden in HD-Qualität ausgestrahlt. „Unser Verband vertritt eine seit Jahren sehr erfolgreiche Branche. Insbesondere neue Dienste wie Video on Demand zeigen, dass die Angebotsvielfalt unserer Mitgliedsunternehmen weiter wächst und sie auch den aktuellen Trend zum Abruf nicht-linearer Angebote bedienen“, erklärte ANGA-Präsident Thomas Braun.

TV- und Breitbandmärkte wachsen zusammen

Die Ergebnisse der Ipsos-Umfrage belegen auch, dass die TV- und Breitbandmärkte immer mehr zusammenwachsen. Braun: „Unsere Mitgliedsunternehmen sind Impulsgeber in beiden Märkten und Wachstumstreiber gerade bei Breitbandinternet. Die deutschen Kabelnetzbetreiber haben mit 3,6 Millionen Breitbandinternetkunden zwar erst einen Marktanteil von rund 13 Prozent, jedoch zwei von drei Breitbandneukunden entscheiden sich für einen Kabelinternetanschluss. Bis Anfang 2013 werden wir rund 60 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit 100 MBit/s und mehr anschließen können. Die Kabelnetzbetreiber bieten hohe Internetgeschwindigkeiten zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis, was von den Verbrauchern gut angenommen wird. Eine Umfrage unter unseren Mitgliedern hat gezeigt, dass über die Hälfte der Kunden Zugänge mit über 30 MBit/s bucht, 6,6 Prozent buchen sogar 50 MBit/s und mehr.“ Die ANGA Cable 2013 wird vom 4. bis 6. Juni 2013 erneut in Köln stattfinden.
Eckhard Eckstein
(MB 07/08_12)

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