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Außerordentlich zufrieden

Die Internationale Funkausstellung in Berlin scheint ihre Durststrecke hinter sich gelassen zu haben. Die diesjährige Veranstaltung (31. August bis 5. September) präsentierte sich wieder als internationale Trendmesse und Besuchermagnet. Schlüsselthemen waren unter anderem HDTV, Mobile-TV und Heimvernetzung.

Der Veranstalter gfu und die Messe Berlin ziehen übereinstimmend eine positive Bilanz. „Die IFA ist für die Entwicklung der Consumer Electronics die wichtigste jährliche, internationale Branchenplattform. Die IFA 2007 ist in der Tat ein großer Erfolg für uns. Die Bestwerte mit Zuwächsen von mehr als 15 Prozent bei Ausstellern, zehn Prozent bei Fach- und Privatbesuchern und zehn Prozent beim Ordervolumen der Markenhersteller sprechen eine eindeutige Sprache,“ betonte Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. Und Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, sagte: „Den Fach- und Privatbesuchern haben sich aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung der CE-Industrie neue digitale Horizonte bei den Produkten und Dienstleistungen auf der IFA 2007 eröffnet. Aufgrund der starken Resonanz zur IFA 2007 sind wir außerordentlich zufrieden.“

Die Veranstalter zählten rund 235.000 nationale und internationale Teilnehmer. Mit einer internationalen Ausstellerbeteiligung von 733 Unternehmen von insgesamt 1.212 Ausstellern aus 32 Ländern beträgt der internationale Anteil mehr als 60 Prozent. Bei der vermieteten Fläche weist die IFA 2007 eine Steigerung von rund zwölf Prozent auf. Damit schreibt die jährliche IFA ihre Erfolgsgeschichte in 2007 weiter fort. Zahlreiche Markt führende Unternehmen aus dem Aus- und Inland stimmen überein, dass die IFA 2007 einen umfassenden Überblick über neue Techniken und Technologien der Consumer Electronics bietet und zudem der ideale Ort für Ordergeschäfte ist und den direkten Kontakt zum Konsumenten herstellt.
„Die IFA repräsentierte wieder das gesamte Spektrum der digitalen Unterhaltung und festigte so ihre Rolle als internationale Leitmesse der Consumer Electronics“, erklärte Hans-Joachim Kamp, Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und Vorsitzender des Fachverbands Consumer Electronics im ZVEI. Das Wachstum der IFA reflektiere die positive wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Branche. Kamp rechnet mit einem kräftigem Wachstum im 4. Quartal des Jahres, das nach den Prognosen der Marktforscher um acht Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres-Zeitraums liegen wird. Zu den stärksten Wachstumsträgern zählen nach wie vor Flachbildschirme in LCD- und Plasma-Technik, digitale Kameras, Navigationsgeräte und Notebooks. Für eine nachhaltig positive Marktentwicklung steht laut Kamps auch die Bereitschaft der Konsumenten, für hochwertige Geräte mehr Geld auszugeben. Dies sei abzulesen am kontinuierlich steigenden Durchschnittspreis von Fernsehgeräten und an überproportional wachsenden Pro-Kopf-Ausgaben für Unterhaltungselektronik.

Auch medienpolitische Themen haben traditionell ihren Platz auf der IFA. So diskutierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe medienpolitik@IFA in diesem Jahr Experten öffentlich-rechtlicher und privater Programmanbieter sowie Vertreter aus Industrie und Wissenschaft in drei öffentlichen Round Table-Gesprächen die Digitalisierung des Rundfunks in Deutschland. Dabei bekräftigte das ZDF sein Angebot zur Mitarbeit an einem, von der Industrie geforderten, gemeinsamen Fahrplan für die Einführung des hoch auflösenden Fernsehens HDTV. Außerdem sprachen sich Experten für klare und faire Regeln bei der Verbreitung von IPTV aus.

Technisch-Wissenschaftliche Forum (TWF)

Besonderes Highlight auf der IFA war wieder das Technisch-Wissenschaftliche Forum (TWF), das als eigenständige Technologiemesse innerhalb der IFA auch in diesem Jahr wieder sehr interessante Einblicke in die Technik der elektronischen Medien von morgen gab. Es stand in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan. Gezeigt wurden auf über 2.000 Quadratmetern neue Digital-TV-Standards, Fernsehen über Internet-Strukturen, Bildschirme und Projektionen für dreidimensionale Bilder. Zu den Ausstellern zählten mehr als 20 Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Projektgemeinschaften.

Im TWF präsentierten sich unter anderem auch die Förderprojekte WiMAC@home und porTiVity. Erstmalig stellen die Projekte Forschungsergebnisse zur drahtlosen Vernetzung von Multimedia-Geräten im Heimbereich und zu interaktiven Diensten bei Handy-TV der Öffentlichkeit vor.
WiMAC@home (Wireless Media and Control at Home) erforscht die drahtlose Anbindung von Geräten der Rundfunk- und Unterhaltungselektronik in Heimnetzwerken. In dem Technologievorhaben steht ein neuartiger Fernseher (iDTV) im Mittelpunkt des Szenarios. Der iDTV vereint mehrere digitale Funktionen in einem Gerät. Er dient zum einen als Medienarchiv, das beliebige Rundfunkinhalte, Videos und Fotos speichert und diese im Heimnetzwerk zur Verfügung stellt. Zum anderen stellt er die Verbindung zu Live-TV-Programmen her. Auch Pay-TV-Inhalte können geschützt und unter Wahrung der Urheberrechte verteilt werden. Eine weitere Besonderheit des Fernsehers ist der Anschluss von Komponenten der Heimautomatisierung. Auf diese Weise lassen sich Heizungssteuerungen, Alarm- und Klimaanlagen zentral und ferngesteuert bedienen. Im drahtlosen WiMAC@home-Netzwerk konfigurieren sich alle Geräte automatisch und neue Komponenten werden selbstständig mittels Universal Plug-and-Play (UPnP) eingebunden. Die Entwicklungen orientieren sich an den Empfehlungen der Digital Living Network Alliance (DLNA) um ein Höchstmaß an Interoperabilität sicher zu stellen.
Das Projekt WiMAC@home wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der Initiative „Next Generation Media“ gefördert. Partner des Konsortiums sind die Loewe Opta GmbH, das Fraunhofer -Institut für Integrierte Schaltungen (FhG IIS), das Institut für Rundfunktechnik GmbH (IRT), Nagravision GmbH und die Weinzierl Engineering GmbH (weitere Infos: www.wimac-at-home.de).

Im Forschungsvorhaben porTiVity (Portable Interactivity) werden Bildobjekte eines Handy-TV-Programms mit beschreibenden Daten, sogenannte Metadaten, verknüpft. Auf Knopfdruck erhält der Nutzer auf seinem Endgerät begleitende Hintergrund-informationen und kann interaktiv mit den Programmmachern in Kontakt treten. Hierzu werden über DVB-H (Digital Video Broadcast to Handhelds) mit dem laufenden Programm animierte Grafiken in MPEG-4 LASeR (Lightweight Application Scene Representation) gesendet. Durch Interaktion des Nutzers mit einem Objekt des Fernsehbildes (z. B. einem Fußballspieler) werden Zusatzinformationen zu dem gewählten Objekt über einen externen Datenkanal (z. B. via UMTS oder WLAN) abgerufen. Prinzipiell ist die Technik auch im Heimbereich per DVB-T und DSL einsetzbar.
Deutsche Partner des EU-geförderten Projekts sind auch wieder das IRT sowie das Fraunhofer- Institut für Sichere Informations-Technologie (FhG SIT) und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) (weitere Infos unter: www.portivity.org)

Mobile-TV
Zum Thema Mobile-TV gab es auf der IFA 2007 ohnehin viel zu entdecken. Erstmals auf der IFA vertreten war Deutschlands erster Mobile-TV-Anbieter, MFD Mobiles Fernsehen Deutschland. Es präsentierte dort unter anderem den vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelten Nachrichtenservice „Journaline“. Hierbei handelt es sich Videotext für das mobile Fernsehen. Der Informationsdienst für den digitalen Rundfunk bietet aktuelle Textinformationen, die sich von mobilen Empfangsgeräten einfach über eine Menüstruktur abrufen lassen. MFD startete zur IFA am 31. August die Ausstrahlung der Inhalte im Journaline-Format. Dazu nutzt MFD sein bereits in 16 Ballungsgebieten ausgebautes DMB-Sendenetz für mobiles Fernsehen. Ziel ist es, den Nachrichtenservice zukünftig in Mobile-TV- und Digital Radio DAB-Empfangsgeräten verfügbar zu machen. „Aus dem analogen Fernsehen kennen die Zuschauer die Vorzüge des Videotextes bereits. Dank Journaline lesen jetzt auch die Nutzer des mobilen digitalen Fernsehens schnell und unkompliziert Nachrichten und Programmhinweise. Es ist schön, dass wir dies zusammen mit MFD weltweit erstmalig über die DMB-Plattform ermöglichen können“, erklärte Alexander Zink, Projektleiter für Journaline am Fraunhofer IIS.

Handy-TV war auch ein Thema bei den IFA-Präsentationen der öffentlich-rechtlichen Sender. Bei der ARD konnte man sich unter anderem über die 100-Sekunden-Tagesschau für mobile Endgeräte informieren.
Seit der IFA bietet auch SWR.de, das Internetportal des Südwestrundfunks, unter der Adresse www.SWR.de/mobil Handy-Nutzer einen Überblick mit den wichtigsten Meldungen des Tages aus aller Welt sowie Schlagzeilen und Meldungen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an. Die aktuellen Schlagzeilen und Meldungen sind bewusst kurz gehalten, sodass sie auf kleine Bildschirme passen. Auf Fotos wird verzichtet, um einen schnellen Abruf zu gewährleisten. Das Nachrichtenangebot kann mit jedem internetfähigen Handy oder PDA über die Browserfunktion abgerufen werden.

Weltpremiere DVB-SH
Weltpremiere feierte auf der IFA der neue Handy TV-Standard DVB-SH in einer ersten öffentlichen Demonstration. Das System kombiniert die Satelliten-gestützte Programmübertragung mit terrestrischer Verbreitung.
Während der IFA 2007 strahlte Alcatel-Lucent mit IFA International TV ein spezielles Messe-Fernsehprogramm für Mobilfunkgeräte aus. Inhalt des IFA-TV-Programms, das von Cleverdis produziert wird, dem Herausgeber des Magazins „IFA International“, waren Interviews mit Persönlichkeiten und Vordenkern aus der Unterhaltungselektronik. Zum ersten Mal kamen bei dieser Demonstration zwei internationale Standards für mobiles Fernsehen, DVB-H und DVB-SH, gleichzeitig zum Einsatz kommen.
Die Besucher der IFA konnten das mobile IFA International TV und andere mobile Fernsehprogramme mithilfe von DVB-H- und DVB-SH-Technik in „Walking Demonstrations" in Halle 26 empfangen. Auch am Messestand von Alcatel-Lucent im Technisch-Wissenschaftliche Forum konnte man sich über die jeweiligen Vorteile der beiden Standards DVB-H und DVB-SH informieren.

„Wir sind überzeugt, dass die Technologie inzwischen weit genug ausgereift ist, um attraktive Mobile-TV-Dienste für den Massenmarkt anbieten zu können“, erklärt Olivier Coste, Leiter der Mobile-Broadcast-Aktivitäten von Alcatel-Lucent. „Mit der Übertragung des,IFA International TV' über unsere DVB-H- und DVB-SH-Lösungen zeigen wir, wie sich mit der richtigen Kombination von Übertragungstechniken für mobiles Fernsehen ein großes Publikum auch unterwegs mit hochwertigen Programmen versorgen lässt.“ Die Unlimited-Mobile-TV-Lösung von Alcatel-Lucent integriert erstmalig beide Standards (DVB-H und DVB-SH) auf einer Plattform. Die Ende-zu-Ende-Lösung umfasst die Netzinfrastruktur (inklusive terrestrische Transmitter, Antennensysteme, Satelliten und Rückkanal), Netz-Head-end, Anwendungsplattform, Unicast- und Broadcast-Integration und Dienstleistungen wie Installation, Betrieb und Wartung. Zu den Partnern, mit denen Alcatel-Lucent diese Lösung entwickelt hat, zählen unter anderem Chipset-Lieferanten und Endgerätehersteller.

HD–Ready oder Full HD?
Die IFA 2007 sollte der HDTV-Einführung in Deutschland neue Impulse geben. Mit neuen, noch besseren „Full HD“-Displays (1920 × 1080 Pixel) wollten die Hersteller die Konsumenten überzeugen.
Doch die können der Entwicklung scheinbar nicht so schnell folgen. Erstaunlich wenig Menschen können etwas mit dem Thema HDTV überhaupt etwas anfangen, was eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zur IFA 2007 in Berlin zeigte. So wissen mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten nicht, was sich hinter der Abkürzung HDTV verbirgt, 42 Prozent haben nicht vor, sich in nächster Zeit einen Fernseher mit hoch auflösender Darstellung zu kaufen. „Die Fernseh- und Videotechnik hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Den Konsumenten fällt es zunehmend schwer, die technologische Entwicklung zu überblicken und eine Kaufentscheidung zu treffen“, kommentierte Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. Für Verwirrung sorge insbesondere die wachsende Zahl der Logos auf den Geräten, die deren Leistungsqualität signalisieren soll. Die weitaus meisten Befragten kennen Technologien wie das Digitalfernsehen (84 Prozent), mobile Navigation (78 Prozent) und Internet- bzw. Voice-over-IP-Telefonie (72 Prozent). Demgegenüber können sich von Fernsehgeräten mit HD-Ready-Technologie nur 47 Prozent ein Bild machen. Die Full-HD-Technologie kennen nur 30 Prozent, und Video on Demand ist nur für knapp jeden Vierten ein Begriff.

Derzeit ist laut PricewaterhouseCoopers in knapp jedem fünften Haushalt (17 Prozent) ein HD-tauglicher Fernseher vorhanden, weitere 11 Prozent planen einen Kauf. Mehr Sendungen der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter in HD-Qualität wünschen sich 16 Prozent aller Befragten, 28 Prozent halten das Angebot für ausreichend und 25 Prozent interessieren sich gar nicht für das Thema.
Tatsächlich HDTV empfangen können indes nur sehr wenige Haushalte, denn dafür benötigt man ja auch noch einen HDTV-Receiver.

HDTV-Bildverbesserung
Auf der IFA stellten vieler Hersteller wieder neue Technologien zur Verbesserung des Fernsehbildes auf den TV-Displays vor. Das holländische Halbleiterunternehmen NXP Semiconductors zeigte dafür zum Beispiel den ersten Chip mit der MAPP-Technologie (Motion Accurate Picture Processing). Sie soll verhindern, dass auf großen HDTV-Fernsehern schnelle Bewegungen unscharf dargestellt werden.
Jos Klippert, Senior Marketing Manager Digital TV System bei NXP, meinte: „Diese Entwicklung markiert die zweite Generation von HDTV und alle, die sich bisher beim Kauf eines HDTV-Geräts zurückgehalten haben, können sich mit dieser neuen Technologie jetzt auf eine Darstellung mit höchster Bildqualität verlassen. Der Chip ermöglicht bei HDTV-Geräten, die diese Technologie enthalten, einen bemerkenswerten Unterschied hinsichtlich der Bildqualität. Wir empfehlen daher beim Kauf eines HDTV-Geräts darauf zu achten, dass dieses mit MAPP ausgestattet ist.“

MAPP wird voraussichtlich in ausgewählten HDTV-Geräten ab dem ersten Quartal 2008 verfügbar sein.
Bewegungsunschärfen (Motion Blur) und Bildruckeln (Film Judder) auf Full-HD Flachbildschirmfernsehern (1080p) soll auch die vierte Generation truD Full HD 120 von Micronas eliminieren. Mit dem Modell FRC 94xyM übertrifft sie vorhandene Lösungen mit weiterentwickelter, Vektor-basierter Bewegungsschätzungs – und Kompensationstechnik für 100/120Hz-Fernsehgeräte mit 1.920 × 1.080 Bildpunkten. Die neue truD FHD 120-Technologie von Micronas markiert nach Angaben des Unternehmens „einen Durchbruch bei der Videoverarbeitung“. Sie beinhaltet eine weiter entwickelte Verarbeitungsfunktionen, mit der 50/60-Hz-Videoquellen und Kinofilme mit Aufzeichnungsformaten von 24 Bildern pro Sekunden in 120 Einzelbilder pro Sekunde umwandelt werden.
Marktforschungsfirmen wie DisplaySearch prognostizieren einen schnellen Übergang zu hoch auflösenden Bildschirmen mit Full-HD Auflösung, die in Verbindung mit der neuesten, für hohe Bildwiederholungsraten von 100/120Hz ausgelegten LCD-Technolgie arbeiten. 2008 könnten über zehn Millionen 100/120Hz LCD-TVs verkauft werden. Micronas sieht sein FRC 94xyM als eine wichtige Komponente, die die Entwicklung solcher Bildschirme vorantreibt und deren Bildqualität signifikant verbessern kann.

„Mit der vierten Generation von truD FHD 120 baut Micronas auf dem Erfolg seiner Vektor-basierten Bewegungsschätzungs- und Kompensationstechnik truD auf, die sich in Hochvolumen-Märkten bei führenden TV-Herstellern bewährt hat,“ meinte Johann Weierer, Product Marketing Manager bei Micronas. „Dieses System ist die optimale Antwort für 100/120Hz Full-HD-LCD- und Full-HD-Plasma-TVs mit hoher Bildfrequenz und setzt neue Massstäbe in der Bildqualität bei Full-HD Auflösung. Sportsendungen und Filme werden in brillanter Schärfe wieder gegeben, die für LCDs typischen Bewegungsunschärfen und das Bildruckeln werden eliminiert.”
Die beste bewährte Methode, um Bewegungsunsschärfen auf LCD-TVs zu beseitigen, bestehe darin, die Bildfrequenz zu erhöhen. Mehr Bilder würden bei Bewegungsabläufen eine realistischere Darstellung ergeben. Dafür sorge der FRC 94xyM mit 100/120 Bilder pro Sekunde.

Die Wiedergabe von Filmen im Kinoformat erzeugt auf grösseren Bildschirmen mit hohem Helligkeits-/Kontrast-Verhältnis störendes Bildruckeln. Als De-Juddering bezeichnet man den Prozess, bei dem der ursprünglich mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommene Film mittels Vektor-basierter Bewegungsschätzung- und Kompensationstechnik in die Bildwiederholfrequenz des TV-Displays mit 100/120Hz umgewandelt wird. Die truD FHD 120 Bewegungs-Kompensationstechnik erzeugt dabei zusätzliche, bewegungsinterpolierte Zwischenbilder und erhöht somit die Bildwiederholfrequenz. Unterstützt werden dabei auch 24p Ausgangsformate der neuesten Generation von High Definition DVD-Spielern.

3D HD Fernseher

Das auf der IBC 2007 in Amsterdam stark in Szene gesetzte Thema 3D HD war auch auf der IFA 2007 in Berlin präsent. Texas Instruments DLP Products stellte hier eine neue 3D-Technologie für DLP HDTV-Fernseher vor. Die DLP-Technologie von Texas Instruments bildet das Herzstück der neuen 3D Anwendungen. Deren extrem schnelle Reaktionszeiten und die hohe Bildwiederholfrequenzen geben den Herstellern laut Texas Instruments „ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten für HDTV-Fernseher“. Ähnlich wie bei der ebenfalls 3D-fähigen DLP Cinema-Technologie eröffne die neue 3D-Erweiterung der DLP HDTV-Technik die Möglichkeit einer rasanten Marktdurchdringung, indem bereits existierende 3D-Computerspiele und -Inhalte genutzt werden könnten. Es gibt laut Texas Instruments weltweit bereits 4.500 Leinwände mit DLP Cinema-Projektoren. Über 1.000 davon sind schon jetzt 3D-fähig. Angesichts eines wachsenden 3D-Angebots aus Hollywood sei mit weiterem Wachstum in diesem Segment zu rechnen.

„DLP Products hat sich als Innovationsführer der Branche besonders engagiert“, sagte Adam Kunzman, Leiter des HDTV-Geschäftsbereichs von Texas Instruments DLP Products. „Wir waren unter den ersten Anbietern von Full-HD, wir waren die ersten mit High-Color-LED-Lichtquellen, und wir sind stolz darauf, als erster Anbieter ein beeindruckendes 3D-Erlebnis für zu Hause und ohne Kompromisse zu ermöglichen. HDTV in 3D wird das Interesse an Großbildschirmen für zu Hause weiter
anfachen.“

Neu entwickelte 3D-Ready HDTV-Modelle von Mitsubishi und Samsung stellen nach Anschluss an eine kompatible Datenquelle über HDMI/DVI ein hochauflösendes Stereo-3D-Bild dar. Eine aktive 3D-Brille synchronisiert sich mit dem Display und generiert dann separate Stereo-Teilbilder für das linke und rechte Auge. Das Ergebnis ist ein völlig flimmerfreies und tief beeindruckendes 3D-Erlebnis.
„Als Betrachter braucht man sich weder in seiner Beweglichkeit einschränken zu lassen, noch muss man sich aus Kostengründen mit kleinen Bildschirmen zufrieden geben. Hohe Schaltgeschwindigkeiten und der hohe Kontrast der DLP-Technik ermöglichen ein technisch und emotional beeindruckendes visuelles Erlebnis, wie es noch nie eines gegeben hat“, sagte Kunzman.

HD-DVD oder Blu-ray
Einen deutlichen Schub für die HDTV-Marktdurchdringung versprechen sich die Hersteller durch die Einführung der „hochauflösenden DVD“. Auf der IFA wurde indes deutlich, dass im Kampf um das DVD-Nachfolgeformat nach wie vor kein Sieger in Sicht ist. Die Protagonisten der von Sony und Panasonic unterstützten Blu-ray- und der von von Toshiba unterstützten HD-DVD-Technologie, versuchten in Berlin dennoch Punkte zu sammeln. Joachim Reinhard, Präsident und Hauptgeschäftsführer von Panasonic Europe auf der Panasonic-Pressekonferenz: „Wir sind sicher, dass Blu-ray im Formatkampf siegen wird.“ Richtig überzeugend war das nicht.

Derzeit hat HD DVD aufgrund der günstigeren Player in punkto Hardware die Nase vorn. Blu-ray dominiert dagegen den Verkauf der High-Definition-DVDs.
Laut Adams Media Research hat die HD-DVD-Fraktion im Hardwarebereich ihren Anteil an den Gesamtverkäufen auf mittlerweile auf 58 Prozent ausgebaut. Entscheidend dafür ist der Preis. Während es bereits HD-DVD-Player zum Preis von unter 300 Dollar gibt und für das Weihnachtsgeschäft ein Angebot von rund 199 Dollar erwartet wird, starten Bl-ray-Player derzeit bei einem Mindestpreis von 449 Dollar.
Blu-ray liegt dagegen bei den DVD-Verkäufen mit einem Verhältnis von 2:1 vorn. Experten machen dafür unter anderem die Popularität der Playstation 3 verantwortlich, die einen Blu-ray-Player integriert hat. Allerdings kaufen nur die wenigsten der Playstation-3-Besitzer auch Filme im HD-Format. Darüber hinaus hat Blu-ray bisher die meisten Filmstudios auf seine Seite gebracht. Nachdem die HD-DVD-Unterstützer aber kurz vor der IFA Paramount und DreamWorks für sich gewinnen konnten, ist der Blu-ray-Vorsprung in diesem Bereich geschrumpft.
Weil die Entscheidung über die DVD-Nachfolge in die Verlängerung geht, hält auch die Kaufzurückhaltung bei den Kunden an. Während beim Start der DVD vor zehn Jahren innerhalb der ersten zwölf Monate 350.000 DVD-Player verkauft wurden, konnten die beiden Nachfolgeformate seit Mitte 2006 lediglich 300.000 Player absetzen.
Auf der IFA 2007 zeigten sich beide Seite siegesgewiß.

ARD und ZDF
Ihren IFA-Auftritt hatte die ARD unter das Motto „ARD: Orientierung in der digitalen Welt" gestellt. Für Dagmar Reim, die Intendantin des federführenden Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg, bot die IFA der ARD eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass sie für die digitale Zukunft gut gerüstet ist. „Die Programme der ARD werden auch künftig die Zuschauerinnen und Zuschauer, die Hörerinnen und Hörer erreichen – auf welchen Verbreitungswegen auch immer“, erklärte sie.
Für Fritz Raff, ARD-Vorsitzender und Intendant des Saarländischer Rundfunks, war die IFA „eine willkommene Plattform, im Gespräch mit unserem Publikum eine Orientierung in der gelegentlich nicht so übersichtlichen digitalen Welt des Rundfunks zugeben und gleichzeitig den Kontakt mit dem Fachpublikum zu pflegen.“

Neben den drei ARD-Programmangeboten EinsExtra, EinsPlus und EinsFestival, die ausschließlich digital verbreitet werden, wurden die Online-Angebote DasErste.de und ARD.de gezeigt, die eine orts- und zeitsouveräne Nutzung der Programmleistungen ermöglichen, sowie die begleitenden Dienste von ARD-Text. Produktionen auf einer zentralen Bühne und Informationsstände der einzelnen Programme beleuchteten die Vielfalt des ARD-Gesamtbouquets. Präsentationen des RBB, der Deutschen Welle, von Deutschlandradio, ARTE, PHOENIX, der GEZ und der ARD-Fernsehlotterie rundeten das ARD-Angebot bei der IFA 2007 ab. In der ARD-Halle fand sich außerdem ein großer Digital Radio-Stand, an dem wieder für das bereits von vielen„totgesagte Medium“ die Werbetrommel gerührt wurde.
Die zeigte auf der IFA zudem in einem ersten Showcase ihr neues Medienportal. Die „ARD Mediathek“ dient als virtuelles Portal und somit als Zugang zu einer Datenbank, in der Informationen und Verweise zu den Audio- und Videoinhalten der ARD verwaltet werden. Nach und nach sollen alle im Netz verfügbaren multimedialen Inhalte der Landesrundfunkanstalten und des Erstens Deutschen Fernsehens darüber erreichbar sein. Außerdem wurden zur IFA über EinsFestival 100 Stunden HDTV-Programm ausgestrahlt. Zu sehen war das auf dem Messegelände bis auf wenige Ausnahmen aber leider nur am Stand der ARD.
Das ZDF nutzte die IFA zum Relaunche seiner ZDF-Mediathek.

Das Interesse daran war groß. Die Zugriffszahlen auf die neue Mediathek, so das ZDF, haben sich binnen weniger Tage fast verdoppelt. Am Tag vor Eröffnung der IFA griffen knapp 280.000 Menschen auf die Videos im Internetangebot des ZDF zu. Seit dem Start des Abruffernsehens in der neu gestalteten Mediathek zur IFA stiegen die Zahlen kontinuierlich von Tag zu Tag und erreichten während der Messe in der Spitze 513.000 Videosichtungen.
Der IFA-Beauftragte des ZDF, Thomas Grimm, sah auch darin eine Bestätigung für das Messekonzept des Senders: „Wir haben uns für den diesjährigen IFA-Auftritt auf die neue ZDF-Mediathek konzentriert und Beratungs- und Serviceangebote drum herum gruppiert. Abruffernsehen wird eines der wichtigen Themen der Fernsehbranche in den nächsten
Jahren sein. Hier setzt das ZDF Standards, auch in der Präsentation.“

Entavio-Start
SES ASTRA startete zur IFA 2007 seine neue Digitalplattform entavio. Das Angebot für die digitalen Satellitenhaushalte umfasst die weiterhin kostenlos zu empfangenden rund 500 digitalen TV- und Radiosender sowie, gegen eine Monatspauschale von 1,99 Euro, den technischen Zugang zu Pay-TV-Angeboten. Als erster Pay-TV-Anbieter ist Premiere einschließlich des neuen Premiere-Programmangebots Premiere Star über entavio zu empfangen. Weitere Anbieter sind mittlerweile gefolgt. TV-Haushalte, die entavio nutzen wollen, benötigen spezielle Receiver und die für Pay-TV notwendige Smart Card.
entavio ist eine Technik- und Service-Plattform, die selbst keine Programme veranstaltet oder bündelt und nach eigenen Angaben allen Inhalte-Anbietern in gleicher Weise offen steht. „Mit entavio fängt für die Zuschauer eine neue Generation des digitalen Satellitenfernsehens an“, sagte Wilfried Urner, CEO von entavio auf der IFA-Pressekonferenz des Unternehmens. „entavio bietet sehr große Programmvielfalt, interaktive Anwendungen, einen spielend leichten Pay-TV-Zugang und hervorragenden Zuschauer-Service. Mit entavio haben wir zudem ein Konzept entwickelt, das allen künftigen technologischen Neuerungen gerecht werden kann. Damit ist entavio einer der attraktivsten digitalen TV-Anschlüsse und sicherlich die beste Art, digitales Satellitenfernsehen zu empfangen.“ Und Michael Börnicke, Vorstandsvorsitzender von Premiere, erklärte an gleicher Stelle: „Mit dem Start von entavio wird der Empfang von Premiere über Satellit noch einfacher. Die Premiere-Programme werden ein wichtiges Zugpferd von entavio sein. Mit entavio kann Premiere seine Reichweite weiter erhöhen und vom Marketingdruck des Partners profitieren. Zudem erlaubt uns der Launch, technische Dienstleistungen auszulagern und uns noch klarer auf unsere Kompetenz als Anbieter von Programmen und Inhalten auszurichten.“
Astra nutzte die IFA um sein Blucom-System dem Publikum zu zeigen.

Digital Livestyle Showroom
Wie unser Leben und Arbeiten heute und in Zukunft aussieht, war während der IFA 2007 im weltweit ersten Microsoft Showroom zu sehen. Nach dem erfolgreichen Start in München hatte er vom 1. bis 22. September am Kurfürstendamm 26 seine Pforten geöffnet. Der Showroom wird vom 6. – 27. Oktober auch in Köln und vom 10. bis November bis 1. Dezember in Hamburg zu sehen sein. Das Veranstaltungsprogramm sowie weitere Informationen sind unter http://www.microsoft-showroom.de abrufbar.

„Wir sind alle längst im Digital Lifestyle angekommen: Wir reden mit Freunden per Handy und Instant Messenger, spielen über das Internet an der Xbox 360 und tauschen Musikstücke zwischen MP3-Playern aus“, sagte Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Vice President International. „Diese Anwendungen werden zunehmend vernetzt.“
Der Microsoft Showroom zeigt die Verschmelzung der „TV-Welt" mit der digitalen "PC-Welt" und spricht Themen wie Internet-Sicherheit und Software-Piraterie an. Besucher des Showrooms erfahren, was Windows Home Server, Microsoft Mediaroom, Windows Mobile, Windows Vista, 2007 Microsoft Office System, die Windows Live Services sowie die Xbox 360 zum Digital Lifestyle beitragen und welche Innovationen Microsoft mit seinen Partnern bereits entwickelt hat. Zu den Microsoft-Partnern gehören die Deutsche Telekom, Medion und Sony. Hardwarehersteller wie Intel, SanDisk und Wacom sowie Content-Lieferanten wie BMW, CeWe Color, n-tv, Otto, Premiere und Yavido präsentieren ebenfalls ihre Ideen und Angebote zum Digital Lifestyle.

Auf der IFA 2007 war Microsoft auch an diversen Partnerständen vertreten. Hardware-Partner zeigten neue, innovative Geräte und Media Center-Lösungen auf Basis von Windows Vista. Die Deutsche Telekom präsentierte die TV-Lösung Microsoft Mediaroom. Damit können Anwender mehr Kanäle empfangen, in verschiedenen Räumen zeitversetzt fernsehen, Informationen zu Sendungen abrufen und die gezeigten Produkte gleich bestellen. Fujitsu Siemens Computers und Medion präsentieren den neuen Windows Home Server. Er speichert und verwaltet alle digitalen Daten und stellt sie auch unterwegs zur Verfügung.

Eckhard Eckstein (MB 10/07)


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