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Erfolgreiche Premiere

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Erfolgreiche Premiere

Großen Zuspruch bei Ausstellern und Besuchern fand die erstmals von der Messe Düsseldorf gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 8./9. Mai in der Düsseldorfer Esprit-Arena veranstaltete SportsInnovation 2018. Hier konnte Man innovative Produktionstechnologien hautnah erleben und intensiv über die Zukunft der Sportproduktion und -vermarktung diskutieren.

Die SportsInnovation 2018 präsentierte sich weniger als klassische Messe sondern eher als Technologiepark, der rund um das Spielfeld in der ESPRIT-Arena in Düsseldorf und im Ü-Wagen Compound davor aufgebaut war. Die Präsentationen der Aussteller in den Logen und im Platinum-Club des Düsseldorfer Fußballstadions wurden kombiniert mit einem interessanten Fachprogramm auf einer zentralen Stadion-Bühne zu den Schwerpunktthemen Spielanalyse, Broadcasting, Digital Services, Stadionerlebnis sowie Spiel und Wettkampf. Beim Thema Spielanalyse ging es unter anderem um Datenerhebung, -veredelung und -visualisierung, um elektronische Leistungs- und Aufzeichnungssysteme sowie um die Auswertung von Performance-, Positions- und Vitaldaten. Beim Thema Stadion-Erlebnis drehte sich alles um das Fan-Entertainment, physische und virtuelle Werbemittel, Ticketing, Bezahlsysteme und Sicherheit. Im Bereich Broadcasting wurden Live-Produktionstechnologien gezeigt, Systeme für Grafik, Animation, Datenintegration und Postproduktion sowie Distributions- und Kontributionslösungen. Beim Thema Digital Services ging es um Plattformen und Applikationen, um e-Sport, OTT, Second-Screen- und Streaming-Lösungen. Und im Bereich Spiel und Wettkampf wurden unter anderem Funksysteme, Torlinientechnologien und Videoschiedsrichter-Systeme vorgestellt.

Einige Technologie-Anbieter zeigten ihre Neuentwicklungen im Live-Einsatz bei drei Innovations-Fußballspielen mit Jugendmannschaften. Alle Spiele wurden mit 29 Kameras in 4K/HDR von einem TVN-Ü-Wagen aus produziert.

Sowohl Aussteller (47 Aussteller aus 11 Ländern) als auch Besucher (920 Gäste aus 21 Ländern) stellten der SportsInnovation-Premiere ein sehr gutes Zeugnis aus. Konzept und Veranstaltungsort wurden als ideal und auch Erstliga-tauglich bezeichnet. SAP-Direktor Achim Ittner betonte zum Beispiel: „Wir konnten hier viele spannende Gespräche mit der nationalen und internationalen Sport-Community führen.“

Neben SAP und „Gold-Sponsor" deltatre zählten zu den Ausstellern unter anderem Dalet, Quantum, Sporttotal, Riedel, Canon, Sportcast, Teltec, Red Bee Media, Panasonic, Sony, Broadcast Solutions, ChyronHego, Lawo, Dolby VIZRT, EVS, Reality Check Systems (RCS), HawkEye und EBU. Und natürlich präsentierten sich auch die DFL, zuständig für die Organisation und Vermarktung des deutschen Profifußballs, und ihre Tochtergesellschaften Sportcast, als Hostbroadcaster verantwortlich für das weltweite TV-Basissignal von allen Spielen der 1. und 2. Bundesliga, sowie DFL Digital Sports und Sportec Solution in der ESPRIT-Arena.

Den großen Stellenwert der Veranstaltung unterstrichen hochkarätige Persönlichkeiten bei Ausstellern und Besuchern. Zu den Gästen der SportsInnovation 2018 zählten Vertreter der FIFA und UEFA, zahlreicher Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga, der spanischen La Liga, der italienischen Serie A, der englischen Premier League, der französischen Ligue 1, der Swiss Football League, der japanischen J-League sowie Entscheider der Medienbranche aus dem In- und Ausland. Von ChyronHego war beispielsweise CEO Marco Lopez persönlich angereist, um die verstärkten Aktivitäten des Unternehmens im Bereich der Sportproduktion zu betonen. ChyronHego ist seit Jahren Technologiepartner der DFL. In Düsseldorf zeigte man wie das optische TRACAB-System zum Player- und Ball-Tracking bei den Fußball-Bundesliga-Produktionen eingesetzt wird, welche Applikationen es dazu gibt (VT Training, Coach Go, Performance Portal, Coach Paint, VR Broadcasting, VR Training, VR Match Analysis) und wie auch andere Partner wie Lawo (beim automatisierten Audiomix-System Lawo KICK) und Nikon/MRMC (beim automatisierten Video Capture System PolyCam Player) die Tracking-Daten von ChyronHego nutzen. „Die Veranstaltung ist für uns sehr interessant, weil wir hier gut mit Vertretern von Sportverbänden und anderen Technologieherstellern und Lösungsanbietern ins Gespräch kommen und innovative Produktionsmethoden sondieren können“, meinte Lopez in der immer gut besuchten ChyronHego-Loge.

Im Stadion, rund um das Spielfeld verteilt, wurden Kamerasupportsysteme und Spezialkameras gezeigt. Vertreten war hier unter anderem LMC mit drei Antelope Ultra Slow Motion Systemen, darunter eine Pico als Tornetzkamera POV und eine Pico in Kombination mit einem IntelliJib-System. Gesteuert wurden die Kameras aus einem LMC-Wagen vom Ü-Wagen Compound aus. LMC-Chef Felix Marggraff zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten, Technologie live und hautnah in der Düsseldorfer ESPRIT-Arena erlebbar zu machen. Dazu bei trugen auch geführte Touren im Stadion hin zu den einzelnen technischen Highlights.

Eine kleine, spannende Installation war für viele eine in eine Eckfahne integrierte Mini-Kamera. Auch das Remote Dolly System Mantis von Motion Impossible fand großes Interesse, ebenso wie das Seilkamera-System Robycam von Exklusiv-Distributor Broadcast Solutios, das gyrostabilisierte 3D-Kamerabewegungen möglich macht. Zusammen mit einer leistungsfähigen Steuerung erlaubt das System Bewegungen in allen drei Achsen: Pan, Tilt, Roll. Alle sind stabilisiert. Das heißt, es gibt auch eine „Auto-Horizon“-Funktion, die das Bild bei Wind oder Schaukeln absolut gerade ausrichtet. Anders als andere am Markt agierende Systeme, so Broadcast Solutions, verfügt die Robycam über eine fünfte Winde, die die Glasfaserleitung im Master-Slave Modus mitführt. Dadurch ist das System unter Verwendung des Polyspast-Modus auch in der Höhe variabler einsetzbar. Das Robycam-System verwendet vier Echtzeit-gesteuerte automatische Winden und ein ausgeklügeltes Bewegungssteuerungssystem, das millimetergenaue und schnelle Kamerafahrten erlaubt – bis zu 8 m/s in allen Achsen sind möglich. Das größte System hat einen Aktionsradius von bis zu 250 x 250 Meter und mehr. Robycam ist voll-redundant ausgerichtet (zwei USV-Einheiten an jeder Winde) und hat alle notwendigen Zertifizierungen der DGUV17/18 (früher BGV-C1), um über Menschen fliegen zu dürfen.

Neue Kamerasysteme zeigten auch Sony und Panasonic. Panasonic präsentierte unter anderem ein 8K Live-Produktionssystem für die automatisierte Sportberichterstattung und die neue 4K/HDR-Studiokamera AK-UC4000 mit 35mm MOS-Sensor. Sony stellte eine 8-fach Ultra-Zeitlupenkamera HDC-4800 als Hintertorkamera zur Verfügung. Besonderes Merkmal: Ihre CCU arbeitet mit integriertem Replay-Server. Die Kamera verfügt über einen großen 35mm Sensor und liefert entweder 8-fach-Zeitlupe in 4K oder 16-fach-Zeitlupe in HD bei bis zu 400 oder 800 Progessive Frames, in SDR und in HDR. Dazu wurden Sony HDC P43-Boxkameras zusammen mit dem Robycam-Seilkamerasystem im Stadion und mit einem Hintertor-Kamerakran von Blackcam eingesetzt. Ansonsten kamen bei den Innovationsspielen 4K/HDR/SDR-Systemkameras vom Typ HDC-4300 zum Einsatz. Alle Kamera-Signale liefen im TVN-Ü-Wagen auf.

In der Sony-Loge konnte man die 4K/HDR-Bilder auf zwei Monitoren betrachten. „Wir wollen hier zeigen, dass 4K/HDR Realität und kein Hexenwerk mehr ist“ sagte Claus Pfeifer, Head of Technical Sales bei Sony Professional Solutions Europe. Auch das Hereinzoomen in ein 4K-Bild präsentierte Sony und die Nutzung des Signals für HD/HDR-Produktionen. In der Sony-Loge vertreten waren auch Sony-Tochter und Tracking-Software-Anbieter HawkEye und MoovIt aus Köln. Letztere Firma hat ein Interface für die Sony-Server entwickelt, welches erlaubt, Signale direkt auf Adobe Premiere zu editieren. Erstmals vorgestellt wurde das auf der IBC 2017.

Neben neuester Kamera- und Videoserver-Technik stellte Sony in Düsseldorf auch seinen virtuellen Mischer und das Broadcast as a Service Virtual Production-System vor, das mit Partner Amazon Web Services betrieben wird und für kleinere Sportevents kostengünstige Produktionsmöglichkeiten in der Cloud bietet.

Dalet zeigte auf einem Gemeinschaftsstand mit Quantum in Düsseldorf seine Sports-Content-Lösungen mit seiner Media-Asset-Management(MAM)- und Workflow-Orchestrierungs-Plattform Dalet Galaxy five. Dalet spricht den gesamten Lifecyclye von Sport-Content mit einem einheitlichen Ansatz an, der Organisationen ein optimiertes „Conception-to-Cosumption“-Paradigma bietet durch die Zusammenlegung des Erwerbs und der Analyse von Inhalten mit Highlights und die gleichzeitige Kontrolle der Produktion von Live-Sendungen mit seinem Multiplattform-Publishing. „Die Dalet-Plattform vereint Assets und Ressourcen und ermöglicht dadurch, weit entfernte Standorte und Teams mit einem Datenmodell zu verbinden, das überall für Transparenz sorgt und erweiterte Produktionsworkflows unterstützt. Sportliche Assets lassen sich so besser monetarisieren und zur Generierung ultimativer Fanerlebnisse über alle Kanäle hinweg nutzen“, sagte Luc Comeau, Head of Sports Strategy, Dalet. „Hier auf der SportsInnovation 2018 zeigen wir praktische Anwendungen für  Galaxy five sowie speziell entwickelte Sport-Content-Fähigkeiten einschließlich neu integrierter Optionen für künstliche Intelligenz und umfassende Social-Media-Aktivitäten.

Wir zeigen, wie hybride Workflows alle Phasen des Medienzyklus verwalten, Medienunternehmen und -organisationen sofort Mehrwert bieten und gleichzeitig eine stabile und flexible Grundlage für kontinuierliche Anpassungen schaffen.“ Ein wichtiger Kunde von Dalet ist mit der Implementierung der „Living Library“ Sportcast. Die DFL-Tochter stellt das Hostsignal in HD bereit und erfasst Sportdaten über OPTA-Integration und verwaltet so die Archive für alle Bundesligaspiele. Das Volumen der in den digitalen 5-PetaBytes-Tresoren der DFL untergebrachten Inhalte wächst jedes Jahr um circa 5.000 Stunden. Dalet Galaxy bietet Sportcast eine einheitliche Katalog- und Kerninfrastruktur, die durch orchestrierte Workflows ergänzt wird, und aufgabenspezifische Tool-Sets für jeden einzelnen Geschäftsbereich ermöglichen es Medienorganisationen wie der DFL, ein einzelnes MAM für einzelne Teile des Geschäfts oder unternehmensweit anzuwenden.

 

Mut zur technologischen Weiterentwicklung

„Die DFL setzt seit ihrer Gründung konsequent auf Innovation. Daher ist die Beteiligung an der SportsInnovation ein folgerichtiger nächster Schritt“, sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. „Das Event macht einmal mehr deutlich, dass Mut zur technologischen Weiterentwicklung zu den Kennzeichen des deutschen Profifußballs gehört.“ In seiner Keynote zur Sports-Innovation 2018 erklärte er: „Fußball hat den Siegeszug des Fernsehens vorangetrieben. Fußball hat den Siegeszug der digitalen Medien vorangetrieben. Fußball ist wie andere populäre Sportarten ein Innovationstreiber. Darum sind wir heute zusammengekommen. Die SportsInnovation ist nicht nur ein Event, bei dem wir uns über die neuesten technischen Entwicklungen austauschen. Die SportsInnovation sendet auch nach außen das Signal: Der Sport allgemein – als einer der attraktivsten Medieninhalte der Welt – war und ist ein Schrittmacher für technischen Fortschritt.“

Mit 1,4 Milliarden Euro Umsatz im Jahr habe sich die DFL zu einem der größten Unternehmen der deutschen Entertainment-Branche entwickelt und sei „ganz sicher“ das internationalste Medienunternehmen Deutschlands. Zusammen mit den 36 Vereinen erlöse der Profi-Fußball in Deutschland rund 4 Milliarden Euro pro Jahr. Damit liege er beim Erlös zwischen den beiden deutschen TV-Konzernen RTL Deutschland und ProSiebenSat1. „Innerhalb von 15 Jahren haben wir den Gesamtumsatz der beiden Ligen mehr als verdreifacht“, berichtete Seifert. Wirtschaftlich wolle sich die Liga aber noch weiter entwickeln. Dabei seien neue Technologien und ihre konsequente Anwendung sehr hilfreich.

Werner M. Dornscheidt, Chef der Düsseldorfer Messe, zeigte sich vom Konzept der SportsInnovation überzeugt: „Die Messe Düsseldorf hat die Chance, gemeinsam mit der DFL, ein Format zu schaffen, das der Vermarktung von Sportveranstaltungen völlig neue Impulse gibt. Dies ist unsere Kernkompetenz, Testumfelder für Branchen zu kreieren, die den absoluten Zusatznutzen für die beteiligten Player bieten. Mit der Live-Präsentation wird eine überzeugende Plattform geschaffen, die zeigt wie man hochklassige Veranstaltungen in modernen Veranstaltungsstätten durchführt.“

Die nächste SportsInnovation soll im Jahr 2020 erneut in der Düsseldorfer ESPRIT-Arena stattfinden.

Eckhard Eckstein

MB 2/2018

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