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Erweiterte kreative Möglichkeiten

Die NAB 2011 zeigte sich wieder einmal mehr als Dorado für all diejenigen, die sich für innovative Kameratechnik interessieren. Das Angebot reichte von kleinen, kostengünstigen Spezial-kameras bis hin zu sehr leistungsstarken High-end-Systemen. MEDIEN BULLETIN schaute sich auf der weltgrößten Broadcastmesse nach den Highlights um: NAB 2011 Report, Teil 2.

Mit einen eindrucksvollen Line-up an neuen Kamera-Modellen präsentierte sich Sony Professional auf der weltgrößten Broadcastmesse in Las Vegas. Unter dem Motto „Believe Beyond HD“ zeigte das Unternehmen hier neue Tools zur Erstellung von Content in 3D sowie in HD und in höheren Auflösungen für kreative, professionelle Anwender. Die neue CineAlta-Kamera F65 war dabei eines der Sahnestücke. Sie wird von Sony als „Revolution für die digitale Filmproduktion“ und als „nächster Schritt in Richtung 65-mm-Film-Look“ gepriesen. Die Kamera ermöglicht Aufnahmen in nativen 2K- und 4K-Auflösungen. Künftig sollen auch Auflösungen über 4K möglich sein.
Die F65 nutzt einen neu entwickelten 8K-CMOS-Sensor, zeichnet bis zu 120 Bilder/s auf – in einer Gesamtpixelzahl von 20 Mio. (aktive Pixelzahl 19 Mio.) – und erlaubt 16-Bit-RAW-Ausgabe. Mit der hohen Grundauflösung des S35-CMOS-Sensors von Sony (8K x 2K) ergeben sich für die RGB-Farbkanäle doppelt so hohe Auflösungswerte im Vergleich zum traditionellen 4K-Bayer-Sensor. Dies ist besonders für die digitale Effektbearbeitung und das Colour Grading von großem Nutzen.







„Sony kann in der Entwicklung von 4K-Technologie bereits eine beeindruckende Erfolgsbilanz vorweisen. So haben unsere 4K-Digitalkinoprojektoren das Kinoerlebnis regelrecht revolutioniert“, erklärte Olivier Bovis, Head of AV Media, Sony Professional Europe. „Beim Kino allein wollen wir es allerdings nicht belassen. Vielmehr ist es unser Ziel, jeden Aspekt des 4K-Workflows zu fördern. Die F65 ist das Resultat 30-jähriger Forschung, Erfahrung und Entwicklung. Sie steht für unser Anliegen, der Filmindustrie Werkzeuge für höchste technische Produktionsansprüche an die Hand zu geben.“
Sony hat die F65 für verschiedene Produktionsanwendungen konzipiert. Mit dem kompakten und leichten, abnehmbaren Kamerakopf eignet sich der Camcorder für den Einsatz in 3D-Rigs und Steadicams. Zusätzlich eliminiert eine optionale, mechanische Umlaufblende jegliche Bewegungsartefakte, die bei CMOS-Sensoren auftreten können. Mit dem andockbaren SR Memory-Rekorder SR-R4 kann die F65 Daten mit bis zu 5 Gb/s direkt auf einer SR-Speicherkarte aufzeichnen. Diese Speichermedien sind mit 256 GB, 512 GB oder 1 TB erhältlich. Der Rekorder ermöglicht die Aufzeichnung von 16-Bit-RAW-Daten bei hoher Geschwindigkeit. Eine 1 TB-Speicherkarte kann bei 24 Bildern/s 50 Minuten an 4K-Material in 16-Bit-RAW aufzeichnen.

Zur NAB zeigte Sony auf seinem Stand eindrucksvolle Aufnahmen der F65 über den Digital-Cinema-4K-Projektor SRX-R320. „Die neue digitale Filmkamera F65 von Sony vereint 4K-Auflösung mit einem extrem weiten Dynamikbereich, der eine nuancierte Bildwiedergabe ermöglicht“, erklärte Curtis Clark von der American Society of Cinematographers (ASC). „Neben einem hohen Kontrast und herausragender Farbwiedergabe verleiht die F65 den Aufnahmen einen Look, der Filmemachern völlig neue kreative Möglichkeiten eröffnet.“

Handheld-Camcorder PMW-F3
Besonderes Interesse fand auf der NAB 2011 erwartungsgemäß auch der Handheld-Camcorder PMW-F3 mit Super-35mm-Sensor. Er wurde in Las Vegas mit erweiterten Funktionalitäten gezeigt. Dazu zählten die 3D-Link-Funktion, Optionen für RGB 4:4:4 und einen S-LOG-Ausgang sowie leistungsstarke (Weitwinkel-) Zoomobjektive.
Die 3D-Link-Option (CBK-3DL01) wird noch in diesem Jahr über ein Firmware-Update und eine 10-polige Kabelverbindung verfügbar sein. Sie ist dafür ausgelegt, eine synchrone Fernsteuerung zwischen zwei F3-Kameras über nur eine Fernbedienung mit Genlock, Timecode und Kamerasteuerung zu ermöglichen. Nutzer können die Aufnahme per Fernbedienung starten und stoppen. Die PMW-F3 ist dann auch mit passenden 3D-Rigs verwendbar.
RGB 4:4:4 und S-LOG-Ausgänge sind über das optionale Board CBK-RGB01 verfügbar. Es ermöglicht auch das Umschalten zwischen Dual-Link und 3G-SDI. Vier LUT-Tabellen sowie fünf Anwender-LUT-Tabellen sind zur Überwachung im S-LOG-Modus bereits vorinstalliert. Auch eine Metadaten-Planungsfunktion ist vorhanden.

Für die PMW-F3 sind zwei neue Objektive erhältlich: das PL-Mount-Weitwinkelobjektiv SCL-P11X15 PL mit 1,5-fachem Zoom, einer Brennweite von 11-16 mm und einer Geschwindigkeit von T 3,0 sowie das äußerst leistungsstarke FZ-Mount-Objektiv SCL-Z18X140 mit 14-fachem Zoom, einer Brennweite von 18-252 mm und einer Geschwindigkeit von T 3,8.
Die Kamera kann zudem mit einem PL-Objektiv-Kit mit fester Brennweite von 35, 50 oder 85 mm und einer Geschwindigkeit von T 2,0 kombiniert werden. Die PMW-F3 basiert auf dem XDCAM EX-Workflow und verwendet das Sony SxS-ExpressCard-basierte Speichermedienformat. Ihr Super-35mm-CMOS-Bildsensor liefert einen breiten Dynamikbereich mit geringer Tiefenschärfe, hoher Empfindlichkeit und niedrigem Rauschen.

HD-Multicore-Kamerasystem HXC-D70
Zu den weiteren auf der NAB vorgestellten Produktneuheiten von Sony gehörten das digitale HD-Multicore-Kamerasystem HXC-D70 (mit der Kontrolleinheit HXCU-D70). Die HXC-D70 ist für hohe Bildqualität und Empfindlichkeit auch in ungünstigen Lichtverhältnissen mit einem 2/3“-Exmor Full HD-3CMOS-Bildsensor ausgerüstet und verfügt über eine Fokus-Assist-Funktion. Anwendern stehen mehrere Signalformate zur Auswahl: 1080i/60, 720p/60, 1080i/50 und 720p/50. Unter den verschiedenen CCU-Schnittstellen der HXCU-D70 sind vier SDI- Monitorausgänge und ein HDMI-Monitorausgang für eine flexible Systemintegration. Anwender können die HXC-D70 über ein einzelnes Standard-Multicore-Kabel von Sony mit verschiedenen Peripheriegeräten verbinden.

3D-Schulter-Camcorder
Mit der Entwicklung des 3D-Schulter-Camcorder PMW-TD300 und dem kompakten NXCAM-3D-Camcorder HXR-NX3D1E, baut Sony Professional sein Line-up an 3D-Produktionslösungen weiter aus. Für die 3D-Prozessor-Box MPE-200 ist eine neue 3D-Anwendungssoftware erhältlich. Der PMW-TD300 soll dem Anwender, so Bovis im MEDIEN BULLETIN Video-Interview, mehr Flexibilität bei Live-Aufnahmen in 3D geben. „Diese neue Kamera geht auf viele der Anforderungen von Live-3D-Produktionen ein und stellt bei Außendrehs eine perfekte Ergänzung zu den HD-Kameras dar, die gegenwärtig von führenden Produktionsfirmen auf 3D-Rigs eingesetzt werden. So können kreative, professionelle Anwender auf eine flexible und mobile Technologie für 3D-Aufnahmen zurückgreifen”, erklärte er. Die PMW-TD300 ist mit einem Dual-1/2"-Exmor-3CMOS-Sensor mit Full HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel ausgerüstet. Der Camcorder basiert auf dem XDCAM EX-Format und bietet Anwendern Aufnahmen auf Festspeicher mit den damit verbundenen Vorteilen eines filebasierten Workflows.
Bei Aufnahmen in 3D werden Signale für das linke und das rechte Auge gleichzeitig auf separaten SxS-Karten aufgezeichnet. Zur Verfügung stehen insgesamt vier SxS-Kartensteckplätze – zwei Steckplätze für jede Ansicht. Dank einfachem Handling können Anwender mit der PMW-TD300 stabile 3D-Bilder in mobilen Drehumgebungen und von schwer zugänglichen Kamerapositionen aus schießen.

Ein Abstand von 45 mm zwischen den Achsen ermöglicht unterschiedliche Aufnahmebereiche bei der Erfassung von hochwertigem 3D, insbesondere bei Near-Side-Aufnahmen mit einem Konvergenzabstand von mindestens 1,2 m. Dank eines neu entwickelten Doppelobjektivsystems ist eine vollständige Synchronisation mit höchst präzisem Fokus und Zoom sowie mit genauer Blendensteuerung gegeben.
Anwender können zwischen dem 2D- und dem 3D-Modus der PMW-TD300 umschalten. Im 2D-Modus wird das Bild eines jeden Objektivs separat auf eine Karte aufgezeichnet. Die PMW-TD300 ist ab Herbst 2011 erhältlich.

Verstärktes P2-Engagement
Panasonic betonte auf der NAB 2011 die Verstärkung seines P2-Engagements. „200.000 P2 HD Solide State-Produkte sind bereits weltweit verkauft worden“, berichtete John Baisley, Executive Vice President Panasonic Solutions, auf der Pressekonferenz des Unternehmens. Neben den aktuellen P2HD-Entwicklungen präsentierte Panasonic unter anderem Neuigkeiten aus den Bereichen Professional 3D und AVCCAM. Gezeigt wurde unter anderem der neue P2-HD-Handheld-Camcorder AG-HPX250 mit 10 Bit 4:2:2 AVC-Intra-Aufzeichnung in Masterqualität und einem 21x Zoomobjektiv. Mit der Einführung des P2 HD Handheld-Camcorders AG-HPX250 mit 10 Bit, 4:2:2 Einzelbild AVC Intra-Aufzeichnung mit hoher Auflösung (1.920 x 1.080) und einem Gewicht von nur 2,5 kg will Panasonic einen neuen Standard für Videoqualität in der mobilen HD-Bilderfassung setzen. Der HPX250 enthält hochempfindliche Full-HD 2.2 Megapixel 3MOS-Bildwandler in 1/3-Ausführung und einen digitalen Signalprozessor (DSP) mit 20 Bit zur Bilderfassung mit nativer Bildauflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Die drei einzeln verstellbaren Ringe des 21x HD-Weitwinkelobjektivs ermöglichen Zoom, Fokus und Iris. Der AG-HPX250 wird in diesem Herbst erhältlich sein. „Unser Highlight im P2-Bereich wird schon lange von Rundfunkanstalten und Produktionshäusern erwartet, die im Videojournalismus-Bereich tätig sind“, erklärte Uwe Rohr, General Manager Deutschland und Österreich Professional Business Unit von Panasonic, im Video-Interview mit MEDIEN BULLETIN.

Ebenfalls gezeigt wurde von Panasonic der neue 3D-Doppeloptik-P2HD-Schulter-Camcorder AG-3DP1. Er ist mit 10-Bit, 4:2:2 Einzelbild AVC Intra-Aufzeichnung mit hoher Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) ausgestattet. Das Modell bietet alle Vorteile eines schnellen, dateibasierten P2-HD-Workflows mit Aufzeichnungsfunktionen wie sofortigen Aufnahmebeginn, Clip-Thumbnail-Darstellung für sofortigen Zugang zu dem auf allen Karten gespeicherten Videomaterial und zahlreichen zeitsparenden Aufnahmemodi einschließlich kontinuierlicher Aufzeichnung und Intervallaufzeichnung. Aufbauend auf dem Erfolg der 3DA1, ist der 3DP1 sehr leicht bedienbar und bietet jetzt die zusätzliche Qualität einer AVC Intra-Aufzeichnung. Der 3DP1 wird ab Herbst dieses Jahres auf den Markt kommen und durch das fünfjährige Gewährleistungsprogramm von Panasonic unterstützt. Der neue 3D-Camcorder wurde auf der NAB 2011 mit einem Star Award ausgezeichnet.

Vorgestellt wurden von Panasonic in Las Vegas auch die neuen AVCCAM HD Handheld-Camcorder AG-AC160 und AG-AC130. Beide verfügen über hochempfindliche Full-HD 2.2 Megapixel 3MOS-Bildwandler in 1/3-Ausführung zur Bilderfassung mit nativer Auflösung von 1.920 x 1.080 sowie über eine neue 21x HD-Zoomlinke mit einem noch größeren Winkel. Wichtige neue Leistungsmerkmale sind zwei SD-Kartenslots für Relais- oder Simultan-Aufzeichnung, Kompatibilität mit SDXC-Speicherkarten mit hoher Kapazität, verbesserte Sucher- und LCD-Displays sowie DV-Aufzeichnung. Beide Modelle sollen ab Herbst verfügbar sein.
Neben den Produkt-Highlights nannte Rohr als technologisches Highlight Panasonics Weiterentwicklung von AVC Ultra. „Das System befindet sich in der letzten Spezifikationsphase. Wir haben vor, AVC Ultra als generellen Container einzusetzen, aus dem heraus der gesamte Bereich der TV-Produktion abgedeckt werden kann. Das heißt von Proxy über 1 Mbit bis 440 Mbit für den filmischen Bereich. AVC Ultra ist skalierbar und der Anwender kann entscheiden, was er für seine Produktion benötigt. Schon mit 220 Mbit kann man 1080/50p-Produktionen machen, was sicherlich eine künftige Vorderung im Rundfunkbereich sein wird“, erklärte der Panasonic-Manager.

3D-Camcorder von JVC
JVC Professional Europe zeigte auf der NAB 2011 seinen neuen 3D ProHD Camcorder GYHMZ1 (siehe nächstes Foto). Mit dem integrierten 3D-Doppelobjektiv und JVCs LSI-Chip für schnelle Datenverarbeitung von HD Videos, ist die GY-HMZ1 in der Lage, gleichzeitig rechte und linke Bilder in Full 1.920 x 1.080 Auflösung aufzuzeichnen. Der handliche Camcorder ist mit zwei 3.32 Megapixel CMOS-Sensoren ausgestattet – ein Sensor jeweils für eine Linse – und liefert 34 Mbit/s AVCHD-Aufnahmen in 3D oder 24 Mbit/s in 2D. Videos können in 50i Timecode aufgezeichnet werden, für reibungslose Übergänge wie zum Beispiel beim Sport oder anderen schnellen Aktionen oder in 24p für einen filmähnlichen Effekt. Der GY-HMZ1 Camcorder kann ebenso 3D-Zeitrafferaufnahmen und digitale Standbilder in 3D erfassen. „Mit dem neuen GY-HMZ1 bekommen alle Profis richtiges 3D in einer Full HD Auflösung,“ sagte Gustav Emrich, Produktmanager Creation & Presentation. „Eine 3D Produktion kann oft sehr komplex sein, aber der neue ProHD-Camcorder macht 3D zugänglicher für unabhängige Filmemacher, für verschiedenste Produktionsstätten und sogar für den Bereich Bildung.“
Ausgestattet mit Bildstabilisatoren bieten die beiden F1.2 Objektive einen 5x optischen Zoom in 3D und 10x optischen Zoom in 2D. Für Videoaufnahmen werden SDHC/SDXC-Karten der Klasse 4 oder höher benötigt.
Des Weiteren verfügt der Camcorder über einen eingebauten 80 GB internen Speicher. Das 3,5“ Farb-LCD-Touchpanel des GY-HMZ1 Camcorders ermöglicht eine 3D-Betrachtung ohne Brille und weitere hilfreiche eingebaute Features wie zwei XLR Mikrofoneingänge und eine Mikrofonhalterung (Mikrofon ist optional).

Zeitlupenkameras
LMC LiveMotionConcept war mit der brandneuen Ultra Slow Motion Kamera Antelope MK2 auf der NAB 2011 vertreten. Sie wird einen neuen Standard im Highspeed-Bereich setzen, verspricht das Unternehmen. Das System basiert auf dem Phantom 641 Chip und bietet eine hohe Dynamic Range sowie große Lichtstärke. Dazu präsentierte LMC den eigens für die MK2 entwickelten neuen Controller sowie ein RS422 OCP, welches sich an den GV OCP400 anlehnt. Das Remote-Control-Panel bietet alle notwendigen Funktionen für Replay und Setup wie schwarz-weiss Abgleich, Framerate, Exposure etc. Zu den neuen Funktionen der MK2 zählen ein zweiter LIVE Output, Frame-Rates bis 5.800 Bildern/Sekunde in nativem HD, Tally, Stereo-Audio sowie SMPTE Anbindung inklusive Power, Intercom, Telemetrie und Dual HD SDI Video Output. Felix Marggraff, CEO bei LMC, sagte: „Die MK2 wollen wir nicht nur im Rahmen unserer Produktionsdienstleistungen selbst bedienen und vermieten sondern auch verkaufen.“ Die neue Kamera benötige nicht mehr speziell geschultes Bedienpersonal. „Sie besitze jetzt im Prinzip die Flexibilität und Bedienbarkeit einer normalen Fernsehkamera“, sagte Marggraff. Eine weitere neue Highspeed-Kamera zeigte FOR-A mit der VFC-7000. Mit bis zu 700 fps variabler Aufzeichnungs- und Wiedergaberate und integriertem segmentierbaren Festspeicher mit Slomo-Control-Unit, anwendbar für hochwertige Videoproduktion wie auch in Forschung und Entwicklung, in HD und in 3D. Die VFC-7000 erhielt auf der NAB 2011 einen Star Award.

Auch Ikegami hat jetzt auch eine Super-Slomotion-HD-Kamera im Portfolio. Auf der NAB 2011 wurde erstmals die HiMotion2 vorgestellt. Sie wurde in Kooperation mit NAC Image Technology entwickelt. Die HiMotion2 ist mit drei CMOS-Sensoren ausgestattet, erlaubt 10-fach Zeitlupe und bietet 1080i- und 720p-Aufzeichnungsmöglichkeit. Sie kann parallel für Live- und Replay-Feeds genutzt werden sowie als normale HD- und Super Slow-Mo-Kamera – insbesondere bei Sport-Produktionen. „Wir sind froh, jetzt endlich auch eine Super-Slomotion-HD-Kamera anbieten zu können“, erklärte Michael Lätzsch, Manager Broadcast Presales & Service. Schließlich habe Ikegami in der Vergangenheit bei manchen Ausschreibungen erst gar nicht teilnehmen können, weil dort neben normalen HD-Kameras auch Zeitlupen-Kameras gefragt waren. Dies sei nun anders.
Ebenfalls für Sport-Produktionen aber auch für den POV-Einsatz (Point of View) wurde von Ikegami auf der NAB 2011 die neue Drei-CCD 1080i "Box"-Style-Kamera HDL-45E vorgestellt. Sie ist laut Lätzsch auch ausgezeichnet für den Einsatz in 3D-Rigs geeignet. Für Stereo-3D-Produktionen stellte Ikegami eine neue 3D-Option für das Netzwerk-Kontrollpanel OCP-200 vor. Sie erlaubt den Anwendern nun, bei 3D-Aufnahmen eine OCP 200 zwei Kameras zuzuordnen. Ebenfalls neu bei Ikegami ist die 16-Bit-Studiokamera HDK-97A („Unicam HD“, 3G-SDI 1080/60p HD). Sie kann sowohl mit Triax- als auch mit Glasfaser-Adaptern betrieben werden.

P+S TECHNIK aus Ottobrunn war in Las Vegas mit seinem wichtigsten Zugpferd, der WEISSCAM HS-2 MKII, am Start. Für die digitale Filmkamera für den Multi-Purpose-Bereich, die 1 bis über 70.000 Bilder (bei 100x100p) pro Sekunde aufnehmen kann, wurden drei neue softwarebasierte Upgrade Module für verschiedene Einsatzzwecke entwickelt und auf der NAB erstmals vorgestellt. Durch sie soll die Kamera noch vielseitiger und effizienter werden.
Upgrade Module gibt es für bessere Bildqualität und für den Einsatz im Rental- und im Studio-Bereich. In den letzten Jahren konnten P+S Technik 50 HS2-Kameras verkaufen. „Darauf sind wir besonders stolz“, erklärte Michael Erkelenz, Manager Business Unit Digital Capturing von P+S Technik, im MEDIEN BULLETIN Video-Interview.
P+S TECHNIK zeigte auf der NAB 2011 auch das Freestyle Rig mit Evolution Upgrade, den neuen Magic Support, eine durchdachte Schulterstütze und eine Reihe spezieller Kameraplatten für gängige Anschlüsse. Durch das neue Zubehör soll das Rig noch mobiler und vielseitiger werden als bisher. Durch das Evolution Upgrade kann das Freestyle Rig nun auch mit schweren Broadcast und Digital Cinematography Kameras bestückt werden, da die neuen soliden Kameraadapter auch schweren Kamerasetups in jeder Lage Stand halten. Die Einstellmechanismen für die Kameraneigung, Kamerarotation und Kamerahöhe sind deutlich stabiler als beim Standard-Kameraadapter, um Kamerasetups mit einem Gewicht von bis zu neun Kilogramm dauerhaft stabil in Position zu halten. Aufbau, Kalibrierung und Objektivwechsel gehen schnell von der Hand und die Justagen sind dank Feststellschrauben beim Freestyle Rig Evolution höchst stabil. Damit ist das Rig laut P+S Technik nicht nur für Filmproduktionen, sondern auch für den Broadcast-Sektor geeignet. Nach wie vor kann das Freestyle Rig mit dem entsprechenden Zubehör nicht nur auf Steadycam, sondern auch auf Schulter, Kran, Dolly und Stativ verwendet werden. Dank des Einsatzes neuester Karbon-Technologien aus der Formel 1 zählt das Freestyle Rig weiterhin zu den leichtesten 3D Rigs am Markt.

Innovationen präsentierte P+S Technik ferner im Bereich 16Digital-Format mit dem 16Digital SR-Magazin. Es soll im Juni an Beta-User geliefert werden, bevor es dann im September offiziell auf dem Markt eingeführt wird. „Das ist eine der wichtigsten Nachrichten, die wir hier auf der NAB verkünden“, sagte Erkelenz.

Erweiterte ALEXA-Produktfamilie
ARRI präsentierte sich auf der NAB mit einer erweiterten ALEXA -Produktfamilie. Marc Shipman-Müller, Produktmanager Kameras und Objektive, stellte auf der ARRI-Pressekonferenz neue ALEXA-Kameras vor. Neben ALEXA und ALEXA Plus wird es demnächst eine S- (Studio) und M- (Modular) Variante geben. Beide sind mit dem gleichen 4:3-Sensor ausgestattet wie die ALEXA und ALEXA Plus und erlauben dank PL-Mount den Einsatz von traditionellen anamorphischen Objektiven. Zudem ermöglichen sie mit 60 bis 120 Bildern pro Sekunde echtes Slomo-Recording mit ProRes 422 HQ. Erste ALEXA-Highspeed-Bilder wurden auf der Pressekonferenz gezeigt. Beim M-Modell ist der Kamerakopf vom Body abgesetzt und via Glasfaser-Inferface verbunden. Man erhält so eine kleine, leichte Einheit. Das kommt laut Shipman-Müller insbesondere Stereo-3D-Set-Ups zugute. ALEXA S wird über einen optischen Sucher und einen verstellbaren Mirror-Shutter verfügen.
Auch das seit April verfügbare ALEXA-Software-Upgrade 3.1 wurde vorgestellt. Es unterstützt ALEXA Plus, ARRIs drahtlose Remote-Systeme, das ARRI Lens Data System (LDS) und Remote Control RCU-4. Ab Juni soll bereits das ALEXA-Software Upgrade 4.0 mit weiteren ALEXA- und ALEXA Plus-Features verfügbar sein. ALEXA Plus ist ein Upgrade der ALEXA-Kamera, durch das diese um eine eingebaute kabellose Fernsteuerung, das ARRI LDS, zusätzliche MON OUT Video- und RS Power-Ausgänge, Linsensynchronisation für 3D und eingebaute Positions- und Bewegungssensoren erweitert wurde.
Auf der NAB kündigte Arri ferner eine neue Geschäftskooperation mit der CAMERON PACE Gruppe (CPG) an, der kürzlich gegründeten 3D-Technik-Partnerschaft von Filmemacher James Cameron und 3D-Produzent Vince Pace. Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung der Arri ALEXA M und der Realisierung gemeinsamer Produktionen (Three Musketeers, Hugo Cabret, Life of Pia, 47 Ronin). CPG soll die ersten ALEXA M Vorproduktionseinheiten im dritten Quartal 2011 erhalten. Funktionsfähige Prototypen sollen auf der IBC 2011 gezeigt werden. Im 1. Quartal 2012 soll die Kamera dann auf den Markt kommen.

Spezialkameras
Auf der NAB 2011 waren auch interessante Spezialkameras und Drahtlos-Übertragungssysteme zu sehen. BMS, eine Tochtergesellschaft der COHU INC., zeigte zum Beispiel die neue BMS Ultra Light HD Cam sowie den BMS DR5800USB Receiver und den BMS UL5820TX-HD Transmitter.
Die neue HD Cam wiegt nur 139 Gramm und ist in einem sehr kompakten Gehäuse untergebracht. Sie verfügt über ein 120x Zoom (10x optisch, 12x digital), HD-SDI Video Output, Slow Shutter-, Spot AE- und Picture Freeze-Funktion.
BMS gehört zu den führenden Herstellern für COFDM HF-Übertragungstechnologie mit eigener Entwicklung, Fertigung, weltweitem Service und Vertrieb. Das Unternehmen bietet ein umfangreiches Portfolio auf Basis von HF-Kommunikationssystemen, speziell entwickelt für aktuelle Berichterstattung, Nachrichtenübertragung und Unterhaltungsindustrie aber auch für Sicherheitsbehörden, unbemannte Flugsysteme sowie militärische Anwendungen.
Die BMS Europe GmbH, die europäische Niederlassung, ist in Kemel, in der Nähe von Wiesbaden angesiedelt und betreut von dort Kunden und Partner in den EU-Ländern, Osteuropa, im Mittleren Osten sowie in Asien.

Kamerazubehör
AJA stellte auf der NAB den Ki Pro Mini Recorder als erste für den Einsatz mit der neuen RED EPIC Kamera empfohlene Apple ProRes Lösung vor. Auf der AJA-Pressekonferenz erklärte RED-Chef Ted Schilowitz: „AJA’s Ki Pro Mini ist der erste ProRes-Recorder, den wir im Feldeinsatz im Zusammenspiel mit der RED EPIC erfolgreich getestet haben.“ Der Recorder sei unter anderem bei Dreharbeiten von einem Helicopter aus für 5K EPIC REDCODE RAW File-Aufzeichnungen eingesetzt worden. „Das klappte wunderbar“, betonte Schilowitz. Ki Pro Mini sei klein, leicht und liefere Top-ProRes-Qualität, lobte er.

Die RED EPIC-Kamera ist nur noch rund ein Drittel so groß wie die RED ONE. Sie ist mit einem 5K Mysterium-X Sensor und einem 27-Layer-ASIC ausgestattet. Die RED EPIC kann bis zu 120 Bilder pro Sekunde aufzeichnen, jedes davon mit voller 14 MP-Auflösung. Sie wird gegenwärtig auch bei diversen Feature-Film-Produktionen eingesetzt.
„2009 haben wir mit Ki Pro als erste auf dem Markt ein professionelles ProRes-Kamera-Aufnahmesystem anbieten können. Heute sind von uns bereits tausende Ki Pro Minis im Einsatz“, sagte AJA-Präsident Nick Rashby. Ki Pro Mini kann direkt auf der Rückseite der RED EPIC über eine AJA Mini Befestigungsplatte mit Standard-V-Lock-Adapter angebracht werden.

Rashby kündigte auf der NAB-Pressekonferenz für den Sommer 2011 auch die Verfügbarkeit des neuen HDMI-Glasfaser-Minikonverters Hi5 und von vier neuen SDI-Glasfaser-Minikonvertern der FiDO-Familie (Fibre Digital Optical) an. FiDO erlaubt den Transport von SDI, HD-SDI und 3GSDI über Entfernungen von bis zu zehn Kilometern. Im Sommer soll auch der zweikanalige Universal-Frame-Sync-Konverter und -Synchronizer FS2 auf den Markt kommen. Er bietet 10-Bit-up/down/cross-Konvertierungsmöglichkeiten zu diversen SD- und HD-Formaten einschließlich 1080p50/60. Der FS2 wird unter anderem über Features wie 3GSDI I/O, HDMI I/O, Optical Fiber I/O und Dolby E Encoding- und Decoding-Option verfügen. Rashby: „Das ist eine sehr wichtige Entwicklung für AJA.“ Er kündigte auch an, dass AJA unter dem Codename „Riker“ einen neuen voll skalierbaren, echtzeitfähigen Multiformat-Konverter in Arbeit hat, der von SD- bis hin zu 5K-Workflows alles bedienen kann.

Kamera-Konverter
Mit dem ATEM Kamera-Konverter stellte auch Blackmagic Design auf der NAB 2011 auch einen interessanten Konverter vor. Er erlaubt eine Glasfaserverbindung von Consumer-HDMI-Kameras oder professionellen SDI-Kameras zu einem Live-Mischpult, das bis zu 40 Kilometer entfernt sein kann. „Der ATEM Kamera-Konverter ermöglicht es Produktionen, mehr Kameras zu günstigeren Kosten in die Live-Action einzubinden“, betonte Dan May, Präsident von Blackmagic Design im MEDIEN BULLETIN Videointerview. Der Konverter bietet zudem Talkback-Funktion, einen externen Mikrofoneingang, ein Programm-Rückkanal, On-air Tally-Funktion und eine integrierte Batterie-Stromversorgung.
Blackmagic Design präsentierte sich auf der NAB 2011 mit insgesamt 24 neuen Produkten. Mit ihnen betritt das Unternehmen zum Teil völlig neue Produktbereiche. „Wir zeigen hier neue Lösungen in Produktbereichen, in denen Blackmagic Design bislang nicht aktiv war. Mit ihnen können unsere Kunden neue Workflows und Herausforderungen besser meistern“, sagte May. Ebenfalls neu sind Blackmagic Designs Videomischer der ATEM-Reihe. Sie zeichnen sich nach Angaben des Unternehmens durch neue leistungsstarke Features, kleine Baugröße, Kosteneffizienz und ihre individuelle Anpassbarkeit an Kundenwünsche aus. Die ATEM-Mischer werden in der günstigen Variante auch getrennt vom Hardware-Kontroll-Panel verkauft. Eingesetzt werden kann dann eine kostenlose Software-Kontroll-Panel-Lösung auf Mac- und Windows-Rechnern. Der Mischer kann dann zum Beispiel vom Laptop aus gesteuert werden.

Angeboten werden ein 1 M/E Mischer in 2-Rack-Unit-Göße mit acht SDI-Inputs, HDMI und Component Video, drei aux. Outputs und ein Single Multiview für das Monitoring sowie ein 2- M/E-Mischer in 3-Rack-Unit-Göße mit zwei separaten M/-Reihen, 16 Video Inputs, sechs aux. Outputs, zwei Multiviewer zum Monitoring, redundante Stromversorgung und SuperSource Multilayer Compositing.
Blackmagic Design kündigte in Las Vegas mit Blackmagic Desktop Video 8.0 die Unterstützung seines kompletten Line-ups für Video-Aufzeichnung und -Playback (u.a. DeckLink, Multibridge, Intensity und UltraStudio Pro) für Adobes Creative Suite 5.5 Production Premium Software für Windows und Macintosh an.
Eckhard Eckstein
(MB 06/11)

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