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Gesamtlösung statt Einzelprodukt

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Gesamtlösung statt Einzelprodukt

Zur IBC 2019 gab es wieder zahlreiche Neuheiten im Bereich der Bildaufzeichnung und Kameratechnik zu entdecken. Interessant dabei zu sehen war, dass auch hier anwenderspezifische Lösungen immer wichtiger werden als Einzelprodukte. Das Ergebnis ist eine wachsende Zahl an Kooperationen unterschiedlicher Hersteller.

Panasonic ist schon lange kein Einzelkämpfer mehr. Das wurde auch auf der IBC 2019 wieder deutlich. Beim Standbesuch fielen zahlreiche Kooperationspartner auf. Sie zeigten, dass der japanische Elektronikkonzern mit Blick auf die Broadcastbranche nicht vor hat, alle Kunden-Anforderungen selbst zu erfüllen. Man sucht sich lieber geeignete Partner. Beispiel dafür ist auch die enge Kooperation mit KST Moschkau (siehe auch Beitrag in dieser Ausgabe). 

Präsentiert wurden am Panasonic-Stand Partner-Lösungen für die Live-Produktion mit Systemen von KST Moschkau (CamBot.system), BlackTrax (Echtzeit-Tracking) und Zero Density (VR/AR-Studio- und Grafik-Lösungen). 

André Metorian, Direktor Professional Video Systems bei Panasonic, wies auf der Pressekonferenz des Unternehmens darauf hin, das das Thema Live-Produktion bei Panasonic weiter an Stellenwert gewinne und man hier die Kundenbasis ausbauen wolle. Dazu drehte sich bei Panasonic wieder vieles um hochwertige PTZ-Kameras. Metorian berichtete, dass der Marktanteil in Europa hier mittlerweile bei 56 Prozent liegt. „Remote-Kamera-Lösungen sind stark im Kommen. Und Panasonic ist mit seinen PTZ-Kameras ganz vorne mit dabei“, sagte er. 

Zu den Neuheuten am Panasonic-Stand gehörte die AJ-CX4000GJ 4K-Schulterkamera, die im Dezember 2019 auf den Markt kommen soll. Sie verfügt über einen B4-Mount, einen großformatigen 11 Megapixel-Bildsensor, ermöglicht 4K/UHD-Bildaufnahmen mit einer horizontalen Auflösung von 2.000 TV-Zeilen und ist kompatibel zu HDR, BT.2100 und BT.2020. Sie unterstützt auch Aufzeichnungen mit AVC-ULTRA-Codec (HD) aus der konventionellen P2HD-Serie. UHD 60p/50p 10-Bit 4:2:2:2 Ausgabe über 12G-SDI-Ausgang ist auch möglich. Die neue 4K-Kamera bietet eine „Direct Streaming“-Funktion, mit der Bilder im HD-Modus an Internet-Livestreaming-Dienste versandt werden können. 

 

Panasonic präsentierte zur IBC 2019 auch seine neueste 8K-Organic-Sensor-Technologie. Der Sensor wurde für Weitwinkelaufnahmen mit hoher Auflösung entwickelt und soll Sport- und Live-Berichterstattung auf ein neues Niveau heben. Diese Technologie bietet laut Panasonic-Vertriebsingenieur Justus Künanz viele Vorteilen. “Der Sensor verfügt über einen großen Dynamikbereich, der mehr Farben und qualitativ hochwertigere Bilder liefert als je zuvor und sein Electronic Neutral Density Filter (ENDF) kann das Licht sanfter reduzieren oder erhöhen als seine traditionellen Pendants mit Optical Neutral Density (OND)”, erklärte er. 

Dazu stellte Panasonic auch sein neues 8K-ROI (Region of Interest)-Multi-Kamerasystem vor, inklusive 8K-Mehrzweckkamera (AK-SHB800), Prozessoreinheit (AK-SHU800) und Framing-Control-Software (AK-SFC101). Das 8K-ROI-System erlaubt es, vier verschiedene HD-Signale oder „virtuelle Kameras“ aus einem einzigen 8K-Signal zu generieren. Es verbessert laut Künanz die Betriebseffizienz und reduziert die Betriebskosten für eine Vielzahl potenzieller Produktionsanwendungen. Das Kamerasystem verfügt über eine automatisierte Bildkorrekturtechnologie und stellt außerdem sicher, dass verzerrte Bilder korrigiert und mit einem natürlichen Full-HD-Bildausschnitt aus dem 8K-Hauptbild korrigiert werden. 

Eine weitere Panasonic-Neuvorstellung war der 12G-SDI-kompatible, kompakte 4K-Live-Mischer AV-UHS500. Er soll im Februar 2020 verfügbar sein und stellt die nächste Stufe der Panasonic-Mischer-Technologie dar. Das neue Mischer-Konzept zielt auf den Einsatz von Standardhardware und softwarebasierte Funktionalitäten, um so die Flexibilität beim Einsatz zu erhöhen. Zusätzlich zur Unterstützung von 4K/3G/HD-Multiformaten ermöglicht der AV-UHS500 die Beibehaltung der gleichen Anzahl von HD-Ein- und -Ausgängen, auch im 4K-Betrieb. Zudem wurden für den AV-UHS500 fünf optionale Boards entwickelt, die mehr Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit bieten sollen. Die Anzahl der Eingänge lassen sich damit auf bis zu 16 SDI oder 8 HDMI erhöhen und ein reibungsloser Betrieb bei Großveranstaltungen mit einer Vielzahl von Kameras gewährleisten. Die Einheit ist mit fünf Keyern ausgestattet, darunter zwei Kanäle Chroma-Key und zwei Kanäle PinP, um eine Vielzahl von Produktionseffekten zu ermöglichen. Der Switch hat außerdem einen Up-/Down-Konverter integriert, eine HDR/SDR-K- und eine ITU-R BT.2020/BT.709-Wandlerfunktion. 

Künanz brachte zur IBC 2019 die neue Panasonic-Strategie auf den Punkt: „Wir wollen verstärkt den Systemgedanken rüberbringen und dafür sorgen, dass man nicht mehr nur das einzelne Produkt betrachtet, sondern es im Einsatz in einer Gesamtlösung sieht. Zu unseren Produkten wollen wir deshalb übergeordnete Systeme anbieten“, betonte er. Bei Panasonic sei man derzeit bemüht, den Kunden den Mehrwert solcher Systeme näher zu bringen und sie damit konkurrenzfähiger zu machen. „In diesem Sinne werden auch traditionelle Produktionssysteme wie die neu vorgestellte 4k-Schulterkamera AJ-CX 4000 erweitert, zum Beispiel durch Streaming- und IP-Workflow-Optionen“, betonte er. 


Lösungsorientierte Ansätze

 

Stärker lösungsorientierte Ansätze verfolgen auch Grass Valley und Sony bei ihren Kamerastrategien. Sony zeigte mit der PXW-Z750 und der FX9 zwei neue Kamera-Modelle. Die PXW-Z750 ist ein klassischer Schultercamcorder (3,8 Kg schwer) mit B4-Mount, 2/3“-CMOS-Sensor, 10-Bit-Quantisierung, 4:2:2-Farbabtastung und Global Shutter. Der Nachfolger der PDW 700 kann parallel SDR und HDR aufzeichnen und hat einen neuen XAVC Long Gop Codec (L422 QFHD 200), der in Verbindung mit SxS Pro-Hochgeschwindigkeitsmedien die Bearbeitungszeiten in der Praxis drastisch verringert und bietet Drahtlos- und Streaming-Funktionen. Die PXW-Z750 kann HDR-Inhalte mit S-Log3 oder Hybrid Log Gamma (HLG) von Sony aufzeichnen. Die breite Farbskala der Kamera unterstützt die erweiterten Farbräume S-Gamut3 und S-Gamut3.Cine von Sony sowie den Industriestandard ITU-R BT.2020. Aufnahmen mit 120 Bildern/s in Full HD ermöglichen eine flüssige, detailgetreue Wiedergabe in Zeitlupe. Die PXW-Z750 eignet sich laut Claus Pfeifer, Head of Technical Sales bei Sony Professional Europe, ideal für Sport- und Naturprogramme und soll ab Februar 2020 auf den Markt kommen.

 

Highlight am Sony-Stand war die neue FX9, lieferbar ab Dezember 2019. „Wir haben dafür ein sehr positives Feedback bekommen“, sagt Pfeifer. Die neue Kamera vereine Entwicklungs-Features aus drei Produktgruppen – Autofokus von Alpha-Kameras, Farb- und Hauttöne von Venice und das Design von der FS7. Sie biete wie die Venice einen Full-Frame-6K-Sensor für mehr Tiefenschärfe und sei als Einstiegskamera für hochwertige Produktionen unter anderem im Dokumentationsbereich konzipiert worden. Ein E-Mount hilft Cinestyle-Optiken auch Optiken von der Venice zu nutzen. Pfeifer berichtete, dass die Großformat-Sensor-Kameras von Sony zunehmend auch in der Live-Produktion, zum Beispiel in Kombination mit MultiDyne-Glasfaseradaptern, eingesetzt würden. Dabei helfe, dass die Venice seit der Version 4 auch das 700er Remote Control Protocol (RCP) beherrsche und sie sich seither remote steuern lasse. So sei auch das Live-Konzert von Pink im Juli 2019 in Paris mit 20 Venice-Kameras aufgezeichnet worden.

Interessant ist Sonys CCU-Strategie mit Blick auf den Kamera-Einsatz in IP-Workflows. Eigentlich braucht man da keine CCU (Camera Control Unit) mehr. Sony hat deshalb den IP Kamera Extension Adapter HDC-TX30 vorgestellt. Die Box vereinfacht die IP Live Remote-Produktion mit den Systemkameras von Sony und sorgt für die Stromversorgung der Kamera ohne CCU. Der kompakte 1/3-Rack-Adapter, der direkt an den Kamerakopf angeschlossen wird, unterstützt SMPTE ST 2110. 

Die Signale vom Kamerakopf können über IP-Netzwerke an ein entferntes Produktionszentrum übertragen werden, wobei die Entfernungsbeschränkungen herkömmlicher SDI-/Glasfaserverbindungen umgangen werden. 

Am Grass Valley-Stand konnte man die LDX 86N 4k-RF 4K/UHD-Kamera als INCAM-HG-Modell mit integriertem drahtlosem Transmitter von Vislink Technologies begutachten. Bei den Drahtlosen-Übertragungssystemen kooperiert Grass Valley, so Klaus Weber, Principal Camera Solutions & Technology bei Grass Valley, auch mit anderen Herstellern.

 

5,9K Vollformat-CMOS-Sensor

 

Die neue Canon EOS C500 Mark II stieß am Canon-Stand auf besonderes Besucherinteresse. Sie verfügt über einen von Canon selbst entwickelten, neuen 5,9K Vollformat-CMOS-Sensor. Herzstück ist der neue Canon DIGIC DV 7 Prozessor. Die Kamera unterstützt 4K 4:2:2 10 Bit XF-AVC und als erste Kamera der Cinema EOS Familie die Möglichkeit, 5,9K Cinema RAW Light auf das neue und erheblich schnellere Speichermedium CFexpress intern aufzuzeichnen. Zwei CFexpress-Kartenslots ermöglichen die gleichzeitige Aufnahme im selben Dateiformat, ein zusätzlicher SD-Kartenslot dient zur Aufzeichnung von Proxy-Dateien. Die kompakte Bauform der EOS C500 Mark II lässt sich je nach Produktionsanforderungen flexibel erweitern und konfigurieren. Die EOS C500 Mark II ist die erste Cinema EOS Systemkamera mit umrüstbarem Bajonett: EF Bajonett mit Cinema Lock oder PL. Es ist auch die erste Cinema EOS Systemkamera, die Electronic IS unterstützt. Ein hochwertiger Debayering-Algorithmus kommt bei der Wiedergabe von 5,9K-Inhalten in 4K zum Einsatz. Dadurch wird Moiré unterdrückt und das Rauschen reduziert. Mit einem Dynamikumfang von mehr als 15 Blendenstufen und einem großen Farbraum ist die EOS C500 Mark II laut Canon ideal für High Dynamic Range-Produktionen. Darüber hinaus ist die Kamera mit einem robusten, internen elektronisch gesteuerten Vollformat-ND-Filter mit 2, 4, 6 und erweitert 81 bzw. 102 Belichtungsstufen ausgestattet. Auch bei hellem Tageslicht sind so Aufnahmen mit attraktiver Hintergrund-Unschärfe möglich.

Im Optik-Bereich hat Canon mit dem CJ15ex4.3B sein Angebot an 4K-Broadcast-Objektiven für Kameras mit 2/3-Zoll-Sensor ausgebaut. Mit einem maximal 15fachen Zoom und einer Weitwinkelbrennweite von 4,3mm bietet das CJ15ex4.3B aus der UHDxs-Serie eine hohe optische Leistung, die sich selbst bei Verwendung des integrierten 2-fach-Extenders für 4K eignet. Das leichte, kompakte Objektiv (ca. 2,19 kg) liefert Bildmaterial in höchster Auflösung von der Bildmitte bis zum Rand. 

 

4K-Broadcast-Objektiv mit Autofokus

 

Große Aufmerksamkeit erntete FUJIFILM mit dem neuen FUJINON UA107x8.4BESM, einer 4K-Broadcast-Boxoptik mit Autofocus. Sie soll 4K-Produktionen einfacher und komfortabler machen. Es scheiden sich jedoch die Geister an der Frage, ob eine Autofocus-Broadcast-Optik in der Live-Produktion überhaupt eingesetzt werden kann. Die einen meinen, dass man unbedingt einen Kameramann zum Schärfe ziehen braucht, die anderen, dass das ein Autofocus-System besser kann. Das UA107x8.4 AF bietet einen 107-fach Zoom mit integrierter Bildstabilisierung und deckt den Brennweitenbereich vom 8,4 mm-Weitwinkel bis zum 900 mm-Ultra-Tele ab. Ausgestattet mit einem neuen Phasendetektions-AF-Sensor und einem speziellen Algorithmus stellt das UA107x8.4 AF laut JUJIFILM in nur 0,5 Sekunden präzise auf das Motiv scharf. Selbst Objekte in Bewegung würden von der AF-Nachverfolgung kontinuierlich im Schärfebereich gehalten, heißt es. 

FOR-A FT-ONE-SS4K Super Slomo 

 

Bei FOR-A am Stand war die FT-ONE-SS4K Super Slomo ein Highlight. Sie wurde dort in Kombination mit der ZE-ONE 4K Zoom-Extraktionssystem gezeigt. Die Kamera ist mit B4-Mount ausgestattet, unterstützt UHD-Aufnahmen mit bis zu 1.000 Bildern pro Sekunde und erlaubt eine kontinuierliche 4K-Live-Ausgabe in Echtzeit. Integriert ist ein nativer 2/3-Zoll-Bildsensor, unterstützt HDR/SDR und WCG und verfügt über eine 24-Achsen-Farbkorrektur. Der OLED-Sucher von Canon ist mit der FT-ONE-SS4K kompatibel und kann optional verwendet werden. Optional ist auch eine Flickerkorrektur erhältlich. Das ZE-ONE 4K Extraktionssystem erlaubt FT-ONE-SS4K-Benutzern, 4K-Bildbereiche in beliebiger Größe über eine Touchscreen-Schnittstelle zu rahmen und zu extrahieren, um sie für die HD-Wiedergaben aufzuzeichnen. Auch das stufenlose Ein- und Auszoomen in das 4K-Bild ist mit dem ZE-ONE möglich. Das System verfügt zudem über einen integrierten Audio-Verzögerungsprozessor.

 

Ideal für Remote-Produktionen

 

Highlight am Ikegami-Stand war die kompakte UHL-43 Box-Style Mehrzweck-Digitalkamera, entwickelt für Anwendungen in Robotik-Studios oder bei Außenübertragungen von Live-Events. Mit Abmessungen von 145 x 155 x 169 Millimetern und einem Gewicht von nur 2,6 kg kann der Kamerakopf an praktisch jedem Trägergerät wie einem Schultergurt, einer Pole oder Deckenhalterung eingesetzt werden. Die UHL-43 verwendet drei 2/3-Zoll-4K-native 8-Megapixel-CMOS-Sensoren. Die Kameras UHK-430 und UHK-435 der Unicam XE-Serie von Ikegami nutzen den gleichen Chipsatz. Im Gegensatz zu Kameras, die eine Single-Chip- oder Pixel-Offset-Technologie verwenden, bietet die Integration von drei CMOS-Sensoren mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln und einer Prismenoptik eine echte UHD-Auflösung und eine hochwertige Farbwiedergabe.

Der UHL-43 ist als HD-HDR-Modell erhältlich und kann durch ein nachträgliches Software-Update auf 4K-UHD aufgerüstet werden. Ausgangsoptionen, die 12G-SDI oder 4 x 3G-SDI über Stromkabel oder Glasfaser unterstützen, sind verfügbar. Ein RJ45-Ethernet-Anschluss ermöglicht die Fernsteuerung der Kamera über Netzwerk-Hubs mit geringer Latenzzeit für den Einsatz in ferngesteuerten Studioproduktionen. Alle Steuerfunktionen sind am Kamerakopf oder über eine Auswahl von RCPs der OCP-Serie von Ikegami zugänglich. Die integrierte Ethernet-Schnittstelle ermöglicht eine einfache Steuerung aus praktisch jeder Entfernung. Somit soll sich die Kamera ideal für Remote-Produktionen eignen. Ikegami hatte in Amsterdam auch ein neues 4k Media-over-IP Gateway für seine UHK-430 UHD-Studio-Kamera dabei. Es lässt sich direkt mit den Kamera-CCUs verbinden und erlaubt zusätzlichen Signaltransport (Return-Video, Intercom) zwischen den CCUs und einem lokalen IP-Netzwerk-HUB. Unkomprimiertes Video läßt sich über ein integriertes optisches Interface übertragen.

 

Neue Kamera-Tracking-Lösung

 

Ncam Technologies, Entwickler von Echtzeit-Augmented-Reality-Technologie, zeigte zur IBC 2019 erstmals in Europa die neueste Version seiner Kamera-Tracking-Lösung Ncam Reality 2019.3. Eingesetzt wurde es erstmals von Sky Sports im Juli  beim Golfturnier British Open 2019 als Teil des „Sky Scope"-Segments. Mit der Kamera-Tracking-Technologie wurden 360-Grad-Digitalreplikate der Golfschwünge von elf Top-Golfern wie Henrik Stenson, Rory McIlroy, Francesco Molinari, John Rahm und Adam Scott generiert um diese dann zur Golfschwung-Analyse anderer Spieler im Feld heranziehen zu können. „Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Ncam Reality in einer anspruchsvollen Live- und Outdoor-Sportumgebung eingesetzt werden kann, um fotorealistische Augmented-Reality-Grafiken zu erstellen", sagte NCAM CEO Nic Hatch. „Hier auf der IBC 2019 wollen wir zeigen, welche intelligenten und effizienten Lösungen die neue Version von Reality bietet, um Herausforderungen bei AR-Anwendungen zu lösen." 

 

Ncam Reality 2019.3 enthält laut Hatch über 50 neue Funktionen sowie mehr als 60 Systemoptimierungen. In der neuen Version von Ncam Reality wird die Mk2-Kamerabar zusätzlich unterstützt. Es bietet außerdem volle Kompatibilität mit ausgewählten HP Z2 Mini und HP Z4 Workstations. Integriert ist nun auch die volle Unterstützung für AJA Corvid44 und AJA Kona4, einschließlich der erweiterten Kamerametadatenextraktion und Einfügung in den SDI-Feed. Auch Mehrfachausgaben werden nun unterstützt. Hinzugefügt wurde auch 'Floating PTZ', um die Bedienung des PTZ-Modus zu vereinfachen. Im Rahmen des europäischen Debüts von Ncam Reality 2019.3 wurde die neue Ncam AR-Suite für Unreal Engine 4.23 vorgestellt. Sie wurde vollständig überarbeitet, bietet erweiterte IO-Kartenunterstützung und mehr Flexibilität und Kontrolle. Eine Lite-Version ist für bestehende Kunden kostenlos erhältlich. 


Slomotion-Kameras

 

Seit vier Jahren stellt der deutsche Minikamera-Spezialist Dream Chip Technologies auf der IBC aus. Davor war er bereits viele Jahre als OEM-Dienstleister für andere Kamerahersteller tätig. Die Farbmatrix der Dream Chip-Kameras erlaubt es, ihre Bilder mit denen großer Kameras zu matchen. Außerdem arbeiten sie mit diversen RCPs zusammen, zum Beispiel von Sony und Grass Valley, was sie auch für Live- und Ü-Wagen-Produktionen interessant macht. Zudem unterstützen alle HDR in PQ und HLG und sind damit, so Dream Chip, gut für die Zukunft gerüstet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Garpsen bei Hamburg zeigte auf der IBC mit der Atom one SSM 500 erstmals eine neue HD-Superslomo-Kamera mit 2/3“ CMOS-Sensor und C-Mount, die im 10-Bit Modus bis zu 500 Bilder pro Sekunde schafft und in entweder auf EVS oder auf vier internen SSDs aufzeichnet. Die SSDs werden im Trigger-Modus gleichzeitig beschrieben und können bis zu 60 Sekunden uncompressed Video aufzeichnen und wiedergeben. Die EVS-Variante der neuen Mini-Kamera war auch auf dem EVS-Stand zu sehen. Die Atom one SSM 500 wird voraussichtlich erst Ende 2020 auf den Markt kommen. Zur Atom one Mini-Familie gehören inklusive der neuen Superslomo sechs Modelle. 

 

Weltpremiere feierte in Amsterdam die Slomotion-Kamera Antelope Compact in der Upgrade Version 2019 von Antelope Camera Systems. Die 2/3“-Sensor-Kamera bieten nun HDR, eine verbesserte Bildqualität, Touchscreen Interface, ein neu gestaltetes Gehäuse und Ethernet-Konnektivität. Neben dem B4- wird auch ein C-Mount für die Kamera angeboten. Sie schafft 350 Bilder pro Sekunde, ebenso wie das günstigere Schwestermodell compactSE.

 

Optischer Kabelstecker

 

Mit dem opticalCON DRAGONFLY Kabel präsentierte Neutrik erstmals ein vormontiertes SMPTE-Kabel mit zwei linsenförmigen Singlemode-Ferrulen und vier Kupferpins. DRAGONFLY ist robuster, zuverlässiger und wartungsfreundlicher als herkömmliche hybride Kamerasignalübertragungssysteme. Mit einer Technologie, die auf Faserlinsen und Fusionsspleißen basiert, erreicht Neutriks DRAGONFLY ein extrem robustes Signal bei minimalem Verlust. Der optische Anschluss ist durch seine Linsen und eine zusätzliche Dichtungsabdeckung besonders gut vor Schmutz und Staub geschützt. „Wir setzen jetzt auf Linsentechnik, weil sie im täglichen Gebrauch einfacher zu reinigen ist. Man kann die Ferrulen, wenn sie verschmutzt sind, ganz einfach mit einem Luftdruckspray reinigen oder auch mit klarem Wasser, was bei physischen Kontakten gar nicht geht. Da braucht man immer spezielle Reinigungsflüssigkeit oder Reinigungsstifte“, erklärte Fabio Röllin von Neutrik. Vorteil sei auch die spezielle Kameraanwendung, also Hybridstecker mit zweimal Fibre und Power für die CCU und die Kamera.  


Autonomes Kamerasystem

 

Interessant ist auch das Engagement von EVS im Kamerabereich. Das belgische Unternehmen zeigte zur IBC sein neues AI-basiertes, autonomes Kamerasystem Overcam. Die neue Lösung soll sich nahtlos in das Produktionssystem EVS X-One einfügen lassen und ist Teil der Lean-Production-Initiative von EVS. Sie verspricht Produkte für den professionellen Live-Einsatz, die nur niedrige Betriebskosten verursachen, voll IP-fähig sind und sich leicht mit Tools von Drittanbietern integrieren lassen. Das neue System von EVS ist ein automatisiertes Multi-Kamera-Positionierungs- und Framing-System, das Bilder von robotergestützten Kamerafeeds in Echtzeit analysiert und diese Kameras mit dem entsprechenden Zoom zur Live-Aktion führt.        

Eckhard Eckstein

MB 4/2019

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