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Krisenbewältigung durch Innovation

Die Internationale Broadcast Convention (IBC) in Amsterdam hat sich neben der NAB als wichtigste Leitmesse der Broadcasting- und Multimediabranche etabliert. Alleine im letzten Jahr verzeichnete sie im Messezentrum RAI knapp 50.000 Besucher und über 1.300 Aussteller. Ob die Zahlen dieses Jahr wieder so gut ausfallen ist zweifelhaft. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise sparen viele Unternehmen an Messeaktivitäten. Anderseits ist aber auch gerade in schweren Zeiten der Bedarf an Informationen zur Kostenoptimierung groß. Viele Aussteller sehen darin ihre Chance und wollen gezielt in Amsterdam wieder Flagge zeigen.

Auch die Veranstalter des IBC-Kongress (10. bis 14. September) sehen die gegenwärtigen wirtschaftlichen Turbulenzen als besondere Herausforderung und wollen den Kongress-Fokus in diesem Jahr sehr stark auf neue Geschäftsmodelle in der Rundfunk-Branche richten. So wird am Freitag (11. September, 11 Uhr) Keynote-Redner Erik Huggers, Direktor Future Media + Technology bei der BBC, darstellen, wie künftiges wirtschaftliches Wachstum im Zusammenspiel von traditionellen und neuen Medien zu erreichen ist. Huggers hat die elektronischen Medien in sehr unterschiedlichen Positionen kennen gelernt. Vor seinem BBC-Engagement half er Microsoft Windows Media in Europe zu etablieren und davor arbeitete er im Bereich interaktive Medien beim Produktionshaus Endemol Entertainment. Bei der BBC ist Hugger nun unter anderem mit dem Catch-up Service iPlayer befasst, der durch enormes Wachstum seiner Nutzerzahlen von sich Reden macht. iPlayer verzeichnete allein im ersten Jahr seines Betriebs 256 Millionen Programm-Downloads und hat damit für andere Broadcaster, die sich im Internet engagieren, eine sehr hohe Messlatte gesetzt.

„Als wir das Konferenz-Programm der IBC 2009 geplant haben, haben wir natürlich auch den Einfluss des gegenwärtigen Wirtschaftsklimas auf die Broadcast-Branche im Auge gehabt“, betont David Crawford, Vorsitzender des Konferenz-Komitees. „Wir können schließlich nicht einfach den Kopf in den Sand stecken. Vielmehr müssen wir die massiven Veränderungen im wirtschaftlichen Gleichgewicht unserer Branche aufgreifen. Sie sind genauso stark getrieben von neuen Technologien wie von den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die IBC ist ganz klar das richtige Forum, wo hierüber diskutiert werden muss.“
Die Konferenz der IBC 2009 wird insgesamt drei thematische Hauptstränge haben, die parallel zueinander laufen werden. Dabei handelt es sich um „Technische Entwicklungen“, „Content Creation und Innovation“ sowie „Broadcast Business“. Jeder Programmstrang bietet zahlreiche Vorträge, Workshops und Panel-Diskussionen.

Breites Messe-Angebot
Das Themenspektrum der IBC ist wie gewohnt sehr breit angelegt. Es reicht von IPTV über Breitband- und mobile Multimedia-Technologien bis hin zur professionellen Studioausstattung.
Die IBC belegt in diesem Jahr wieder zwölf Messehallen auf dem RAI-Gelände in Amsterdam. Halle 1 bis 5, Halle 12 und der hintere Teil von Halle 8 widmen sich dem Schwerpunkt „Delivery“. Die Aussteller hier sind Anbieter von Produkten, Lösungen und Services aus den Bereichen Mobile, IPTV, Kabel, Satellit, Broadcast-Dienstleister, Sendeanlagen, Set-Top-Boxen, interaktives Fernsehen, Breitband und Unterhaltungselektronik.

Die Hallen 6 bis 8 haben das Thema „Management“ im Fokus. Hier finden sich Unternehmen aus den Bereichen Systemintegration und Beratung, Playout-Automation und Server-Applikationen, Media-Assett-Management, Postproduktion und Neue Medien. In den Hallen 9 bis 11 wurden Aussteller zusammengefasst, die dem Bereich der Herstellung zuzuordnen sind. Dazu zählen Unternehmen aus den Bereichen Studio-Systeme, Inhalte-Produktion, Telecine und Film, Audio- und Radio-Displays.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurden mit der Mobile Zone (Halle 12), der IPTV Zone (Halle 12) und der Digital Signage Zone (Park Foyer am Eingang zur Halle 8) besondere Messe-Bereiche für Trend-Themen geschaffen.

Die Mobile Zone präsentiert bereits zum fünften Mal die neuesten Entwicklungen in Sachen mobiler Multimedia-Technik, -Anwendungen und -Services. Zu den Ausstellern gehören unter anderem das bmcoforum, Vidiator, Decontis, Streamezzo, Mobiclip, Expway, Gemalto, LARCAN, Lumantek, Unique Broadband Systems, Nufrontsoft, DiBcom, weComm, Nokia Siemens Networks, Rubberduck Medialab und Fora.

Die Mobile Zone bietet eine einmalige Präsentationsmöglichkeit im Broadcast-Umfeld für Applikationsentwickler, Inhalte-Anbieter und Technik-Firmen. Neben Innovationen in Sachen Mobile-TV und 3G-Dienste präsentiert die Mobile Zone auch Neuheiten im Bereich mobiler Endgeräte und untersucht ihren Einfluss auf die Herstellung, das Management und die Verbreitung von Inhalten.

IPTV Zone
Zunehmend an Relevanz gewinnt auf der IBC die jetzt im dritten Jahr organisierte IPTV Zone. Die Zahl der Online-Video-Nutzer ist gerade im vergangenen Jahr rasant gewachsen. Das belegen viele Marktuntersuchungen. Das Forschungsinstitut Infonics geht zum Beispiel davon aus, dass die Zahl der weltweiten IPTV-Abonnenten in diesem Jahr auf über 53 Millionen gestiegen ist und mit den für IPTV nötigen Technologien und Services rund 44 Milliarden Dollar Umsatz generiert wird.
In der IPTV Zone der IBC werden wieder viele wichtige Player des IPTV-Marktes vertreten sein. Neben Technologie-Anbietern finden sich hier Applikations-Entwickler, Inhalte-Anbieter und IPTV-Organisationen. Die IPTV-Ausstellung wird gemeinsam von den IBC-Organisatoren, IT Europa und BPL Business Media betreut und vermarktet.

Zu den Unternehmen und Organisationen, die in der IPTV Zone ausstellen, zählen unter anderem Accedo Broadband, Albis Technologies, Digital Rapids, GoBack TV, Haivision Systems, Miniweb Interactive, Neptuny sowie das Open IPTV Forum. Aber auch in anderen Hallen, insbesondere in den Hallen 1 bis 8, finden sich immer mehr Aussteller, die zum Thema IPTV wichtige Beiträge leisten, so zum Beispiel OmniBus Systems (Halle 8, Stand D41). Der Anbieter von Broadcast Automation-, Content-Management- und Workflow-Systemen zeigt auf der IBC die neueste Version seiner Produktions- und Übertragungslösung iTX, die speziell für das Zusammenspiel mit Internet-TV- und Streaming-Anwendungen entwickelt wurde. Sie ist bereits bei einigen großen IPTV-Anbietern mit zusammen über eine Million Abonnenten im Einsatz und sorgt dort unter anderem für hochwertige Audio- und Video-Übertragungen, Logo-Insertion, Voice-over und DVE-Effekte.

Das neue iTX bietet über 100 neue Features. Dazu zählen unter anderen Erweiterungen der Grafik-Funktionalitäten, einschließlich einstellbarer Geschwindigkeit von Laufbändern, die auch optional mit Nachrichten aus RSS-Feeds oder externen Text-Files betrieben werden können sowie Full-Screen-Auflösung von TARGA Sequenzen unterstützen.

Eine neue leistungsstarke Funktionseinheit für Audiobearbeitung bietet Multistream PCM- und AC3-Fähigkeit, Remapping und Bearbeitung von Streams mit integriertem 16-Kanal Ausgang, automatische mehrsprachiges Mapping mit Hilfe von Sprachmarkierungen (Tags) und Desktop-Vorschaukontrolle von Multikanal-Audiostreams. Unterstützt werden auch MOS-Playlisten, externe HSM-Archive (DIVArchive, SuitcaseTV), Planungsdaten-Import von Drittanbietern und MXF OP1B, ebenso wie regionale Kanäle und Split Breaks. Die Flexibilität der iTX-Bedienbarkeit wurde laut Omnibus durch die Integration neuer Features weiter verbessert.

iTX ist laut OmniBus formatunabhängig und Bitraten-agnostisch. Es erlaubt deshalb die Vermischung unterschiedlicher Medienformate und Auflösungen in einer Ablaufplanung. Komprimierte Videofiles (MPEG2, MPEG4 (H.264), DV25/50 und Windows Media) ebenso wie „wrapped“ Formate (MXF, QuickTime) werden in ihrer nativen Version unterstützt und von iTX während der Übertragung dekodiert. Auch HD- und SD-Signale können mit geringeren Bitraten-Signalen in einem Ablaufplan gemischt werden. Sie werden von iTX automatisch up- oder down-konvertiert.

On-Demand-Lösungen von NDS
Einen Besuch wert ist sicherlich auch der IBC-Messestand von NDS (Halle 1, Stand A 71). Das Unternehmen präsentiert dort mit VideoGuard Express, ein schlüsselfertiges Einstiegsangebot der VideoGuard CA/DRM-Lösung. Es wurde speziell für die Anforderungen kleiner oder neuer Plattformen entwickelt.
NDS-Technologievorführungen im Bereich On-Demand sollen Lösungen für die nicht-lineare Mediennutzung auf allen Endgeräten zeigen: vom digitalen Videorecorder und der einfachen Zapper-Box bis hin zu PCs und tragbaren Media-Playern. NDS stellt Funktionen vor wie erweitertes Time-Shifting, VOD, Progressive Downloads sowie Verknüpfungen per Hyperlink zwischen Rundfunk-Inhalten und kontextbezogen Online-Videoinhalten.
In Sachen User Interface präsentiert NDS zwei neue Produkte: NDS EPG-Framework und NDS EPG-Designer. Sie sollen nach Angaben des Unternehmens maßgeblich den Kreativ- und Gestaltungsprozess von Navigationsoberflächen und elektronischen Programmführern (EPGs) vereinfachen und zudem den Betreibern erlauben, weitere Anpassungen im operativen Betrieb eines EPGs selber durchführen zu können.
Auf der IBC zeigt NDS auch die Verbindung von linearem TV mit Social-Media-Anwendungen und Verlinkung auf kontextbezogene relevante Inhalte. Die Vorführungen auf dem NDS-Stand umfassen unter anderem Informationsdienste für Abonnenten, zeitversetzten Zugriff auf Highlights wie Sportereignisse über eine Catch-up-TV-Funktion, gemeinsamen Zugriff mehrerer Nutzer auf beispielsweise Playlists und eigene Mediendateien, interaktive Werbung, Gewinnspiele und Umfragen.

Präsentiert werden sollen in Amsterdam erstmals die Arbeitsergebnisse der NDS-Entwicklerteams, wie 3D-TV zur Nutzung im privaten Haushalt Realität annehmen könnte. Zu diesem Thema liefert NDS im Rahmen der IBC Conference einen Programmbeitrag unter dem Titel „The Challenges of 3D Support in the STB“ / „Herausforderungen zur Unterstützung von 3D auf Digitalreceivern“.
Mit PC Show stellt NDS eine Lösung zur gesicherten Darstellung von Rundfunk- und On-Demand-Inhalten auf dem PC vor. Die neueste Version von PC Show unterstützt nun auch Apple-Computer und bietet Anwendungen für das iPhone, eine Spracherkennungssoftware sowie erweiterte Optionen zur Programmbuchung am PC oder von unterwegs.
„In dieser wirtschaftlich schwierigen Situation müssen Pay-TV-Betreiber das Gleichgewicht zwischen Weiterentwicklung mit innovativen Diensten und den Herausforderungen aufgrund von Marktunsicherheiten und Umsatzschwankungen finden. Auf Basis unseres breit aufgestellten Lösungsportfolios können wir Pay-TV-Betreibern aller Größenordnungen helfen, geschäftlichen Erfolg zu erzielen – und dies sowohl in guten wie schwierigen Zeiten“, betont Nigel Smith, NDS Chief Marketing Officer.

NDS verspricht zur IBC 2009 auch so genannte „Proof of Concept“-Demos. Das Unternehmen kooperiert dabei mit Pontis und verbindet die Pontis-Marketing Delivery Platform (MDP) mit der NDS Unified Headend-Technologie. Die integrierte Lösung ermöglicht Betreibern digitaler Medien- und Pay-TV-Plattformen die effektive Umsetzung von Cross-Marketingaktionen und Up-Selling-Angeboten: So können personalisierte Empfehlungen für den Abonnenten live und in Echtzeit für lineares Fernsehen wie im Rahmen von Video-on-Demand-Diensten gezielt integriert werden. Die Unified Headend-Technologie von NDS vereint die Bereiche Verschlüsselung, Digitales Rechtemanagement sowie Anwendungen von Drittanbietern. Betreiber können so Rundfunk- und On-Demand-Dienste zuverlässig gesichert für eine Vielzahl von Endgeräten bereitstellen, darunter Set-Top-Boxen (STBs), Mobiltelefone, PCs, tragbare Media-Player (PMPs) und Digitale Video Recorder – die alle auf eine einheitliche Technologieinfrastruktur zurückgreifen. Das Werbe- und Marketing-Tool MDP von Pontis bietet dabei umfassende Möglichkeiten und Optionen zur Erstellung, Planung und automatisierten wie gezielten Verteilung von Werbung und vielen weiteren Marketingaktionen.
 Alon Werber, VP Marketing & Business Development bei Pontis erklärte: „Die Technologiekombination von Pontis und NDS ermöglicht Marketing-Verantwortlichen Cross-Selling-Aktionen und Angebotsmaßnahmen auf Basis von Informationen und Kundenfeedback in Echtzeit durchzuführen. Beispielsweise können Haushalte, die häufig Kinderfilme per VOD ordern, ein gezieltes Upgrade-Angebot für einen Premium-Kindersender erhalten.“

NDS und Pontis übernehmen gemeinsam die kommerzielle Vermarktung der Lösung im Betreiber-Sektor.


Wichtiges NDS-Thema auf der IBC ist ferner die Set-Top-Box Software MediaHighway. Sie unterstützt Betreiberdienste über alle Distributionswege hinweg, also Kabel, Satellit, Terrestrik, IPTV sowie Hybrid-Strukturen und medienkonvergente Umgebungen.

Auch das Verschlüsselungs- und DRM-System VideoGuard wird in Amsterdam wieder vorgestellt. VideoGuard bildet auch die Basis der NDS Unified Headend-Technologie, die Plattform-Betreibern eine zuverlässig geschützte und crossmedial verbundene Bereitstellung von Entertainment- und Informationsdiensten für eine Vielzahl von Endgeräten wie Digitalreceivern, PCs, Mobiltelefonen, mobilen Datenträgern oder tragbaren Media-Playern ermöglicht.

Wichtige Anlaufstation in Halle 1 dürfte für viele wieder der Stand von Grass Valley (Halle 1, Stand D.11) sein. Das Unternehmen wird auf der IBC 2009 wie gewohnt ein großes Spektrum an innovativen Technologien und Systemen vorstellen, darunter zahlreiche neue Produkte und Produkterweiterungen, die erstmals in Europa zu sehen sein werden. Sie sollen den Anwendern nach Angaben des Unternehmens vor allem höheren Mehrwert durch Leistungszuwachs und schnellerem Return-on-Invest bieten.

Zu den Highlights der Grass Valley-Präsentation gehören unter anderem das Kayenne Video Production Center und Kayenne XL Package, LDK 3000 HD Camera, Grass Valley Ignite Software (v5.3), Grass Valleys Aurora (7.0) und EDIUS (5.1) HD Schnittsoftware, Grass Valley ContentShare2 (CS2) Plattform, MEDIAEDGE4 Content-Distribution-System für Digital Signage- und On-demand-Inhalte-Verbreitung, der neue EM3100 MPEG-4 HD Encoder, EDIUS XRE (eXternal Rendering Engine) und der neue DAB Exciter.

NorCom (Halle 3, Stand C50) präsentiert auf der IBC zahlreiche neue Features für seine Redaktions-, Planungs- und Fernsehproduktionssysteme NCPower Pro und NCPower Compact. Dazu gehört ein selbst entwickeltes neues Werbezeitenplanungstool, das insbesondere für kleine und mittlere Sender von Interesse sein dürfte. Damit lassen sich laut NorCom Werbekampagnen recht einfach überwachen und steuern sowie ihre Erfolgsparameter evaluieren. Außerdem ist die Rechnungserstellung direkt aus der Produktionssoftware heraus möglich.

NC Power hat zudem eine neue moderne Nutzeroberfläche erhalten. Darüber hinaus wurden weitere Produkte von Drittanbietern integriert. Das betrifft zum Beispiel Adobe Premiere und Adobe Flash Media Server. Videobearbeitung und Editing in NCPower war bislang nur mit dem integrierten Final Cut pro von Apple möglich. Mit Premiere bieten sich dem Nutzer nun weitere Optionen. Mit der Integration von Adobe Flash Media Server will Norcom die Videostreaming- und Echtzeit-Kommunikations-Möglichkeiten von NCPower über alle Betriebssysteme hinweg verbessern.
Interessant ist auch die Integration der Suchmaschine Autonomy. Sie erweitert die traditionelle Schlüsselwort-Suche durch das so genannte Meaning Based Computing (MBC), das Texte nach der Bedeutung von Informationen untersucht. NCPower-Nutzer können damit nicht nur geschriebene, sondern auch gesprochene Texte durchsuchen.

Ebenfall neu in NCPower integriert wurde das Automationssystem DeckChair von Pebble Beach (bisher war nur die BCE-Automation integriert), das Selbstfahrer-Studio Mosart Newscast Automation, das hierarchische Speicher-Managementsystem (HSM) XenData, die DataDirect-Speicherlösung sowie die IPTV-Streaming-Lösung von stream5.

Messe-Highlights in Halle 7 + 8
Viele interessante Produkter und Lösungen finden sich in den Hallen 7 und 8.
Black Box (Halle 7, Stand A 11) wird hier zum Beispiel seine Angebote für den professionellen Studiobereich vorstellen. Dazu zählen die Geräte aus der ServSwitch-Familie KVM-Extender und -Umschalter, die sowohl VGA- als auch DVI-Videosignale in höchster Auflösung unterstützen. Damit soll ohne Qualitätseinbußen die räumliche Trennung von Audio-/Videoschnittplätzen sowie Studios und Regien von den in zentralen Geräteräumen befindlichen Servern und Workstations ermöglicht werden. Die entweder komprimierten oder unkomprimierten Signale werden dabei sowohl über CATx als auch Glasfaser übertragen.

Mit den Switches und Extendern von Black Box lässt sich die Arbeit im Studio deutlich effektiver und flexibler organisieren. Der ServSwitch DTX ermöglicht beispielsweise die Bedienung zahlreicher Rechner in einem Standard IP-Netzwerk über beliebige Distanzen mit hoch auflösenden Bildern und in Echtzeit. So können etwa Grafiker auf einen Pool leistungsfähiger Rechner zugreifen, den sie sich teilen. Die Ressourcen werden laut Black Box auf diese Weise optimal genutzt und Softwarelizenzen, Hardware und Energiekosten eingespart. Gleiches gilt auch für Tonstudios sowie Audio- und Videoschnittplätze.

„Wir verzeichnen eine wachsende Nachfrage nach KVM-Lösungen gerade im Broadcasting-Bereich, da diese hier oftmals zur Konsolidierung und Vereinfachung eingesetzt werden können, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern“, erklärt Axel Bürger, Geschäftsführer der Black Box Deutschland GmbH. Neben dem ServSwitch DTX werden unter anderem auch die KVM-Extender ServSwitch DKM, ServSwitch DVI-D Plus USB1.1 und Dual Link DVI-D plus USB sowie der neue Umschalter ServSwitch Wizard Dual Link DVI USB präsentiert. „Mit unserer Präsenz auf der IBC unterstreichen wir zudem unsere Ausrichtung als großer europäischer Anbieter, der sämtliche Projekte nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit realisieren kann.“

Atempo (Halle 7, Stand A30), Anbieter von plattformübergreifenden Datensicherungs- und Archivierungslösungen, wird auf der IBC 2009 in Amsterdam, seine Softwarelösungen für das Datenmanagement in der speicherintensiven Medien- und Unterhaltungsbranche präsentieren. Das Unternehmen ist das erste Mal auf der IBC. Gezeigt werden die Produkte Atempo Digital Archive (ADA) und Atempo Time Navigator. „In den letzten Jahren hat Atempo sowohl mit Kunden als auch mit Partnern in der Kreativbranche eng zusammengearbeitet, um die speziellen Bedürfnisse dieser datenintensiven Umgebungen bei der Datensicherung und -archivierung zu identifizieren und zu lösen“, sagt Matthias Hintenaus, Managing Director Northern Central Europe bei Atempo. „Bei der IBC 2009 werden wir nicht nur unsere speziell für Medien- und Unterhaltungsunternehmen entwickelten Lösungen ins Rampenlicht stellen, sondern auch unsere Einblicke in die Branche vertiefen und unsere Präsenz im Markt verstärken.“

Atempo Digital Archive geht über die reine Datenaufbewahrung und hierarchisches Storage-Management (HSM) hinaus und spielt eine aktive Rolle in den Arbeitsabläufen kreativer Umgebungen. Neben vielen anderen Funktionen unterstützt ADA Mac OS × und kann direkt an Apple Final Cut Server angebunden werden. Durch die Integration von ADA in Final Cut Server können die kreativen Nutzer Inhalte je nach Bedarf während der verschiedenen Stufen des Erstellungsprozesses ins Archiv verschieben oder aus dem Archiv zurückzuholen. Außerdem können Endanwender auf dem Final Cut Server abgelegte, fertige Inhalte ganz einfach von der Final Cut Server Benutzeroberfläche aus auf einen der Langzeitspeicher verschieben.

Zugleich sorgt Atempo Time Navigator dafür, dass die aktiven Daten auf dem Primärspeicher gesichert werden und vollständig geschützt sind. Gehen Daten aus einem Projekt verloren oder werden sie beschädigt, können Anwender sie mit der einfachen Benutzeroberfläche der Software, der Time Navigation, selber wiederherstellen. Atempo Digital Archive und Atempo Time Navigator sind vollständig kompatibel mit Mac-, Windows- und UNIX-Umgebungen und unterstützen eine breite Palette an Speichermedien, die in der Branche zum Einsatz kommen.

Cache-A Corporation (Hall 7, Stand C29), Hersteller von raumeffizienten Netzwerk-Archivsysteme für Unternehmen aus den Bereichen Rundfunk, Digitalfilm und professioneller Videoproduktion, feiert auf der IBC ebenfalls sein Europa-Debut und den Start der weltweiten Produkt-Vermarktung. Cache-As erster Vertriebspartner in Europa ist Global Distribution im britischen Cambridge. Das Unternehmen ist für den gesamten europäischen Raum mit Ausnahme von Frankreich zuständig. Dort zeichnet AV2P in Paris für den Produktvertrieb von Cache-A verantwortlich.

Cache-A zeigt auf der IBC als Weltpremiere seine ersten zwei Produkte: Prime-Cache und Pro-Cache. Beide Systeme schreiben Daten auf LTO-4 Bänder und nutzen dabei das Standard TAR-Format. Die Kosten pro GB liegen dabei bei zirka 4 Cent. Die Lebensdauer der LOT-Bänder beträgt etwa 30 Jahre. Die Cache-A ist das Nachfolgeunternehmen von Quantum und arbeitet mit gleicher Technologie (A-Series) und Mannschaft.

Quantel (Halle 7, Stand A 21) wird auf der IBC wieder mit einem eigenen Stand Flagge zeigen. Im Zentrum stehen dort die jüngsten Neuheiten aus den Bereichen Postproduktion, Broadcast-Technologie sowie erweiterte Stereo-3D-Tools. „Wir sind sehr gespannt auf die Meetings mit unseren Kunden während der Messe“, erklärt Quantels Marketing-Direktor Steve Owen.
Nachdem Quantel bei der NAB in diesem Frühjahr in Las Vegas auf eine Teilnahme bei der Messe verzichtet hatte, wird Quantel in Amsterdam wieder als Aussteller mit den aktuellen Systemen und Produktinnovationen vertreten sein. „Wir sind hier dem ausdrücklichen Wunsch unserer Kunden gefolgt, die großen Wert darauf legen, mit Quantel auf der Messe in Kontakt treten zu können. Und wir zeigen einige brandneue Produktentwicklungen, die gerade erst aus unserer R&D-Abteilung gekommen sind, um sie der interessierten Fachwelt und unseren Kunden vorführen und uns mit ihnen darüber austauschen zu können.“

Owen spricht aber auch die Kostenentwicklung für Aussteller auf den diversen Fachmessen an. „Wir sind in den Gesprächen mit unseren Geschäftspartnern und interessierten Kunden durchaus auf Verständnis gestoßen, was die Problematik der überproportional gestiegenen Aufwendungen und Kosten für die Teilnahme an den großen Messen anbelangt und wie diese wieder zurückgefahren werden können. Einige unserer Vorschläge betreffen den Personalstand, Transportfragen und auch die mögliche Wiederverwendung eines Stand-Aufbaus, um dadurch die Ausgaben für Aussteller zu begrenzen.“

ToolsOnAir (Halle 7, Stand J 47) hat auf der IBC im vergangenen Jahr erstmals das Konzept eines TV-Senders auf Basis von Apple-Technologie präsentiert und dafür gleich einen so genannten „IBC Pick Hit Award“ gewinnen können. Dieses Jahr hat die Firma bereits die ersten Produkte fertig gestellt und bei internationalen Projekten zum Einsatz gebracht.
Für die IBC 2009 plant ToolsOnAir die Vorstellung von just:live. „Mit just:live sehen wir nicht nur Einsatzmöglichkeiten im traditionellen Broadcast-Bereich, sondern auch in der Veranstaltungstechnik für Live-Events, oder für Zuspielungen in Fußballstadien oder bei Bühnenprojekten“, meint Gilbert Leb von ToolsOnAir. Neben der Quicktime und MXF basierenden Video-Capture-Lösung just:in und dem automatisierten Video und Realtime-Grafik-Playout-System just:play schlägt just:live die Brücke in die Abwicklung von Live-Events.

Basierend auf der Playout Engine just:out ist es möglich, in einem MacPro neben einer Videospur bis zu vier Grafikspuren gleichzeitig abzuspielen und über nur eine Videokarte auszugeben. Bei der Verwendung von Videokarten wie AJA oder Blackmagic Design kann der vorhandene Video-Eingang für Live-Signale verwendet werden und die Grafiken als Overlay darüber gelegt werden. Bisher waren dafür meist getrennte Systeme verschiedener Anbieter erforderlich, deren Signale dann noch über einen Mischer zusammenführt werden mussten. „Dieses Konzept ist ideal für kleinere TV-Stationen oder Live-Operatoren, die damit die Hardware-Kosten dramatisch reduzieren können“, meint Leb.

Die Technologie ist bereits seit Monaten in der automatisierten Lösung von just:play im Einsatz und bietet kleineren Sendern den Zugang zu Echtzeitgrafik und Echtzeitinformationen am Bildschirm.
„Für ToolsOnAir ist die IBC gerade wegen der vielzitierten Krise eine wichtige Plattform“, betont Leb. Viele größere Sender würden aufmerksam die Entwicklungen von ToolsOnAir beobachten, um eventuell für Nischensender oder Auslandsstudios eine kostengünstige und einfach zu wartenden Playout- und Realtime Grafik-Lösung verfügbar zu haben.

ToolsOnAir-Vertriebsunternehmen in Deutschland ist die Hamburger MPEC GmbH.

Harris (Stand 7.G20) hat für die IBC 2009 die Präsentation moderner, zukunftsweisender Workflows angekündigt. Das Unternehmen will damit seinen Kunden helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu meiste. Harris-Fachleute werden in Amsterdam zeigen, wie Rundfunkunternehmen mit modernen Workflows kosteneffektiv arbeiten und neue Einnahmequellen für sich erschließen können.

Die Kunden-Kommunikation will Harris durch den Start der „Harris Virtual World“ auf der IBC verbessern. Damit sollen Kunden überall auf dem Globus in die Lage versetzt werden, in einer virtuellen Umgebung sich jederzeit mit Harris-Experten austauschen zu können.
„Seit der letzten IBC hat sich der Broadcast-Markt stark verändert. Unsere Kunden erwarten von uns hier auf der Messe deshalb nicht nur neue technische Geräte, sondern echte Hilfestellung mit Blick auf Kostenreduzierung, höhere Betriebseffizienz und Einnahmen“, sagt Harris Broadcast Communications Präsident Tim Thorsteinson. Harris habe die Sorgen der Kunden zur IBC und darüber hinaus im Auge und komme mit neuen lösungsorientierten Ansätzen zur Messe nach Amsterdam.

Unter anderem will Harris zeigen, wie durch straffe Software-Kontrolle die Kluft zwischen traditionellen Rundfunk- und IT-Systemen überbrückt werden kann und moderne Medien-Workflows möglich werden, mit denen jeder Schritt im Produktionszyklus von Inhalten exakt gesteuert werden kann.

Ein Top-Thema auf dem IBC-Stand von Harris ist zudem die kostengünstige Implementierung von 3 Gbit/s-Infrastrukturen für den Einsatz von 1080p/50/60-Produktionen. Harris bietet HD-ready Infrastruktur-Systeme an, die durch einfache Firmeware-Upgrades auf 3 Gbit/s aufgerüstet werden können. Dadurch seien Produktionsstudios, Ü-Wagen-Betreiber oder Rundfunksender in der Lage sich wirtschaftlich flexibel allen Zukunftanforderungen zu stellen.

Das Thema 3 Gbit/s-Systeme steht auch bei vielen anderen Herstellern ganz oben auf der Tagesordnung. So präsentiert zum Beispiel auch Broadcast Pix (Halle 7, Stand A15) auf der IBC 2009 sein kompaktes Selbstfahrer-Kompaktstudio Slate mit dem zur NAB angekündigten 3Gbit/s 1080p Upgrade. Slate ist ein kompaktes Multiformat Produktionssystem und bietet unter anderem einen 1 oder 2 ME Videomischer, interne Clip- und Graphic-Stores, Multiviewer, Inscriber-Schriftgenerator, automatische Aspect Ratio Conversion und Fluent-Workflow-Software.

Das Upgrade bietet Multiformat-Nutzung mit SDI I/Os für 1080p, 1080i, 720p und Standard-Definition. Laut Broadcast Pix handelt es sich bei der Neuvorstellung um das erste 3Git/s 1080p-fähige, integrierte Produktionssystem.

Miranda (Halle 8, B80) will neue 3Gb/s HD/SD Routing-, Interface-, Multiviewer und Channel Branding-Produkte in den Vordergrund des Messeauftzritts stellen. Zur IBC angekündigt wurde der Start eines neuen platzsparenden, leicht gewichtigen und energieeffizienten Multi-Viewers. Er soll auch durch seine besondere Möglichkeiten der Router-Integration punkten. Der neue Multiviewer eignet sich laut Miranda besonders gut für den Einsatz in Ü-Wagen und für stereoskopische 3D-Anwendungen.

EVS (Hall 8, B 90) präsentiert auf der IBC 2009 erstmals sein neues Software-Paket für HD/SD News- und Highlight Produktion einschließlich der Version 3.00 von CleanEdit NLE. Die neue Lösung wurde speziell für schnelle Nachrichten- und Live-Sport-Produktionen entwickelt. Sie integriert alle Vorteile softwarebasierter Systeme wie Multiformat-Unterstützung, Third-party Integration (NRCS, Archive, Automation, MAM, Post-Produktion, ENG filebasierte Camcorder) und Kontrolle.

Das non-lineare Editing-System CleanEdit von EVS wurde in die neue Produktions-Suite voll integriert. Die neue Version CleanEdit 3.00 wird auf der IBC erstmals vorgestellt. EVS will damit den Bedarf an schnellem, effizientem Timeline-Schnitt in Verbindung mit XT[2]- oder XS-Produktionsservern im Sport- und Nachrichten-Bereich decken.

Rohde & Schwarz (Halle 8, Stand D35) rückt auf der IBC 2009 den erweiterten Sendestandard DVB-T2 für terrestrisches Digitalfernsehen in den Mittelpunkt. Das Unternehmen zeigt in Amsterdam sein Broadcast-Testsystem R&S SFU mit DVB-T2-Option. Auch der TV-Analysator R&S ETL ist bereits für den neuen Standard vorbereitet. Darüber hinaus wird stellvertretend für das Senderportfolio der R&S SLx8000 zu sehen sein. Als Kleinleistungssender sei er besonders dafür geeignet, erste DVB-T2-Versuchsnetze zu realisieren, hieß es in einer Mitteilung. Rohde & Schwarz präsentiert darüber hinaus den wassergekühlten VHF-Hochleistungssender R&S NX8500 sowie erstmals auch den Kompaktsender R&S SCx8000 in einer Outdoor-Variante.
DVB-T2 ist die Weiterentwicklung des etablierten DVB-T-Standards für digitales terrestrisches Fernsehen. Durch die Verwendung neuer Verfahren sorgt DVB-T2 für eine 30 Prozent höhere Übertragungskapazität. Dadurch können mehr Programme und vor allem Programminhalte in HD-Qualität übertragen werden. Unter anderem in Großbritannien, Skandinavien und Spanien soll der Standard ab 2010 schrittweise zum Einsatz kommen.

Brick House Video (Halle 8, Stand B61) zeigt erstmals in Europa seinen neuen 3-input Callisto Micro, einen Mini-Switcher, der nur 1,2 kg wiegt und 18 × 14 cm groß ist. Sein Debut feierte er bereits auf der NAB 2009. Der Switcher eignet sich hervorragend zum Einsatz in Helicoptern oder Produktionseinrichtung mit sehr begrenztem Platzangebot.

Clear-Com (Halle 9, Stand E20b), ein Unternehmen der Vitec-Gruppe, präsentiert in Amsterdam wie schon auf der NAB in Las Vegas das erste, hybride TDM IP Intercom Netzwerk. Es wird bereits bei einigen großen Rundfunkanstalten in Frankreich, Deutschland und Ungarn eingesetzt.
Mit der neuen I.V.Core Technologie kombiniert Clear-Com erstmalig die klassische, redundante und hoch verfügbare TDM Matrixstruktur mit leicht erweiterbarer und global nutzbarer IP Kommunikation.

Das „Herz“ ist dabei ECS 5.1, das Eclipse Configuration System. Mit der IVC-32-Matrixkarte sind bis zu 32 IP-Schnittstellen Teil des Systems. Die Bedienstellen der V-Serie können somit neben Koax/AES, CAT5 auch über IP angesprochen werden. Parallel dazu können über Concert 2.0 Soft Bedienstellen homogen in das System integriert werden. Da sowohl Hard- als auch Software Bedienstellen leicht über bestehende IT-Infrastrukturen abgesetzt werden können, ist der Aufwand gering.

Mit ECS 5.1 kommen weiterhin die Applikationen Logic Maestro und Production Maestro. Logic Maestro bietet ein Objekt orientiertes Werkzeug, das Anwendern die Erstellung von logischen Verknüpfungen grafisch darstellt, simuliert und somit auch das Programmieren komplexer Operationen in deutlich weniger Zeit ermöglicht. Das Add-On Modul Production Maestro bildet eine flexible und schnell reagierende Oberfläche für Konferenzen ab. In Amsterdam vorgestellt wird auch FreeSpeak in der Version 2.0. Das drahtlose digitale Interkom-System bietet Duplex Beltpack Kommunikation, Antenne-zu-Antenne Roaming und niedrige Latenz.

Camera Corps (Halle 10, Stand C49) zeigt einige Innovationen bei seinen Robotic-Kameras und Kontrollsystemen für fernsteuerbare Kameras. Interessant dabei ist der auf der NAB 2009 als Prototyp bereits gezeigte Camera Corps Q-Ball, ein wetterfester Robotic-Kamerakopf, der in einer robusten Aluminium-Kugel untergebracht ist. Der Q-Ball verfügt über eine Dual-Mode 16:9 HD/SD Farbkamera mit präziser Pan-/Tilt-Funktion, 10:1 Zoom-Objektiv und Infrarot-Nachtsicht-Fähigkeit. Alle Funktionen sind fernsteuerbar. Pan und Tilt lassen sich in jeder Geschwindigkeit von vier Sekunden bis hin zu 20 Minuten pro 360-Grad-Drehung nutzen. Der Q-Ball hat einen Durchmesser von nur 115 Millimeter und wiegt 1,3 Kilogramm einschließlich der Befestigungsvorrichtung. Ebenfalls in Halle 10 ist Polecam (Halle 10, Stand C49) vertreten. Das Unternehmen zeigt dort mit „7th Heaven“ als Weltpremiere das nach eigenen Angaben weltweit längste transportable Kamera-Rigg. Polecams 7th Heaven besteht aus sieben stabilen Karbon-Fieberglas-Elementen, die miteinander verbunden eine Reichweite von acht Metern ermöglichen.
Als Neuheit präsentiert Polecam mit der Polecam Universal RCP MkIII auch eine Universal-Kamerasteuerung. Mit einem einzigen Panel für die Fernsteuerung ist die komplette, intuitive Kontrolle von bis zu fünf verschiedenen Kameratypen möglich. Die Empfänger der Steuersignale können je nach Signalstärke und Kabelqualität, so Polecam, bis zu 1.500 Metern von der Kontrollstation entfernt sein.

Tektronix ist in diesem Jahr auf der IBC auf einem anderen Stand in einer anderen Halle zu finden (Halle 8, Stand C.75). Der Messtechnik-Spezialist stellt in Amsterdam wichtige Upgrades seines modulare Multiformat-Video-Signalgenerators TG700 vor. Dazu gehört insbesondere die neue Möglichkeit, jetzt auch 1080p SDI-Signale auf einer Einzelverbindung zu erzeugen. Diese Fähigkeit wird durch das neue 3 Gbit/s Modul HD3G7 ermöglicht, das sowohl Level A als auch Level B 1080p SMPTE-Formate unterstützt. Das 3Gbit/s HD3G7 Modul wurde laut Tektronic entwickelt, um Entwicklern und Herstellern von Video-Equipment dabei zu helfen, ihre Produkten schneller und effizienter zur Marktreife zu bringen. Zudem erleichtere das Modul Rundfunksendern und Postproduktionshäusern den frühzeitigen Einsatz von 3 Gbit/s-Services.
Zu den weiteren TG700-Neuheiten zählt das GPS7-Module für GPS-basierte Synchronisation und -Timecode-Erstellung. Neue Funktionalitäten präsentiert Tektronix auf der IBC ferner für den Bildqualität-Analysator PQA500. Er kann jetzt gleichzeitig zwei SDI-Video-Kanäle prüfen. Zahlreiche Innovationen verspricht Tektronix zudem bei seinen Waveform-Monitoren.

DK-Technologies (Halle 8, Stand E 60), ein weiterer Messtechnik-Spezialist, will auf der IBC 2009 seinen neuen PT0710M HD/SD Waveform Monitor erstmals dem europäischen Publikum vorstellen. Es handelt sich hierbei um eine Ein-Kanal-Version der bekannten Vier-Kanal-Lösung (PT0760M) von DK-Technologies. Wie sein großer Bruder kann der PT0710M R, G, B, Luminance- und Gamut-Fehler darstellen sowie bis zu 16 Audio-Kanäle de-embedden und anzeigen.

Messgeräte-Hersteller Hamlet (Halle 9, Stand E 13 + E 21) präsentiert neue Systeme für 3Gbit/s, HD, Dual Link, SD, MPEG, Embedded, Surround Sound und analoges Audio, darunter auch neue Module für den portable Multiformat-, Multistandard-Waveform-Monitor Flexiscope. Diese Hamlet-Plattform mit seinen mittlerweile insgesamt sechs Modulen wird bereits in Amerika, Europa und Australien eingesetzt. Die Flexiscope-Module können auch in den Chassis von MicroFlex, MonitorScope und DigiScope integriert werden. MicroFlex ist ein portabler Multiformat-, Multistandard-Waveform-Monitor wie Flexiscope.

Da immer mehr Sender und Produktionsunternehmen mit stereoskopischem D3 experimentieren, bieten die verfügbaren Hamlet Tools auch die Möglichkeit, die beiden 3D-Streams über die ganze Produktionskette von der Aufzeichnung bis zur Ausstrahlung hinweg genau miteinander zu matchen.
Die neuen Applikationen einschließlich Vidscope 3D werden das erste Mal auf der IBC 2009 gezeigt. Ihr IBC-Debut haben zudem die Hamlet-Produkte PSE-Scope und die neueste Version von Vidscope-vx.

3D-Technik und -Präsentationen
Das Thema 3D gewinnt zur IBC 2009 nicht nur in der Messtechnik an Relevanz. Zahlreiche Unternehmen aus anderen technischen Bereichen haben hierzu neue Produkte und Lösungen angekündigt. Dazu gehören 3D-Grafiklösungen (Orad), 3D-Animationssoftware (Cinema 4D von Maxon), Lösungen für 3D-TV (BBC Forschung & Entwicklung), 3D-LCD-Monitore (GD-463D10 von JVC), 3D-Encoder/Decoder und -Player (Doremi Technologies), 3D-Projektoren (Projectiondesign) und 3D-Postproduktion (Assimilate).
3D spielt zudem im Bereich „Big Screen“ der IBC eine wichtige Rolle. Mit packenden Filmvorführungen, 2k-, 4k- und 3D-Projektionen sowie 5.1 Surround-Sound verspricht er auch dieses Jahr wieder ein echter Besuchermagnet zu werden. Die IBC-Veranstalter wollen durch die Vorstellung neuester Präsentationstechnik und modernster Filmproduktionen die Diskussion um das Digitale Kino der Zukunft voranbringen.

An den „Bid Screen“-Vorführungen (11. bis 13. September) beteiligt sind unter anderem Christie (3D-Projektion), ARRI (beispielhafter Einsatz von ARRI-Technik), PS Technik (Aufnahmen mit WEISSCAM HS-2 und SI-2K Digitalkameras), Eutelsat (Beispiele für 3D-Übertragung von Live-Events einschließlich eines Julien Clerc Konzerts in französische Kinos) sowie Assimilate und RED (Ted Schilowitz von RED und Lucas Wilson von Assimilate präsentieren neueste RED-Bilder und erstmals die neue per PCI-Express angebundene „RED Rocket“-Karte im Zusammenspiel mit dem Farbkorrektursystem „Scatch“). Mit „Monsters vs Aliens“ (Dreamworks) und „Ice Age 3“ stehen zwei besondere Screenings in 3D auf dem Programm. Am Montag (14. September) findet im Rahmen der „Big Screen“-Veranstaltungen zudem der IBC D-Cinema-Tag statt.

Trainingsprogramm
Auch in diesem Jahr wird auf der IBC in Amsterdam wieder viel für Aus- und Fortbildung getan. So hat in Halle 7 wieder die Post Production Training Zone ihren Platz. Alle Besucher können an den hier angebotenen Trainingsprogrammen kostenlos teilnehmen, von den Erfahrungen der hier aktiven Experten lernen und selbst neue Technologien und Produkte ausprobieren.
In Zusammenarbeit mit Corps Business, das führende Apple-zertifizierte Trainingszentrum Großbritanniens, bieten die IBC-Veranstalter Trainingsmaßnahmen zu den neuesten Videoprodukten von Adobe bis Apple an, einschließlich Final Cut Studio, Apple Motion, Apple Color, Adobe Production Suite und Maxon Cinema4D.

Erstmal auf der IBC wird in diesem Jahr das IBC Production Village in Halle 9 mit zwei Trainingsbereichen organisiert. Auch hier sind Hands-on-Aktivitäten, Workflow- und Produktionstrainingsrunden angesagt. Eine Session befasst sich unter anderem mit dem Thema „HD: Licht und Optiken für Live Multi-Kamera-Events“. Hierbei geht es um die Darstellung wie eine Ausgewogenheit zwischen den Anforderungen einer HD-Produktion eines Live-Events und den kreativen Vorstellungen der Macher hergestellt werden kann. Ein weiterer Programmpunkt befasst sich mit der Frage, wie das menschliche Auge Farben wahrnimmt und warum das Verständnis dafür bei Produktionen so wichtig ist. Geleitet wird diese Session von Alan Roberts, einem ehemaligen Forschungsingenieur der BBC, der einst sehr eng mit der EBU bei der HD-Standardisierung in Europe zusammengearbeitet hat.

„Wir haben hier die besten und erfahrensten Experten der Broadcast-Industrie als Trainer versammelt“, betont David Dawson-Pick vom dem mit der Trainingsplanung befassten Firma ddp Enterprises. „Das gesamte Trainingsprogramm ist sehr praxisorientiert. Man lernt direkt von Kameraleuten und anderen Spezialisten.“
Im Production Village können die Trainingsteilnehmer unterschiedlichste Camcorder und Kameras, darunter High-end-Broadcast- und Digital Cinema-Systeme, Kamerasupport-Systeme, Optiken, Filter und Lichtsysteme nutzen.

Sehr aktiv in der Training Zone zeigt sich unter anderem Vitec-Unternehmen Sachtler. Zum ausgiebigen Testen bietet es dort unter anderem den neuen Fluidkopf Cine 7+7 HD, die FSB-Range sowie die Kamera-Leuchte Reporter 8LEDim an. Zudem erhalten Einsteiger Einführungen zu Kamera-Balance-Systemen. Das Sachtler Kamera-Stabilisierungs-System artemis HD wird auf einem eigenen, 16 qm großen Bereich in der IBC Training Zone vorgestellt. Gemeinsam mit der IBC veranstaltet Sachtler an jedem Messetag auch einen einstündigen Workshop, der einen Einstieg in die Welt der Balance-Systeme bietet. artemis-Entwickler und Operator Curt O. Schaller erklärt detailliert die neue artemis Special Edition EFP HD SE und ihre funktionalen Eigenschaften für den Produktionsalltag.

Viele Besucher des Production Village dürften sicher auch die dort von JVC bereit gestellte voll konfigurierte Version seiner 4k-Kamera (KY-F4000) ausprobieren wollen. Sie erlaubt die Produktion von ultrahoch auflösenden Bildern. Die kompakte Kamera ist mit einem 1,25“ Single-Chip CMOS-Sensor (3.840 × 2.160 Pixel) ausgestattet und schafft vierfache Full-HD-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde. „Wir zeigen unsere 4K-Kamera ebenso wie unsere Bildschirmtechnologie im Production Village der IBC, weil wir großes Interesse am Feedback der Industrievertreter haben. Wir wollen wissen, welche künftigen Implementierungen sie mit Blick auf Features und Leistungsfähigkeit erwarten“, erklärte Ian Scott, Vice Präsident, Vertrieb und Marketing bei JVC Professional Europe.

Er spricht an, was letztlich alle auf der IBC in Amsterdam bewegt: Rechtzeitig die richtigen technologischen Weichenstellungen zu treffen, ist heute wichtiger denn je. Auf die Orientierungshilfen der großen Broadcast-Messen wird man dabei nicht verzichten können. Auch Unternehmen wie Sony, die diesmal der IBC fernbleiben, werden sich dem auf Dauer nicht verschließen können. (MB 10/09)

Eckhard Eckstein

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