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Mehr Leistung, weniger Kosten

Einen sehr hohen Stellenwert hatte auf der diesjährigen NAB in Las Vegas das Thema 3D-Video. Viele Aussteller der weltgrößten Broadcast-Messe zeigten 3D-Lösungen und -Technologien von der Aufzeichnung bis hin zur Postproduktion.

Sony und das kalifornische Unternehmen RealD präsentierten ein gemeinsam entwickeltes digitales 3D-Kinosystem, das einen CineAlta-4K-Projektor und eine neue 3D-Doppeloptik von Sony mit RealD-Technologie kombiniert. Herzstück sind optische Filter, die speziell auf den Projektor abgestimmt wurden. So können brillante 3D-Bilder von einem einzelnen Projektor auf Leinwände mit bis zu 17m Breite projiziert werden. Sony und RealD haben nach eigenem Bekunden eine Vereinbarung getroffen, nach der die Kalifornier das exklusive Recht zum Erwerb und Vertrieb der 3D-Doppeloptik in Verbindung mit Polarisationsfiltern für Installationen in den USA, Kanada und Europa haben. Neben dem 3D-Adapter von Sony liefert RealD weltweit Hard- und Software inklusive der Cinema System und 3D EQ „Ghostbuster“-Technologie für Sony 4K-Projektoren.
„Durch die Partnerschaft mit RealD wird es spielend leicht, ein 2D-Projektionssystem von Sony zu installieren, das anschließend mit Hilfe der RealD-Technologie einfach auf 3D aufgerüstet werden kann“, erklärte Gary Johns, Vice President der Digital Cinema Systems Division von Sony Electronics. „Die Zusammenarbeit mit RealD ermöglicht es uns, eine ebenso praktische wie elegante 3D-Lösung bereitzustellen.“

Da RealD weltweit den Großteil aller 3D-Kinoanlagen bereitstelle und auch immer mehr 3D-Inhalte ins Kino kämen, sei die Zusammenarbeit mit Sony zur Unterstützung der Kinobetreiber bei der Implementierung von 3D-Systemen nur folgerichtig, meinte Joe Peixoto, President Worldwide Cinema bei RealD.

Der Sony 3D-Optikadapter bilde eine ideale Ergänzung zur Technik des 4K-SXRD-Bildwandlers, der viermal so viele Pixel darstelle wie herkömmliche 2K-Projektoren für das digitale Kino. Dies ermöglicht die gleichzeitige Darstellung der vollen 2K-Auflösung für das linke und rechte Auge. So entstehen sehr helle, stereoskopische Kinobilder in voller Auflösung, bei der auch kritische Bewegungen realistisch in 3D wiedergegeben werden.
Die 3D-Wiedergabemöglichkeit wird über eine passive Geräteeinheit realisiert, die am Objektivhalter des Projektors befestigt wird und mit allen aktuellen CineAlta-4K-Digitalkinoprojektoren von Sony kompatibel ist. Durch die 3D-EQ-Technologie von RealD wird die Kanaltrennung der Bilder für das rechte und linke Auge verbessert. In der Vergangenheit musste dieser Prozess oft schon beim Mastering separat für unterschiedliche Systeme vorgenommen werden. Mit dem Ansatz von RealD wird die Technologie nun in den digitalen Kinoserver übertragen. Hierdurch soll der Verleih und Vertrieb von 3D-Filmen erheblich kostengünstiger werden.

Panasonic kündigte in Las Vegas die Entwicklung einer professionellen Produktionsumgebung für hoch auflösende 3D-Bilder an. Die industrieweit erste Lösung ihrer Art besteht aus einem kompakten Camcorder mit Doppellinse, der Live-Aufzeichnungen unterstützt und Video- und Audiodaten auf proprietären P2-Speicherkarten ablegt, einem Flash-basiertem Recorder der in aufzeichnet und einem 3D-kompatiblen Plasma-Bildschirm, der Auflösungen von bis zu 1.920 × 1.080 Bildpunkten unterstützt. Panasonic zeigte auf der NAB 2009 erste nicht funktionierende Konzeptmodelle und betonte das Unternehmensziel, die Produktion von 3D-Filmen mit neuen 3D-Systemen schneller und einfacher gestalten zu wollen. Auf starkes Interesse stieß auf der NAB 2009 auch das von Panasonic am Stand aufgebaute 3D-Kino.
Interessant sind auch die 3D-Aktivitäten von JVC. Der japanische Elektronikkonzern hat eine eigene Forschungsabteilung aufgebaut, die sich mit 3D befasst. Auf der NAB zeigte JVC den Prototypen eines 46“ 3D-Displays (GD-463D10) für den professionellen Einsatz sowie eine Konverterbox, die aus normalem 2D-Material Filme mit 3D-Effekt macht. Bereits auf dem Markt erhältlich ist ein 40“ LCD-Display zur Darstellung von 3D-Bilder. Es wurde jedoch für Endverbraucher entwickelt.

Das 46-Zoll-Profi-Display von JVC ist nur knapp 4cm tief ist und kann mit Polfilter-Technik (Xpol-Polarizing-Filter-Method) Stereo-3D-Bilder darstellen (line-by-line und side-by-side). Von diesem Display will JVC rund 2.000 Stück pro Jahr produzieren. Das Display verfügt über drei HDMI-Eingänge und unterstützt 1080/24p, 1080/50p, 1080/60p, 1080/50i und 1080/60i Videosignale. Das GD-463D10 soll im Juli 2009 auf den Markt kommen.
Silicon Imaging stellte auf der NAB das 3D-Kamera System SI-3D vor. Hierbei werden zwei SI-2K Mini-Kameras mit einem P+S-Adapter zusammengeschlossen, via Gigabit-Ethernet mit einem Processing-System verbunden und via Silicon DVR Tocuscreen-Interface kontrolliert. Vor Ort kann jede Kamera einzeln oder in einem Stereo-Mix-Modus betrachtet werden. Eine Fülle von Software-Tools dient der Anpassung an optimale 3-D-Ergebnisse, unter anderem Grid-Overlays, Digital Zoom, duales Histogramm, Paralaxen Shifts. Das System gibt CineFormRAW QuickTime Stereo-Files aus, die direkt in Final Cut Pro und anderen Schnittsystemen editiert werden können. Ein Preis wurde von Silicon Imaging nicht genannt.
In der Zentral Hall der NAB Show war der kleine Stand von Wige Media immer gut besucht. Die Besucher interessierten sich hier insbesondere für eine 3D-Applikation mit zwei CUNIMA MCU[1] HD-Micro-Kameras.

DVC forcierte auf der NAB das Thema Digitales 3D-Kino. Gezeigt wurde, wie sich mit
CLIPSTER stereoskopische Filmdaten in Echtzeit zu DCI-konformen Digital-Cinema-Packages umwandeln lassen. Der DCI Mastering Wizard in CLIPSTER führt durch alle vorgegebenen Schritte des stereoskopischen DCI Masterings. Hierzu zählten Funktionen wie beispielsweise Komprimieren, Interleaving und Verschlüsseln in MXF-Dateien.

Auch das schnelle und einfache Conforming von 3D-Material kann mit CLIPSTER durchgeführt werden. Der Anwender zieht einfach die EDL für das linke und rechte Auge in die Timeline. Beide Spuren werden mit CLIPSTER zu einer stereoskopischen Videospur zusammengefasst. Stereo-Tracks können dabei wie reguläre Video-Tracks bearbeitet werden. Sobald beide Ströme synchronisiert sind, müssen sie nicht mehr getrennt für linkes und rechtes Auge behandelt werden.
Darüber hinaus ermöglicht CLIPSTER die Erstellung von Digital-Video-Packages. Hierdurch werden, ähnlich wie beim DCI spezifizierten Digital-Cinema-Package (DCP), Multimedia-Anwendungen wie IPTV, DVD, Blu-ray, Mobiltelefone etc. mit Inhalten versorgt.
Die mit CLIPSTER generierten Digital-Video-Packages dienen als digitaler Master für unterschiedliche Ausgabeformate. Verschiedene Sprachversionen und Inhalte können so leicht organisiert und aufbereitet werden. „CLIPSTER in seiner dritten Generation ist wegweisend für die Erstellung neuer Distributionsformate wie stereoskopisches DCP oder Digital-Video-Packages. Mit den umfangreichen Softwarefunktionen, der hochperformanten Hardware und Schnittstellen für Drittanbieter bieten wir ein innovatives Werkzeug für zukunftsweisende Workflows“, betonte Bernhard Reitz, Leiter Produktmanagement bei DVS.
Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut Berlin präsentierte gemeinsam mit dem Kooperationspartner KUK Filmproduktion auf dem Bayrischen Gemeinschaftsstand auf der NASB erstmals mit STAN (Stereoscopic Analyzer) ein System, das die Produktion von perfektem Stereo-3D ermöglicht. Die Kombination aus Hard- und Software erfasst und analysiert Stereobilder so, dass diese in Echtzeit verarbeitet werden können. Eingesetzt wird STAN für die Herstellung von Stereo-Inhalten bei der 3D-Aufnahme von Live-Veranstaltungen. Darüber hinaus generiert und speichert STAN-Metadaten und wird in der 3D-Postproduktion eingesetzt.
Die Aufnahme von gutem Filmmaterial oder Live-Aufnahmen in 3D ist in vielen Bereichen eine Herausforderung – ob Stereo-Basis, Farbe und Geometrie oder der Abstand der Kameras – viele Parameter verändern sich von Aufnahme zu Aufnahme in Abhängigkeit von Motiv und Nahpunkt. Das Stereoscopic Analyzer System des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts soll deshalb Kameraleute und Produktionsmitarbeiter bei der Einstellung der entscheidenden Stereo-Parameter unterstützen. Durch eine besonders schnelle Rückkopplungsschleife werden die bei der Aufnahme berechneten Werte direkt an die Kamera weitergegeben, so dass Fehler oder falsche Einstellungen in Echtzeit ermittelt und korrigiert werden können. Diese Korrektur realisiert STAN als einziges System beispielsweise durch eine Positionierung der zweiten Kamera mittels Motorsteuerung, die durch die in Echtzeit berechneten Stereoparameter gesteuert wird. Bei der NAB-Präsentation eingesetzt wurden zwei D21-Arriflex-Kameras von ARRI.

In Sachen 3D aktiv war auf der NAB auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Es präsentierte dort die easyDCP-Software, mit der sich digitale Datenpakete für das digitalen Kino, so genannte DCPs (Digital-Cinema-Packages), einfach und schnell schnüren lassen. Hoch auflösende HD- beziehungsweise 2k- und 4k-Inhalte können mit der easyDCP-Software nach Angaben der IIS-Entwickler über wenige Klicks zu einem fertigen und nach SMPTE-Standard (Society of Motion Picture and Television Engineers) gültigen digitalen Filmpaket verpackt und für die digitale Vorführung im Kino vorbereitet werden.
Dies sei ein großer Vorteil auch für kleinere Produktionen und Postproduktionshäuser, heißt es. Neben den SMPTE-Standards unterstützt die Fraunhofer-Software auch das Erstellen von DCPs im JPEG2000-Interop-Format.
Auf der NAB 2009 zeigte das Fraunhofer IIS zusätzlich die erweiterte Version dieser Software: Mit easyDCP+ ist auch die Erstellung von 3D-DCPs in HD und 2k-Auflösung möglich. Eine Verschlüsselung des Content gemäß den gültigen DCI-Spezifikationen wird in dieser Version unterstützt, so dass die Inhalte nun wahlweise ungesichert, aber auch gesichert an die Kinos versendet werden können. Die Erstellung des individuellen DCP-Schlüssels kann auch mit easyDCP+ erfolgen.
Ebenfalls neu zur NAB war die Vorstellung des Fraunhofer DCPplayers. Mittels einer extrem schnellen JPEG2000-Dekodierungssoftware gelingt es damit, beispielsweise 2k-DCPs oder J2k-Bildsequenzen in Echtzeit abzuspielen. Für die Postproduktion bedeutet dies ein großes Plus: Der Fraunhofer DCPplayer erlaubt es, ein eigenes DCP-Abspielsystem aufzubauen. Hierfür sind ein Standard-PC und eine spezielle Grafikkarte, auf der der Codec läuft, notwendig. Die Verarbeitung von JPEG2000-Dateien für Compositing oder Color Grading kann laut IIS so beschleunigt werden. Zudem sei ein Test der DCPs für die Auslieferung, beziehungsweise der Test von Bild-Ton-Synchronität im Conforming nun einfach und schnell vor Ort möglich.

Aufnahmetechnik
Im Bereich der Aufnahmetechnik gab es von den Kameras über Optiken bis hin zu Support-Systemen und Recordern zahlreiche Neuheiten zu entdecken.
Grass Valley stellte in Las Vegas die LDK8300 3X HD Super Slomo Kamera, die LDK 8000 SportElite Multiformat 2X HD Super Slomo Kamera, die LDK4000 Elite Single Format HD Kameras, den Infinity Digital Media Camcorder (mit integriertem Telecast Fiber Systems Copperhead Übertragungssystem und Nutzungsmöglichkeit von 2/3” Cinema-Optiken) sowie die neue LDK 3000 in den Vordergrund.

Mechanik, Zubehör und Gehäuse der erstmals auf einer Messe gezeigten LDK 3000 ist identisch mit dem der LDK 8000 High-End-Kameras. Sie verfügt jedoch nur über einen Anschluss für breitbandige 1,5 Gb/s-fähige Triax-Systeme und wird mit einem neuen Frontend geliefert. „Das heißt, wir haben dort die CCD-Sensoren, die wir in der 8000er Serie verwenden, durch den Xensium CMOS-Sensor ersetzt, wie wir ihn auch in der Infinity haben. Dieser selbstentwickelte 2/3“-Sensor mit 1.920 × 1.080 Pixel Auflösung ist in der Lage, zwischen 1080i auf 1080p umzuschalten. Zu 720p kann jedoch nicht direkt im Sensor umgeschaltet werden. Das muss im Signalprozessor geschehen“, erklärte Klaus Weber, Produktmarketing-Direktor Kameras von Grass Valley.

Die Spezifikationen der neuen Kamera seien nicht ganz auf dem Level der LDK 8000er Serie, trotz allem aber besser als die der LDK 6000 oder der LDK 8000 vor dem Elite Upgrade, den es erst seit knapp einem Jahr gibt.
„Das heißt, wir haben hier eine Kamera, die von der Performance ganz nah dran ist an dem, was heute High-End und State-of-the-Art ist, aber zu einem deutlich günstigeren Preis zu haben ist. Die LDK 3000-Konfiguration kostet zirka 35 bis 40 Prozent weniger als eine vergleichbare 8000er“, betonte Weber. Da die Kamera keinen Wireless- und keinen Glasfaseranschluss habe, biete sie lediglich etwas weniger Flexibilität. „Aber 90 Prozent unserer Kunden reicht die Konfiguration der LDK 3000. Deshalb haben wir uns bewusst auf deren Entwicklung fokussiert“, sagte der Grass Valley-Manager.

Die LDK 3000 sei als Systemkamera für Studio und Ü-Wagen konzipiert. Potenzielle Kunden seien Regionalstudios der öffentlich-rechtlichen Sender wie auch private Produktionshäuser, die unter sehr hohem Kostendruck arbeiten müssten. Die LDK 3000 wird laut Grass Valley voraussichtlich im dritten Quartal 2009 auf den Markt kommen.
Für den Infinity-Camcorder stellte Grass Valley auf der NAB ein Copperhead Glasfaser-Übertragungssystem vor. „Es wurde speziell für die Infinity entwickelt, bietet eine sehr hohe Integration in diese Camcorder und kann auch für Audio- und Interkom-Übertragung genutzt werden“, erklärte Weber.
Zwischen Copperhead und Camcorder seien nur zwei BNC-Kabel für Video rein und Video raus und ein Ethernet-Kabel für die Steuerung nötig. „Mit nur drei Kabelverbindungen haben wir hier die volle Interkom-Funktionalität einer Studiokamera im Camcorder integriert. Wir sprechen hier deshalb über eine sehr hochwertige „systemized“, systemkameraähnliche Camcorder-Lösung“, meinte Weber. Die Camcorder-Laufwerke lassen sich vom Unit Control Panel (UCP) aus steuern. Die Infinity eröffnet im Studioeinsatz die Möglichkeit der Parallelaufzeichnung im Camcorder. Vorteil dabei ist, dass sich Schnitte oder Überblendungen noch im Nachhinein recht einfach in der Postproduktion korrigieren lassen. „Mit dem Infinity Copper­head kann man jetzt ganz normal wie in einer Liveproduktion am Mischpult arbeiten. Wenn man aber irgendwann Schnittpunkte falsch gesetzt hat, kann man diese mit dem im Camcorder aufgezeichneten Material in der Postproduktion wieder verändern“, erklärte Weber. Ein weiterer Vorteil sei, dass man die Infinity nun als vollwertigen Camcorder bei den Außendrehs einsetzen könne und dann im Studio wieder mit Copperhead als normale Studiosystemkamera.
Weber: „Gerade bei Telenovela-Produktionen, bei denen fast immer auch Außendrehs stattfinden, ergeben sich Probleme dadurch, dass mit unterschiedlichem Aufnahme-Equipment bei Außen- und bei Innendrehs gearbeitet wird. Die verschiedenen Kameras mit unterschiedlichen Sensoren, Farbmatrixen und Gammakurven machen oft aufwändiges Colorgrading erforderlich.“ Infinity mit Copperhead biete hierzu eine gute Alternative. „Man gewinnt damit höhere Flexibilität bei einer sehr guten Bildqualität kombiniert mit geringeren Investitionskosten. Wobei man natürlich fairerweise sagen muss, eine Infinity mit Copperhead wird nie eine richtige Studiokamera ersetzen können, weil die Integration schließlich über ein angedocktes Teil mit externer Verkabelung funktioniert“, betonte Grass Valley Produktmarketing-Direktor Kameras.

Sony präsentierte auf der NAB 2009 mit dem PDW-F800 und dem PDW-F1600 einen neuen Camcorder und ein neues Recording-Deck für seine XDCAM HD422 Serie. Beide Systeme bieten neue Funktionen wie Under- und Over-Cranking und 24p-Fähigkeit. Laut Sony Produktmanager Claus Pfeifer ermöglichen sie ein äußerst flexibles Arbeiten bei der Produktion von Kinofilmen und TV-Serien sowie bei ENG- und EFP-Anwendungen. Der neue CineAlta Camcorder PDW-F800 und das Deck PDW-F1600 arbeiten mit dem MPEG HD422 Codec und bieten Neuerungen wie eine native Bildwechselfrequenz von 23,98p im 1080-Modus und serienmäßige Multiformat-Aufzeichnung. Neben den SD-Formanten MPEG IMX und DVCAM werden HD in 4:2:0 sowie Multiformat-Aufzeichnung mit 1080i oder 720P unterstützt. Darüber hinaus bieten die neuen Modelle auch HD/SD- sowie Cross-Konvertierung zwischen 1080i und 720p. Anwender können HD-Content (ca. 95 Min. bei 50 Mbps) auf 50 GB Dual Layer Professional-Disc-Medien aufzeichnen. Nach wie vor werden auch Single-Layer-Medien unterstützt. Die PDW-F800 ermöglicht außerdem die Aufnahme mit variabler Bildwechselfrequenz. Anwender können damit kreative Zeitraffer- und Zeitlupeneffekte erzeugen (over-cranking/under-cranking) und unmittelbar nach der Aufnahme auf der Kamera wiedergegeben.

Der PDW-F800 Camcorder verwendet drei 2/3“ Power HAD FX CCDs und liefert eine Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln sowie hochqualitative 4-Kanal 24-Bit-Audioaufnahmen. Dank Bildumkehrfunktion kann die Kamera auch mit Kino-Objektivadaptern verwendet werden.
Daneben bietet der Camcorder verschiedene Einstellungen wie HyperGamma und benutzerdefinierbare Gammakurven sowie eine Fokusanzeige, die sich nun auch im Sucher einblenden lässt. Für aktuelle Workflows, zum Beispiel im Außeneinsatz, ist es möglich, Proxy-Daten auf USB-Medien aufzuzeichnen und bereits während der Produktion schnell in ein Schnittsystem zu überspielen.

Das XDCAM HD422 Aufnahmedeck PDW-F1600 basiert auf dem beliebten Modell PDW-HD1500 und kann bei der file-basierten Aufzeichnung im Studio oder unterwegs eingesetzt werden. Über eine Gigabit Ethernet-Schnittstelle können sämtliche Codec-Daten von Flash-Speichermedien auf Optical Discs geschrieben werden. Anschließend ist es möglich, diese Dateien in einem Web Browser zu sichten, via IT-Netzwerk zu übertragen, zu archivieren oder anderen Nutzern zugänglich zu machen.

Das neue Deck zeichnet sich außerdem durch seine Insert/Assemble-Funktionen aus. Damit lässt sich der PDW-F1600 wie herkömmliche Videorecorder in lineare Schnittsysteme einbinden. Darüber hinaus ermöglicht das Deck 8-Kanal 24-Bit Audioaufnahmen und schnellen Datentransfer über eine Lasereinheit mit zwei Laser-Köpfen. Der Camcorder PDW-F800 und das Deck PDW-F1600 sollen ab Juni erhältlich sein.
Sony stellte in Las Vegas zudem mit den Systemkameras HSC-300 und HXC-100 neue Produkte vor, die Sendeanstalten eine einfache und kostengünstige Umstellung auf die HD-Produktion ermöglichen sollen. Die Geräte sind Weiterentwicklungen der HDC-Studiokameras. Beide Kameras unterstützen die digitale Triax-Übertragungstechnik. Die HSC-300 ist mit den großen Objektivadaptern von Sony kompatibel und kann mit einem Triax-Kabel von bis zu 1.300 m Länge verwendet werden. Das Modell HXC-100 kann mit einer Kabellänge von bis zu 850m verwendet werden. Beide Modelle sind mit einem 2/3“ Power HAD FX CCD mit 2,2 Millionen Pixel ausgestattet und sind zwischen 1080i und 720P mit 50/60 Hz umschaltbar. Auch die SD-Modi 525i und 625 sind im Kamerakopf und auf der CCU verfügbar. Dazu kommen bei beiden Kameras umfassende Bildverarbeitungsfunktionen mit einem breiten Dynamikbereich und einem 14-Bit A/D-Wandler.

Das Design der neuen Kameras basiert auf der HDC-1500 Serie. Daher können Anwender viele Zubehörteile wie Fernbedien-Panels oder Master-Setup-Units weiterverwenden. Die Kameras sind zudem mit vielen Sony Suchern kompatibel (HDVF-200, HDVF-20A, HDVF-C35W, HDVF-550, HDVF-C730W and HDVF-C950W). Die HSC-300 kann auch mit Objektiven mit langer Brennweite und mit großen Suchern verwendet werden, zum Beispiel mit den Modellen HDVF-700A, HDVF-9900 oder dem neuen OLED-Sucher HDVF-EL100. HSC-300 und HXC-100 sind seit Mai auf dem Markt.

Mit dem HDCAM SR-Camcorder SRW-9000 zeigte Sony auch die neueste Entwicklung im Bereich der 24p-Technologie. Das neue Modell wurde für die Produktion von TV-, Werbe- und Kinofilmen konzipiert. Der Full HD-Camcorder verwendet 2/3“-CCDs mit einem 14-Bit A/D-Wandler und digitaler Signalverarbeitung und zeichnet 1080/60p Bilder mit großer Detailgenauigkeit auf. In der Standard-Konfiguration verfügt der Camcorder über 4:2:2 10-Bit Aufnahmefähigkeit bei 1080/23,98p, 24p, 25p, 29,97p und 1080/50i/59,94i. Er kann zudem im 4:2:2-Format bei 1080/50p/59.94p aufzeichnen. Der HDCAM SR-Camcorder SRW-9000 ist laut Sony voraussichtlich ab Dezember 2009 erhältlich. „Die SRW 9000 ist der kleine Bruder der F23 und kann zum Beispiel auch als B-Kamera in der Filmproduktion eingesetzt werden“, erklärte Sony Produkt-Manager Pfeifer.

Mit dem PDW-HR1 Fieldrecorder stellte Sony einen weiteren Neuzugang zur wachsenden XDCAM HD422 Familie vor. Das tragbare Modell ist eine ENG/EFP-Ergänzung zu den jüngsten XDCAM HD422 Camcordern und unterstützt Legacy-Formate wie MPEG IMX, DVCAM und 4:2:0 HD 24p. Der PDW-HR1 verfügt über einen eingebauten Up-/Down-Konverter und ermöglicht flexible Multiformat-Aufnahmen (1080i/720p) sowie HD-/SD-Konvertierung und Crosskonvertierung zwischen 1080i und 720p während der Wiedergabe. Mit seiner 24p (23,98) Aufnahme- und Wiedergabefunktion in HD 422 ist der Recorder nicht nur für ENG/EFP, sondern auch für die Verwendung im HDCAM SR-Produktionsworkflow konzipiert. Dort kann er zum Beispiel Videosignale von Sony CineAlta-Kameras aufzeichnen.
Der PDW-HR1 verfügt über ein 9“-LCD-Farbdisplay sowie integrierte Lautsprecher und wurde in erster Linie für IT-Anwendungen konzipiert. Er lässt sich dank seinen Video- und Audio-Schnittstellen aber mit vielen anderen Geräten und Schnittsystemen kombinieren – auch aufgrund seiner umfangreichen Ausstattung mit Schnittstellen: Dazu gehören unter anderem SD und HD-SDI Ein- und Ausgänge, HDMI-Anschlüsse, einen Composite Ein-/Ausgang, Gigabit Ethernet und RS-422A Steuerung. Optional ist der HR1 auch mit i.LINK TS Ein-/Ausgang und DVB-ASI Ausgang erhältlich. Die Benutzeroberfläche wurde im Stil eines, wie von Videorecordern bekannten, Jog/Shuttle-Dials realisiert. Die Videosteuerung ist über das Frontpanel oder über eine Fernbedienung möglich. Weitere Funktionen des Recorders sind EDL-basierte Clip-Bearbeitung und Trigger-Aufnahmen über die SDI-Schnittstellen. Der neue Recorder kann außerdem mit Gleich-/Wechselstrom oder Akkus betrieben werden.

Als Aufnahmemedien kommen die PFD50DLA Dual Layer Professional Discs zum Einsatz. Die 50 GB Disk kann bei einer Datenrate von 50 Mbps 95 Minuten Videomaterial aufzeichnen, bei 35/25 Mbps beträgt die Kapazität 150/200 Minuten. Eine Kompatibilität mit Single Layer Discs PFD-23A ist ebenfalls gegeben. Der PDW-HR1 soll laut Sony im Juni auf den Markt kommen.
Panasonic stellte auf der NAB mit der AG-HMC41E eine neue preiswerte professionelle AVCCAM mit 3-Megapixel 1/4“ 3-MOS Sensor für Full HD-Aufzeichnung in 1080 und 720 vor. Der kompakte Handheld-Camcorder bietet 10.6-Megapixal Foto-Option, 12X optisches Zoom und AVCHD-Recording (MPEG-4 AVC/H.264) auf SD-Karten. Dafür stehen zwei SD-Kartenslots zur Verfügung. Der Camcorder soll im August für unter 3.000 Euro auf den Markt kommen.
Zu Panasonics Neuvorstellungen in Las Vegas zählte auch der kompakte AG-HMR10E AVCCAM Field-Recorder/Player und der kompakte AG-HCK10E Mehrzweck-3-MOS HD Kamerakopf als Ergänzungen zu Panasonics AVCCAM-Angebot an professionellen
Festspeicher-HD-Produkten. Der HMR10E AVCCAM Recorder zeichnet auf SD-Speicherkarten im 1080- und 720-Format auf. Panasonic kündigte an, die AVCCAM-HD-Produktfamilie konsequent ausbauen zu wollen.

Die Entwicklung der P2HD-Karten treibt Panasonic mit Hochdruck voran. Auf der NAB vorgestellt wurde die neue E-Series P2-Karten-Reihe mit 16GB (Model AJ-P2E016XG), 32GB (Model AJ-P2E032XG) und 64GB (Model AJ-P2E064XG) auf den Markt gebracht. E steht für Economy. Die Karten kosten ein Drittel der bisherigen Modelle, sind aber mit bis zu 1,2 Gbit/s doppelt so schnell und bieten eine längere Lebensdauer. Die neue E-Series P2-Karten sollen eine Haltbarkeit von fünf Jahren haben, wenn sie einmal täglich zu 100 Prozent bespielt werden. Wenn jeweils nur die halbe Kapazität genutzt wird, sollen sie bis zu zehn Jahre für Aufzeichnungen genutzt werden können. Mit Hilfe der P2-Formatiersoftware lässt sich auf einem Computer die noch verbleibende Nutzungsdauer im Lebenszyklus einer P2-Karte auslesen. Die 16 GB- und 32 GB-Modelle (299 und 450 Euro) werden ab Juni ausgeliefert, das 64 GB-Modell (720 Euro) folgt im August.
Mit AVC Ultra stellte Panasonic zudem einen neuen Codec vor, der mit 200 Mbit/s arbeitet. Damit ist es möglich, in 1080/50p zu produzieren. Spätestens 2011/2012 sollen entsprechende Produkte verfügbar sein.
Link Research präsentierte auf der NAB die aktuellen, bereits erfolgreich eingesetzten hybriden L1500 Systeme zur drahtlosen Übertragung von SD- und HD-Signalen zusammen mit der Kamerakontrolle für Thomson und Sony-Kameras.
Ein neuer, besonders kompakter Transmitter erweitert die Link Palette für spezielle Anwendungen wie zum Beispiel Onboard Kameras. Der kleine (100x100x30mm), leichte XPµ Transmitter kann mit neuen aktiven GPSstyle-Antennen oder einem abgesetzten Verstärker und Standardantennen verwendet werden.

Die Auswahl an Zubehör für Drahtlosanwendungen ist unter anderem durch ein Receiver- und ein 5W-Verstärker Peli Case gewachsen. Die Seitenmontage des L1500-Transmitters macht ab sofort auch eine besonders kompakte Bauform mit Sony-Kameras möglich, die vor allem für „Steady-Cam“-Anwendungen mit Sony eine Lücke füllt. Eine spezielle Seitenverkleidung integriert den Transmitter unauffällig seitlich in der Kamera.
Mit dem L1050 bringt Link einen Low-Delay-Encoder für Außenübertragungen und Uplinks auf den Markt, der platzsparend bei halber 19’’-Breite nur 1HE hoch ist. Der L1050 unterstützt MPEG-2 SD/HD. Optionen erlauben auch den Betrieb mit DVB-S, DVB-S.2, DVB-T und dem Link eigenen LMS-T Standard bei 70MHz oder S-Band. Weiterhin ist ein Softwareupgrade für H.264 High Profile encoding möglich. So kann das Video über Triax, Satellitenlinks oder Glasfasernetze übertragen werden. Eine Fernsteuerung des L1050 ist über Standard Webbrowser möglich.

JVC zeigte in Las Vegas unter anderem die neuesten ProHD-Camcorder GY-HM 700 und GY-HM 100 (seit Ende April auf dem Markt). Die professionellen Camcorder zeichnen im nativen QuickTime-Format auf SDHC-Karten auf. Videomaterial lässt sich so einfach in Aplles Final Cut Pro-Schnittsystem importieren. Beide Camcorder, das „Handheld“-Modell GY-HM100 und das Schultermodell GY-HM700, zeichnen High-Definition-Video mit 35 Mbit/s sowie Audio in unkomprimierter Form auf.
Auf großes Interesse stieß die Ankündigung von JVC, spätestens in zwölf Monaten eine 4K-Kamera auf den Markt bringen zu wollen. Sie wird als logische Ergänzung zu den 3D-Projektoren und -Displays von JVC gesehen. Die neue 4K.Kamera ist eine Single Chip-Lösung mit 1,25“ CMOS-Sensor, soll 3.840 × 2.160 Pixel Auflösung liefern, über Dual-Link HDSDI- und DVI-Ausgänge verfügen und um die 200.000 Dollar kosten. „Sie ist klein und kann überall dort eingesetzt werden, wo eine Filmkamera zu groß ist“, meinte Semir Nouri, JVC-Produktmanager Europa.

Gemeinsam mit ihrer US-amerikanischen Muttergesellschaft Band Pro Burbank stellten in Las Vegas die Münchner HD-Experten von Band Pro Munich aus. Sie präsentierten die Film-Style Digital Cinematography Camera Sony F35 sowie die komplette ZEISS Produktlinie für digitale Cinematographie, die aus verschiedenen Objektiven der DigiPrime-Family, DigiZoom 6-24mm und DigiZoom 17-112mm, einem Set Diopters (+1 and + 2) und einem DigiMutar 1.4X besteht.
Die F-35 ist als eine Erweiterung der Sony CineAlta Produktlinie zu sehen; sie soll die im letzten Jahr eingeführte F23 nicht ersetzen. „Die F35 und die F23 wenden sich an unterschiedliche Produktionsumfelder und werden daher gut nebeneinander existieren können“, erklärte Gerhard Baier, Geschäftsführer von Band Pro Munich. Die neue F35, ergänze die F23 insofern, als dass sie einen neuen Super 35mm CCD Sensor und ein PL-Objektiv-Mount anbiete und damit vor allem Kameraleute „mit einer leidenschaftlichen Liebe zu 35mm Objektiven“ anspreche. Der für die F35 entwickelte Super 35mm große CCD-Sensor ermöglicht laut Baier „eine atemberaubende Bildqualität“, kreative Möglichkeiten bei der Einstellung der Tiefenschärfe, einen verglichen zur F23 etwas größeren Dynamikumfang sowie einen ebenso wie bei der F-23 großen Farbraum. Auf dem PL-Mount der F35 können die meisten herkömmlichen 35mm Filmobjektive aufgesetzt werden, woraus sich ein breites Spektrum des kreativ Machbaren ergibt. Wie die F23, speichert die F35 auf dem SRW-1 HDCAM SR Rekorder, der direkt an der Rückseite beziehungsweise oben auf der Kamera angebracht oder auch mittels eines Kabels von der Kamera abgesetzt angebunden werden kann.

Als weiteres Unternehmen aus dem Münchner Raum zeigte die Chrosziel GmbH in Las Vegas Flagge. Sie präsentierte neues Zubehör für einfacheres Arbeiten mit den Sony F35-/F23- sowie RED One-Kameras. Für die F35/F23 zeigte Chrosziel ein neues Zubehör-Paket auf Basis einer Verschiebeplatte mit QuickLock und 19mm Stützen. Die High-End MatteBox 602 mit vier Filterbühnen ist die einzige, bei der sich Filterhalter mit Zahnstangengetriebe positionieren lassen. Über eine flexible Welle kann so zum Beispiel bei einem Verlauffilter der Horizont beim Neigen der Kamera feinfühlig und ruckfrei nachgeführt werden. Die Filtergröße von 6.6 × 6.6“ erlaubt alle Einstellungen der Filter-Drehbühnen ohne Einschränkung ab 10mm Brennweite. Auch ein Zeiss Ultra Prime mit 8mm oder ein Canon 7-57mm in der Weitwinkeleinstellung brauchen nichts anderes, sondern harmonieren mit der MB 602, wenn per Schnellverschluss die hintere Bühneneinheit abgenommen und mit der ers­ten Filterbühne gedreht wird. Die MatteBox besitzt ein Swing-Away-System zum schnellen Objektivwechsel.
Um die als Zubehör zur F35 und F23 angebotenen Bodenplatten zu kompensieren und Unterschiede bei anderen Kameras auszugleichen, besitzt die MB 602 einen Höhenausgleich, der sich ohne Werkzeug präzise verstellen lässt und einen Einstellbereich von 10mm aufweist. Die MB 602 ist bei vielen Fernseh- und Filmproduktionen bewährt, allein zum Beispiel bei
Prime Focus in Mumbai sind täglich rund 50 im Einsatz, teilte Chrosziel mit.
Ganz speziell für den HD-Sucher HDVF C35 von Sony für die F35 und F23 hat Chrosziel jetzt lieferbar die Cine Style Sucher-Erweiterung. Der Original-Monitor des Suchers wird über ein Adaptergehäuse mit einem von Chrosziel modifizierten EX-3 Sucherokular verbunden und mittels Halterung an der Kamera angebracht und am Stativkopf abgestützt. So bleibt das Okular beim Neigen der Kamera in seiner Position. Ein helles Sucherbild bei geradem Einblick wird erzielt. Der modifizierte Sucher läst sich auch ohne Abstützung direkt an der Kamera montieren.
Ein nach den jeweiligen Bedürfnissen variabel anzuschraubender Zubehörhalter wurde auf Kundenwunsch entwickelt und jetzt erstmalig öffentlich gezeigt. Er wird rechts oben am Kameragehäuse angebracht und nimmt dann im unteren Teil den Steuerkasten der Kamera auf. Oben ist die Befestigung für den Studio Monitor HDVF C750 von Sony vorgesehen. Der Halter verwendet die Gewinde der seitlichen Haltestange.

Auch für die RED ONE bietet Chrosziel nun mit der MatteBox 805 RED ein Zubehör-Paket an, das aus drei MatteBoxen und einem Stützsystem mit 19mm Rohren und Verschiebeplatte besteht. Die neue Verschiebeplatte mit 19mm Rohren hebt die RED ONE in die optisch korrekte Lage. Untersuchungen an den bisher ausgelieferten Kameras zeigten leichte Unterschiede in den Gehäuseabmessungen. Diese Unterschiede werden laut Chrosziel mit den MatteBoxen für die RED ONE mit dem am Swing-Away-Arm einstellbaren Höhenversatz ausgeglichen.
Fujinon führte zur NAB 2009 neue PL Mount Zoom Objektive ein. Als erstes Objektiv dieser neuen Reihe ist das 18-85mm T2.0 (Model Number HK4.7x18F) seit Mai 2009 erhältlich. Drei weitere Zoom-Objektive der PL Series sind: das 14.5-45mm T2.0, das 24-180mm T2.6 und das 75-400mm T2.8 – T4.0. Sie sollen im Dezember 2009 auf den Markt kommen.

Die PL-Serie von Fujinon wurde nach Angaben des Unternehmens speziell entwickelt, um die Bildaufzeichnungsqualität von 35mm-Filmkameras und von digitalen Cinematografie-Kameras zu steigern. Fujinon hatte sich bislang in diesem Segment nicht engagiert. Mit der wachsenden Akzeptanz hochwertiger digitaler Filmstyle-Kameras wie RED One, D21 von ARRI oder F35 von Sony soll sich das nun ändern.
Die Panther Broadcast-Produkte wurden auf dem Messestand des US Händlers Abel
CineTech präsentiert, die Produkte der Filmsparte bei Panther Dollies and Cranes LLC. von Sebastian Lumme.

Besonderes Interesse weckte die Vorstellung des neues Fluid Heads X22 bei den zahlreichen internationalen Besuchern. Panther präsentierte diesen neuen Kopf erstmals auf der NAB Show.
Panthers neuer × 22 hält mit seiner Tragkraft von 22 kg bei 100mm Schwerpunk höhe alle aktuellen HD-Kameras wie zum Beispiel die RED ONE. Ein 110mm langer Verschiebeweg und die optionale 150 mm Halbkugel ermöglichen zusätzlich den Einsatz mit 16-mm-Filmkameras.
Mit stufenloser Dämpfung und kontinuierlichem Gewichtsausgleich versehen, verfügt der × 22 über die weiter entwickelte und nun perfektionierte X-Technologie von Panther: Der Fluidkopf kann in jeder Position losgelassen werden, ohne dass irgendein Zurückfedern sichtbar wäre.
Gezeigt wurden am Stand von Abel CineTech auch der Panther Twister Dolly mit seinen kombinierten Schienen- und Lufträdern, das Trixy Remote Head System sowie der Pixy Kamera-Kran.
Auf dem NAB-Stand von ARRI in der Central Hall stand die Arriflex D21 Filmstyle-Kamera im Mittelpunkt des Interesses. Weitere Top-Themen waren hier außerdem neue Versionen von Arrilaser und Arriscan sowie die neue Arricube Creator Software.
Die mit 35 mm Sensor ausgestattete Arriflex D21 lässt sich mit normalen anamorphen Linsen und in den zwei Modi Mscope und ARRIRAW einsetzen.
Das digitale Aufzeichnungsformat Mscope wurde von Arri speziell für den Einsatz der D21-Digitalkamera mit anamorphotischen Objektiven entwickelt. Mscope erlaubt, anamorphotisch erfasste Bildsignale im Cinemascope-Format zu verarbeiten und verbindet das anamorphe mit dem Dual HD Aufnahmeverfahren. „Die meisten anderen digitalen Kameras mit ihren 16:9 Sensoren sind nicht ideal für anamorphotische Objektive. Die Bilder im Arri Mscope-Format enthalten schätzungsweise 80 Prozent mehr Zeilen als ein von einem gewöhnlichen 16:9-HD-Sensor aufgezeichnetes Cinemascope-Bild im Seitenverhältnis 2,40:1“, erklärte Arri-Entwicklungschef Milan Krsljanin.

Das Arriraw-Rohdatendformat (.ari File-Format) wiederum basiert auf den linearen 12 Bit Sensordaten, die über T-Link transportiert auf spezielle Recordern wie dem digitalen Filmrecorder DFR2K von S.Two aufgezeichnet werden (S.Two und Band Pro verkündeten zur NAB 2009 übrigens eine globale Vertriebs- und Marketing-Partnerschaft). Neben S.Two zeigten weitere Anbieter auf der NAB Arriraw-geeignete Digitalrecorder. Dazu zählten unter anderem Codex Digital, Kinor, AJA.
Im Standard-Workflow mit der D21 wurde bislang hauptsächlich auf HDCAM SR 1.920 × 1.080 progressiv abgetastet. Jetzt, wo Arriraw-Workflows nutzbar geworden sind, geht der Trend deutlich in Richtung Aufzeichnung auf Digitalrecorder.

Es gibt mittlerweile auch mehrere Softwaretools, die Arriraw unterstützen, so zum Beispiel Avid Metafuse. Ursprünglich wurde Metafuse entwickelt, um DPX-Files DNxHD kodieren und in MXF-Dateien zu verpacken zu können, damit sie ein Avid Mediacomposer-Schnittsystem verarbeiten kann. Gemeinsam mit Arri hat Avid Metafuse so erweitert, dass damit jetzt auch Arriraw-Files transkodiert werden können und sich in Avid-Systeme laden lassen. Wenn Sequenzen dort fertig geschnittene sind, kann man sie über Avid File Exchange File (AFE) mit allen Metadaten und Timecodeinfos wieder als Arriraw-Files exportieren.
Mit dem Arriraw Image Converter präsentierte Arri auch eine Eigenentwicklung mit der man TIFF- und DPX-Files aus dem Arriraw-Format heraus schreiben kann. Das Software-Tool kann man sich kostenlos bei www.arri.de/arriraw herunterladen.
Glue Tools zeigte am ARRI-Stand ein weiteres Arriraw-Toolkit, das speziell für das nahtlose Zusammenspiel zwischen Arriraw und Apples Final Cut Studio entwickelt wurde. Der Export der Arriraw-Daten kann dabei in jedem beliebigen Quicktime-Format erfolgen. Der MacOSX-Finder registriert sofort die ankommenden .arri-Files. Unterstützt werden sie auch von Spotlight, QuickLook und QuickTime Player.

Auch Pomfords SilverStack Toolkit zur Automatisierung von Video- und Film-Workflows gibt es inzwischen in einer Arriraw-Variante. Und auch Iridas Framecycler (Playback-Software) und SpeedGrade (Color-Grading-Tool) verstehen mittlerweile Arriraw.
Zur NAB 2009 hat Arri ein Arriraw-Partnerprogramm gestartet. „Dadurch soll professionellen Serviceanbietern und Produktherstellern Zugang zu allen Informationen gewährt werden, die sie benötigen, um Arriraw in ihren Produkten möglich zu machen“, erklärte Andrian Widera, Manager Strategie- und Geschäftsentwicklung von Arri.
Im Bereich Digital Intermediate (DI) zeigte Arri seinen neuen, schnelleren Arrilaser 2. Er erlaubt jetzt eine Geschwindigkeit von 0,8 Sekunden pro Bild bei 2K. Über zwei Jahre wurde daran gearbeitet. „Alles hat sich etwas verzögert. Das geplante Speed-Upgrade hat sich leider als doch zu kompliziert heraus gestellt. Der Arrilaser 2 ist deshalb eine komplett neue Plattform geworden“, berichtete Harald Brendel, Leiter Application Engineering Digital Intermediate bei Arri. Das Gehäuse des neuen Arrilaser sei zwar das Gleiche geblieben, die gesamte Elektronik aber sei komplett neu. Die Geschwindigkeitssteigerung beim Arrilaser 2 machte es nötig, dass die Spindel, die den Umlenkspiegel enthält, doppelt so schnell dreht wie bisher und zwar mit der erstaunlichen Geschwindigkeit von 2.000 Umdrehungen pro Sekunde. Um das mechanisch realisieren zu können, benötigte man ein Luftlager und stattete den neuen Arrilaser dazu mit einem kleinen Kompressor aus.

Der alte Arri-Laser wird mit dem Markteintritt des Arrilaser 2 nicht mehr verkauft. „Es gibt den Arrilaser 2 zu reduzierten Preisen, aber auch in zwei einfacheren Varianten, eine mit Beschränkung auf 2k und eine mit geringerer Geschwindigkeit als Äquivalent zum alten Arrilaser“, sagte Brendel. Der Arrilaser 2 in Vollausstattung mit 2k- und 4k-Option kostet über 400.000 Euro, die zwei zwei kleineren Modelle weniger.
„Die Digital Cinema-Entwicklung ist durch die Finanzkrise etwas ausgebremst worden. Es fehlt das Geld für Investitionen. Bei Fuji geht man davon aus, dass 2015 erst 30 Prozent der weltweiten Kinoleinwände digital ist. Wir haben also noch einige Jahre Filmrecording und Filmausbelichtung vor uns“, meinte Brendel. Es sei zwar schwer, im Digital Cinema-Umfeld Prognosen zu wagen, bei Arri gehe man jedoch davon aus, dass Filmrelease noch eine relativ lange Zukunft hätten.
Die eigenen Postproduktion Arri Film+TV produziert selbst über 20 DIs imJahr mit dem Arrilaser. „Der Arrilaser ist heute Defakto-Standard im Markt. Jeder, der hochqualitativ Bilder zurück auf Film bringen will, kommt im Moment nicht an dem Gerät vorbei“, betonte Brendel.
Auch vom Arriscan präsentierte Arri auf der NAB ein neues Modell. „Unser neues Einstiegsmodell kommt im Juni 2009 auf dem Markt, ist beschränkt auf die 2k- und 3k-Auflösung und wird einfacher ausgestattet sein“, sagte Brendel. Das neue Modell habe in Standardkonfiguration zum Beispiel keinen Touchscreen, keinen Keycode-Leser haben und könne nur Singleflash Scans mit acht Bildern pro Sekunde machen. Mit rund 200.000 Euro würde es aber auch nur Hälfte des vollausgestatteten Arriscans kosten. Brendel: „Wir adressieren damit vor allem den TV- und Werbebereich. Überall dort, wo man heute dabei ist auf filebasierte Workflows umzustellen, ist 4K auf absehbare Zeit keine Option. Das neue Einstiegsmodell des Arriscans bietet jedoch die Möglichkeit recht zügig mit acht Bildern pro Sekunde Bilder in Spitzenqualität zu digitalisieren.“

Gezeigt wurde am Arri-Stand in Las Vegas auch ein Quality Controll Panel (QCP) für Digital Cinema Packages (DCP), dem Distributionsformat für das digitale Kino. „Im Moment gibt es nur einen Weg sich DCPs anzuschauen und zwar mit einer kompletten digitalen Kinoanlage mit Server und Projektor. Wir bieten mit dem QCP dafür nun auch eine Desktop-Softwarelösung an“, erklärte Brendel. Sie besteht aus einem Computer mit einer speziellen Hardwarekomponente zur Entschlüsselung der verschlüsselten DCPs. Zur Entschlüsselung benötigt man einen entsprechenden Key des Rechte-Besitzers.
Mit dem QPC lassen sich auch einige automatisierte Tests vornehmen. Geprüft werden kann unter anderem, ob ein DCP überhaupt standardkonform ist und ob alle nötigen Dateien vorhanden sind. „Die hier gezeigte QCP-Entwicklung ist relativ neu. Sie ist aus der Praxis heraus entstanden, weil Arri Film+TV als Postproduktionshaus immer mehr mit der Herstellung von DCPs beauftragt wird. Auf dem Markt konnten wir aber nichts finden, das uns erlaubt, diese DCPs vor der Herausgabe zu überprüfen. Deshalb haben wir zusammen mit US-Firma Cinecert von John Hearst das QCP-Projekt in Angriff genommen. Cinecert war wesentlich an der Entwicklung des DCP-Sicherheitskonzepts beteiligt und hat die Komponenten in dem Player geliefert, die die Verschlüsselungen und Key-Mechanismen übernehmen.

Erstmals auf der NAB gezeigt wurde von Arri auch die Software Arricube Creator. Mit ihr lassen sich 3D Look-up-Tables (LUTs) zur digitalen Preview von Filmdaten generieren. Beim Color-Grading im DI-Prozess lassen sich damit Monitore und Digitalprojektoren vermessen und Referenz-Farbanpassungen vornehmen.
Eckhard Eckstein (MB 06/09)

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