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Pink Floyd  Sounderlebnis mit Sennheiser-Technik

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Pink Floyd Sounderlebnis mit Sennheiser-Technik

In London und Rom hat sie bereits alle Rekorde gebrochen, jetzt ist „The Pink Floyd Exhibition – Their Mortal Remains“ in Deutschland angekommen: Im Dortmunder U blickt die immersive Multimediaausstellung auf das 50-jährige kreative Schaffen der britischen Kultband zurück. Mit von der Partie ist Sennheisers AMBEO 3D Audio-Technik.

Einzigartige Bühnenbilder, Erinnerungsstücke, Videomaterial und ein unvergessliches Sound-Erlebnis – diese Wanderausstellung an einen neuen Ort zu bringen, ist nicht nur eine große logistische Herausforderung. An jedem Ausstellungsort fließen erneut die Sorgfalt, die Liebe zum Detail und die Professionalität ein, mit der die erste Ausstellung gestaltet wurde. Simon Rhodes, Senior Engineer bei den Londoner Abbey Road Studios, und Aubrey Powell, Co-Kurator der Ausstellung und Mitbegründer von Hipgnosis – des legendären Designstudios hinter der Bildsprache von Pink Floyd – erzählen von ihrer kreativen Arbeit.

Für Fans der britischen Rockband ist „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ ein Hochgenuss: Über 300 nie zuvor gezeigte Exponate, die die Band im Laufe von fünf Jahrzehnten gesammelt hat – dieses reiche Erbe wird über ein Audioguide-System von Sennheiser zum Leben erweckt. Besucher können durch die Zeit reisen, begleitet von spektakuläre Objekten, ihren eigenen Erinnerungen und natürlich der Musik von Pink Floyd.

Die Abbey Road Studios mitten in Dortmund

Die Performance Zone ist das unbestrittene musikalische Highlight der Ausstellung und lädt die Besucher zu einer spektakulären Live-Performance von „Comfortably Numb“ aus dem Jahr 2005 ein. Der Song wurde in AMBEO 3D Audio für eine 17-Kanal-Wiedergabe neu abgemischt und beschert den Besuchern eine absolut realistische Konzerterfahrung: Die Musik und die Live-Atmosphäre umhüllen die Besucher des Dortmunder U vollkommen.

Der AMBEO-Remix wurde in den berühmten Abbey Road Studios in London von den Produzenten Simon Rhodes und Simon Franglen geschaffen, die dafür eng mit Andy Jackson zusammenarbeiteten, Toningenieur und Partner von Pink Floyd. Simon Rhodes blickt zurück: „Wir haben damals das Studio 2 gemietet, weil es groß genug ist, um im Klangfeld herumzugehen und so ein echtes Gefühl dafür zu bekommen, wie sich der Mix in der Ausstellung anhören wird.“

„Es war toll, dass die BBC diesen Auftritt auf dem Live-8-Konzert mit so vielen Mikrofonen aufgezeichnet hat. Es gab also keine technischen Probleme, mit denen wir uns hätten herumschlagen müssen“, fährt Rhodes fort und fügt im klassischen britischen Understatement hinzu: „Wir haben also einfach den Original-Song wiedergegeben und den Raum genossen, mit dem Raum gespielt, diverse Plug-ins eingesetzt ... Wenn man auf so viele Mikrofone zurückgreifen kann, bekommt man als Zuhörer das unglaubliche Gefühl, wirklich mit dabei zu sein.“ 

Jedes Mal, wenn die Ausstellung umzieht, ist Simon Rhodes vor Ort, um das Feuer des 3D-Mixes erneut zu entfachen: „Dieser Mix ist eigens für die Wiedergabe in dieser Ausstellung geschaffen worden, und da das Wiedergabesystem sehr stark vom jeweiligen Raum abhängt, muss der Mix speziell auf eben diesen Raum angepasst werden.“

Die 25 Neumann-Studiomonitore, welche die Dortmunder Performance Zone vollkommen in Sound tauchen, sind auch in Dortmund so aufgebaut wie in Studio 2 in der Abbey Road: die unteren etwas über Kopfhöhe, ein zweiter Ring einige Meter darüber und schließlich zwei so genannte „Voice of God“-Lautsprecher in rund fünf Metern Höhe.

„Die Besonderheiten des Raumes spielen natürlich auch eine Rolle“, erklärt Rhodes. „In Dortmund verschwinden zum Beispiel die drei unteren und die drei oberen Front-Lautsprecher hinter der Leinwand; diese Lautsprecher müssen also besonders abgestimmt werden, damit der Mix wieder genau so klingt wie im Studio.“

Rhodes‘ Arbeit ist dabei unverzichtbar: Sorgfältig stimmt er jedes einzelne Frequenzband ab und schafft das gleiche mitreißende Erlebnis wie in der idealen Studioumgebung. Der erfahrene Toningenieur und Musiker erinnert sich dabei an alle Feinheiten des Mixes.

„Wenn man genau hinhört, merkt man, dass das Orchester einen vollständig umschließt. Wir haben viel Zeit in die Delays investiert, wir haben sie wie im Original wiedergegeben, aber im Raum verteilt. Der Mix ist vollkommen auf 360° ausgelegt.“ So hört der Besucher die Stimme von Roger Waters zu Beginn aus den Voice-of-God-Lautsprechern von ganz oben, dann tritt David Gilmour von der Seite hinzu. „Die Perspektive und die Klangfarbe ändern sich augenblicklich. Das so abmischen zu können, hat uns begeistert und sehr viel Spaß gemacht.“ Großen Anteil daran hatten auch die Subwoofer: „Einen zu haben ist schon fantastisch, aber gleich sieben – einfach gigantisch. Dadurch, dass wir so hochwertige Studiolautsprecher sozusagen für die Beschallung umfunktioniert haben, haben wir das wohl beste Beschallungssystem, das Sie je gehört haben!“

Simon Rhodes hält diese neue Dimension der Klangerfahrung für sehr passend: „Das Besondere am AMBEO-Remix für Pink Floyd ist, dass das im Grunde schon immer ihre DNA war. Die Band hat Sound-Grenzen verschoben, sich immer schon auf die nächste neue Lautsprecherkonfiguration gefreut. Und AMBEO ist einfach so flexibel und wirklich die Zukunft, wenn es darum geht, ganz in den Klang einzutauchen und sich von traditionellen Formaten zu befreien. Wenn man für eine Installation mischt, ist man viel freier. Man muss nicht ständig prüfen, wie die Musik in 5.1 oder Stereo klingt. Man kann einfach den ganzen Tag lang in AMBEO hören und das genießen.“

Die Vision hinter der ikonischen Bildsprache

Auch die Augen kommen in der Ausstellung voll auf ihre Kosten: Die Co-Kuratoren Paula Webb Stainton und Aubrey Powell verwöhnen die Besucher mit einzigartigen visuellen Erlebnissen und kreativen Objekten rund um Pink Floyd. Powell und sein kreativer Partner Storm Thorgerson – beides Design-Legenden – haben über lange Zeit mit der Band zusammengearbeitet. Mit ihrem Designstudio Hipgnosis waren Powell und Thorgerson das Kreativzentrum hinter den Platten-Covern und der Bildsprache der Band. Dabei schufen sie eine Ästhetik, die noch heute einen bleibenden Einfluss auf die Popkultur hat.

Nach der Konzeptionierung der Ausstellung gefragt, erzählt Aubrey Powell: „Als ich der kreative Leiter und Kurator dieser Ausstellung wurde, habe ich beschlossen, sie so groß wie möglich zu machen. Ich wollte die Ausstellung so machen wie Pink Floyd gesehen wird, nämlich voller Größe und Großzügigkeit. Dann kam Paula an Bord, und sie wusste schon, wo sich viele Artefakte, Objekte und Fotos befanden, denn sie hatte zuvor schon an einer kleinen Pink-Floyd-Ausstellung in Paris gearbeitet. Wir haben uns dann daran gemacht, die Ausstellungsstücke wiederzufinden. Und das war überaus interessant, denn Pink Floyd hat diverse Lagerhäuser, in denen wir uns umgesehen haben. Ich war baff, was wir dort alles gefunden haben.“

„Zum Beispiel lag in einer Ecke ein Stapel aufblasbarer Schweine von all ihren Touren in den 70ern, die leider komplett hinüber waren. Dann haben wir angefangen, Kisten zu öffnen, und dort haben wir die unglaublichsten Sachen gefunden. Ich habe die Original-Ehefrau von der ‚The Wall‘-Tour 1980/1981 gefunden, ich habe den Original-Lehrer aus dieser Zeit gefunden, aber auch die hatten Jahrzehnte in den Kisten gelegen und waren kaputt. Roger Waters war allerdings vor fünf oder sechs Jahren mit ‚The Wall‘ auf Tour, also haben wir beschlossen, ihn zu fragen, ob wir seine Nachbildungen verwenden können, und was jetzt in der Ausstellung zu sehen ist, ist diese originalgetreue Nachbildung. Dann haben wir verschiedenste Holzbauten gefunden, alle möglichen Instrumente, das Original Binsen Echorec Effektgerät, das Pink Floyd schon ganz zu Anfang benutzt hat. Dann habe ich natürlich bei allen Bandmitgliedern nachgefragt, was sie noch haben. Einige hatten sehr wenig aufbewahrt, aber Nick Mason hatte von Anfang an gesammelt. Er hatte sogar noch den Hut und die psychedelischen Hemden, die er 1968 getragen hat. Er hatte fantastische Tagebücher, alles Mögliche. Und dann habe ich mir das Lagerhaus von Roger Waters zu Hause in England angesehen. Ich habe den Originaltext für ‚The Wall‘ gefunden, auf Papierstücke geschrieben. Und du siehst dir diese Dinge an und denkst, das wurde 1979 geschrieben, so um diese Zeit, und das ist mit Kugelschreiber geschrieben und das ist das originale Stück Papier, auf das er diesen Text geschrieben hat. Und das nach so vielen Jahren in der Hand zu halten, so ein kulturell wichtiges Dokument, mit der so wichtigen Botschaft von The Wall, so typisch für Roger Waters, so typisch für Pink Floyd, voller politischer Obertöne, voller sozialkritischer Kommentare, voll mit den Aspekten des Lebens, die wir erfahren. Und das Beste – etwas, das ich regelrecht liebe, mehr als alles andere – haben wir in Roger Waters‘ alter Schule gefunden. In seiner Schule in Cambridge haben wir das Original-Klassenbuch und den Originalstock gefunden, mit dem Roger und Syd Barrett und Storm Thorgerson, mein Hipgnosis-Partner, in der Schule geschlagen wurden.“

Es überrascht, dass „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ die erste Ausstellung ist, die Aubrey Powell entwickelt hat. Er ging diese Aufgabe mit einem klaren Designkonzept an: „Bei einer Ausstellung geht es nicht nur darum, sich Dinge anzuschauen, es geht um die menschliche Erfahrung, die emotionale Erfahrung. Sie muss berührend sein, sie muss dich berühren. Und du musst die Ausstellung so entwickeln, dass sich die Menschen wohlfühlen. Es muss also einfach sein, von einem Thema zum nächsten zu gehen, andererseits müssen die Besucher genug Zeit bekommen, sich länger dort aufhalten zu können, wo sie bleiben möchten, um sich etwas genauer anzusehen – und das ist bei jedem Menschen verschieden. Es ist mit am schwierigsten, das Interesse der Besucher zu halten und sie dazu zu bringen, sich ganz auf die Ausstellung einzulassen. Einen Trick, den ich hier ganz besonders mag, ist folgender: Zunächst kommt man in der Ausstellung durch einen Gang mit Platten-Covern, und die Leute denken manchmal ‚Ach ja, alles klar, die stellen Cover aus, Objekte, dies und das‘, und wenn sie dann zu ‚Animals‘ und ‚The Wall‘ kommen, öffnet sich der Gang plötzlich in einen riesigen Raum mit der gewaltigen Nachbildung von The Wall und plötzlich sagen die Leute: ‚Oh, mein Gott, genau das ist Pink Floyd. Das ist der riesige Aspekt von Pink Floyd.‘ Und das war etwas, das ich bewusst schaffen wollte, diesen großen offenen Raum. Aus dieser engen Existenz wird man geboren in den riesigen Raum, und das war eine sehr bewusste Design-Entscheidung.“

Aubrey Powells Hipgnosis ist in diesem Jahr übrigens 50 geworden, was mit einer außergewöhnlichen Retrospektive von Hipgnosis’ kreativer Arbeit gefeiert wird. Für „Daring to dream. 50 Years of Hipgnosis“ hat Powell die Schatzkiste seines Archivs geöffnet und Artwork sowie Fotoarbeiten für Bands, Theater und andere Projekte zur Verfügung gestellt. Überhaupt haben Album-Cover in der Arbeit von Hipgnosis eine wichtige Rolle gespielt: „Manchmal haben wir so genannte Non-Cover gemacht, ohne Titel, ohne den Namen der Band, nur ein Bild. Und das berühmteste ist die Kuh für Pink Floyds ‚Atom Heart Mother‘. Weil es einfach nur ein Foto einer Kuh ist. Es hat weder eine Beziehung zu Pink Floyd, noch zu Musik, noch zu den Texten – zu nichts. Roger Waters sagte: ‚Brilliant! Das ist es!‘ Und sie nannten das ein Non-Cover, weil es um nichts ging. Jeder hat sich gefragt ‚Was soll denn das?‘ Nur eine Kuh abzubilden, erwies sich als großer Erfolg. Denn man musste um die Ecke denken, es war nicht so etwas Plattes wie die Band komplett in Pink einzukleiden.“

Für Dortmund wurde die Ausstellung noch einmal angepasst: „Natürlich hätten wir mit dem, was wir gefunden haben, zehn Museen füllen können, also musste ich sehr, sehr genau sein. Denn wenn man eine solche Ausstellung gestaltet, muss man im Kopf haben, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Besucher bei rund einer Stunde und 15 Minuten bis anderthalb Stunden liegt. Bei der Ausstellung im Victoria and Albert Museum, die ein bisschen größer als Dortmund ist, sind die Leute zwei, zweieinhalb Stunden geblieben. Das ist eigentlich zu lang, um die ganze Zeit aufnahmefähig zu bleiben. Also haben wir die Ausstellung noch einmal editiert, und ich denke, dass das, was wir jetzt hier in Dortmund haben, von der Größe und dem Umfang her perfekt ist.“

Aubrey Powell ist begeistert von der Performance Zone: „Die Arbeit mit Robert Généreux von Sennheiser und Simon Rhodes von den Abbey Road Studios ist etwas ganz Besonderes – sie brennen dafür, die Sound-Erfahrung für die Besucher ganz außergewöhnlich zu machen. Das Erste, was ich im Victoria and Albert Museum erlebt habe, war, dass Besucher weinend aus der Ausstellung kamen. Sie waren wirklich berührt. Viele verließen das Museum mit Tränen in den Augen, weil ‚Comfortably Numb‘ so ein bewegender Song ist. Und einer der wichtigsten Gründe dafür sind all die Erinnerungen, die die Menschen damit verbinden. Sie erinnern sich daran, wo sie waren, wann sie die Musik zuerst gehört haben. Was also in der Performance Zone passiert, ist fast so, als ob diese unvergesslichen Erfahrungen zurückgebracht werden. Es ist wie ein Spaziergang durch die eigenen Erinnerungen, und dann kommen die Besucher in die Performance Zone, sie hören ‚Comfortably Numb‘ und das ist fast zu viel, die Menschen sind voller Emotionen. Das erste Mal, als ich in die Performance Zone gegangen bin, fühlte ich mich vom Boden hochgehoben, wirklich physisch hochgehoben, und das macht die Erfahrung umso emotionaler. Und wenn ich das sehe, denke ich, es ist uns gelungen, etwas zu schaffen, dass die Menschen berührt.“

„The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“ läuft noch bis zum 10. Februar im Dortmunder U.

Lautsprecher in der Performance Zone
18 Midfield-Studiomonitore KH 420 von Neumann
8 Subwoofer KH 870 von Neumann 

Audioguide-System für Besucher
900 guidePORT-Empfänger (GP EK 3202-5) von Sennheiser
900 Kopfhörer HD 2.20 von Sennheiser
90 guidePORT-Ladeleisten (GP L 3202-10)
12 guidePORT-Zellsender (GP SR 3200)
20 aktive guidePORT-Antennen (GP AM 3000)
50 guidePORT-Identifier (GP ID 3200-out)
Sennheiser guidePORT Installation Manager (11/18)

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