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Produktion in der Cloud

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Produktion in der Cloud

Zur IBC 2019 wurde deutlich, dass Cloud-basierte Lösungen weiter an Akzeptanz gewinnen. Medienhäuser sollen damit schneller und effizienter agieren können – gerade mit Blick auf die Remote Produktion. Zur IBC 2019 präsentierten dazu einige Anbieter ihre Ideen.

Eine wichtige Pro-Cloud-Botschaft sendeten zur IBC 2019 Microsoft und Walt Disney Studios. Sie gaben eine fünfjährige Partnerschaft bekannt, um neue Wege zur Erstellung, Produktion und Verteilung von Inhalten auf der Microsoft Azure Cloud-Plattform zu erproben. Über das StudioLAB der Walt Disney Studios wollen die Unternehmen Cloud-basierte Lösungen anbieten, um die Innovation in den Walt Disney Studios zu beschleunigen.

„Die Cloud hat einen Wendepunkt für die Medienbranche erreicht, und es ist nicht verwunderlich, dass The Walt Disney Studios, deren Tradition von Leidenschaft für Innovation und Technologie geprägt ist, bei dieser Transformation an vorderster Front steht”, sagte Kate Johnson, Präsidentin von Microsoft US. „Die Kombination von Azures enormer Kapazität, globaler Distribution und branchenführenden Speicher- und Netzwerkfunktionen mit Disneys starker Branchenführerschaft eröffnet neue Möglichkeiten im Medien- und Unterhaltungsbereich. Mit Azure als Plattform-Cloud für Inhalte freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team von StudioLAB, um die Innovationskraft in Disneys breitem Portfolio von Studios weiter voranzutreiben.”

„Indem wir viele unserer Produktions- und Postproduktionsabläufe in die Cloud verlagern, sind wir optimistisch, dass wir Inhalte weltweit schneller und effizienter erstellen können", sagt Jamie Voris, CTO, The Walt Disney Studios. „Durch diese Innovationspartnerschaft mit Microsoft sind wir in der Lage, viele unserer Prozesse zu rationalisieren, damit sich unsere Filmemacher auf das konzentrieren können, was sie am besten können.”

Microsoft und Disney – die eng mit Avid zusammenarbeiten – sind sich sicher, dass anspruchsvolle, leistungsstarke Workflows in der Medien- und Unterhaltungsindustrie mit den von der Cloud gebotenen Sicherheitsparametern problemlos bereitgestellt und betrieben werden können. Man geht davon aus, dass immer mehr Produktionsteams die Vorteile Cloud basierter Lösungen mit Blick auf Effizienzsteigerungen erkennen und ihre traditionellen Workflows überdenken. Aufbauend auf der strategischen Cloud-Allianz von Microsoft mit Avid haben die Unternehmen schon mehrere Medien-Workflows entwickelt, die heute in der Cloud funktionieren. Dazu gehören kollaboratives Editing, Content-Archivierung und automatisierte Backups. Die Integration solcher Workflows in die Produktion sind mit Avid-Lösungen wie der Avid MediaCentral-Plattform, MediaCentral | Cloud UXTM, Avid NEXIS | Cloud Storage und Avid Media Composer möglich und laufen alle nativ auf Azure. Diese Produkte sollen auch die Grundlage der Partnerschaft zwischen Microsoft und Disney bilden. Zusätzlich möchte man auch an neuen Produktions-Innovationen für die Cloud arbeiten, die innerhalb der fünfjährigen Partnerschaft zum Einsatz kommen sollen. 

 

Qvest.Cloud integriert Avid-Systeme

 

Auch Qvest Media präsentierte zur IBC 2019 die Integration von Avid-Systemen in seine Multicloud Management Plattform Qvest.Cloud. Die Microsoft Azure virtualisierten Avid | NEXIS Speichersysteme sowie Avid Media Composer | Cloud VM sind jetzt Teil des ready-to-use Postproduktionspakets Q.Create, das von Qvest Media als SaaS-Lösung gemanagt wird und Avid-Nutzern flexible Angebotsvarianten bietet. „Sie sollen damit von höherer Flexibilität für weltweites kollaboratives Arbeiten und unbegrenzt skalierbaren Produktionskapazitäten profitieren“, betonte Qvest Media CEO Peter Nöthen in Amsterdam. Avids Cloud-Lösungen würden im Zusammenspiel mit Q.Create News-Redakteuren, Cuttern und Video Artists maximalen Spielraum in der Zusammenarbeit bieten. Produktionsteams erhalten mit Q.Create jederzeit und standortunabhängig Zugriff auf ihr Medienmaterial, das über den Browser editiert werden kann. „Anwender brauchen damit keine großen Investitionen in die lokale IT-Infrastruktur tätigen oder langfristige Vertragslaufzeiten eingehen“, meinte Nöthen. Softwarelizenzen für Avid-Schnittplätze und Produktionskapazitäten könnten kurzfristig skaliert werden. 

Die Avid Certified Cloud-Partnerschaft hatte Qvest bereits auf der NAB Show 2019 angekündigt. 

Ein weiterer Bestandteil von Q.Create sind Softwarefeatures des Herstellers Marquis. Sie beschleunigen Editing-Prozesse, indem Schnittprojekte von On-premise-Systemen zum ortsunabhängigen und cloudbasierten kollaborativen Editing in Avid NEXIS |Cloud transferiert werden können.  

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Qvest Media, durch die mehr Medienschaffende von dem Zugang zu Avids offenen Anwendungen und Lösungen in cloudbasierten Workflows profitieren. Wir haben es uns zur Mission gemacht, dass Kreativteams damit effizienter und kollaborativer arbeiten und somit ihr volles kreatives Potenzial ausschöpfen können“, erklärte Craig Dwyer, Vice President Global Cloud & SaaS Practice bei Avid. 


Make.TV kooperiert mit Google Cloud

 

Make.TV hat seine Zusammenarbeit mit Google Cloud auf der IBC 2019 in Amsterdam angekündigt. Make.TVs Live Video Cloud (LVC), die auf der Google Cloud Platform (GCP) bereitgestellt wird, integriert die Beta-Streaming-APIs von Google Cloud. Mit ihrer Hilfe sollen Fernsehanstalten ihre Produktionsabläufe und -prozesse vereinfachen können. LVC ermöglicht die aktive Überwachung, Weiterleitung, Aufzeichnung und Verwaltung von Live-Video im großen Stil, um die mit Live-Video verbundenen Zeit-, Ressourcen- und Zuverlässigkeitsprobleme zu lösen. Programmveranstalter, Sender und Content-Publisher können laut Make.TV Inhalte schnell erfassen, Remote-Produktionen einfach unterstützen und Live-Signale in bestehende oder neu definierte IP-Workflows routen. Make.TV sieht sich als ein Schlüsselpartner bei der Zusammenführung von Machine Learning-Processing, Mehrfachverwendung von Inhalten und intelligenten Distributionslösungen aufsetzend auf GCP in einer Reihe von Live-Produktionsszenarien. LVC zeige, so Make.TV-Geschäftsführer Andreas Jacobi, was ein Cloud-basiertes Angebot, das nicht durch alte Infrastrukturen oder Architekturen belastet ist, den Kunden in der Medien- und Unterhaltungsbranche bieten könne. Und Joseph Hopkins, CRO von Make.TV, betonte: „Unsere LVC-Lösung läuft jetzt auf der Google Cloud-Plattform und wir freuen uns, die Fähigkeiten eines kombinierten Angebots zu präsentieren, das die Produktionsfähigkeiten von Live-Sportsendern auf der ganzen Welt dramatisch verbessert. Von der Weiterleitung von Eingangsquellen an Playout-Ziele und an Syndikationspartner bis hin zur Visualisierung von Live-Signalinputs im globalen Netzwerk von Google Cloud bietet uns die IBC 2019 die Möglichkeit, das volle Potenzial von LVC zu demonstrieren. Make.TV und Google präsentierten beide an ihren Ständen in Halle 14 auf Basis von LVC auf GCP eine Reihe beispielhafter Anwendungen in der Live-Sport-Produktion. 

Bei Sony sieht man sich ebenfalls auf gutem Weg, seine Intelligent Media Services inklusive der Cloud-Lösungen XDCAM Air (Workflow-Service für News-Produktion), Media Backbone Hive (Unified Content Plattform) und Ci (Media Cloud Platform zur Workflow-Optimierung) und auf dem Markt zu etablieren. „Inszwischen können wir hier einen Bauchkasten mit Mircoservice-Lösungen anbieten, aus dem sich jeder Kunde das für ihn Passende herausspicken kann. Und wir unterstützen die Integration dieser einzelnen Microservices beim Kunden“, berichtete Sony-Manager Claus Pfeifer. Sonys Microservices werden in der Regel über Amazon Web Services (AWS) angeboten. 


AWS Cloud-Workflows

 

AWS selbst stellte in Amsterdam eine breite Palette an Technologien vor, die die Erstellung und Bereitstellung hochwertiger Inhalte optimieren und fortschrittliche ML-Workflows für Untertitelung, Personalisierung und Compliance ermöglichen. Die Demonstrationen veranschaulichten, wie man AWS-Dienste nutzen kann, um Inhalte effizienter zu entwickeln, neue Angebote schnell bereitzustellen, Backend-Prozesse durch Automatisierung zu optimieren und Assets mit weniger Aufwand zu schützen, zu speichern und zu verwalten. Zu den Highlights gehörten neue Lösungen zur Kodierung und Video Processing bei Live- und On-Demand-Inhalten, einschließlich AV1-Videokompression, inhaltsbezogene Kodierung, Common Media Application Format (CMAF) und qualitätsdefinierte variable Bitratenkontrolle (QVBR). Gezeigt wurde ferner Live-Video mit extrem niedriger Latenzzeit. Dabei wurden AWS Elemental MediaStore und Amazon CloudFront in einen Live-Streaming-Video-Workflow eingesetzt, der eine CMAF-Kodierung verwendet, um eine Latenzzeit von unter drei Sekunden von Kamera zu Gerät zu erreichen. 

AWS zeigte in Amsterdam auch die Lösung „Studio in der Cloud” für Animation, VFX und Bearbeitung für eine agilere Kollaboration bei der Erstellung digitaler Inhalte. Sie bietet auch die Flexibilität, Rendering-Ressourcen, virtuelle Workstations und Datenspeicher weltweit mit AWS Thinkbox Deadline, Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) Spot Instances, Amazon EC2 G3 Instances und Simple Storage Service (S3) zu skalieren. Weitere Themen am AWS-Stand waren: Direct-to-Viewer-Lösung für schnelle, robuste und durchgängige Live-Streaming-Workflows bei OTT-Videodistribution; das Zusammenspiel von traditioneller, lokaler und Cloud basierter Distribution in einem Live-OTT-Video-Workflow; ein neuer Ansatz für den Aufbau und die Bereitstellung von Kanälen, personalisierte Programmierung und Werbung mit AWS Elemental MediaTailor und Amazon Personalize; Lösungen für Machine Learning; die AWS Media2Cloud-Lösung für eine schnelle und einfache Migration von Inhaltsarchiven in die Cloud mit integrierten Metadaten-Tools; sicherer Videotransport mit AWS Elemental MediaConnect. 


HEVC-Mobiltransmitter

 

Dejero, Anbieter von Cloud-basierte Lösungen für Videoübertragung- und Internetkonnektivität im mobilen und Remote-Einsatz, stellte auf der IBC 2019 seinen neuen EnGo 260 HEVC-Mobiltransmitter vor. „Er ist nun 5G-optimiert und bietet zahlreiche Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen: weniger Gewicht, größerer Bildschirm, längere Laufzeit des internen Akkus (zwei Stunden). Neu ist auch das Global Modem für mehr Nutzerfreundlichkeit“, berichtete Karl-Heiz Dern von Dejero. Das neue System verfüge über mehr Rechenleistung für adaptive Content-Codierungstechnologie und HEVC-Komprimierung, was eine noch bessere Bildqualität in einer Vielzahl von Szenarien ermöglichte, und biete bis zu 20 Mbit/s Bitrate für Liveübertragungen und 1080p 50/60. Dejero zeigte zur IBC auch SMPTE 2110-Unterstützung, Return-Video-Lösungen, CellSat Blended Connectivity, IronRoute für die Verteilung von Medieninhalten und GateWay-Konnektivität.        

Eckhard Eckstein

MB 4/2019

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