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Virtuelle Welten und Kino als Begegnungsort

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Virtuelle Welten und Kino als Begegnungsort

Das FILMFEST MÜNCHEN 2019 zieht positive Bilanz. Rund 70.000 Besucher zählte man in den Kinosälen. Zudem stieg die Zahl der Rahmenveranstaltungen, Partys und Branchenevents auf insgesamt mehr als 150. In diesem Jahr erstmals verliehen wurde der mit 100.000 Euro dotierte CineCoPro Award. Großen Anklang fand die VR-Ausstellung „Virtual Worlds“.

Das Kino lebt! Auf die international, ja weltweit verbindende Kraft des Films beruft sich nicht nur der neu ins Leben gerufene und mit 100.000 Euro dotierte CineCoPro Award, der an die brasilianisch-deutsche Koproduktion „A Vida Invisível De Eurídice Gusmão“ ging. Auch die Ehrengäste des 37. FILMFEST MÜNCHEN leben das Kino in all seinen Facetten: Die Schauspielstars Antonio Banderas und Ralph Fiennes wurden jeweils mit einem CineMerit Award für ihre Verdienste um das Kino geehrt. US-Schauspieler Jesse Eisenberg brachte seine neueste Arbeit als Eröffnungsfilm mit nach München, Louis Garrel erhielt den Margot Hielscher Preis und Trine Dyrholm war mit gleich zwei Produktionen zu Gast. Der Koreaner Bong Joon Ho, nach dem Gewinn der Goldenen Palme vielleicht der Regisseur der Stunde, zeigte im Rahmen einer Retrospektive auch seinen neuen Film „Parasite“ auf dem Filmfest. Und der dänische Dokumentarfilm-Provokateur Mads Brügger hinterließ mit seinen Filmen in seiner Retrospektive – und mit seinem Auftreten – höherschlagende Herzen allerorten. Kein Wunder, liegen seine investigativ-politischen Filme doch voll im Trend.

Denn eines wird klar: Das (Festival-)Publikum wird merklich politischer und anspruchsvoller. Sozialkritische Filme haben Hochkonjunktur und Arthouse ist auf dem Vormarsch. Gleichzeitig wandert ein erheblicher Teil des Unterhaltungsprogramms und -angebots auf andere Kanäle abseits der klassischen Kinoauswertung ab – ein nicht erst seit gestern spürbarer Paradigmenwechsel, auf den es zu reagieren gilt.

„Wir als Festival wollen uns dieser Herausforderung stellen. Natürlich setzen wir nach wie vor auf den magischen Begegnungsort Kino, auf die unvergleichlichen Momente, wenn das Publikum auf internationale wie auch nationale Filmschaffende trifft und direkt mit ihnen in den Kontakt treten kann. Das zeigt sich in unseren unzähligen lebendigen Q&As nach den Filmvorführungen sowie in den aufschlussreichen und unterhaltsamen Filmmakers Live!-Gesprächen“, so FILMFEST MÜNCHEN-Leiterin Diana Iljine. „Uns ist aber klar, dass der Kinobesuch immer mehr zum Erlebnis werden muss, zu einem richtigen Event. Da geht es nicht nur darum, einen Film zu schauen, sondern auch darum, neue Formen des audiovisuellen Erzählens zu entdecken. Und genau da hat das FILMFEST MÜNCHEN in diesem Jahr angesetzt.“

So war etwa die neue VR-Ausstellung „Virtual Worlds“, die gemeinsam mit dem Bayerischen Filmzentrum durchgeführt wurde, ein voller Erfolg. Das bezeugen die beachtlichen Besucherzahlen: Die mehr als 3.000 verfügbaren Time Slots für die verschiedenen VR-Experiences von international führenden Künstlern waren restlos ausgebucht. Die Zukunft des audiovisuellen Erzählens hat in diesem Jahr beim FILMFEST MÜNCHEN bereits begonnen.

Mit einer feierlichen Preisverleihung ging das 37. Internationale FILMFEST MÜNCHEN am Samstag, den 6. Juli 2019 zu Ende. „Bacurau“ von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles wurde mit dem ARRI/Osram Award im CineMasters Wettbewerb ausgezeichnet, Melina Leóns „Canción sin nombre“ erhielt den CineVision Award für den besten Nachwuchsfilm. (7/19)

Foto: ©Filmfest München

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