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Audiovisual media in Europe

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Audiovisuelle Dienste immer häufiger auf nationale Märkte abgestimmt

Das European Audiovisual Observatory hat eine neue Untersuchung zur Lage der audiovisuellen Medienlandschaft in Europa verfasst. Darin wird die Herkunft linearer audiovisueller Dienste und kostenpflichtiger Video-On-Demand-Dienste sowie ihre Verbreitung untersucht. Aktueller Trend – Immer mehr audiovisuelle Dienste werden auf unterschiedliche nationale Märkte abgestimmt.

Neben neuen Erkenntnissen zu lokalisierten Märkten in der audiovisuellen Medienlandschaft beschäftigt sich die Untersuchung auch mit der Frage, welche Auswirkungen Dienste, die speziell auf andere Länder ausgerichtet sind, auf die Lizenzsysteme in den einzelnen Ländern haben. Diese Dienste werden in der Regel von neu entstandenen Plattformen angeboten, von denen aus Rundfunksender und On-Demand-Anbieter diese Dienste in die Zielländer verbreiten. Ein dritter Blickwinkel der Untersuchung bezieht sich auf die Verbraucherperspektive und konzentriert sich auf die verschiedenen Sprachen von Fernsehsendern, die den Zuschauern in ihren Heimatländern zur Verfügung stehen. Darin spiegelt sich die sprachliche Vielfalt auf dem europäischen Markt wider.

Einige Haupterkenntnisse der Untersuchung:

Ende 2017 handelte es sich bei rund einem Drittel aller in der EU28 ansässigen audiovisuellen Mediendienste um lokalisierte Ableger internationaler Anbieter mit einem erheblichen Gewicht auf dem audiovisuellen Markt. Bei den On-Demand-Diensten war dieser Anteil etwas höher (35%) als bei den Fernsehsendern (32%). Mehr als die Hälfte aller lokalisierten audiovisuellen Mediendienste konzentrierte sich auf drei Länder: das Vereinigte Königreich, die Tschechische Republik und Frankreich. Von diesen Ländern strahlten 61% der Fernsehsender ihre Programme aus, 53% der kostenpflichtigen On-Demand-Dienste wurden vom Vereinigten Königreich, von den Niederlanden und von Schweden aus angeboten.

Bei den kostenpflichtigen Abrufdiensten, die in der EU28 ihren Sitz haben, entfallen 13% auf Amazon Prime, iTunes Store, Netflix und HBO Go, bei den lokalisierten Versionen liegt der Anteil dagegen bei 38%. Ähnlich ist es bei den Top-Fernsehsendern der US-Gruppen Discovery, Twenty-First Century Fox, Viacom und AMC Networks: Auf sie entfallen lediglich 5% der Fernsehsender mit Sitz in der EU28, bei den lokalisierten Diensten sind es dagegen 15%. Darin spiegelt sich die Marktdominanz unter den in der EU-ansässigen Anbietern von audiovisuellen Diensten.

Ende 2017 wurde in der EU28 in 61 verschiedenen Sprachen gesendet. In den andern europäischen Ländern, die Mitglied der Europäischen Audiovisuellen
Informationsstelle sind, lag die Gesamtzahl der Sprachen der in der EU ansässigen kostenpflichtigen Abrufdienste bei 45. Kombiniert man beide Ländergruppen, erhöht sich die Zahl der Sprachen auf 64.

Den gesamten Bericht "Audiovisual media in Europe: Localised, targeting and language offers" des European Audiovisual Observatory finden Sie hier.

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