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News: Medienpolitik

Berlin ist Audio-Digital-Labor im deutschen Medienmarkt

„Die Hauptstadtregion ist das Audio-Digital-Labor im deutschen Medienmarkt. In Berlin nutzen überdurchschnittlich viele bereits Online-Audio-Angebote. Gleichzeitig sind so viele DAB+-Programme terrestrisch verfügbar wie nirgendwo anders in Deutschland“, so Dr. Anja Zimmer, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), im Rahmen der zweiten Ausgabe der Berliner Mediendiskurse.

Bei der gemeinsam mit der Senatskanzlei Berlin ausgerichteten Veranstaltung zum Thema „Alexa, wo ist mein Küchenradio? Die Berliner Radiolandschaft im Wandel“ hat die mabb den Länderbericht des Digitalisierungsberichts und des Online-Audio-Monitors vorgestellt. Anja Zimmer betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Vielfaltssicherung: „Der Berliner Audiomarkt bietet Raum für viele Anbieter und Angebote. Damit das so bleibt, braucht es chancengleiche Rahmenbedingungen, auch bei Smart Speakern.“

Bereits vergleichsweise kurze Zeit nach ihrer Einführung erreichen Smart Speaker wie Amazon Echo und Google Home einen hohen Bekanntheitsgrad in Berlin. 85 Prozent der Online-Audio-Nutzerinnen und -Nutzer haben bereits von den Geräten gehört. Mit Alexa und Co. wird die Nutzung von Audioinhalten aus dem Internet noch einfacher. Gleichzeitig besitzen nur 4,3 Prozent der Personen über 14 Jahre einen solchen Smart Speaker.

Rund 1,9 Millionen Personen und damit 65 Prozent der Berliner Bevölkerung nutzen Online-Audio-Angebote. Bei den unter 40-Jährigen sind es bereits über 90 Prozent. Die Hälfte der Befragten nutzt Audioangebote über die Videoplattform YouTube. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen Webradio- und Musikstreaming-Dienste mit 42,4 Prozent und 26,1 Prozent. Zwei Drittel der Berliner Bevölkerung nutzt das Smartphone als Online-Audio-Device. Es liegt damit deutlich vor Laptop (47,6 Prozent) und PC (32,8 Prozent).

26 Prozent der Berliner Bevölkerung hört zumindest gelegentlich über Streaming-Dienste wie Spotify und Deezer Musik, bei den unter 40-Jährigen sind es sogar über 50 Prozent. Die Plattformen haben sich auch beim Podcast-Publikum etabliert: Über 60 Prozent der Berliner Podcast-Hörerinnen und -Hörer nutzen die Streamingdienste.

Insgesamt werden Podcasts in der Hauptstadtregion von 17 Prozent der Bevölkerung genutzt, bei den unter 40-Jährigen ist es jede/r Vierte. Mit 500.000 Hörerinnen und Hörern erreicht das Berliner Podcast-Publikum bereits eine relevante Größe. Besonders beliebt sind Nachrichten aus Politik und Zeitgeschehen (73 Prozent) und Podcasts zu Gesellschaft, Kunst und Kultur (65 Prozent). Auch regionale und lokale Inhalte werden bereits als Podcast konsumiert (37,3 Prozent).

Der Großteil der Befragten hört Audio-Inhalte aus dem Internet auch unterwegs. 80 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer greifen u. a. im öffentlichen Nahverkehr, auf längeren Fahrten mit Bus und Bahn, im Auto, im Flugzeug oder beim Spaziergang auf die Angebote zurück.

Die Webradio-Nutzung liegt in Berlin bei 42,4 Prozent. Schlüsselt man die Nutzung weiter auf, so kommen sogenannte Simulcast-Sender, die über UKW, DAB+ und Internet dasselbe Programm ausstrahlen, auf über 30 Prozent und Online-Ableger von klassischen Radiosendern auf elf Prozent Nutzung. Reine Webradios werden von zwölf Prozent der Berliner Bevölkerung zumindest gelegentlich gehört.

Weiterhin wird lineares Radio in Berlin am meisten über UKW genutzt. 67 Prozent der Befragten in Berlin bevorzugen für den Empfang den analogen Standard. Das Internet ist für elf Prozent der Berliner Bevölkerung der meistgenutzte Radio-Empfangsweg, DAB+ liegt mit sechs Prozent an dritter Stelle. Das DAB+-Programmangebot umfasst in Berlin aktuell fast 60 Sender. 17 Prozent der Berliner Haushalte verfügen über mindestens ein DAB+-Gerät. Alle digitalen Empfangsmöglichkeiten (DAB+, Webradio, Digitales Kabel, SAT) berücksichtigt, nutzen bereits 58 Prozent der Berliner Bevölkerung mindestens einen digitalen Empfangsweg für Radio.

Der Länderbericht Digitalisierung Berlin und Brandenburg 2018 ist hier verfügbar. Der Länderbericht wird im Rahmen der Erhebung der Digitalisierungsberichte Video und Audio der Medienanstalten von der mabb beauftragt. Die von Kantar TNS durchgeführte Studie liefert repräsentative Ergebnisse über die Ausstattung von Berliner und Brandenburger Haushalten mit Geräten zur Mediennutzung, über deren Nutzungshäufigkeit und die Mediennutzung allgemein.

Der Online-Audio-Monitor untersucht bevölkerungsrepräsentativ die Nutzung von Online-Audio-Angeboten, -Diensten und -Plattformen in Deutschland. Er hat 2018 den Webradio-Monitor abgelöst. Die mabb ist einer der Partner des Online-Audio-Monitors. Der Online-Audio-Monitor Berlin und Brandenburg 2018 kann hier eingesehen werden. (12/18)

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