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Fernsehschaffende drängen auf VoD-Vergütung

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Fernsehschaffende drängen auf VoD-Vergütung

In einem „Offenen Brief“ haben sich elf Verbände von Film- und Fernsehschaffenden an die Intendanten von ARD und ZDF gewandt und darin die Vergütung von VoD-Rechten eingefordert, sollte die 7-Tage-Regelung für die Nutzung von Auftragsproduktionen in den Mediatheken verlängert werden oder gar ganz entfallen.

In dem Brief schlagen die Verbände vor, im nächsten Rundfunkänderungsstaatsvertrag einen verbindlichen Etatposten für ARD und ZDF einzustellen, der die „Lizenzkosten von nicht linear verbreiteten Auftragsproduktionen abdeckt. Dieser müsste bei der KEF angemeldet und von dieser anerkannt werden. Mit der Entscheidung der Länderchefs über eine Neuregelung der Mediatheken-Frist für die öffentlich-rechtlichen Sender werde erst im nächsten Jahr gerechnet. Doch Vertreter der zuständigen Bundesländer haben wiederholt angekündigt, dass die bisherige 7-Day-Catchup-Regelung dann aufgehoben wird.

In ihrem Schreiben fordern die Verbände daher die Intendanten von ARD und ZDF auf, die in Kürze bei der KEF Ihren Finanzbedarf für 2017-2020 anmelden müssen, vorsorglich auch einen ausreichend hohen Mehrbedarf zur Abgeltung der VOD-Rechte von Produzenten und Urhebern einzukalkulieren und anzumelden. „Dieser sollte aus unserer Sicht 1% der Rundfunkabgabe nicht unterschreiten und strikt zweckgebunden ausschließlich der Abgeltung von Online-Nutzungen dienen.“

Die Verbände sehen keinen Grund, dass die KEF einen solchen Etatposten zur Abgeltung der VOD-Rechte ablehnen würde, wenn die Entgrenzung der Mediathekenfrist tatsächlich beschlossen wird. Und sie sehen wegen des erzielten Haushaltsüberschusses durch die Umstellung  Rundfunkgebühren einen solchen Etatposten selbst in Zeiten der von der Politik propagierter Beitragsstabilität als durchaus realisierbar an.

Zu den Verbänden, die diesen Brief unterzeichnet haben, gehören u.a. die AG Dok, Bundesverband Schauspiel, beide Komponistenverbände, Verband Deutscher Filmproduzenten wie auch der  Verband Deutscher Drehbuchautoren. (7/15)

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