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Alexander Thies / Produzentenallianz

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Produzenten hadern mit der Politik

Zwei bittere Pillen hat die Filmproduktionsbranche zu schlucken. Die Produzentenallianz erklärt, die Einführung des Mindestlohn gefährde die Praktikanten-Ausbildung für bestimmte Berufsbilder und die Senkung der Mittel für den Filmförderfonds DFFF von 60 Mio. Euro auf 50 Mio. Euro im nächsten Jahr bedeute eine deutliche Schwächung der Produktionswirtschaft.

Das vom Deutschen Bundestag beschlossene  „Tarifautonomiestärkungsgesetz“, das einen Mindestlohn von 8,50 €/Stunde vorschreibt, wird von der Produzentenallianz bedauert, wie der Verband in einer Stellungnahme mitteilt. . Während der Regierungsentwurf noch eine Ausnahme für freiwillige Praktika von bis zu sechs Wochen vorgesehen hatte, hatte die Produzentenallianz wenigstens sechs Monate gefordert. Beschlossen wurde heute eine Ausnahme für „ein Praktikum von bis zu drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums“.

„Zwar ist die Verlängerung von sechs Wochen auf drei Monate ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Regelung geht weiterhin an der Realität der deutschen Film- und Fernsehproduktion vorbei,“ erklärt Alexander Thies (Foto), Vorsitzender des Produzentenallianz-Gesamtvorstands. „Wir sind der Überzeugung, dass das Gesetz nicht ausbildungsfreundlich ist. Bei uns gibt es etliche Berufsbilder, für die keine ‚klassischen‘ Ausbildungen existieren. Requisiteure, Beleuchter, Set-Aufnahmeleiter und etliche weitere hochqualifizierte Fachleute in der Produktion lernen ‚on the job‘, in Praktika, bei denen sie zwingend Produktionen in ihrer ganzen Komplexität begleiten müssen – und natürlich auch in voller Länge. Dafür reichen drei Monate einfach nicht aus. Und Auszubildende – nichts anderes sind Praktikanten in der Produktionsbranche – schon in der Anfangszeit wie normale Arbeitnehmer zu bezahlen, ist für deutsche Produktionsunternehmen derzeit schlicht nicht finanzierbar, weil kein auftraggebender Sender diese Zusatzkosten anerkennt.“ Wenn s nicht gelingt diese Kosten in die Kalkulation der Sender einzubringen, seien diese Praktika in Gefahr, befürchtet Thies: „Wenn Menschen in der Ausbildung schon sehr früh ein Mindestlohn gezahlt werden muss, ohne dass die Auftraggeber die Kosten anerkennen, werden wir sehr bald massive Nachwuchsprobleme haben.“

Die Produzentenallianz bedauert zudem, dass für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) nach 60 Mio. € in diesem Jahr in dem vom Bundeskabinett verabschiedeten Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2015 nur noch 50 Mio. € vorgesehen sind. Die Produzentenallianz begrüßt deshalb die Äußerung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters, sie wolle sich bei den Haushaltsberatungen dafür einsetzen, dass der Fördertopf künftig wieder mit jährlich 60 Millionen Euro ausgestattet wird. (7/14)

 

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