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News: Medienpolitik

Verstärkte Werbung für das Digital Radio

Mit Hilfe neuer Förderrichtlinien versucht die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), bayerische Radiosender zur Ausstrahlung von Werbespots für das Digital Radio zu gewinnen. Radiohörer sollen für das Thema Hörfunkdigitalisierung sensibilisert werden. Nach wie vor droht der geplante Start bundesweiter Digital-Radio-Angebote via DAB+ zu scheitern.

Annähernd ein Dutzend bayerischer Lokalradios und Antenne Bayern machen derzeit unter anderem durch die Ausstrahlung von entsprechenden Hörfunkspots Promotion für Digital Radio. Diese Marketingmaßnahme wurde durch eine Neufassung der Förderrichtlinie der BLM initiiert. Demnach können lokale und landesweite Hörfunkprogramm-Anbieter, die sowohl DAB- als auch UKW-Angebote ausstrahlen, durch die Verbreitung von Promotionspots für Digital Radio über UKW ihre Förderquote für die digitalen Sendenetzkosten erhöhen. Ziel der Landeszentrale ist es, durch diese Maßnahmen die Akzeptanz von Digital Radio in der Bevölkerung zu erhöhen.

Insgesamt beteiligen sich neben dem landesweiten Programmanbieter Antenne Bayern die lokalen Anbieter hitradio.rt1 (Augsburg), Radio Fantasy (Augsburg), Radio IN (Ingolstadt), Radio Gong 96,3 (München), Radio 2Day (München), ENERGY Nürnberg, Hit Radio N1 (Nürnberg), Radio Charivari 98,6 (Nürnberg), Radio F (Nürnberg), Radio Gong 97,1 (Nürnberg) und Vilradio (Nürnberg).
Die Promotionkampagne für Digital Radio läuft bei einigen Anbietern bereits seit August dieses Jahres und soll bis Dezember, teilweise bis Januar 2011 fortgesetzt werden. Schwerpunkt ist unter anderem bei Antenne Bayern der Monat November. Unterstützt wird die Aktion von der Bayern Digital Radio GmbH, die die Produktion der in den Lokalradios laufenden Spots finanziert und die Kampagne mit Handel und Endgeräte-Industrie abgestimmt hat.
Bayern gehört zu den Bundesländern, die sich seit Jahren für die Einführung des Digitalradios besonders stark gemacht haben. Die verstärkte Unterstützung von Promotion-Maßnahmen dient letztlich auch dem Versuch, positive Imulse für die geplante bundesweite Digital Radio-Einführung via DAB+ zu generieren. Die beteiligten Privatsender und der zuständige Netzbetreiber verhandeln hier seit Wochen um die Verbreitungsmodalitäten. Sollte bis 15. Dezember keine Einigung erzielt werden, droht nicht nur der bundesweiten sondern auch der landesweiten Digital Radio Verbreitung das Aus. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (KEF) hat diesen Termin zuletzt gesetzt. Sie will die Freigabe von Mitteln für das Digital-Radio-Engagement der ARD davon abhängig machen, ob zwischen Netzbetreiber Media Broadcast und privaten Digital-Radio-Anbietern Verbreitungsverträge geschlossen werden.

Der Erweiterte Ältestenrat des Rundfunkrates des BR und der Beschließende Ausschuss des Medienrates der BLM haben in einer gemeinsamen Resolution am 15. November 2010 einstimmig gefordert, dem Digital Radio in Deutschland eine Entwicklungschance zu geben.(11/10)

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