Mebucom / News / Medienpolitik / Vom Wert der Medien

News: Medienpolitik

Vom Wert der Medien

20. Medienforum NRW Vom 9. bis 11. Juni 2008 findet das 20. medienforum.nrw in Köln statt. Es steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des digitalen Wandels von Medienwirtschaft und -gesellschaft. In der Koelnmesse werden rund 300 Referenten auf über sechzig Experten-Panels die aktuellen Medienentwicklungen diskutieren. Im Rahmen des Medienkongresses veranstaltet die Filmstiftung NRW auch wieder den Filmkongress.

„Vom Wert der Medien“ lautet das Motto des diesjährigen Medienkongresses medienforum.nrw in Köln (9. bis 11. Juni 2008). Damit werde sowohl auf die ökonomischen als auch sozialen Werte der Medien angespielt, sagte bei der Programmvorstellung in Köln Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), die den Branchentreff veranstaltet: „Die Digitalisierung hat die Branche voll erfasst. Die Zeit des Ankündigens geht zu Ende. Eine neue Architektur der Medien entwickelt sich. Naturwüchsig, zufällig, und ohne unser Zutun, wenn wir die Entwicklung verschlafen – oder sie wird entwickelt, wenn wir uns am Deuten der Zeichen beteiligen.“
Andreas Krautscheid, nordrhein-westfälischer Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, kündigte für den Auftakt des 20. medienforum.nrw eine medienpolitische Grundsatzrede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers an. Darüber hinaus stelle die Landesregierung bei dem Kongress erstmals die konkrete Umsetzung des neuen Modells zur Förderung der Medienwirtschaft in Nordrhein-Westfalen vor. Basis dafür seien Ideenwettbewerbe für Konzepte oder Produkte, bei denen das jeweils beste Projekt mit staatlichen Fördermitteln und EU-Geldern belohnt werde.
„Wir haben zehn Jahre über Konvergenz geredet. Jetzt sind wir mittendrin“, sagte Krautscheid und beschrieb damit die Konsequenzen, die aus dem Verschmelzen von Telekommunikations-, Rundfunk-, Zeitungs- und Internetbranche resultieren. Unmittelbar bevor die Ministerpräsidenten der Bundesländer (am 12. Juni) über den neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag beraten werden, treffen sich drei Tage lang die Spitzen aus Medienpolitik und -wirtschaft, um in Köln noch einmal über (Mehr-)Werte und Public-Value, Markt und Moral, Online-Plattformen und Rundfunkgebühren zu debattieren. Umstritten ist derzeit vor allem, ob und wie stark die digitalen Angebote öffentlich-rechtlicher Anbieter, insbesondere im Internet, begrenzt werden sollen, um eine gebührenfinanzierte Wettbewerbsverzerrung zu verhindern.

Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wird beim 20. medienforum.nrw über die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission zum künftigen Rahmen für die staatliche Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erstmals öffentlich berichten.
Zuständig für die Organisation des 20. medienforum.nrw ist, wie in den vergangenen beiden Jahren, die hundertprozentige LfM-Tochtergesellschaft LfM Nova. Deren Geschäftsführer Dr. Gernot Gehrke versprach für die Kongressteile der Sparten Film, Fernsehen, Print und Konvergenz spannende Diskussionen mit hochrangigen Experten. So werden auf den Podien des medienforum.nrw im Jubiläumsjahr ebenso die Top-Entscheider des Dualen Rundfunksystems sitzen wie die Chefredakteure aller wichtigen
TV-Nachrichtensendungen, Gründer von Web-2.0-Firmen, der scheidende Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Winfried Hassemer, oder in Deutschland noch wenig bekannte Vordenker wie der Londoner „Strategieblogger“ Umair Haque. Traditionell treffen sich beim medienforum.nrw außerdem auch Vertreter der Branchen Mobilfunk und Games.

Filmkongress diskutiert Filmförderung
Der von der Filmstiftung NRW organisierte Internationale Filmkongress im Rahmen des medienforum.nrw stellt in diesem Jahr ordnungspolitisch die Diskussion über das neue Filmförderungsgesetz in den Mittelpunkt. Bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Filminhalten geht es darüber hinaus vor allem um Romanverfilmungen und die Erörterung der Frage, welche Verantwortung Filme(-macher) in Zeiten weltweiter Migration und ethnischer Spannungen haben. „Außerdem werden wir fünf bis sechs Filme zeigen, darunter auch eine Kino-Premiere“, versprach Filmstiftungs-Geschäftsführer Michael Schmid Ospach bei der Programmvorstellung in Köln. Zurzeit verhandle die Filmstiftung darüber, Wim Wenders neuen Film „Palermo Shooting“ präsentieren zu dürfen.
Premieren hält auch das Filmfestival Großes Fernsehen des 20. medienforum.nrw bereit. Vom 5. bis 8. Juni werden im Kölner Cinedom TV-Produktionen öffentlich-rechtlicher und privatwirtschaftlicher Anbieter gezeigt, die noch nicht im Fernsehen zu sehen waren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Genre der Serien.
Das Land Nordhein-Westfalen stellt für das 20. medienforum.nrw 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die LfM trägt als Veranstalter die Kosten für die Organisation und Vorbereitung des medienforum.nrw. Hinzu kommen Einnahmen durch Eintrittsgelder und Sponsoren. Die Stadt Köln beteiligt sich erneut mit 300.000 Euro und unterstützt finanziell vor allem das medienfest.nrw, das am 7. und 8. Juni im Kölner MediaPark jungen Menschen einen Überblick über Arbeitsfelder und Berufschancen der Medienbranche verschaffen soll.
Eckhard Eckstein (MB 06/08)




Zurück