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Bestmögliche Signalverfügbarkeit

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Bestmögliche Signalverfügbarkeit

MEDIA BROADCAST gehört seit Jahren zu den wichtigsten Übertragungsdienstleistern bei großen Live-Events. Neuerdings ist das Unternehmen auch im Motorsport aktiv. Auf der ANGA COM 2014 sprach MeBuLive darüber mit Andreas Goldau, Leiter Event Broadcast Services von MEDIA BROADCAST.

Die Übertragungsdienstleistungen von MEDIA BROADCAST werden in diesem Jahr erstmals auch im Motorsport eingesetzt. Der Service Provider wurde für die Saison 2014 von Wige Broadcast für die Übertragung des Worldfeed-Signals der DTM sowie des ADAC GT Masters beauftragt. Das von Wige in HD-Qualität bereitgestellte Worldfeed versorgt nationale und internationale Rechteinhaber zur TV-Berichterstattung mit Qualifying und Rennen von jeweils acht Veranstaltungen. Diese finden von April bis Oktober 2014 in ausgewählten Motorsport-Arenen in Deutschland und Europa statt.

MEDIA BROADCAST setzt zur Übertragung des Worldfeeds, das durch Wige Broadcast als Hostbroadcaster produziert und bereitgestellt wird, auf seine SNG-Flotte (Satellite News Gathering). Die eingesetzten SNG-Fahrzeuge sind voll MPEG4-fähig und unterstützen die Übertragung von AV-Signalen im DVB-S2 Standard. Der Uplink auf das Satelliten-Raumsegment zur Signalverbreitung (9 MHz, DVB-S2, H264, 8PSK, 1080i, 50 Hz, 4:2:0) erfolgt redundant im Ein- und Zweiträgerbetrieb. Dabei werden sowohl Worldfeeds für internationale Nutzer und Rechteinhaber als auch unilaterale Feeds für nationale TV-Berichterstatter übertragen. „Zum Start des neuen Geschäftsjahres sicherten wir uns mit dem Einstieg in die Signalübertragung hochkarätiger Motorsport-Events gleich eine vordere Platzierung für unsere professionellen Event Broadcast Lösungen“, erklärt Andreas Goldau, Head of Event Broadcast Services der MEDIA BROADCAST. „Wir freuen uns über die Beauftragung durch Wige Broadcast. Dank unserer langjährigen Erfahrungen in der Übertragung nationaler und internationaler Großevents setzen wir auch dieses Mal alles daran, um eine bestmögliche Signalverfügbarkeit in erstklassiger HD-Qualität für nationale und internationale Broadcaster sicherzustellen.“ Entsprechend dem großen Interesse der TV-Zuschauer an den beiden Rennserien sei eine hohe Qualität bei der Übertragung der Signale gefordert. Bei der DTM werden die Signale laut Goldau pro Rennen in rund 50 Länder weltweit übertragen. „Wir haben bei jedem Rennen eine SNG mit doppeltem Sendeweg stehen, die die Worldfeeds auf den Satelliten bringen. Bei den ADAC GT Masters bieten wir noch Transponder mit an und stellen auch die Satelliten-Kapazität mit zur Verfügung. Bei der DTM läuft dies noch über die Wige Media“, berichtet er.

MEDIA BROADCAST verfügt derzeit über neun eigene SNGs. Drei davon sind sogenannten Produktions-SNGs, die unter anderem mit bis zu vier HD-Kameras, Bild- und Tonmischpult, Schnittplatz, Audio-Equipment und Intercom-Anlage ausgerüstet sind. „Damit produzieren wir auch für die German Tote GmbH die Webstreaming-Angebote von Galopprennen. Diese Fahrzeuge setzen wir in unserem Standardgeschäft für Produktion ein, wo wir von der Aufnahme, der Verarbeitung bis zum Senden alles selbst machen“, meint Goldau. Den Job für das Buchmacherunternehmen German Tote machen MEDIA BROADCAST bereits seit drei Jahren. Der entsprechende Vertrag wurde unlängst um weitere drei Jahre verlängert.

Die Sendesysteme von MEDIA BROADCAST sind laut Goldau redundant ausgelegt und bieten eine nahezu hundertprozentige Verfügbarkeit. Es können bis zu vier TV-Signale gleichzeitig übertragen werden. „Wir haben einen Sendeweg der komplett redundant ist. Steigt der eine Encoder aus wird automatisch auf den zweiten umgeschaltet. Auch eine redundante Stromversorgung haben wir vor Ort“, betont er. Als Partner aller namhaften Satellitenbetreiber verfüge das Unternehmen zudem über leistungsfähige, ständig verfügbare Satellitenkapazitäten, die allen individuellen Übertragungsanforderungen gerecht würden.

Die SNGs sind an mehreren Standorten, unter anderem in Baden-Baden, Berlin, Köln, Hannover und München, stationiert. Das bietet laut Goldau diverse Vorteile. „Egal, wo wir in Deutschland oder im Ausland gebucht werden, wir haben immer die Möglichkeit, auf kurzem Weg eine SNG dorthin zu schicken. Lange Wege bedeuten immer viel Risiko, zum Beispiel wenn sie für Ersatz sorgen müssen“, meint er.

In Technik für Dienstleistungen neben seinem SNG-Angebot will MEDIA BROADCAST nicht investieren. Goldau: „Wir arbeiten hier lieber mit anderen Dienstleister zusammen und investieren lieber in den Bereichen, wo wir stark sind und in denen wir ein Geschäft machen können. Die Teilbereiche, die peripher mal gefordert sind, die mieten wir lieber dazu.“

Den Großteil des Umsatzes generiert Goldaus Abteilung über SNG- und Transponder-Services. Daneben hat sie sogenannte „Broadcast Links“-Lösungen für terrestrische Anbindungen im Portfolio. „Damit sorgen wir dafür, dass die Signale über die letzte Meile in unser NGN (Next Generation Network) und dann zu den Kunden gelangen. Das ist auch temporär möglich. Und wir können diese Lösungen relativ kurzfristig zur Verfügung stellen. Das ist ein unschlagbarer Vorteil“, betont Goldau. Als Referenz für die „Broadcast Links“-Services nennt er den WDR beziehungsweise die ARD-Sportschau, die über eine Ein-Gigabit-Leitung an alle Bundesliga-Stadien angebunden ist, um jeden Samstag die Zusammenfassung aus den einzelnen Spielen zu übertragen. „Wir sind eigentlich in der Lage, von fast jedem größeren Event-Standort aus, eine Leitung in unser NGN zur Verfügung zu stellen und dann weiter zum Kunden“, sagt Goldau.

Auch Live-Sport-Events, die möglichst kostengünstig produziert werden sollen, sind für MEDIA BROADCAST ein wichtiges Geschäftsfeld. „Dafür bieten wir unter anderem unser News-potter+ System für KA-Band-Satelliten an. NewsSpotter+ ermöglicht die kostengünstige, portable oder mobile Übertragung von Video- und Audio-Livestreams sowie die file-basierte Übertragung großer Datenmengen via satellitengestützte, transparente IP-Verbindungen. Das System nutzt Kapazitäten des eigens für IP-Dienste konzipierten Eutelsat-Satelliten KA-SAT. „Wir bieten hier Mehrwert in der ganzen KA-Band-Übertragung, indem wir den Quality of Service (QoS) erhöhen“, betont Goldau. Bei den meisten anderen Anbietern ende dieser beim Übergang ins „öffentliche“ Internet. „Wir haben einen Uplink zum KA-Band-Satelliten, einen Downlink in das Netz von Eutelsat und dann den Übergang zum Internet. Hier lauern zwei Gefahren: erstens wetterbedingte Störungen des Satelliten und zweitens Kapazitätsengpässe im Internet. Letzteres können wir ausschließen, indem wir vom Eutelsat-Übergangspunkt einen direkten Anschluss in unser Netz bis hin zum Kunden realisieren“, erklärt der MEDIA BROADCAST-Manager.

Eckhard Eckstein

MB 4/2014

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