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Doppeltreffer mit Norbert König

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Doppeltreffer mit Norbert König

ZDF-Sportreporter Norbert König hatte am Abend des 30. Augusts die seltene Gelegenheit, das olympiainteressierte TV-Publikum gut 20 Minuten lang mit den Feinheiten des Fechtsports vertraut zu machen. Dafür sorgten eine Panne bei der Zeitnahme, Proteste und lange Diskussionen des Kampfgerichts.

Britta Heidemann hat im Degenfechten für Deutschland die erste Medaille (Silber) bei den Olympischen Spielen gewonnen. Begleitet war der Wettbewerb von einer Panne bei der Zeitnahme im Halbfinale zwischen Heidemann und der südkoreanischen Fechterin Shin A Lam. In der Verlängerung („Sudden Death“) nach Unentschieden in den vorausgehenden drei Durchgängen hatte die deutsche Fechterin nur noch eine Sekunde Zeit, um den für den Sieg nötigen Einzeltreffer zu landen. Nach zwei Aktionen und zwei Doppeltreffern (beide Fechterinnen treffen gleichzeitig innerhalb einer Viertelsekunde) stand die Sekunde immer noch und Heidemann konnte ihre dritte Aktion schließlich mit einem Einzeltreffer abschließen. Was folgte waren heftige Proteste des koreanischen Teams gegen die Wertung und intensive Diskussionen der Offiziellen und Kampfrichter. Die Frage: Wie kann es sein, dass in einer Sekunde drei Aktionen von der Wettkampfleitung frei gegeben können? Am Ende wurde Heinemann als Siegerin ins Finale geschickt, wo sie dann der Ukrainerin Jana Schemjakina unterlag.

ZDF-Reporter Norbert König hatte zwar schon zuvor sein gesammeltes Wissen über den Fechtsport an der Planche in Londons ExCel Exhibition-Center ausgebreitet, nun aber durfte er noch weitere Erklärstücke drauf packen. Das ZDF schaltete nicht weg, sondern sendete aus dem Durcheinander in der Fechthalle weiter. Reporter König nutzte die einmalige Gelegenheit, den Zuschauern ausgiebig den Fechtsport zu erklären. Er machte das durchaus souverän, wenn auch mit vielen Wiederholungen: „... und noch einmal für alle die, die jetzt von der Tagesschau kommen und sich zugeschaltet haben...“

Bei Königs Monologen zeigte sich indes auch, ein Mangel an unterstützendem Bildmaterial oder Grafiken. Lediglich eine Zeitlupe von Heinemanns finalen Einzeltreffer wurde ab und zu eingeblendet. König musste die Zeit ohne Hilfemittel selbst überbrücken. Hier wäre auch ein Fechtexperte an seiner Seite hilfreich gewesen. ZDF und ARD haben aber zu den Olympischen Spielen 2012 die Kosten deckeln müssen. Gespart wurde deshalb auch den Experten.

MEDIEN BULLETIN war vor Ort in London und hat sich hinter den Kulissen der TV-Produktion umgeschaut. Besucht wurden auch ARD und ZDF im International Broadcast Center (IBC). Ein ausführlicher Bericht darüber folgt in der September-Ausgabe von MEDIEN BULLETIN. (7/12)

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