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Einfache Set-Beleuchtung

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Einfache Set-Beleuchtung

Wenn nicht im Studio produziert wird, ist die Beleuchtung eines Sets oft eine aufwändige Angelegenheit. Inzwischen werden dabei verstärkt akkubetriebene Lampen eingesetzt. Sie werden besonders bei begrenzten Platzverhältnissen und bei großem Zeitdruck in der Produktion geschätzt. Auch bei den Vorcastings zur aktuellen DSDS-Staffel kamen Akku-Leuchten zum Einsatz. Zuständig für das Licht war hier Dienstleister Magic Light & Sound (MLS).

Der KölnSKY ist sicher eine der ausgefalleneren Locations in der Domstadt. In über 100 Metern Höhe finden hier in der Regel zwar eher illustre Feste und Premierenpartys statt, aber gerne wird in der TV-Metropole Köln in der Eventlocation auch gedreht. So zog es die Produktionsfirma Ufa Show & Factual für das Vorcasting zum RTL-Dauerbrenner „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) ebenfalls ganz nach oben.

Die letzten drei Jahre wurde zwar im Studio aufgezeichnet, aber optische Abwechslung ist für Ufa Show & Factual-Produktionsleiter Sascha Lukassowitz ein Muss, um das Format attraktiv zu halten: Daher suchen wir immer außergewöhnliche und beeindruckende Locations, und in Deutschland gibt es nur eine Hand voll solcher Orte, die das mitbringen, was wir suchen.“

Das erhöht auch den Aufwand für die Kölner Showproduzenten. 120 Mitarbeiter sind vor Ort im Einsatz, 14 Kameras müssen postiert werden, zehn Mikrofone werden benutzt, rund zwei Kilometer Kabel müssen verlegt werden und 70 Lampen sind notwendig, um das Set zu beleuchten. Überhaupt brauchen die Produzenten andere Konzepte, wenn sie On Location arbeiten, beispielsweise bei Deko-Bau oder Lichtgestaltung, meint auch UFA Show & Factual-Aufnahmeleiter Christian Ziervogel.

Seit der ersten Show im Jahr 2003 hat sich der Produktionsablauf durch die Digitalisierung stark verändert. „Er erzeugt andere Workflows“, sagt Lukassowitz, „wir produzieren bandlos, was die Postproduktion wesentlich vereinfacht, bei den Kameras hat sich eigentlich nur vom Kontrastumfang und den technischen Feinheiten etwas getan.“ Vorbereitungen für eine Produktion im Standard UHD beziehungsweise HDR werden im Hintergrund ebenfalls vorbereitet, denn in ein bis zwei Jahren soll die Ausstrahlung in dem hochauflösenden Bildformat starten. Spannend sind für ihn aktuell besonders die Kabellostechniken im Beleuchtungsbereich. „Wir nutzen das erste Mal am Set funkgesteuerte Lampen, die batteriebetrieben und dabei trotzdem remotefähig sind. Das ist natürlich für unsere Sets, so wie wir sie herstellen und wo wir eigentlich keine Kabel sehen wollen, ein Top-Level und ein Riesenfortschritt.“ Die eingesetzten handlichen Prolights-Bodenfluter vom Typ SmartBat konnten außerdem, passend zur sonstigen Set-Gestaltung im Beschallungsbereich, unproblematisch in der Farbe Weiß verkleidet werden. Die in den Locations gleichmäßig verteilten Akku-LED-Uplighter machen es den Kölnern nach eigenem Bekunden einfacher als zuvor, wertige Bilder zu erzeugen.

Zuständig für die Beleuchtung bei den Vorcastings war das Dienstleistungsunternehmen Magic Light & Sound (MLS). Bereits seit Jahrzehnten ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Köln für die TV-Branche im Einsatz, um Studios sowie Sets ins richtige Licht zu setzen. Aktuell sind sie für die Lichtgestaltung zahlreicher Showformate verantwortlich. Neben DSDS beispielsweise betreut MLS ebenfalls „Voice of Germany“, „Supertalent“ oder „Let’s Dance“ aber auch fiktionale Formate wie „Alarm für Cobra 11“. In Berlin, München sowie Hamburg werden die Dienste des Unternehmens ebenfalls geschätzt, etwa bei der Produktion von „Die beste Show der Welt“ mit Joko und Klaas.

Seit rund einem Jahr setzt MLS die SmartBat Akku-LEDs von Prolights ein. „Die kann ich wirklich hinstellen, wo ich will, und sie über das Pult steuern, das ganz woanders platziert werden kann“, lobt MSL-Projektleiter David Floss die Vorzüge der kabellosen Lampen. Vor allem On Location, wo Steckdosen nicht in dem Umfang zur Verfügung stehen wie im Studio und wo die Möglichkeiten, Kabel zu verbergen ebenfalls weniger vorhanden sind, sieht Floss große Vorteile beim Verwenden der Smart Bats: „Sie sind praktisch und flexibel, weil man sie ohne großen Aufwand umstellen kann, da sie in der Bauform vergleichsweise klein sind und über eine integrierte Bauform verfügen.“ Was die Funksteuerung angeht, so wird sie vom Pult aus über ein MX Signal, das vom Pult mit Kabel über einen Wireless Transmitter übertragen wird, ausgeübt. Die Lampen empfangen das Signal über einen integrierten Receiver.

Auch die Akku-Laufzeit sei entsprechend lang. Sie hängt davon ab, ob buntes Licht gemischt werden muss oder nicht. Auch die Höhe des Dimmens nimmt Einfluss auf die Dauer. Bei MLS hat man die Erfahrung gemacht, dass die Lampen in günstigen Fällen bis zu 24 Stunden eingesetzt werden können. Einen Drehtag halten sie demnach auch unter maximaler Beanspruchung ohne weiteres aus, während die Ladezeit maximal fünf Stunden beträgt.

Der Kölner Dienstleister setzt die Lampen häufig im Eventbereich ein, um sie an schwer erreichbaren Stellen aufzubauen. In Studios werden sie nicht unbedingt benötigt, weil dort eine ausreichende Infrastruktur bereits existiert. Es sei denn, das Set für eine Bühnenshow muss schnell eingerichtet werden. Dann kommen kabellose Leuchten auch hier zum Einsatz. Hilfreich waren sie auch beim „ProSieben Auswärtsspiel“: Im Rahmen der Liveshow wurde eine Familie überrascht. Aufgrund des knappen Zeitfensters, das eine geringe Aufbau- und Ausleuchtzeit erforderte, waren die Fluter eine ideale Lösung. Auch, so Floss, weil sie unkompliziert sind, wenn es ums Ausleuchten geht: Unter der Lampe gibt es eine Vorrichtung, sodass sie, nachdem sie auf dem Boden positioniert wurde, bei Bedarf entsprechend angewinkelt werden kann.

Vor der Leuchte ist noch eine kleine Blende angebracht, damit die Leuchtmittel vorne nicht zu sehen sind. „Das reicht vollkommen aus“, erklärt Floss, der darauf hinweist, dass die Smart Bat „im Prinzip“ keine Outdoor – Lampe ist, „sie hat einen IP Schutzfaktor von 44, das heißt sie kommt nur innen zum Einsatz. Im Regen könnte man sie nicht stehen lassen.“ Für die Herausforderungen, die der KölnSKY an die Lichtdesigner stellte, war die Smart Bat jedenfalls eine ideale Lösung. Die Eventlocation bot naturgemäß weniger Stromanschlüsse, Platz sowie räumliche Höhen und Tiefen als ein Fernsehstudio. „An bestimmten Positionen stehen Kameras und Licht auf engstem Raum mit nur begrenzten Stromversorgungsmöglichkeiten“, beschreibt der Projektleiter die Situation, „da erbrachten die Lampen ein gutes Verhältnis von Output und Strombedarf.“

Da das Set komplett von einer Fensterfront umgeben ist, mussten an einigen Flächen der Glasfront Folien angebracht werden, um die Intensität der Sonneneinstrahlung zu mindern. Ansonsten hätte das Team komplett gegen die Sonne leuchten müssen.

„Die SmartBat ist mit vier mal acht Watt Leuchtmittel ausgestattet, was schon sehr gut ist“, zeigt sich Floss zufrieden. Die Leuchten wurden allerdings nur für die atmosphärische Ausleuchtung verwendet. Die Ausleuchtung von Personen wurde mit Tagesleuchten von ARRI durchgeführt.

Hier kam der ARRI M8 die größte Bedeutung zu. Durch die Reflektoren in den Linsen konnten auch mit ihr sehr gute Lichtverhältnisse sowie ein sehr guter Output zwischen Stromaufnahme und Lichtoutput erzielt werden. Der Projektleiter weist darauf hin, dass die ARRI M8 mit 1800 Watt Leuchtmittel vom Output her beispielsweise mit der ARRI Compact 2500 vergleichbar ist, die mit 2.500 Watt eine höhere Nennleistung hat. Trotz eines Unterschieds von 700 Watt sei der Lichtoutput dennoch gleichwertig. Neben Smart Bat Akku LED, ARRI M8 sowie ARRI Compact 2500, kamen weiterhin ARRI M18, GLP X4 Bar 20, Kinoflo 4-Bank/4-Feet und Expolight TourLed für die Be-leuchtung des Sets zum Einsatz.

„Es war wichtig solche Möglichkeiten zu haben“, urteilt Lukassowitz, der schließlich noch einmal auf die Hauptgründe, die für die SmartBat spricht, hinweist: Akku-Betrieb und Wireless-Steuerung.

Wilfried Urbe

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