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Erste deutsche 35 mm-Produktion mit VFX-Bearbeitung in 4K

Filmemacher Tom Tykwer versicherte sich bei der Produktion von „DREI“ wieder der technischen Unterstützung durch ARRI Rental und ARRI Film & TV in Berlin und München. In technischer Hinsicht erprobte er zudem wieder neue Möglichkeiten des Filmschaffens. „DREI“ ist die erste deutsche 35 mm-Produktion, die einschließlich der VFX komplett in 4K bearbeitet wurde.

Die Entscheidung von Regisseur Tykwer und Kameramann Frank Griebe "DREI" anamorphotisch zu drehen, führte bei ARRI zu dem Vorschlag, die daraus resultierende hohe Qualität des Negativs durch eine 4K- Bearbeitung verlustfrei in die digitale Welt zu überführen. Auflösung, Schärfe und Brillanz der anamorphotischen Bilder konnten nach gemeinsamer Überzeugung nur in 4K erhalten bleiben.
Das Equipment mit Kamera, Licht und Bühne für die Dreharbeiten lieferte ARRI Rental in Berlin, wobei als spezielle Dienstleistung Scope Optiken aus Paris besorgt werden konnten, die dem Film seinen ganz eigenen Look verleihen.

Stark involviert war auch das ARRI Visual Effects Department in München. "Eine besondere Herausforderung bei DREI war natürlich die Bearbeitung in 4K", betont ARRI VFX Artist David Laubsch. "Nach über 40 Projekten in 2K bzw. 3K, an denen ich mitgewirkt hatte, war es schön, einmal die volle Auflösung von Film ausreizen zu können, d. h. jedes Bild hatte 4096 x 3112 Pixel und war rund 50 Mbyte gross. Dass der gesamte Film auch noch mit Scope Optiken gedreht wurde, war ein zusätzliches 'Schmankerl', wie man in Bayern sagt."
Schon im Intro wird der Zuschauer mit einer in 3D gerenderten Animation auf das Thema des Films eingestimmt: Der Blick aus dem Abteilfenster eines fahrenden Zugs ist auf zwei Stromkabel des Nachbargleises gerichtet, die begleitet durch eine Stimme aus dem Off einen 'Beziehungstanz' aufführen.
Eine weitere Szene zeigt die verstorbene Mutter von Simon (Angela Winkler), die ihrem Sohn auf der Straße als Engel erscheint und wieder gen Himmel entschwebt. "Eine Szene mit großem Planungsaufwand", wie ARRI Head of VFX Dominik Trimborn betont, "mit einer Prävisualisierung in 3D, um den Bewegungsablauf der aufwendigen Kamerafahrt präzise vorab festlegen zu können."
Besonders arbeitsintensiv gestaltete sich auch eine in Full-CG ausgeführte Animations-Sequenz, die einen aufwendig mit Adern, Haut und Textur gemodelten im Fruchtwasser des Mutterleibs schwebenden Fötus zeigt, an dessen Körper sich die Kamera ganz nah entlang bewegt. Dazu ARRI VFX Head of 3D, Michael Koch: "Die 'Fötus-Sequenz' in Full-CG war für unser VFX 3D Department technisch wie kreativ eine äußerst spannende Aufgabe, insbesondere unter dem Aspekt einer 4K-Bearbeitung. Besonders gefreut hat uns aber auch, dass die zum Teil ebenfalls in 3D animierte 'Oberleitungssequenz' an so prominenter Stelle im Trailer für DREI gefeatured wurde." Das Intro wird von der Internet-Gemeinde als einer der besten Film-Trailer der letzten Jahre gefeiert.

"DREI" war zudem einer der ersten Filme, der im neu ausgebauten Tonstudio bei ARRI Film & TV in Berlin gemischt wurde. Nach den beiden Kinomischungen in München verfügt ARRI nun auch in Berlin über eine weitere nach THX zertifizierte Sound Stage, die höchsten Ansprüchen internationaler Filmproduktionen genügt. (12/10)

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