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Für alle die richtigen Lösungen

Red Bee präsentierte auf der IBC seine umfangreichen Services für Inhalteanbieter von Ingest über Media-Asset-Management und Postproduktion bis hin zum Playout. Der Mediendienstleister ist international auf Expansionskurs. Auch den deutschen Markt hat er im Blick. MEDIEN BULLETIN sprach mit dem Technischen Direktor Chris Howe über Services und Pläne von Red Bee.

Welche Vorteile bietet das Outsourcing von Produktions- und Sendetechnik für TV-Veranstalter und andere Inhalteanbieter?
Outsourcing bietet unseren Kunden vielfältige Vorteile. Wichtig ist dabei zunächst der finanzielle Aspekt. Durch einen Festpreis-Vertrag hat man sehr hohe Kostentransparenz. Wenn man alles selber macht, besteht ja immer die Gefahr, dass der gesteckte Finanzrahmen überschritten wird. Es sind schließlich immer technologische Anpassungen und Erweiterungen in einem TV-Unternehmen nötig, die zusätzliche Kosten verursachen, für die Umsetzung bestimmter Geschäftsvorhaben aber unerlässlich sind. Neben dem finanziellen Risiko lagert man zugleich das technische aus. Die reibungslose Produktion und Übertragung von Programmen und Diensten ist für alle Medienunternehmen schließlich von zentraler Bedeutung.

Red Bee übernimmt also das Investitionsrisiko der TV-Anbieter?
Wer mit uns einen Festpreisvertrag abschließt, weiß genau, was er an technischen Kosten zu bewältigen hat. Da sind dann keine weiteren Investitionen mehr nötig. Es gibt bei uns außerdem umsatzorientierte Verträge oder auch Verträge mit Rate-Card. Auch da fällt das Investitionsrisiko für die Kunden weg. Man zahlt nur, was man auch effektiv benutzt. Wenn ein Sender sich dann entwickelt, kann er sukzessive weitere Services von uns nutzen. Hinsichtlich der Bereitstellung von Dienstleistungen vereinbaren wir gemeinsam mit den Kunden einen bestimmten Zeitplan. Wenn seine Geschäfte laufen, kann er sein Unternehmen dann leicht ausbauen.

Welche weiteren Vorteile bietet ein Dienstleister wie Red Bee?
Ein wesentlicher Punkt dreht sich um die Wirtschaftlichkeit. Alle Kunden teilen sich die vorhandene technische Infrastruktur wie Stromversorgung, Netze und Speicher. Dadurch sind wir flexibel bei der effektiven Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Im Broadcastgeschäft gibt es immer gewisse Spitzenauslastungen, die wir aber leicht bedienen können. Dabei hilft uns auch die Tatsache, dass wir global aufgestellt sind. Wir haben eine Menge Investitionen in das Mitarbeiter-Know-how gesteckt, um unsere Services reibungslos anbieten zu können. Media-Asset-Management-Systeme und andere sehr komplexe Technologien haben wir schon mit vielen Kunden zusammen realisiert. Wir haben Case-Studies und echte Kundenprojekte, die wir vorzeigen können. Neue Kunden können von diesen Erfahrungen sofort profitieren. Wenn sie eigene interne Projekte in Angriff nehmen, haben sie diese Möglichkeit nicht.

In der digitalen Welt verändern sich die Anforderungen an die Geschäftsprozesse sehr schnell. Broadcaster müssen darauf sehr flexibel und schnell reagieren können…
Das ist in der Tat etwas, was die Verantwortlichen in den Rundfunkanstalten sehr nervös macht. Wir können da für Abhilfe sorgen. Die Architektur unserer Services erlaubt es, Workflows leicht und flexibel zu verändern. Wir können alle Plattformen bieten, die von den Kunden gefragt sind. Auch die Verträge, die wir anbieten, sind so flexibel gehalten, dass man leicht auf sich ändernde Workflows eingehen kann. Ein wichtiger Kunde von uns in Großbritannien ist zum Beispiel Virgin Media. Die Workflows ändern sich bei dem ständig. Wir unterstützen das pro-aktiv. Wir müssen schließlich auch immer in einer Position sein, potenziellen neuen Kunden einen Anreiz zu geben, bei uns einzusteigen. Wir sind also gezwungen, pro-aktiv neue Dienste anzubieten, die denen gefallen. Wir schauen deshalb ständig, was auf dem Markt passiert und versuchen, Innovationen möglichst schnell zu adaptieren.

Sicherheit hat zentrale Bedeutung
Und welchen Stellenwert hat die Sicherheit in ihrem Dienstleistungskonzept?
Die Sicherheit ist für uns natürlich von zentraler Bedeutung. In Australien haben wir zum Beispiel eine auf zwei Standorten gespiegelte Storage-Architektur. Im Falle, dass ein Standort ausfällt, übernimmt nahtlos der andere. Außerdem setzen auf individuelle Storage-Volumes. Die werden nicht geteilt. Zugang zu den Inhalten erfolgt nur über sichere Schnittstellen. Kein Kunde kann die Inhalte eines anderen sehen oder manipulieren. Und natürlich können wir den Zugang auch für die Abteilungen oder Mitarbeiter einzelner Kunden individuell gestalten.

Was bietet Red Bee im Bereich Digital-Rights-Management (DRM) für Services?
Im Moment arbeiten wir viel mit Microsoft, aber auch mit anderen DRM-Anbietern zusammen. Grundsätzlich sind wir hier sehr kundenspezifisch aufgestellt. Natürlich können wir auch die DRM-Systeme der Kunden einbinden. Das gleiche gilt auch für Conditional-Access-(CA)-Systeme. Wir haben eine offene, serviceorientierte Architektur, die uns in die Lage versetzt, mit verschiedensten Herstellern zu kooperieren.

Red Bee bietet auch im Postproduktionsbereich Dienstleistungen an. Was genau?
Das sind in der Regel keine Postproduktions-Services für die Langformat-Produktionen. Vielmehr konzentrieren wir uns in da auf Promos, Trailer, Werbung und kurzformatige Produktionen. Die Postproduktion ist dabei komplett integriert in das Produktionssystem. Wenn zum Beispiel ein Promo-Clip produziert werden soll, besteht für den Kunden Zugriff auf seine kompletten Inhalte.

Welche Technik setzen Sie in der Postproduktion schwerpunktmäßig ein?
Wir haben ein Quantel-Produktionssystem als zentrales System in der Postproduktion. Zudem arbeiten wir mit Avid und Final Cut Pro, wobei Final Cut Pro eher bei den weniger anspruchsvollen Arbeiten zum Einsatz kommt.

Red Bee expandiert. Was hat das Unternehmen vor?
Seit letztem Jahr sind wir international auf Wachstumskurs. Red Bee hat im Januar 2007 ein Büro in Paris eröffnet, und wir planen den Bau eines neuen Medienzentrums in Sydney, Australien. Mit dem Australian Caption Center besitzen wir bereits das weltweit größte Unternehmen für Untertitelung. Das hilft uns, die französischen Sender dabei zu unterstützen, bis 2010 alle Programme zu untertiteln. Das ist Vorgabe der französischen Regierung. Mit dem öffentlich-rechtlichen Sender M6 und dem Parlamentskanal „La Chaine Parlamentaire-Assemblée nationale“ haben wir im letzten halben Jahr bereits entsprechende Vereinbarungen geschlossen. Wir machen Live-Untertitelung von Australien aus auch für den 24-Stunden-Nachrichtenkanal der BBC.

Red Bee, so heißt es, will zusammen mit einem australischen Venture Capital-Unternehmen ProSiebenSat.1 Produktion übernehmen. Stimmt das?
[Red Bees Pressechefin Claire Plaisted schaltet sich ein.]
Claire Plaisted: Das möchten wir nicht kommentieren. Wir können nur sagen, dass wir an einer Expansion im europäischen und im pazifisch-asiatischen Raum interessiert sind, mehr nicht.

Öffnung nach Asien
Wie soll die Marktöffnung vonstatten gehen?
Chris Howe: Anfangs fokussieren wir uns rein auf den australischen Markt dann werden wir uns aber dem gesamten pazifisch-asiatischen Raum öffnen. Wir haben vor kurzem auch schon ein Office in Beijing, China, eröffnet. Das konzentriert sich aber mehr auf kreative Arbeiten. Wir schließen dort wie auch in Europa die Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern nicht aus.

Wann soll das neue Medienzentrum in Sydney betriebsbereit sein?
Mitte nächsten Jahres. Die gesamte Designarbeit dafür ist fast fertig. Die Technologieentscheidungen sind noch nicht veröffentlicht.

Adressieren Sie schwerpunktmäßig TV-Anbieter?
Wir betreuen gegenwärtig 80 lineare TV-Kanäle, steigen jetzt aber auch verstärkt in das Breitband-, IPTV- und Mobile-TV-Geschäft ein. Bislang sind wir da aber nur an zwei Projekten beteiligt, mit Orange und der BBC.

Wie sehen Sie die IBC 2007?
Die Dinge in der Broadcast-Industrie entwickeln sich zurzeit recht rasant. Da ist viel Arbeit zu tun. Überall wird kräftig investiert. Alle reden über HDTV, Zentralisierung und Digitalisierung von Broadcast-Einrichtungen, nonlinarerer Delivery-Services, Breitbandaktivitäten etc. Wir haben auch ein starkes Interesse an unserer Plattform und unseren Aktivitäten festgestellt. Die meisten unserer Besucher wissen sehr genau, was sie wollen, und kommen mit ganz gezielten Fragestellungen zu uns. Natürlich gibt es auch solche, die zwar wissen, dass sie unbedingt etwas machen müssen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, aber nicht was. Wir können denen natürlich auch helfen und glauben, für alle die richtigen Lösungen parat zu haben.
Eckhard Eckstein (MB 10/07)




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