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NorCom-Vorstand Dr. Tobias Abthoff

News: Produktion

Gelungene Kombination

Die 1989 gegründete NorCom Information Technology AG bietet ihren Kunden aus der Medienbranche Software- und Consulting-Lösungen an. Zentrales Produkt ist das modulare Produktions- und Redaktionssystem NCPower Pro, das hierzulande unter anderem bei N24 und der RTL-Gruppe Einsatz findet. Seit der NAB 2009 gibt es mit NCPower Compact auch eine integrierte All-in-One-Lösung für kleine und mittlere Medienbetriebe. MEDIEN BULLETIN sprach mit NorCom-Vorstand Dr. Tobias Abthoff über Marktpositionierung und -strategie des Unternehmens.

Bei NorCom gab es in den vergangenen Monaten einige personelle Veränderungen. Was waren die Gründe dafür?
NorCom ist seit 20 Jahren im IT-Consulting-Geschäft. Dort führen wir komplexe IT-Großprojekte insbesondere im Finanzsektor und in der öffentlichen Verwaltung durch. Das ist unser angestammtes Business. 2003 sind wir mit dem Slogan „Broadcast goes IT“ in die Medienbranche gestartet. Dazu haben wir eine eigene Redaktions- und Produktionssoftware für TV-Sender entwickelt – ein damals völlig neues Geschäftsfeld für uns. An unserem Standort in München entstanden neue Abteilungen für Entwicklung, Marketing, Sales, Produktmanagement und so weiter. Die Zusammenarbeit zwischen diesen Abteilungen war am Anfang sehr kreativ und dynamisch – wie es für ein Start-up typisch ist. Fluktuation ist da ganz normal. Es hat einfach Zeit gebraucht, bis das richtige Team zusammen war. Mittlerweile haben wir alle Bereiche sehr gut und stabil besetzt.

Wie viele NorCom-Salesleute kümmern sich heute um die Rundfunksender?
Grundsätzlich haben wir unseren Sales-Prozess in drei große Meilensteine eingeteilt: Unser erstes Ziel war, namhafte Großkunden von uns zu überzeugen, was uns mit beispielsweise RTL, N24 und dem russischen Staatsfernsehen auch gelungen ist. Diese Referenzen haben wir dann genutzt – und nutzen sie auch noch – um neue Kunden zu gewinnen. Diese beiden Schritte im Sales-Prozess übernimmt unser Direct Sales, mit dem wir in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertreten sind. Der nun folgende dritte Meilenstein unseres Sales-Prozesses ist der Aufbau eines indirekten Vertriebs über Partner. So entstehen für uns Skaleneffekte. Unser Ziel ist in jeder Region weltweit drei bis vier Partner aufzubauen, die dann die Kundenbetreuung vor Ort übernehmen. Unterstützt werden diese durch unser Partnermanagement in München.

Welchen Stellenwert hat der Medienbereich heute für das Gesamtunternehmen?
Wir sind seit fünf Jahren im Medienbereich tätig – damit ist der Bereich vergleichsweise jung. Wir haben sehr viel in die Produktentwicklung investiert, und diese Investition soll sich natürlich rechnen. Somit kommt dem Bereich aus strategischer Sicht eine sehr hohe Bedeutung zu. Wir sind davon überzeugt, dass sich der Medienmarkt in den kommenden Jahren sehr positiv entwickeln wird und ihm eine zentrale Stellung zu kommt.

Sie haben auf der NAB 2009 mit NCPower Compact ein Produkt vorgestellt, mit dem sie neue Zielgruppen erschließen wollen. Neben den etablierten Rundfunksendern wollen sie künftig auch neue Plattformbetreiber im IPTV-, Web-TV- und Mobil-TV-Bereich ansprechen. Wie war bislang die Resonanz darauf? Haben Sie schon Kunden für NCPower Compact gewinnen können?
Ja, wir konnten bereits Kunden gewinnen. Grundsätzlich erfolgt der Verkauf aber über Partner. Diesen haben wir das Produkt auf der NAB vorgestellt. Die Resonanz war insgesamt sehr positiv: Das Produkt kam gut an und wir haben einige Reselling-Verträge für Nord-, Mittel- und Lateinamerika abgeschlossen. Ich bin sehr gespannt, wie die Resonanz auf der IBC sein wird.

Ist mit den neuen Zielgruppen nicht so leicht ins Geschäft zu kommen?
Die Marktentwicklung kommt uns entgehen: Wir gehen davon aus, dass die Produktionskosten im Broadcast-Bereich deutlich sinken werden – vor allem, weil die dahinter stehende Technik immer günstiger wird. Das führt dazu, dass unsere Zielgruppe wächst – es treten immer mehr Spartenkanäle und kleine IPTV-Sender auf den Plan. Die Macher dieser Spartenkanäle wollen mit uns nicht über Workflows diskutieren – sie wollen schnell On-Air gehen. Sie erwarten von uns eine fertige Lösung, ein komplettes, kostengünstiges System, das sofort startklar ist. Dieses System können wir mit NCPower Compact bieten. Die Anforderungen dieser kleinen Sender sind nicht mit denen von klassischen TV-Sendern vergleichbar. Unsere Großkunden haben profundes Know-how und klare Vorstellungen davon, wie man Fernsehen macht. Dort definieren wir gemeinsam mit den Verantwortlichen Workflows und Effizienzpotenzial und erarbeiten individuelle Lösungen. Auf den direkten Kontakt können wir hier nicht verzichten.

Bei NCPower Compact schon?
Genau – ein integriertes, auf das Wesentliche reduzierte Komplettsystem wie NCPower Compact lassen wir vornehmlich über Partnerunternehmen vertreiben. NCPower Compact-Kunden erhalten einen komplett vordefinierten Workflow – dieser bietet zwar gewisse Optionen, ist aber im Kern festgelegt. Neben dem kompletten System werden sie mit Schulungen, Handbüchern und allen nötigen Anweisungen für den Betrieb ausgestattet. Gerade im Ausland gilt ein deutscher Workflow übrigens als echtes Qualitätsmerkmal. Wenn Interessenten hören, dass sie einen Workflow erhalten, der dem Standard von deutschen Großsendern entspricht, dann wollen sie den genau so haben, besonders die Kunden aus dem Mittleren Osten sind davon begeistert.

Wie lange dauert die NCPower Compact-Installation?
Ein Sender kann theoretisch innerhalb von zwei Wochen nach Bestellung von NCPower Compact On-Air gehen. Wir müssen nicht mehr viel aufbauen – unsere Kunden erhalten lediglich ein Bladeserver-System mit allen nötigen Applikationen.

Dabei setzen Sie auf IBM. Warum eigentlich?
Das ist korrekt. NCPower Compact basiert ausschließlich auf Bladeserver-Technologie von IBM. Es gibt natürlich noch vier oder fünf Hersteller, die ähnliche Technologien liefern können. Wir hatten aber den Eindruck, dass uns IBM die besten Konditionen bietet. Außerdem ist das Unternehmen an fast jedem Ort weltweit vertreten. Entsprechend kurz sind die Reaktionszeiten.

Kann man auch nur die Software von NCPower Compact kaufen?
Nein. Wir verkaufen NCPower Compact ausschließlich als Komplettsystem. Das macht die Wartung einfacher und effizienter: Wenn irgendwo ein Fehler auftritt, verschicken wir einfach ein neues Blade. Das wird eingesteckt, und die Sache funktioniert wieder.

Was kostet NCPower Compact?
Das Basissystem fängt bei 80.000 Euro an. Der endgültige Preis ist dann abhängig von der Anzahl der Clients, also der Nutzer, und weiterer zusätzlicher Optionen, die der Kunde je nach Bedarf auswählt.

Was unterscheidet NCPower Compact von NCPower Pro?
Grundsätzlich arbeiten beide Produkte mit dergleichen Codebasis. Wir haben den Code, der zum Beispiel bei N24 oder RTL in der Pro-Variante eingesetzt wird, für Compact übernommen und auf dieser Basis einen generalisierten Workflow festgelegt. Damit haben wir ausgewählte, bewährte Komponenten von NCPower Pro in Compact zu einer festen Lösung zusammengefasst. Weil diese nicht verändert oder angepasst werden muss, können wir sie günstiger anbieten. NCPower Pro hingegen bietet eine umfassend konfigurierbare Oberfläche, mit der die Eigenheiten der individuellen Organisationslandschaft eines Senders exakt abgebildet werden können.

Was bieten Sie den Kunden aus dem Bereich der neuen Medien an, die schon eine Produktionsinfrastruktur haben und nicht Ihr komplettes Compact-Produkt wollen?
NCPower Compact ist zwar vorkonfiguriert, bietet aber Optionen. Wie bei einem Autokauf: Die Grundausstattung gibt es serienmäßig, Erweiterungen können je nach Bedarf dazu gebucht werden. Wenn diese Flexibilität nicht ausreicht, ist Compact nicht die richtige Lösung – dann handelt es sich um einen Pro-Kunden.

Bietet Ihr Vertriebsmodell auch Leasing-Möglichkeiten?
Ja. Wir bieten alles auch im Leasing an und führen für den Kunden mit den Leasinggebergesellschaften die entsprechenden Verhandlungen.

Was bietet NorCom in Sachen Service an Neuentwicklungen?
Wir bieten zu den Systemen neuerdings auch einen Managed Service an. Das heißt, wir übernehmen die komplette Betriebsführung. Dafür liefern wir über eine Remote-Verbindung und einen kompletten Leitstand die Überwachung des Systems. Online bekommen wir alle kritischen Betriebszustände und Trendwerte angezeigt. Läuft irgendwo eine Platte voll oder verzeichnet ein Bereich im Sender ansteigende Suchanfragen oder ein verändertes Benutzerverhalten, können wir sofort darauf reagieren. Darüber hinaus haben wir Fehler erkennende Funktionalitäten. Noch bevor Probleme beim Anwender durchschlagen, können wir sie beseitigen. Der Leitstand schickt unverzüglich Frühfehlermeldungen heraus und garantiert damit einen sicheren 24/7-Betrieb, den wir nach gewissen Service-Level-Agreements durchführen. Das ist für uns eine gelungene Kombination aus unserem Consulting- und unserem Medien-Standbein. Im Consultingbereich machen wir Ähnliches schon länger für viele Großapplikationen und bieten das jetzt auch in der Medienbranche an. N24 ist davon begeistert und wir hoffen, dass wir diesen Service bei möglichst vielen Kunden einführen können.

Sind Ihre Bestandskunden daran interessiert?
Interessant ist dieser Service insbesondere für Sender, die keine eigene große IT-Abteilung haben. Managed Service bietet daher gerade für kleinere und mittelgroße Sender viele Vorteile. Bei Installationen, an denen viele Unternehmen beteiligt sind, ist man bei Problemen schnell mit gegenseitigen Schuldzuweisungen bei der Hand. Sender mit großen IT-Abteilungen können meist selbst beurteilen, wer der Fehlerverursacher ist. Je kleiner ein Sender aber ist, desto hilfloser ist er diesen Schwarze Peter-Spielchen gegenüber und desto attraktiver ist es für ihn auf unseren Managed Service zu setzen – denn wir übernehmen sozusagen freiwillig den Schwarzen Peter.

In welchem Preissegment bewegt man sich bei den Managed Services?
Wir kalkulieren die Preise so, wie wir sie aus unserem IT-Geschäft kennen. Bisher werden unsere Vorschläge von Kunden positiv aufgenommen – unser Angebot ist fair. Wir werden uns mit der Preisgestaltung auch weiter an der IT-Branche orientieren. Im Broadcast-Bereich gibt es im Gegensatz zur IT-Branche noch keinen wirklichen Wettbewerb für Managed Services, obwohl hier wie da IT-Systeme die Arbeitsprozesse dominieren.

Dafür könnten sich Software-as-a-Service-Angebote bei kleinen und mittleren Sendern durchsetzen. Oder?
Ich glaube, dass es generell eine Konsolidierung hin zu größeren IT-Infrastrukturabteilungen oder ausgelagerten IT-Firmen gibt, in denen Synergien gebündelt und Skaleneffekte genutzt werden, um möglichst effizient arbeiten zu können. Wenn man diesen Weg auf kleinere Sender projiziert, dann bedeutet das, dass diese Managed Service-Verfahren bei Firmen wie uns einkaufen. Ein professioneller Leitstand ist für uns nur teuer in der Anschaffung. Wenn wir mit ihm aber einen weiteren Kunden bedienen, dann kostet uns das kaum mehr – diesen Skaleneffekten können wir an Kunden weitergeben. Ich glaube deshalb, dass sich solche Betriebsmodelle durchsetzen werden. Was man sich auch vorstellen kann, ist, dass ein Fernsehsender seinen kompletten Ingest-Bereich beim Software-as-a-Services-Provider hat, die Produktion mit Schnitt- und Grafik-Anwendungen in einer Remote-Umgebung ausschließlich mit Proxi-Material macht und das Playout wiederum einem Software-as-a-Services-Provider überlässt. Bei diesem Modell kann sich ein Inhalteanbieter ausschließlich auf die echte journalistische Veredelung des Materials konzentrieren. Das High-res-Material wird gar nicht mehr bei ihm gehalten und ganz woanders ausgespielt. Das ist noch eine Vision von mir, aber da könnte es mal hingehen. Unser Produkt würde jedenfalls in dieses Szenario hineinpassen.

Wie sieht es denn mit neuen Kunden im Rundfunkbereich aus?
Wir sind mittlerweile Marktführer bei den Privatsendern in Deutschland. Sowohl die ProSiebenSat.1-Gruppe als auch der RTL-Konzern produzieren ihre Nachrichtensendungen mit unserer Software. Das nächste Ziel ist nun, die öffentlich-rechtlichen Sender zu erschließen. Wir nehmen derzeit an einigen Ausschreibungen in diesem Bereich teil und sind zuversichtlich, dass wir uns mit unserem innovativen und modernen Produkt sehr gut positionieren können.
Das N24-Projekt hat auch schon einige öffentlich-rechtliche Besucher angezogen, wie man hört.
Das ist richtig. Radio Berlin Brandenburg, RBB, hat sich die N24-Installation schon angeschaut, der Mitteldeutsche Rundfunk, MDR, der Bayerische Rundfunk, BR, der Westdeutsche Rundfunk, WDR, und der Hessische Rundfunk, HR. Auch die italienische RAI und ViaSat waren schon bei N24 in Berlin.

Tun sich die Öffentlich-rechtlichen nicht schwer damit, Workflow-Effizienzen zu suchen und am Ende dann Mitarbeiter wegrationalisieren zu müssen? Mit dem NorCom-Redaktions- und Produktionssystemen bestünde doch durchaus die Gefahr…
Wenn Sie ein System wie das unsere einsetzen, dann bekommen Sie für den gleichen finanziellen Einsatz mehr Content im Sinne von Qualität und Quantität. Wir können somit mit unserem Redaktionssystem bessere Nachrichten ermöglichen. Wir nehmen niemandem etwas weg, sondern wir sorgen dafür, dass etwas besser gemacht werden kann. Letztlich führt aber an der von Ihnen beschriebenen Entwicklung kein Weg vorbei: Wenn es eine Möglichkeit gibt, effizienter zu arbeiten, dann wird diese auch genutzt werden. Die Frage ist, ob man effizientere Workflows dazu nutzt, Qualität und Quantität des produzierten Contents zu steigern oder um Personalkosten zu reduzieren. Das ist die Entscheidung der Sender.

Multitask-Fähigkeit lernen Nachwuchskräfte heute an Hochschulen und Ausbildungsinstituten. Unterstützen Sie die mit ihren Produkten?
Ja. Wir bieten allen journalistischen Ausbildungsstätten die kostenlose Nutzung unserer Software an. Und sorgen auch für Installation und Betreuung. Das kommt gut an. Die BAF hatte kürzlich zu einer Konferenz aller Journalismusschulen eingeladen und hier sehr positiv und stolz ihr NCPower-Ausbildungsprogramm vorgestellt. Wir haben derzeit auch zwei Austauschstudenten aus Cincinnati im Haus, die an ihrer Uni Journalismus studieren und ebenfalls mit NCPower ausgebildet werden. Unsere Ausbildungsaktivitäten wollen wir gerne weiter ausbauen.

Wie wichtig ist der deutsche Markt für Sie?
Sehr wichtig. Wenn man weltweit etwas verkaufen will, muss man in der Heimat ein starkes Standbein haben. Wir sind hierzulande auf dem privaten Markt gut vertreten und möchten jetzt auch im öffentlich-rechtlichen Bereich Fuß fassen.

Ein Kunde von NorCom ist auch der Axel Springer Verlag aus. Was gibt es denn für Neuigkeiten von der Zeitungsbranche?
Das Redaktionssystem bei Axel Springer Verlag ist aufgebaut und wird genutzt. Wie es damit weiter geht, hängt vom möglichen Engagement des Axel Springer Verlages in der Fernsehbranche ab.

Gibt es Neuigkeiten in Sachen Apple-Kooperation?
In NCPower Compact ist wie in der Pro-Variante auch die Final Cut-Technologie von Apple integriert. Wir haben kürzlich eine Roadshow zu NCPower Compact bei Apple-Händlern hier in Deutschland gemacht und sind dort auf eine fantastische Resonanz gestoßen. Die Apple-Händler haben bestätigt, dass das Produkt wegen seines Plug-and-Play-Konzepts gut in deren Portfolio passt.

Welche Besonderheit würden Sie bei der NCPower-Installation von N24 hervorheben?
Besonderheit war vor allem der Umfang des Projekts. Der Anspruch von N24 an uns war, das Herzstück für einen Newsroom zu liefern, der als Europas modernster gelten soll. Es wurde ein komplett neues, leistungsstarkes Redaktionssystem benötigt, das umfangreiche Recherche-, Produktions- und Planungs-Möglichkeiten sowie einen hohen Automationsgrad bietet. Unser Redaktionssystem bildet – mit dem integrierten Videoproduktionssystem Sonaps von Sony sowie der Grafiklösung von Vizrt – die Basis für den komplett digitalen Workflow der Redakteure. Das System wird an das bestehende Archiv der ProSiebenSat.1-Gruppe angeschlossen, um eine einfache Recherche, Sendeplanung und Datentransfer zu ermöglichen. Die computerunterstützte Senderegie läuft über die Newscast Automation von Mosart. Ergebnis ist eine Effizienz- und Qualitätssteigerung der Produktion sowie eine unkomplizierte Mehrfachverwertung von Beiträgen. Dies erfolgt vor allem durch die enge Verzahnung der Fernseh- und Multimedia-Redaktion, die auf den gleichen Datenpool zugreifen, so dass die Nachrichten parallel für das TV-Programm und die Onlineseite sowie für mobile Dienste erstellt werden können. Insgesamt dauerte die technische Planung und Umsetzung des Newsrooms für die mehr als 200 Mitarbeiter aus Redaktion, Technik und Administration knapp ein Jahr.

Welche Neuigkeiten werden Sie auf der IBC zeigen?
Wir präsentieren dort zahlreiche neue NCPower-Features. Dazu gehört ein selbst entwickeltes neues Werbezeitenplanungstool, das insbesondere für kleine und mittlere Sender von Interesse sein dürfte. NC Power hat zudem eine neue moderne Nutzeroberfläche erhalten. Darüber hinaus wurden weitere Produkte von Drittanbietern integriert. Zusätzlich zu Final Cut sind nun auch Adobe Premiere und Adobe Flash Media Server integriert. Neu ist auch die Integration der Suchmaschine Autonomy. Ebenfalls neu in NCPower integriert wurde das Automationssystem DeckChair von Pebble Beach, das Selbstfahrer-Studio Mosart Newscast Automation, das hierarchische Speicher-Managementsystem, HSM, XenData, die DataDirect-Speicherlösung sowie die IPTV-Streaming-Lösung von stream5.

Welche Relevanz hat die Autonomy Integration?
Autonomy ist eine sehr moderne semantische Suchmaschine. Sie erlaubt die Mustererkennung in Text und Audio, Szenenerkennung und Sprechererkennung. Mit diesen Features ist sie anderen Suchmaschinen weit überlegen. Autonomy erweitert die traditionelle Schlüsselwort-Suche durch das so genannte Meaning Based Computing (MBC), das Texte nach der Bedeutung von Informationen untersucht. Autonomy-Nutzer bekommen von der Suchmaschine Tips, was zu ihrer Suche über die eingegebenen Begriffe hinaus im Bedeutungssinn passen könnte und damit auch die Dinge zu erschließen, die über die klassischen Suchmechanismen hinausgehen. Wie das funktioniert, werden wir auf der IBC 2009 erstmals zeigen. (MB 09/09)

Eckhard Eckstein

Foto: NorCom-Vorstand Dr. Tobias Abthoff

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