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Höchste Flexibilität

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Höchste Flexibilität

Full-Service Live-TV-Produktionsdienstleister Studio Berlin hat seine Ü-Wagen-Flotte um das neue 4K/UHD Produktionsfahrzeug Ü9 erweitert. Realisiert wurde es in nur wenigen Monaten vom Ingelheimer Systemintegrator Broadcast Solutions auf Basis der firmeneigenen Streamline S16-Reihe.

Auf der IBC 2017 in Amsterdam hat Studio Berlin am Broadcast Solutions-Stand seinen neuen 4k/UHD-Ü-Wagen Ü9  präsentiert. Den ersten Einsatz hatte er bei der Bundestagswahl am 24. September vor der AfD-Parteizentrale in Berlin. 

„Für Studio Berlin bietet das Streamline-Konzept von Broadcast Solutions höchste Flexibilität, wenn es um Technologie und Produktionsabläufe geht. Die Kombination aus modernster Systemintegration und dem praxiserprobten Gesamtkonzept von Broadcast Solutions liefert ein Produktionswerkzeug, das unsere Anforderungen perfekt erfüllt. Der Ü9 wird ein entscheidender erster Schritt in unserer 4k/UHD-Strategie sein – dem weitere folgen werden“, erklärt Nick Zimmermann, Geschäftsführer von Studio Berlin. Mit dem Ü9, dem ersten 4k/UHD Ü-Wagen von Studio Berlin, erweitert das Unternehmen seine Produktionsressourcen, um den Anforderungen der Kunden noch besser gerecht zu werden und seine Produktionen flexibler zu gestalten. Die Entscheidung für einen 4k/UHD-Ü-Wagen fiel laut Zimmermann auf Grund zunehmender Kunden-Anfragen in Sachen UHD-Produktionen. Ein konkretes Projekt habe man indes noch nicht im Auftragsbuch.

Inhärente Merkmale der Streamline Ü-Wagen sind laut Broadcast Solutions praxiserprobte und bewährte Raum- und Designkonzepte, kombiniert mit dem Einsatz neuester Technologien für 4k/UHD, HDR sowie IP Workflows. Das Resultat seien extrem zuverlässige Ü-Wagen mit High-End-Technologie und ausgereiften Workflow-Konzepten. Für den Kunden und seine Teams vor Ort führe dies zu verringerten Rüstzeiten und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei gleichzeitig maximaler Produktionsflexibilität.

Der Ü9 Ü-Wagen bietet bis zu 20 Arbeitsplätze und kann in Produktionen mit bis zu 19 Kameras arbeiten, wobei zwischen HD- und UHD-Produktionen gewechselt werden kann. Studio Berlin entschied sich für den Ü9 für die LDX 86N-Kameras von Grass Valley, die native 4k-Signale liefern, zusammen mit einem Grass Valley Karrera 5 M/E Video-Mischer. In der Tonregie arbeitet man mit einem Tonpult mc256 von Lawo. 

Für das Videoprocessing verbaute Broadcast Solutions die MediorNet-Lösung von Riedel als dezentrales Signalrouting und Kommunikations-Backbone mit MetroN Core Routern und MicroN-Standard- und -Multiviewer-Systemen. 

MicroN ist ein 80G Netzwerk-Medienverteiler für Riedels MediorNet System. Auf MicroN-Hardware basiert der im April 2017 erstmals von Riedel präsentierte virtuelle MediorNet MultiViewer. Er fügt sich nahtlos in das MediorNet-Ökosystem ein und reduziert so den Materialaufwand und die Systemkomplexität wesentlich. Jede einzelne MediorNet MultiViewer-Engine kann sämtliche MediorNet-Eingangssignale abgreifen und bis zu 18 Signale verarbeiten, die auf vier virtuelle Screens angeordnet werden können. Diese virtuellen MultiViewer-Screens können an beliebige Ziele über das MediorNet-Backbone weitergeroutet und an beliebigen SDI-Ausgängen ausgespielt werden. Der MultiViewer bietet ferner lokale Anschlussoptionen und kann so die virtuellen Screens lokal ausgeben.

„Mit MediorNet als dezentrale Kreuzschiene kann man problemlos Stageboxen anschließen und Signale von außerhalb und aus großen Entfernungen problemlos ins Fahrzeug holen. Das hilft uns sehr bei unseren Show- und Sportproduktionen. Außerdem lassen sich damit weitere Fahrzeuge aus unserem Fuhrpark, oder auch neue mit einer ähnlichen Infrastruktur, kaskadieren und die Performance eines einzelnen Fahrzeugs steigern. Jedes Fahrzeug für sich kann in Einzelproduktion unterwegs sein, aber in Kombination mit anderen ist es bei größeren Produktionen nochmal leistungsstärker“, betont Zimmermann. „Aus diesem Grund setzen wir auf MediorNet.“ Das Riedel-System ist nicht standardmäßig in den Streamlinern von Broadcast Solutions verbaut. Es ist zwar deutlich teurer als Kreuzschienen mit integriertem Multiviewer, macht sich aber laut Zimmermann schnell bezahlt. „Mit Riedel MediorNet hat man die Möglichkeit, das ganze Processing, Frame Synchronizing, Embedding- und De-Embedding und auch das Multiviewing innerhalb des Netzwerkes zu handeln. Wenn man viele Stageboxen hat oder betreiben möchte, dann braucht man im Ü-Wagen das technische Gegenstück dazu. Es ist daher deutlich effizienter, hier mit MediorNet zu arbeiten als mit einer fremden Kreuzschiene. Für die braucht man wieder eine Menge In- und Outputs.

Wenn man alles zusammenrechnet, Embedding De-Embedding, Processing und Stagebox-Systeme, dann ist so ein MediorNet-System sehr attraktiv. Erst einmal ist es teurer aber unterm Strich, mit seinen ganzen Features, die man nicht mehr dazu kaufen muß, ist es eigentlich günstig“, betont Zimmermann. Mit dem S16 Streamliner habe man ganz bewußt ein mittelgroßes Fahrzeug mit Ein-Regie-Konzept gewählt. Damit sei man deutlich flexibler aufgestellt und müsse bei kleineren Produktionen nicht mit den großen Ü-Wagen vorfahren. Studio Berlin verfügt über zwei große Ü-Wagen mit jeweils zwei Regien. Der neue Ü9 hat aber auch eine kleine Subregie im Rüstwagen dabei. Via MediorNet kann die leicht auf alle Signale im Ü-Wagen zugreifen. Zimmermann: „Neben den technischen Anforderungen war es uns auch wichtig, auch ein ‚Wohlfühlauto’ zu gestalten, in dem man bei Entertainment-Produktionen auch mal eine Woche arbeiten kann. Das ist uns gut gelungen.“  

Niklas Eckstein

MB 4/2017

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