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4K-Displays für ultrahochauflösende Bilddarstellung

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4K-Displays für ultrahochauflösende Bilddarstellung

Mit der zunehmenden Verbreitung der 4K-HD-Auflösung in der Film- und Fernsehproduktion werden auch Wiedergabesysteme mit einer 4K-HD-Auflösung immer wichtiger. Besonders in der digitalen Bearbeitung der Bild- und Videosignale in der Postproduktion sind eine hohe Auflösung und eine exzellente Bildperformance relevant. Die Display-Hersteller sind bemüht, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen.

Um die steigenden Anforderungen in der Bilddarstellung zu erfüllen, hat eyevis zum Beispiel die 4K Ultra High Definition LCD-Monitore aus der Eye-LCD-Serie mit Bildschirmdiagonalen von 31,5”, 56” und 60” entwickelt. „Besonders für eine realistische Beurteilung von Bildschärfe und Bildqualität sind Displays mit einer 4K-Auflösung notwendig, die die 4K-Videosignale in Ihrer nativen Auflösung anzeigen können“, betont eyevis-Projektleiter Klaus Zimmermann. Die Quad-FullHD-Displays von eyevis bieten deshalb eine hohe Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln mit einer Pixeldichte, die sogar beim großen 60” Display vergleichbar ist zur Auflösung eines Desktop-Monitors. Zusätzlich bieten die Displays mit 10 Bit Farbtiefe und einer Direct-LED Hinterleuchtung (nur 31,5“ und 60“) eine homogene Ausleuchtung. Die LCDs erlauben einen Betrachtungswinkel von 176 Grad in der Vertikalen und der Horizontalen, bieten eine Helligkeit von 450 cd/qm (31,5”) bis 500 cd/qm (60”), ein Kontrastverhältnis von bis zu 5.000:1 (60”) und eine Reaktionszeit von nur sechs (60”) bis acht Millisekunden (31,5“).

Für die Signal-Versorgung der Displays hat eyevis eine spezielle Lösung mit vier DVI-D Eingängen entwickelt. Die LCD-Monitore sind laut Zimmermann direkt auf spezielle hochauflösende eSignage-Anwendungen zugeschnitten. „So können dank der extrem hohen Auflösung und der hochwertigen Farbwiedergabe in der Film- und Fernsehproduktion, in Design und Architektur Bild- und Videosignale in ihrer nativen Auflösung angezeigt werden, so dass eine genauere Bearbeitung möglich ist“, meint er. Sie seien außerdem ideal für die digitale Nachbearbeitung in der Postproduktion, für Broadcast-Anwendungen und für professionelle Grafikarbeit geeignet. In Security-Kontrollräumen könnten damit ferner Bilder von zahlreichen Überwachungskameras in voller Auflösung parallel auf einem Bildschirm angezeigt werden. Und in der bildgebenden Diagnostik ermöglichte die Präsentation in 8,8 Millionen Pixeln eine exakte Interpretation von Röntgen- oder CT-Scans. Weitere Anwendungsbereiche seien beispielsweise die Steuerung von komplexen Produktionsanlagen, die sich auf den 4K-HD-Displays detailliert darstellen lassen.

Einfaches 4K-Monitoring am Set eröffnet der seit Februar 2013 verfügbare Sony PVM-X300 (Preis: ca. 31.500 Euro). Mit einer Auflösung von 4.096 x 2.160 und einem 4K-LCD-Panel mit 30 Zoll Bilddiagonale bietet das neue 4K-Display mehr als die vierfache Full-HD-Auflösung auf einem einzigen Display. Damit eignet er sich für verschiedene 4K-Produktionen und die 4K-Echtzeitpräsentation. Der PVM-X300 bietet Film- und Fernsehprofis einen mobilen, hochwertigen Monitor mit vielfältigen Schnittstellen zur einfacheren 4K-Bildauswertung. Darüber hinaus unterstützt der PVM-X300 einen neuen 4K-Player, der den Umgang mit 4K-Content leichter macht als je zuvor. Dadurch profitieren, so Sony, nicht nur Kinoanwendungen von allen Vorteilen der 4K-Welt, sondern auch Liveproduktionen, Dokumentarfilme, Unternehmens- oder Industrieanwendungen. Ob für Kameraregie, Sendevorschau, On-Set-Monitoring oder Schnitt – der PVM-X300 sei flexibel einsetzbar. „Damit sich die mobile 4K-Produktion stärker durchsetzen kann, muss sich das professionelle Monitorsegment unbedingt weiterentwickeln. Die bisher verfügbaren 4K-Monitore sind einfach zu schwer für die Arbeit im Feld“, erklärt Sony Europe-Produktspezialist Daniel Dubreuil. „Auf diesen Bedarf antworten wir mit dem PVM-X300. Er ist leistungsstark und besonders vielseitig hinsichtlich Schnittstellen, Steuerungsmöglichkeiten und der Kompatibilität mit Produktionskameras und Speichermedien. Film- und Fernsehprofis haben mit ihm einen zuverlässigen Begleiter für die Arbeit am Set, mit dem sie sich ganz auf den kreativen Schaffensprozess konzentrieren können – ohne Einschränkungen bei der Bildauswertung.“ Mit Sony TRIMASTER-Technologie liefert der 4K-Videomonitor eine hervorragende Farbtreue und Bildqualität. Der PVM-X300 ist außerdem mit einem 10-Bit-RGB-Panel sowie Uniformity Control ausgestattet und bietet eine exakte Wiedergabe des Industriestandard-Farbraums ITU-R BT.709. Die IPS-Technologie (In-Plane Switching) des PVM-X300 ermöglicht zudem einen besonders großen Betrachtungswinkel. Durch die große Anzahl an Videoeingängen lässt sich der PVM-X300 an praktisch alle 4K-Videoquellen anschließen und unterstützt unterschiedliche Anzeigemodi. Zur Ausstattung gehören außerdem praktische Funktionen wie automatischer Weißabgleich (mit Unterstützung für die wichtigsten Farbmessgeräte am Markt), Camera-Assist (Fokus auf Farbe, Zoom) sowie Stereo-Audio (Line-Ausgang, Stereolautsprecher, Kopfhörerbuchse).

Auf der NAB 2013 zeigte Sony die Prototypen von zwei 4K-OLED-Monitoren: ein 30-Zoll-Monitor (4.096x2.160) und ein 56-Zoll-Modell (3.840x2.160). Beide Monitore zeichnen sich laut Hersteller durch eine außerordentlich exakte Signalwiedergabe aus und sollen die Produktion von 4K-Inhalten beschleunigen. Sony plant den 30-Zoll-Monitor 2014 auf den Markt zu bringen.

Panasonic stellte auf der NAB 2013 mit dem BT-4LH310 einen 31“ LCD-Monitor mit 4K-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel) für die Überprüfung von 4K/2K-Aufnahmen im Außeneinsatz vor. Das 4K 10 Bit IPS Display des 4LH310 bietet neben nativer 4K-Auflösung einen weiten Betrachtungswinkel und lebensechte Farben durch eine Farbwiedergabe von bis zu 1,07 Milliarden Farben. „Dank seines Aluminiumgehäuses ist der BT-4LH310 sehr robust und funktioniert auch unter rauen Einsatzbedingungen zuverlässig“, erklärte auf der NAB Panasonic-Manager Robert Wöhrl. Der Monitor verfügt über diverse professionelle Eingänge (inklusive HD-SDI, 3G-SDI und HDMI), True-Color-Verarbeitung mit einem 3D Look Up Table (LUT), HD/SD Videotext-Untertitel, 28V Gleichstrombetrieb für den Außeneinsatz und ein umweltfreundliches Panel ohne Quecksilber. Neben 4K kann der 4LH310 auch 2K- und HD-Material wiedergeben. Der 4LH310 ist laut Panasonic ab Herbst 2013 verfügbar.

Canon war auf der NAB 2013 mit dem Prototypen eines nativen 30“ 4K-Referenzmonitors vertreten und JVC stellte seine neuen professionellen ProVérité 4K-Monitore vor, die nach einiger Verzögerung jetzt verfügbar sein sollen. Die Modelle PS-840UD und RS-840UD kommen mit der vierfachen Full HD-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) und 60Hz-Unterstützung (Bilder pro Sekunde). Die Monitore sind mit einem IPS-LCD Panel mit 120 Hz ausgestattet. Die Farbtiefe beträgt 10 Bit und der Betrachtungswinkel fällt mit 178 Grad sehr weit aus. Um das 2.160p- Material auf den 4K-Monitor zu übertragen steht ein HDMI 1.4a-Anschluss zur Verfügung (Ein Kabel 4K mit 30p). Um Ultra HD-Material mit 60 Bilder pro Sekunde übertragen zu können, greift man auf vier HDMI 1.3-Anschlüsse zurück (Vier Kabel 4K mit 60p).

Marshall Electronics zeigte zur NAB 2013 mit dem QVW-2710 ebenfalls einen 4K-Monitor in 27“ Größe mit der Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel und zwei Dual-3G-Inputs, der ab September 2013 zum Listenpreis von 8.299 US-Dollar angeboten werden soll. In Deutschland sind die Marshall-Monitore im Vertrieb von Vison2see.

Mit seinen neuen 50-Zoll-3D-Displays mit 4K-Auflösung präsentierte die Hamburger Firma United Entertain auf der Cityscape Qatar Ende Mai in Doha eine Weltneuheit. Aufnahmen des Burj Al Arab in Dubai erstrahlten erstmals in gestochen scharfem 4K-3D ohne Brille. Auch im Showroom des Hamburger Unternehmens ist das 3D-Display zu sehen. Die 4K-tauglichen Inhalte, die bisher oft eine Hürde darstellten, werden ebenfalls auf der unternehmenseigenen 100-Terabyte-Renderingfarm in der Hansestadt erstellt. United Entertain liefert somit als erstes Unternehmen nicht nur brillenfreies 3D in 4K, sondern auch die hierzu passenden Inhalte. Anwendungsbereiche dafür sind Messeauftritte und Präsentationen. Die 4K/3D-Bilder können dabei nicht nur auf einem 50-Zoll-Display, sondern auch auf Videowalls mit 2x2- oder 3x3-Displays und besonders schmalem Rand gezeigt werden. Ab Juni 2013 sind auch 3D-4K-Displays mit 65 Zoll verfügbar. Eine hohe Nachfrage sieht Frank Buddenhagen, CEO der United Entertain, vor allem bei der Immobilienvisualisierung und der Vermarktung von Luxusobjekten. „Mit 4K-3D-Displays beginnt eine neue Zeitrechnung. Wer von der HD-Bildqualität beeindruckt ist, wird von der 4K-Auflösung überwältigt sein“, so Buddenhagen. Bezogen werden können die Geräte direkt über United Entertain. Ab 15.500 Euro ist das Display zu haben, zuzüglich weiterer Kosten für das individuelle Playoutsystem. Seit Mai 2013 arbeitet United Entertain mit dem Vermarkter ATV/United Ambient Media zusammen.

Für 35.000 Euro kann man heute auch im Saturn Elektrofachmarkt Samsungs zwei Meter breites 4K-Display UE85 S 9 mit einer Bilddiagonalen von 85“ erwerben. Erstmals vorgestellt wurde der weltgrößte Utra-HD-Fernseher mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln auf CES 2013 und der NAB 2013 am Stand des US-amerikanischen Elektronikhändlers Adorama in der Central Hall. Die Zahl der Heimanwender, die für ein Display soviel Geld ausgeben können wird eher gering sein. Für Ultra-HD-Präsentationen und -Bilddarstellungen im professionellen Bereich eröffnen sich mit dem Samsung-TV-Giganten indes auch interessante Möglichkeiten.

Zahlreiche weitere Hersteller planen noch im Laufe dieses Jahres die Markteinführung weiterer 4K-Modelle für den Consumer- und Profi-Bereich.
Eckhard Eckstein
(MB 07/08_13)

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