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Mit fiktionalem Angebot Themen setzen

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Mit fiktionalem Angebot Themen setzen

Auch in einem Jahr ohne Fußball-WM/EM oder Olympiade will die ARD mit dem Ersten wieder der führende Sender in Deutschland werden. Auf der Jahrespressekonferenz der ARD Koordination Fernsehfilm und Degeto kündigte Volker Herres an, mit den Programmangeboten der ARD möglichst viele Zuschauer erreichen zu wollen.

„Qualitativ hochwertige Programme sind das Markenzeichen der ARD, die ohne uns alleine im Markt nicht – oder jedenfalls garantiert nicht in diesem Umfang – zustande kämen“, betonte Volker Herres. Nach der gerade neu erhobenen „ARD-Trendforschung“ würden die deutschen Fernsehzuschauer Das Erste für „den unverzichtbarsten und qualitativ besten Sender“ halten, erklärte der ARD-Programmdirektor. Er entgegnete auch der immer wieder vorgetragenen Kritik, dass die ARD den Dokumentarfilm vernachlässige. 2012 seien 19 lange Dokumentarfilme und Doku-Dramen gezeigt und auch in diesem Jahr werde die Stückzahl in etwa gleich ausfallen.

Im Fokus der Hamburger Programmpresse-Konferenz standen aber die fiktionalen Angebote der ARD für 2013 mit den Produktionen für den „Filmmittwoch im Ersten“ sowie für den Freitagabend um 20.15 Uhr, mit der Filmdebütreihe am Donnerstag um 22.45 Uhr sowie den Sonntagskrimis und dem wieder geplanten Kinofestival im Sommer. Mit den Kino-Koproduktionen zusammen sind für 2013 insgesamt 27 Fernseh- und 48 Free-TV-Premieren angesagt. Für die ARD-Koordinatorin im Bereich Fernsehfilm Verena Kulenkampff bleiben ARD und ZDF die wichtigsten Partner für die Filmproduzenten in Deutschland. Insgesamt geben ZDF und die ARD-Rundfunkanstalten 500 Millionen Euro im Jahr für fiktionale Programme aus, berichtete sie.

Die Degeto befindet sich noch immer in einer Phase der Umstrukturierung sowie des Abbaus der Überproduktion. Sie war vor zwei Jahren in Schieflage geraten, da mehr beauftragt wurde, als es der Etat zuließ. Die neue Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl erklärte, dass der Überhang noch in dieses Jahr hineinreiche. Erst im nächsten Jahr könne wieder mit Neuakquisitionen von Auftragsproduktionen begonnen werden. Das Etatvolumen und die Menge der jährlichen Produktion seien 2013 gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben. Allerdings muss die Degeto noch den Kredit der ARD in Höhe von 24 Millionen Euro über mehrere Jahre zurückzahlen. Nahezu 50 Filme werden in diesem Jahr zur Zulieferung für die fiktionalen Programmplätze der ARD gedreht – alles Filme, die von ihren Vorgängern beauftragt wurden. Da in den Vorjahren auch viele Spielfilme eingekauft wurden, werde sie auch bei den Spielfilmeinkäufen reduzieren müssen und den „Schatz im Keller“ auswerten. Die gute Botschaft von Strobl lautet, sind die Altlasten abgearbeitet, geht es im gewohnten Umfang mit neuen Auftragsproduktionen weiter, und es werden auch künftig Spielfilme für die ARD eingekauft, allerdings nicht mehr im gleichen Umfang wie in den früheren Jahren.

2013 will die ARD mit seinem fiktionalen Angebot auch wieder Themen setzen, erklärte Verena Kulenkampff, die TV-Filme ankündigte zu den Problemfeldern „Alzheimer“, „Datenklau im Netz“ und „Afghanistan“. Die WDR Produktion „Im Netz“ mit Caroline Peters beschäftigt sich mit Identitätsdiebstahl im Internet; in der SWR Koproduktion mit dem ORF „Die Auslöschung“ ist seit langem mal wieder Klaus-Maria Brandauer zu sehen – hier gemeinsam mit Martina Gedeck. Erzählt wird von der Krankheit Alzheimer, die hier eben nicht im hohen Alter ausbricht, sondern bereits in den mittleren Jahren. „Entscheidung bei Kunduz“ mit Matthias Brandt und Axel Milberg ist eine NDR/ARTE Produktion über die Bombardierung der von Taliban gekaperten Tanklastzüge durch deutsche Soldaten im September 2009. Bei all diesen Filmen wird das Erste im Anschluss entweder eine Dokumentation anbieten oder das Thema in einer Talkshow aufgreifen.

Kinospielfilme gibt es im Ersten auf unterschiedlichen Programmplätzen zu sehen – etwa beim Kinofestival am Sonntag um 23.30 Uhr oder beim „Sommerkino“ im Ersten, einem Festivalzyklus der bereits um 20.15 Uhr ausgestrahlt und in diesem Jahr nicht durch große Sportstrecken unterbrochen sein wird.
Bernd Jetschin
(MB 02/13)

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