Mebucom / News / Produktion / Nahtlose Integration
Nahtlose Integration

News: Produktion

Nahtlose Integration

Die Münchener Visual Effects-Schmiede Fish Blowing Bubbles (FFB) hat für die Kinderbuchverfilmung „Gespensterjäger“ von Cornelia Funke unter anderem eine Imposante Eislandschaft und ein Eisgespenst geschaffen. Der Film von Tobi Baumann kommt am 2. April 2015 in die deutschen Kinos.

Neben den eindrucksvollen VFX-Elementen sorgte FBB bei „Gespensterjäger“ auch für Set Extensions, Greenscreen Keys und Wire Removals. Aufgabe war, eine nahtlose Integration der realen Schauspieler in virtuell ergänzte Hintergründe zu erreichen. „Die großen Herausforderungen im VFX-Bereich liegen in den Shots, denen man nicht ansieht, dass sie Effekte enthalten“, erklärt VFX-Supervisor Curtis Edwards, der auch schon „Avatar“, „Tron“ und „Die Tribute von Panem“ als VFX-Supervisor betreut hat und erst kürzlich als Partner bei FBB eingestiegen ist.

Teil des Workflows war das Tracking, damit Vordergrund- und Hintergrundbild genau übereinander passen. „Es ist wichtig bei der Arbeit eine gute Anleitung zu haben, damit sich die VFX-Artists um ihre Arbeit kümmern können, anstatt darauf, wie man Probleme in der Postproduktion löst. Nur so wird eine hohe Qualität erreicht“, so Edwards. Eine entscheidende Rolle der FFB-Arbeit habe das Compositing gespielt, bei dem Greenscreen-Keys einen großen Anteil ausgemacht hätten. Hierbei werden die Schauspieler in den virtueller Hintergrund eingefügt. „Solche Shots können teilweise sehr komplex und schwierig sein. Sie erfordern deshalb eine hohe Handwerkskunst und Know-how, besonders wenn Haare, Motion Blur oder Elemente mit Tiefenschärfe involviert sind“, sagt Edwards. „Wir hatten hier volle Freiheiten vom Konzept bis zur finalen Umsetzung und sind den Produzenten von Lucky Bird Pictures, insbesondere Matthias Krause und auch Supervisor Urs Franzen, für dieses Vertrauen sehr dankbar“, betont Artur Kubiczek, Creative Director und CEO von FBB.

Nach einer ersten Research Phase von verschiedenen Eisformen und Landschaften für die Eislandschaft, hatte FBB die virtuelle Eislandschaft mit Tonmasse frei modelliert. Danach wurde die Topologie der Landschaft in einem 3D-Skulptur Programm erstellt, die Formensprache weiter verfeinert und die nötigen Größenverhältnisse und Maßstäbe realisiert. „Das hatte den Vorteil, dass so schneller verschiedene Entwürfe gemacht und freier kreative Entscheidungen getroffen werden konnten“, sagt Edwards. Am Ende entstand die Eislandschaft in Polygone im 3D-Animations- und Compositingtool Maya von Autodesk. „Das Auseinanderbrechen der Eislandschaft wurde mit komplexen Effekt-Ebenen realisiert, einschließlich dynamischen Simulationen, Partikeleffekte und Flüssigkeitssimulationen. Es ist ein wichtiger Moment in der Geschichte, in dem Dramatik und Spannung transportiert werden“, erklärt FFBs VFX-Supervisor.

FFB gilt als sogenanntes Boutique-Studio für Visual Effects für Kino-, Fernseh- und Werbe-Produktionen. Das Unternehmen begleitet Projekte und Regisseure von der frühen Entstehungsphase eines Stoffs, berät und sucht gemeinsam mit den Kunden nach effizienten Lösungen. Mit ihrem Angebot setzt FBB nach eigenen Angaben auf eine eng ineinandergreifende Mischung aus Technik, kreativem Know-how und Storytelling. Um diesen Austausch so ideal wie möglich zu gestalten, wird ein großer Wert auf schnelle Technik gelegt. „Mit Hilfe unserer Inhouse entwickelten Technologien können wir schnell Konzepte visualisieren und testen“, erklärt Caro Giessler, Producer und Partner bei FBB. „Das ist vor allem auch für die Regie interessant, um schnell etwas sehen und beurteilen zu können.“ Aktuell fokussiert sich das Unternehmen auf schnelle Beleuchtungssysteme im virtuellen Raum, sowie auf Datenkomprimierung im 3D-Raum, um die Echtzeitdarstellung weiter zu beschleunigen. Spezialität von FBB bei der Erschaffung virtueller Welten ist ferner der 3D-Städtebau.

Auf der NAB Show 2015 wird die dabei eingesetzte 3D-Animations-Software Maya und die neue Variante Maya LT auf dem Autodesk-Stand (SL3317) präsentiert.

Thomas Steiger

MB 2/2015

Zurück