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NEP Switzerland verdoppelt 4k/UHD Produktionskapazitäten

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NEP Switzerland verdoppelt 4k/UHD Produktionskapazitäten

Rechtzeitig zum Auftakt der Saison 2017/2018 der Schweizer Raiffeisen Super League verdoppelt NEP Switzerland seine 4K Produktionsmittel und produziert alle seine Spiele der ersten Schweizer Fußball Liga in 4K/UHD. Dazu stellte der Schweizer TV-Dienstleister seinen neuen 4K/UHD Ü-Wagen UHD 42 in Dienst. Er kann in 4K/UHD-Produktionen mit bis zu zehn Kameras eingesetzt werden und verfügt über zwei Regien. Konzipiert und Gebaut wurde das zur Streamline- Reihe gehörende Fahrzeug von Systemintegrator Broadcast Solutions.

Nachdem NEP Switzerland schon vor zwei Jahren erstmalig von Swisscom beauftragt worden war, die Saison 2016/17 der Raiffeisen Super League in hochauflösendem 4k zu produzieren, musste sich das Unternehmen aus Volketswil strecken, um den ersten 4k-Ü-Wagen UHD 41 im Jahr 2016 fertig zu stellen. Mit der neuerlichen Indienststellung des zweiten 4k-Trucks UHD 42 kann Reto Osterwalder, Managing Director bei NEP Switzerland zufrieden auf die Entwicklung zurückblicken: „Heute sind wir stolz darauf, in Europa eine gewisse Vorreiterrolle einnehmen zu können. Den größten Anteil an der Entwicklung hat da natürlich die Swisscom, ohne deren Auftrag wir dieses Projekt damals so nicht umgesetzt hätten.“

Den ersten Einsatz hatte der UHD 42 Ende Juli zum Saisonauftakt beim Spitzenspiel BSC Young Boys Bern gegen FC Basel. Zusammen mit dem UHD 41, der ebenfalls in der Raiffeisen Super League im Einsatz ist, verfügt NEP Switzerland nun über zwei große 4k/UHD Ü-Wagen und produziert mehr als 144 Spiele der Liga in 4k, die im Pay-TV Sender Teleclub Sport übertragen werden. „Die Produktion in 4k/UHD – für andere noch die Ausnahme – ist für uns Normalität. Mit den Erfahrungen, die wir als Team bei den 4k-Produktionen in der vergangenen Saison gesammelt haben, unseren top-modernen 4k-Ü-Wagen und der herausragenden Infrastruktur, fangen wir die Atmosphäre der Spiele in perfekten Bildern ein und stellen sie den Zuschauern zuverlässig zur Verfügung. Und das jeden Spieltag“, erklärt NEP-Manager Osterwalder. Vor Ort in Bern nutzte NEP Switzerland den UHD 42 zur Produktion des Spiels sowie des Studios am Rand des Spielfelds. Die Produktion wurde mit insgesamt neun Kameras realisiert – sieben Feldkameras plus zwei Flash- bzw. Studiokameras für das direkt am Spielfeldrand aufgebaute Studio für die Moderatoren und Experten-Runde bei Teleclub. Für Teleclub war es besonders wichtig, mit den Moderatoren und Experten nicht irgendwo in den Katakomben des Stadions zu sitzen, sondern direkt am Spielfeldrand, so nah wie möglich am Geschehen.

Eine weitere statische Kamera war für den Kommentatorenplatz vorgesehen. Die Produktion des aktuellen Spiels in Bern sowie des Studios am Spielfeldrand wurde komplett mit einer Regie im UHD 42 gefahren. Auch Einspieler von und Schaltungen zum zweiten, parallel stattfindenden Spiel wurden im UHD 42 einbezogen und in die ausgehenden Feeds integriert. Bei der Auswahl der Kameras setzt NEP Switzerland auf die nativen 4k Modelle LDX 86N von Grass Valley in Verbindung mit Canon Objektiven. Im Ü-Wagen ist ein Grass Valley Karrera K-Frame 8 M/E Bildmischer im Einsatz. Herzstück der Audio-Sektion ist eine Lawo mc2 56 Konsole mit 48 Fadern sowie eine Lawo Nova73 Compact Kreuzschiene. Für Replay, Highlights und Einspieler stehen vier EVS XT 4k bereit. Der Ü-Wagen ist mit zwei Regien ausgestattet, jedoch werden die Spiele der Raiffeisen Super League komplett nur mit der Hauptregie produziert. Neu in der Saison 2017/2018 ist der Einsatz des Vizrt Arena Systems zur Einblendung von Matchfacts, Analysen, Trikots oder der taktischen Aufstellung.

Der UHD 42 arbeitet im 2 Sample Interleave Format (4x 3G/HD/SDI), was Vorteile für die HD-Signale hat, die immer mit produziert werden. Auf den HD-Feeds liegen die Intercom-Signale an, da durch die dreisprachige Produktion bereits viele Kanäle des UHD-Feeds für die Kommentatoren benötigt werden. Der UHD 42 sendete zwei UHD-Feeds und vier HD-Feeds in das Netz und empfing einen UHD-Feed und zwei HD-Feeds der anderen Spiele. Über eine Nimbra Fiber Stagebox von Swisscom Broadcast AG wurde die Verbindung an das Glasfasernetz realisiert. Dazu wurden die 2SI Signale in das Square Division Format konvertiert und über vier konventionelle BNC Kabel pro UHD Feed an die Stagebox geschickt. Diese konvertierte das Signal in das Format JPEG 2000 mit 4x400 Mbit. Die Stageboxen werden von NEP Switzerland zu jedem Spiel transportiert. Das System sichert gleichbleibende Kabellängen auf BNC-Seite und bietet enorme Vorteile bei den Infrastrukturkosten. Ein Setup, das bei allen Spielen zum Einsatz kommt. Alle Stadien, in denen die Raiffeisen Super League ausgetragen wird, sind mit zwei 10GigE Glasfaserleitungen an das Starnet Netzwerk der Swisscom angebunden. Über diese dezidierte Leitung werden die Signale an das Teleclub Sende- und Produktionszentrum in Volketswil geschickt.

Wenn Reto Osterwalder über die Zukunft von 4k-Produktionen spricht, wünscht er sich vor allem, dass auch andere Sportarten hochauflösend produziert werden: „Neben Fußball würde ich gerne auch Eishockey in 4k sehen. Da ist der Mehrwert fast noch ein bisschen größer als beim Fußball. Der kleine Puck ist wesentlich besser sichtbar und die Produktionen können offener gefahren werden. Das wäre ein echter Mehrwert für den Zuschauer.“   

Niklas Eckstein

MB 4/2017

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