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Neue Seilkamera bei der Vierschanzen-Tournee

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Neue Seilkamera bei der Vierschanzen-Tournee

Bei der TV-Produktion des Auftaktspringens der Vierschanzen-Tournee in Oberstdorf ist eine neue Seilkamera zum Einsatz gekommen. Ihre variable Seilspannung erlaubt erstmals, den Skispringer von der Schanze bis zur Landung auf gleicher Flughöhe zu begleiten. Entwickelt wurde die Flying Cam gemeinsam von HS-DynaX5, LS Research und Dynamic Perspective.

Mit neuen, spektakulären Bildern konnte der Deutsche Skiverband (DSV), Hostbroadcaster des Auftaktspringens zur 66. Vierschanzen-Tournee in Oberstdorf, aufwarten. Mit Hilfe einer neuartigen Seilkamera war es erstmals möglich, die Skispringer von der Abfahrt am Balken bis in den Aufsprunghang von der Seite aus zu verfolgen.

Initiiert hatte das Projekt der DSV-Fernsehkoordinator Rudi Tusch. Umgesetzt wurde es indes von der HS-DynaX5 Cam Solutions GmbH mit Geschäftsführer Reiner Ellwanger. Das Unternehmen kooperierte dabei eng mit der LS Research GmbH. einem Münchner Ingenieurbüro für technische Sonderlösungen, und der Wiener Dynamic Perspective GmbH, Entwickler eines nur 25 Kg schweren 5-Achs-Gimbals. Das Kamerastabilisierungssystem, das auch für den Helicopter-Einsatz zugelassen ist, eignet sich laut Geschäftsführer Fritz Spielauer perfekt für die Nutzung an einem Fahrseil. Auch Live-Regisseur Thomas Strobl hat bei der Entwicklung des neuen Seilkamera-Systems Input geliefert und erste Testfahrten mit seinen Ratschlägen begleitet. Er war zudem auch in Oberstdorf für die Erstellung des Weltbildes im TV Skyline-Ü-Wagen Ü7 zuständig. 

Die DSV Produktion betrachtet die neue Seilkamera als Meilenstein in der Geschichte des Skisprunges. Im Gegensatz zu herkömmlichen Seilsystemen ist es in der Lage, durch veränderbare Seilspannung, Gimbal mit Kamera nicht nur linear zu führen, sondern auch in nach unten schwingenden Kurven. Das ist gerade beim Skisprung interessant und ermöglicht, die Kamera auf einem ähnlichen Flugniveau wie dem des Springers zu führen. Die Flugkurven der Seilkamera lassen sich mit dem neuen System entsprechend programmieren. LS Research hat die entsprechende Maschine dazu entwickelt.

Der am Seilsystem laufende Dynamic Perspective Gimbal arbeitete beim Auftaktspringen eine 1,7 Kg schwere Sony-Kamera vom Typ HDC-P1 mit einer Canon-Weitwinkel-Optik (4,5-75mm) mit 14-fach Zoom. Die HD-Bildübertragung von der Kamera zum Ü-Wagen erfolgte mit einem Bildfunksystem von Vislink.

Das neue Seilkamera-System erlaubt eine Fahrgeschwindigkeit von über 120 Km/h und kann dabei eine Strecke von über 500 Metern überbrücken. (12/17)

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